20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern - Neuanfang & Single-Dasein

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20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern
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mirja
Neues Mitglied




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06.12.2003, 01:16    20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo ihr Lieben,

hier ein Text, der schon längst fällig ist und der mir sehr geholfen hat, das Elternsein von der Paarebene (Trennung) zu trennen. Die Mühe hat sich für mein Kind gelohnt, aber noch ist es sehr frisch, um detallierter darüber zu berichten.

Hier die Bitten der Kinder an geschiedene oder getrennte Eltern.

http://www.karin-jaeckel.de/werhilft/waskinderwollen2.html

Quelle: Dr. Karin Jäckel

Mirja
Ehemaliger User








11.12.2003, 22:20    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

:'(, da kamen mir ja gerade glatt die tränen...mein kleiner ist drei und pendelt jetzt seit 5 wochen hin und her, wobei ich mir große große mühe gebe, dass es so ist, wie in diesen sätzen beschrieben. sein papa und ich machen das schon gut, finde ich...trotzdem tuts einem in der seele weh, wenn er schreit und weint, wenn er zum papa will und es einfach nicht geht...was tun wir unseren kindern nur an?
sanne
Engelchen
Mitglied




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11.12.2003, 22:56    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo,

ich kenne leider Deine Geschichte nicht, doch Dein letzter Satz klingt nach Schuldgefühlen wegen der Trennung...?!
Für einen 3jährigen ist es sicher sehr schlimm, da er alles noch nicht verstehen kann... ich denke, dass es aber nicht nur darum geht, was *wir unseren Kindern antun*... denn manchmal kann das Zusammenbleiben doch noch schlechter sein für die Kleinen...
Diese 20 Bitten sind ja ziemlich optimal, mich würde interessieren, wieviele Eltern es so tatsächlich schaffen. Man kann einfach nicht immer das Richtige tun, und wenns auch noch so gut für die Kinder wäre - auch Eltern sind nur Menschen. Und nach einer Trennung ist man doch auch mit sich selbst so stark beschäftigt, dass es einem nicht gelingen wird, so zu leben wie oben beschrieben... Das sind einfach nur meine Gedanken dazu...

LG und viel Kraft!
mirja
Neues Mitglied




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12.12.2003, 16:31    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo Sanne und Engelchen,

narürlich lässt sich darüber leichter was kluges schreiben, als das alles so konsequent im Alltag durchzuziehen. Ich denke, dass viele Eltern, die da viel falsch machen sicher von Trennungschmerz, Kraftmangel und schlechtes Gewissen und dergleichen getrieben sind ( mich selber auch manchmal mit einbezogen, obwohl es nicht mein Erziehungsprinzip ist). Wie soll man das auch am Anfang alles alleine schaffen, gegen die Übermacht und Trennungschmerz etc. Ausserdem noch ageschafft und abgehetzt vom Job...
Wenn man allerdings weiss, wie wichtig ein Vater oder eine Mutter für ein Kind ist, kann man mit etwas guten Willen und Gelduld vielleicht zum einem späteren Zeitpunkt normal damit umgehen.
Gut finde ich die Trennung für die Kinder auch nicht, aber ich kann allerdings jetzt ( nach 2 Jahren) nachvollziehen und habe auch Verständnis dafür, dass es heute so oft passiert.
Sanne, deine Trennung ist sehr frisch und egal was geschehen ist, dein Ex ist der Vater deines Kindes. Ihr habt das Kind zusammen in Liebe gezeugt. Also muss dein Ex wohl auch mal ein libenswerter Mensch gewesen sein. Vermutlich ist er es auch heute noch, nur sieht das aufgrund der Trennung jetzt anders aus. Und denke an die andere Seite. Eine Trennung ist auch für einen Mann schwierig und ihm fehlt das Kind auch! Freu dich für dein Kind, das ein Recht auf Vater hat, der sich kümmert. Allerdings würde ich ganz klare, regelmässige Zeiten festsetzen, die er wahrnehmen kann. So hat dein Kind eine Regelmässigkeit und du hast die Möglichkeit diese freie Zeit für dich zu nutzen.
Ich weiss, wie schwer das alles nach eine Trennung ist, aber wenn man wenigstens versucht, an einige Bitten sich zu halten, habt ihr einen grossen Schritt gemacht.
Wünsche euch alles Gute und liebe Grüsse
Mirja
Ehemaliger User








15.12.2003, 13:13    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo Mirja,

ja, wenn man das liest - es zementiert die Endgültigkeit...

es stellt die Schuldfrage erneut...

es zeigt, welche verrückte "Stilblüten" eine Trennung hervorbringen kann.

Und es tut unendlich weh... es schmerzt. Gestern gab ich unseren Sohn wieder ab, er mit Tränen in den Augen und das jetzt nach 16 Monaten. Jetzt den Kopf klar halten und sich vor Augen halten:

- die Kinder werden alleine groß
- es geht nur noch um mich, nur mein Weg und die Zukunft ist wichtig
- "eine Neue muß her"

was sagt der Verstand noch, um den Schmerz zu betäuben...

Ja, es dauert, es dauerte gestern ungefähr 2 Stunden, da ich damit überhaupt nicht gerechnet habe. Dann war mein Kopf wieder Sieger - aber es kam überhaupt kein Stolz auf, da mein Sohn der Verlierer war - in diesem Moment.

Ich frage mich wieder - was nur hätte ich tun können und weiß die Antwort, nichts... Schmetterlinge im Bauch des Anderen sind nicht aufzuhalten und ich kann meine Fehler nachträglich nicht ändern.

Aber nach 2 Stunden habe ich meinen Sohn wieder vergessen, ich lebe mein Leben weiter. Heute blicke ich zurück und sage mir - wahnsinn, wie brutal bist Du geworden... Gruß, Gerd
Ehemaliger User








15.12.2003, 17:08    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

hallo,

mein mann hat sich vor 2 monaten von mir getrennt. seit dieser zeit hat er sich kaum um unsere kinder gekümmert.
ich stelle mir vor, dass er die kinder zumindest alle 14 tage sich holt. nur so kann ich mich auch mal vom alltagsstress erholen. wer kann mir dazu tipps geben, wie ich meinen mann dazu bringen kann, wieder regelmässig zu nehmen.

gruß
jassi
mirja
Neues Mitglied




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16.12.2003, 20:22    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo Gerd,

ich glaube, dass du mit der Trennung noch nicht ganz fertig bist und dir deswegen zum Heulen zumute ist. Da ist noch eien Menge Wut auf deine Ex...
Eigentlich könntest du was Kinder betrifft etwas positiver sehen: du kümmerst dich doch um deinen Kleinen und er ist gerne bei dir. Das ist doch die Hauptsache!
Mach dich bitte nicht fertig für etwas, was du eh nicht ändern kannst.
Leider musst du dich mit dem neuen Mann an der Seite deiner Ex abfinden. Bedenke immer, dass auch du irgendwann verliebt sein wirst. Dann würdest du dich doch auch freuen, wenn sich deine Kinder mit der neue Partnerin gut verstehen wüden.
Ich kann dir vielleicht auch bisschen Mut machen...es wird weniger, weniger, weniger. Und wenn du dich weiterhin deinen Schmerzen stellst, ganz bewusst, wirst du auch rausfinden, warum es nicht hat sein sollen.
Es fiel mir am Anfang auch schwer neutral zu reagieren, aber mit der Zeit ging es immer besser.
Ich wünsche dir alles Gute
Mirja


Hallo Jassi,

einen Tip kann ich dir leider nicht geben, ausser dass du dich an eine Beratungsstelle wenden solltest

Gruss
Mirja

Ehemaliger User








17.12.2003, 10:13    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo Jassi,

Ich kann mich über deinen Mann nur wundern und es ist dein gutes Recht, seine Vaterrolle bei ihm einzufordern.

Du hast nicht geschrieben, warum er dich verlassen hat, vielleicht hat er zur Zeit zu viel mit sich selbst zu tun.

Möglicherweise könnte es helfen, wenn deine Kinder den Kontakt zu ihm suchen und ihm sagen, dass sie zu ihm möchten.

@Mirja,

Ich kann dir in allem nur beipflichten. Man sollte wenigstens versuchen, den eigenen Schmerz und den Ärger auf den/die Ex nicht an den Kindern auszulassen und nie vergessen, dass man Eltern bleiben wird und sich der Verantwortung, dass man Kinder in die Welt gesetzt hat, zu stellen hat. Aber klar, es braucht seine Zeit, bis man sich mehr oder weniger souverän verhalten kann. Und ich denke, auch wenn man mal aus einer Emotion heraus den Kleinen gegenüber falsch reagiert hat, kann man danach mit ihnen darüber reden und das Fehlverhalten relativieren. Das Wichtigste ist wohl, dass getrennte Eltern ihren Kids ermöglichen, beide weiterhin gern zu haben und bei dem jeweiligen Elternteil von dem anderen erzählen dürfen, ohne dass dieser schlecht gemacht wird.

taka  
Ehemaliger User








22.12.2003, 08:45    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo Mirja,

es war nur der Moment, wo ich die Tränen sah. Er hat schon lange nicht mehr geweint.

Magsein, ich hänge vielleicht noch mehr, als ich zugebe. Ich habe schon wieder einmal in einem bekannten Buch gelesen... sich in Schwierigkeiten in GEDULD und TOLERANZ zu üben.

Ich merke, daß es hauptsächlich die Geduld ist, wo ich mich noch üben muß. Mein Kopf war teilweise schon weiter als es der Rest war. Ich höre kritisch in mich hinein und stelle fest, da ist noch irgendwas... wahrscheinlich ist es auch die Härte, die ich vorspielen muß, um die Scheidung durchzustehen.

Ich hätte nicht gedacht, ehrlich nicht gedacht, mich einmal so verhalten zu müssen - so brutal, unbarmherzig gegenüber einem Menschen. Eigentlich geht es nur darum, das Finanzielle abzustecken, aber man sieht sich als Dämon, als einen Bösen. Sie klagt, ich wehre mich dagegen, der Richter wird entscheiden, einer verliert...

Naja, ich habe noch immer die Hoffnung, daß ich den "Vergebungstrip" danach begehen kann, falls dies dann noch Sinn macht. Gruß, Gerd
mirja
Neues Mitglied




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24.12.2003, 12:13    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo Gerd,

ich habe deine Geschichte von Anfang an mitverfolgt und kann mir schon vorstellen, wie es dir geht.
Da hat dir deine Ex und vielleicht viele andere Unrecht getan und im Inneren wird man dann kälter und härter, man ist nicht nicht mehr derselbe. Aus Liebe wird Hass und man muss sich schützen um nicht noch mehr verletzt zu werden. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo du dich nicht mehr vor deiner Ex schützen musst, weil sie dich nicht mehr verletzen kann, weil sie diese Macht auf dich nicht immer haben wird.
Ich war ja auch lange auf den "Vergebugstrip" und ich habe damit immer noch meine Probleme. Das mich mein Ex verlassen hat, kann ich vergeben, aber ich kann ihm noch nicht vergeben für das was er nach der Trennung angestellt hat. Das braucht noch Zeit. Und trotzdem werden wir heute, das erste mal nach Trennung, Heilig Abend zusammen mit Kindern verbringen. Ich denke die Bereitschaft für das Elternsein und (neuer latenter?) Respekt sind auf beiden Seiten vorhanden.Wie sich das in Zukunft entwickeln wird, vermag ich jetzt nicht beurteilen, aber ich bin stolz darauf, dass wir die Elternfunktion, nach dem langen Waffenstillstand wieder einigermassen hinbekommen haben.
Finaziell war von Anfang an bei uns alles abgeklärt, er zahlt Kindesunterhalt und ich verdiene mein Lebensunterhalt selbst und trotzdem gab es da auch Sticheleien von meinem Ex. Ich kann mir gut vorstellen, was da nach einer Trennung abgeht, wenn man für den anderen zahlen muss. Das liebe Geld gewinnt dann eine enorme Macht und jede Partei hat dann recht. "Darum müssen Kinder mit den Grossen viel Geduld haben", sagte der kleine Prinz Wink
Lieber Gerd, ich wünsche dir und deinen Kindern ein frohes Fest. Lass dich nicht entmutigen!

Mirja

Ehemaliger User








29.12.2003, 21:36    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo mirja,

um zu hassen bin ich der falsche Typ. Und auf eine Niederlage in der Sache selbst bin ich vorbereitet. Sie wird mich nícht so hart treffen, aber ich brauche die Rechtssicherheit.

Danach und auch jetzt schon will ich das Gefühl "Zorn" wieder streichen. Ich sehe sie jetzt so, wie sie ist. Sie ist runter von dem hohen Thron, auf dem sie kurz nach der Trennung saß. Ich erkenne sehr realistisch ihre Motive - und bin erschrocken, was ich sehen muß. Ich hatte ein völlig falsches Bild von ihr. Ich gebe zu, daß wir schöne Zeiten miteinander verlebt haben - aber sie hat sich sehr verändert.

Nur bin ich nicht mitgegangen, oder besser gesagt - ich bin den falschen Weg gegangen.

Ich sehe sie heute realistischer, klarer. Sie ist nicht der achso tolle Mensch - aber es mußte die Beziehung zerbrechen, damit ich sehen konnte.

Das ist der Vorwurf an mich - ich war blind, ich habe nicht gesehen...

Und diese Frage beschäftigt mich in dem Gedanken, evtl. irgendwann eine neue Beziehung einzugehen: "Kann ich jetzt sehen - oder kann man das nie?"

Für manche mag das den Reiz einer Beziehung ausmachen - man weiß es nicht. Aber da gehöre ich nicht dazu. Ich wollte klar sehen, hatte zumindest den Vorsatz - und ich war blind. Da sitzt die Enttäuschung - die Verlierer sind in dieser Blindheit die Kinder. Gruß, Gerd
mirja
Neues Mitglied




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29.12.2003, 22:43    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo Gerd,
ich finde Hass am Anfang einer Trennung sehr konstruktiv, aber irgendwann habe ich festgestellt, dass dieser Hass auch auf mich selbst gerichtet ist und dass es dann sehr destruktiv ist. Schön, dass du doch so weit bist, hätte ich nicht gedacht Wink
Auch mein Ex hat sich sehr verändert, (habe ich über Weihnachten noch mehr festestellen müssen) aber ich bin ganz sicher, dass er so in der Beziehung nicht war. Mag sein, dass er einiges verdrängt hatte, aber dass man sich so negativ (für mich ) weiterentwickelt, ist mir fast schleierhaft. Vielleicht ist das auch gut so....
Menschen ändern sich mit der Zeit, und auch du und ich sind nicht mehr dieselben...
Ich glaube nicht, dass du den falschen Weg gegangen bist, es war der Weg der Liebe, wie bei fast allen hier und meine Meinung nach bleibt Liebe immer ein bisschen blind. Auch ich habe Angst davor, aber ich glaube daran, weil ich weiss, wenn ich mich der Liebe entziehe, werde ich auch nie wieder dieses Glücksgefühl und Freude spüren. Natürlich muss es eine andere Form der Liebe sein, weil keiner von uns möchte sich an der gleiche Flamme wieder "vebrennen"  lassen Wink
Natürlich sind die Kinder die Leidtragende, aber warum soll man ihnen vorspielen, was nicht ist, wie in Familien das der Fall ist.
Gruss
Mirja
Dom




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30.12.2003, 00:33    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hi Gerd, hi Mirja,

Es ist schon so, dass Keiner hier mehr das ist, was er mal war.
Ich kann mich  sehr gut daran erinnern, dass meine Ex mal sagte: kein Mensch kann sich verändern. Wie sie das wohl gemeint hatte? Es ist nicht immer bewusst oder gewollt, aber Veränderungen betreffen uns alle im Laufe eines Lebens.
Was den „falschen Weg“ betrifft, so möchte ich mal behaupten, dass kein Weg, der bewusst und gewollt gegangen wird falsch sein kann. Es gibt wohl Abschnitte, auf denen man sich etwas fremd vorkommt und gern zurückgehen möchte. Deswegen muss der Weg an sich doch nicht falsch sein! Es was in der Vergangenheit so, und es wird in die Zukunft wieder geschehen: zeitweilig wird uns eine gewisse Blindheit treffen. Ich bin mir jedoch sicher, dass diese (doch wohl angenehme) „Störung“ in die Zukunft nicht mehr so sein wird wie damals. Denn wir haben inzwischen viel lernen müssen, auch etwas konsequent mit uns selbst zu sein...
Deine Frage ist interessant Gerd: "Kann ich jetzt sehen - oder kann man das nie?“ Ich stelle sie mir ebenfalls... Aber tief in mir schlummert eine Antwort darauf: „ich sehe jetzt anders als vorher“. Besser? Schlechter? Das wird die Zukunft auch zeigen müssen.
Und ich stimme mit Dir überein, Mirja: es ist nie gut etwas vorzuspielen, was nicht ist! Damit betrügen wir uns doch selbst...

LG

Dom
Dom




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30.12.2003, 14:37    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo Ihr Lieben,

an dieser Stelle möchte ich einen kleinen Nachtrag einwerfen...
Ich las gerade etwas, was mir so sehr tiefgründig und bemerkenswert vorkommt.
Es hat jemanden folgendes geschrieben: „Es gibt vielleicht bezaubernde Menschen, aber sie zeigen sich als lieblos, treulos, armselig nach Dasein lechzend.“
Diese Worte sind von Karl Jaspers, einen Psychologe und Philosophen (jetzt könnt Ihr lächeln...).
Mir ist wohl bewusst, dass diese Worte, aus den Kontext herausgerissen, nicht ihrer Tragweite deutlich machen können. Dennoch ist mir danach, sie hier zu wiedergeben.
Und genau diese Worte möchte ich meiner Ex zuschreiben, so treffend ist doch die Umschreibung! Dieses macht aber auch gleich deutlich, dass meinerseits keinen Hass oder dergleichen Negatives die Oberhand besitzt, sondern höchstens so etwas wie Mitleid, und vielleicht auch einer Spur von Verständnis. Aber eines gilt darüber hinaus: armselig ist auch derjenigen, der sich nie selbst in Frage stellt und lediglich blind zu bleiben beharrt! Solche Menschen verdienen wahrhaftig Mitleid. Nichts weiter.

Euch einen friedvollen Tag,

Dom

(Arme Daisy’s)

@Mirja: Sorry, dass ich Deinen Thread derart misbrauche..
Ehemaliger User








30.12.2003, 15:11    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo,

Dass Liebe blind macht, mag ja sein. Man sieht einfach über bestimmte Fehler oder Mängel des Partners hinweg oder man bemerkt sie überhaupt nicht. Aber das muss nach der Trennung nicht unbedingt zur Erkenntnis führen, dass der vorher so geliebte Mensch doch nicht so toll ist, wie wir ihn gesehen haben. Ist es nicht eher so, dass wir seine Fehler jetzt erst einsehen können/wollen, weil er uns verletzt hat, und wir ihn nur deshalb nicht mehr als super Menschen betrachten, weil er uns enttäuscht hat und nicht mehr das gibt, was wir uns erwarten; das was wir für uns selbst brauchen?
Lieben wir einen Menschen wirklich wegen seiner Persönlichkeit, oder weil er unsere Bedürfnisse erfüllt, uns glücklich macht, auf unsere Wünsche eingeht und uns so akzeptiert, wie wir sind?

Natürlich geht mit einer Trennung eine Veränderung einher. Aber: unsere Exen gehen eine Beziehung mit einem anderen Partner ein. Dieser hat vielleicht auch gerade eine gescheiterte Beziehung hinter sich. Wenn die neue Partnerschaft funktionniert, heisst das, dass beide sich das geben können, was sie sich von einer Beziehung erwarten und in der vorherigen nicht mehr gefunden haben. Also sind unsere Exen in unseren Augen vielleicht nicht mehr so toll, für den neuen Partner aber genau das, was er braucht. Und dieser genügt den Ansprüchen unserer Exen und macht sie glücklich, während ihre jeweiligen Expartner nicht mehr glücklich bei ihnen waren.

Was ich damit eigentlich sagen will: wir sollten davon Abstand nehmen, von der grossen Liebe zu träumen und einsehen, dass eine Beziehung letztendlich etwas sehr egoistisches ist. Wir projezieren unsere Wünsche in den Partner hinein, wir verlangen von ihm, dass er uns glücklich macht und wenn dies nicht mehr der Fall ist, wird er einfach abgeschoben und all das gemeinsam Erlebte weggewischt. Wir konnen natürlich aus unseren Fehlern lernen, aber wer garantiert uns, dass wir beim neuen Partner nicht andere machen, weil dieser eben andere Vorstellungen und Erwartungen hat.

Gruss, taka.
engelsfluegel
Stamm-Mitglied




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05.01.2004, 00:17    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Für viele sind diese 20 Bitten,unrealistisch....ich find sie völlig o.k.
Mein Sohn ist jetzt 10 Jahre und seit 4 Jahren von seinem Vater getrennt.Die ersten 3 Jahre waren die Hölle für Alle.Erst vor 2 Jahren, wurde es besser.Wir sahen uns als Eltern,sprachen miteinander.Telefonierten fast täglich,waren bei einer Beratungsstelle und nebenher machte unser Sohn eine Spieltherapie.Jetzt ist die Therapie fast abgeschlossen und unser Sohn geht gerne zu seinem vater.Ich bin dann total abgeschrieben und ich finde das gut so.Er ist wieder ein fröhlicher,ausgeglichener Junge,der stolz auf seinen Vater ist.Da dieser Engländer ist,liebt er alles was mit England zu tun hat und wenn seine Kumpels Bayern-Trikots anziehen oder Hertha,hat er ein England Trikot beim Fussballtraining an.
Mein Ex wurde nochmal Vater,er wird demnächst auch wieder heiraten...und unser Sohn liebt seinen kleinen Bruder.Wir feiern gemeinsam sämtliche Feste und das ist für Alle immer lustig und entspannt.
Da ich auch wieder heiraten werde und mein Mann meinen Namen annimmt,sind wir sozusagen eine Grossfamilie.
Wir wollen vieleicht auch Alle zusammen verreisen.
Tja und den Kindern bekommt dieses Verhältnis super gut!
Es muss ja nicht so laufen wie bei uns...aber mit den Jahren sollte sich das verspannte Verhältnis ändern.Gerade,wenn Kinder im Spiel sind!

Lieben Gruss
engelsfluegel
Ehemaliger User








05.01.2004, 16:15    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo engelsfluegel,

Ich für meinen Teil habe mich von Anfang an sehr bemüht, meine Kids nicht an der Situation leiden zu lassen und dies auch grösstenteils ganz gut hingekriegt.
Aber trotzdem: die Art und Weise, wie ich verlassen wurde, die Präsenz eines anderen Mannes in einem Haus, das einmal auch mir gehört hat und das Gefühl, ungerecht und total unfair behandelt worden zu sein, machen mir schwer zu schaffen.
Manchmal möchte meine Tochter mir ihr neues Spielzeug zeigen, meine Ex hat auch nichts dagegen, aber ich habe solche Angst, dass dieser Typ auf einmal dann vor mir stehen könnte. Man stelle sich diese Situation mal vor. Wäre wohl kaum auszuhalten. Manchmal schaffe ich es nicht mal, meiner Ex in die Augen zu schauen. Die Frage, wie man einfach so den Mann austauschen kann, geht mir auch jetzt nach 8 Monaten noch durch den Kopf. Und zwar immer wieder.

Dass es bei dir 2 Jahre gedauert hat, bis du normal mit dem Vater deines Sohnes umgehen konntest, ist nicht gerade ermutigend, aber andererseits denke ich, dass ich das Ganze schon recht gut hinkriege.
Ich habe es auch satt, mir die Beweihräucherung meiner Ex ständig anhören zu müssen, die sich ja so toll findet, weil sie mir Umgang mit den Kids auch ausserhalb der beiden vereinbarten WE gewährt. Welch edle Geste. Bin ich ihr jetzt auch noch zu Dank verpflichtet, weil ich meine Kinder ab und an sehen darf?

Bei euch läuft es wohlmöglich deshalb so gut, weil ihr beide neue glückliche Beziehungen habt und daher nicht mehr böse aufeinander seid. Vielleicht bin ich nur zu sehr verletzt und gönne meiner Ex nicht, mit einem anderen glücklich zu sein. Warum hat sie mir so weh getan?

taka
engelsfluegel
Stamm-Mitglied




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05.01.2004, 23:53    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Lieber Taka!

Glückliche Beziehungen machen noch lange keine guten Eltern....es hängt nicht davon ab,ob die getrennten Eltern wieder glücklich mit einem neuen Partner sind,sondern ob sie selber mit sich zufrieden sind....und bitte sei jetzt nicht böse,aber 8 Monate seit der Trennung ist wirklich noch zu früh,um über alles hinweg zu sein!...gerade wenn Kinder im Spiel sind und noch Haus....usw. ich bitte Dich,da steht man am Anfang.
Ich dachte auch,zu Anfang: kein Problem,krieg ich alles gebacken!Na puste Kuchen! Alles was wir jetzt uns erarbeitet haben,hat Jahre gedauert!Stück für Stück!...und das war echt harte Arbeit!

Lieben Gruss
engelsfluegel

mirja
Neues Mitglied




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05.01.2004, 23:54    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo an Alle,
sorry, leider ist mein Pc defekt. Schön, dass der Thread weiter lebt  Very Happy
Ich werde bald online sein.
Wünsche euch allen alles Gute im neuem Jahr Smile...und es gibt auch Neuigkeiten bei mir...habe mich einen süssen Chaoten verliebt...mal schauen was daraus wird Wink
Liebe Grüsse
Mirja
Ehemaliger User








06.01.2004, 09:50    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo engelsfluegel,

Ich bin überhaupt nicht böse und verstehe sehr gut, was du meinst. Und gerade weil ich erst am Anfang stehe, kann ich mit der ganzen Situation nicht zufrieden sein. Da kommt manchmal schnell der Gedanke auf, eine neue Partnerschaft und alles wäre wieder ok, einfach nur, um die Sicherheit von früher wieder zu haben. Aber ich weiss selbst, dass dem nicht so ist und auch eine neue Beziehung erst dann sinnvoll wird, wenn ich mit mir selbst im Reinen bin.

Im direkten Umgang mit meinen Kindern läuft alles sehr gut, aber wie gesagt, wenn meine Ex dabei ist, sieht es schon schwieriger aus. Trotzdem gelingt es mir auch dann meistens, mich im Sinne der Kids zu benehmen. Aber alle 20 Punkte, die Mirja hier angegeben hat, einzuhalten, dürfte trotzdem schwierig werden. Aber ich gebe mir alle Mühe.

Das was du mit deinem Ex-Mann geschafft hast, ist wirklich bewunderns- und erstrebenswert, gelingt aber wohl den wenigsten Eltern.

Liebe Grüsse,
taka
engelsfluegel
Stamm-Mitglied




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07.01.2004, 00:44    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo Taka!

Ich glaube Dir aus vollen Herzen,das Du versuchst ein guter Vater zu sein...aber auch Deine Kinder merken die Anspannung zwischen Euch.
Das tat unser Sohn auch,nur wir wollten es nicht so recht glauben....bei uns ist es eben schon lange her,unser Sohn hat inzwischen ein Halbbruder und demnächst eine Stiefmutter...klar kommen mir manchmal schon die Gedanken,ob mein Ex mir jetzt den Sohn wegnehmen will...aber diese Gedanken darf ich nicht zulassen,damit kann ich eine ganze menge kaputt machen.
...aber,was ich sagen wollte,um diese 20 Punkte zu erreichen,brauchten wir eine Beratung vom Jugendamt und unser Sohn eine Therapie,die eben immer noch läuft.
Ohne dem hätten wir es nie geschafft!

Lieben Gruss
engelsfluegel
Ehemaliger User








08.01.2004, 00:13    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Also taka,

dann mal meine Sicht inzwischen dazu.

Eine Beziehung ist etwas egoistisches - sie ist es dadurch, daß jeder vom Anderen ein Bild malt und erwartet, daß es sich erfüllt. Dieser Erwartungshaltung "der Neuzeit" ist keine Beziehung mehr gewachsen.

Die Problematik ist, daß dies eine sehr trostlose Sicht ist.

Liebe ist es nicht... nungut. Es ist die Befriedigung von emotionalen, sozialen und praktischen Dingen. Schön nicht? Richtig romantisch...

Das Ganze (und ´s thread) bringen mein Weltbild dermaßen ins Wackeln, daß ich mir jede Beziehungsfähigkeit abspreche, da ich nie einem Menschen je gerecht werden kann. Ich habe gestern von einer Frau im Fernsehen die Aussage gehört: "Die älteste Währung (Zahlungsmittel) der Frau ist der S.." Da schluckst Du erst einmal...

Mir ging es in meiner Aussage nicht um eine Abwertung einer alten Beziehung sondern um eine egoistische Verarbeitungs-Variante in einer Trennungsgeschichte.

Ich las sehr viel darüber. Kurz nach der Trennung ist der Verlassene der, der sich ein Idealbild seiner Partnerin malt, das so nie existent war. Er hat "die Liebe seines Lebens" verloren und spricht ihr in diesem Moment wundersame Eigenschaften zu, die sie nie hatte. Beim Verlasser tut sich dasselbe auf - nur mit umgekehrten Vorzeichen. Er sieht ein "Monster" im Partner.

Beide Bilder "relativieren" sich mit der Zeit, d.h. Die "Liebe des Lebens" bekommt mit der Zeit immer mehr Risse und Falten, das "Monster" wird langsam wieder als ein normaler Mensch wahrgenommen. Den Autor kann ich nachliefern. (Meine Frau ist gegangen... Körner oder so ähnlich, ich liefere nach)

Mir ging es in meiner Ausführung nur darum, daß ich jetzt nicht mehr geblendet auf die schönen Dinge sehe, sondern im Lösungsprozess auch einmal die weniger schönen Dinge an ihr in meinem Geist zulasse.

Dann taka, das mit der "edlen Geste", das kenn ich nur zur Genüge und es hängt mir dermaßen zum Halse raus... "du kannst ja die Kinder jederzeit haben..." so ein Geschwafel. Sie werden nur noch verschoben (Mein Schwiegervater ruft mich an und sagt zu mir: Wenigstens sind sie alle 14 Tage bei Dir...), sage ich, ich nehme die Kinder zu mir, kommt nur ein empörtes: "Du spinnst wohl, ich geb doch meine Kinder nicht her!!"
Hier hat mick schon einmal geschrieben, irgendwo spielt der Unterhalt dann eine gewisse Rolle...

Müll ist, daß eben die Kinder nicht auskönnen, ich kann nichts machen. Diese Wochenenden tue ich alles, aber ich sehe zumindest meinen Sohn leiden. Ich hoffe, er wird schnell älter, damit er selbst mehr entscheiden und beeinflussen kann. So nebenbei merke ich, daß ich nicht bedingungslos gewillt bin, die Kinder immer zu nehmen, da sie ihre Verantwortung einfach nicht mehr übernehmen will ("je älter die Kinder werden, umso leichter für mich...")

Alles ein Scheißspiel !


Hallo engelsflügel,

ich muß mich jetzt noch taka anschließen - es kommt sehr viel darauf an, WIE man verlassen wurde. Ich weiß, daß die Kinder nichts dafür können, aber ich bin nur ein Mensch.

Ich kann (noch) nicht ausblenden, was passiert ist. Und die Tränen in den Augen meines Sohnes erleichtert das Vergeben nicht.

Aber ich werde diesen Weg gehen - nach der vollzogenen Scheidung. Gruß Gerd
Ehemaliger User








08.01.2004, 08:37    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

hallo gerd,

unser und takas los ähnelt sich ja mit unseren kindern.
dennoch kann ich jetzt nach drei jahren folgendes feststellen:

- wir können ja nichts an der situation ändern, auch wenn wir den wunsch der kinder, "dass alles am liebsten wieder so wie früher wäre" verstehen

- die wochenenden und urlaube mit meinem jungen sind schön, aber ein überverwöhnen ist auch nicht gut, er will doch eigentlich nur, dass ich da bin und wir ganz normale zeit miteinander verbringen

- meine ex manipuliert immer noch (verplanen meiner kapazitäten, geld rausleiern für sonderausgaben usw.), aber das klappt jetzt nicht mehr. ich entscheide mittlerweile auch, ob mir irgendwelche sonderaktionen ("nimm ihn doch mal zwischendurch, er sehnt sich so nach dir"), die nur ihrer terminplanung mit neuen partnern angepaßt werden, passen und sage ggf. ne du, da habe ich leider was anderes vor

- aber die kinder werden auch älter und manche entwicklungen kriege ich auch nicht mehr so genau mit, so gibt es dann auch manchmal leichtere auseinandersetzungen (zeit für computerspielen oder mir ist langweilig). dies wäre aber in der familie genauso gewesen und hier müssen wir uns auch von einem alten bild lösen

- das fernhalten von neuen eigenen enttäuschungen geht manchmal nicht, gerade wenn man auch gemeinsame zeit mit dem neuen partner verbracht hat, aber hinterher drüber reden, warum man traurig ist oder warum es nicht geklappt hat (in ansätzen) geht schon

und gerd, du bist weder brutal noch sonstwas. manchmal kommen eben alte sachen wieder hoch.
als ich sylvester mit meinem jungen alleine in unserem alten ferienhaus verbrachte, habe ich auch den blues geschoben und mich schweineeinsam und leer gefühlt. aber das leben geht weiter.

aber du mußt auch versuchen, dein verhältnis zu deinen kindern von der vergangenheit zu trennen ! sonst tust du dir keinen gefallen....

mick
Ehemaliger User








09.01.2004, 12:31    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

Hallo mick,

Du hast ja nun nochmals 18 Monate Vorsprung mir gegenüber, ich hätte hier schon noch die ein oder andere Nachfrage.

Ich kämpfe momentan einen schwierigen Kampf, der nicht zu gewinnen ist.

Auf der einen Seite - wie sagtest Du - ist die Vergangenheit, also die EX auf dem Selbstverwirklichungstrip.

Auf der anderen Seite meine Kinder, meiner Meinung nach wird mit ihnen zuhause zuwenig umgegangen.

Der dritte Pol bin ich mit meinen eigenen Wünschen und Zielen.


Umgang finde ich in der Form, daß ich verläßlich alle 2 Wochen die Kinder am Wochenende nehme und nicht mehr allzu traurig bin, wenn ich sie mal 4 Wochen nicht sehe. Warum, das habe ich schon öfter erklärt, da ich mich bewußt etwas distanziert habe von den Kindern - ich wäre manipulierbar gewesen, Du weißt, was ich meine.
Ich gebe meiner EX 2 volle Wochen, wo ich die Kinder mit in den Urlaub nehme, eine im Sommer, eine im Winter. Sie ist jetzt halbtags berufstätig und fragt wegen der Ferien an...

Ich sehe aber schon, daß zumindest momentan noch ich die Unterhaltspflicht und sie dafür die Aufsichtspflicht hat.

Mein Problem ist in der Tat noch immer die Sorge, nicht richtig zu mischen, also egoistische Themen und familiäre Themen im Sinne der Kinder in Einklang zu bringen. Der dritte Pol, meine EX, belastet mich nur in der Form, daß sie eben nur noch rennt und mich damit einfach ärgert. Als wären die Kinder nicht da oder eine "Ware", die man verschieben kann.

Also:

- der Drang, an sich selbst zu denken, viel mehr ist einem nicht geblieben...
- der Drang, den Kindern gerecht zu werden, da man selbst den Schmerz der Kinder fühlt und es einem leid tut
- der Drang, auf die EX irgendeinen Einfluß nehmen zu wollen, sich mehr um die Kinder zu kümmern

Gedanken sind dann:

- sie könnte ja die Kinder auch mit in den Urlaub mitnehmen
- ihr neuer könnte ja auch mal Verantwortung übernehmen, er wußte, auf was er sich einließ
- was ist jetzt für meine Kinder das Beste, was kann ich tun
- was will ich ureigens, wie passt das alles in meine Ziele

Und während ich das schreibe, erkenne ich, daß ich wieder im Leben stehe und alles abwägen muß.
Vielleicht kannst Du mir ja einen Tipp geben, aufgrund Deines Vorsprunges, wo Du andere Sichtweisen gewonnen hast.

Übrigens, verwöhnen werde ich meine Kinder deswegen nicht. Ich sehe sie alle 2 Wochen, wir gehen mal schwimmen oder besuchen meine Eltern. Aber ich überschütte sie mit nichts. Es ist wie immer, so wie es sein soll. Ich halte sie auch aus allem raus - direkt. Aber ich muß ja doch indirekt entscheiden, wieviel Vater sie haben können.

Gruß, Gerd
Ehemaliger User








09.01.2004, 14:01    Re: 20 Bitten an geschiedene/getrennte Eltern

hallo gerd,

"-sie könnte ja die Kinder auch mit in den Urlaub mitnehmen
- ihr neuer könnte ja auch mal Verantwortung übernehmen, er wußte, auf was er sich einließ
- was ist jetzt für meine Kinder das Beste, was kann ich tun
- was will ich ureigens, wie passt das alles in meine Ziele"

gerd, nimm es mir nicht übel, aber du bist immer noch sauer auf deine ex und hast sie noch nicht richtig losgelassen.

sieh es doch mal so:
- sie wollte einen anderen weg gehen und hat jetzt jeden tag dich noch um sich (so sah es zumindest meine ex, vergessen dass es zwei liebende erzeuger für diese kinder gab)
- was der neue tut oder läßt ist doch sch...egal, hauptsache die kinder haben dich und deine ex und sind (soweit möglich) glücklich. vielleicht bemüht er sich ja, kommt aber garnicht ran...
- das beste für deine kinder, wenn es dem papa langsam wieder besser geht und er das alte loslassen kann. gib ihnen die perspektive, dass du immer für sie da bist und sie liebst, mehr kannst du nicht tun. wer weiß, vielleicht kommen sie ja irgendwann ganz zu dir
- was du willst ? endlich frieden ! laß dich von deiner ex nicht mehr manipulieren, kläre schön in ruhe alle finanziellen verbindlichkeiten und bleibe distanziert freundlich.- weißt du, meine ex hat jetzt schon den zweiten nachfolger (übergangslos versteht sich). dieser scheint aber endlich wieder typ-mick (gegenüber dem ersten badboy) zu sein. also freue ich mich, denn mein junge findet ihn auch nett. sind gerade zusammen im skiurlaub und ich hör nix von niklas. also gehts ihm gut. prima ! das entlastet mich doch auch !

fazit:
- deine ex wird immer irgendwo in deinem herzen bleiben, auch eure schöne zeit
- du bleibst immer vater und ihr eltern
- die kinder verstehen die wut auf die ex nicht und wollen sie auch nicht, also versuche diese abzubauen (sagt sich so)
- auch hier hilft die zeit ! nach 18 monaten war ich genauso wie du noch voller vorwürfe und schuldgefühle

aber auch:
- wir müssen auch sorgsam mit uns selbst sein (siehe meine letzte bauchlandung), sonst kommt der alte blues immer wieder hoch
- und erschreckt mußte ich in dieser endphase der jüngsten trennung erkennen, wie schnell wieder die alte wut hochkommt und die guten vorsätze vergessen sind - braucht wohl also noch ein jahr
- und obwohl hier sonst keiner von neuanfangs-desastern schreibt, weil es wohl irgendwie peinlich ist, fehler zu wiederholen oder ein "looser-image" zu kriegen, glaube mir gerd, donald, taka, maryleen u.v.a. mehr haben alle die gleichen gefühle, ängste und prozesse auf der platte (wenn ich das mal so dreist behaupten darf)

also genese weiter, du bist ein guter papa, und ein temporärer gefühlsmäßiger abstand zu deinen kids (obwohl du sie ja weiter nimmst) ist teil des ablöseprozesses und des neubeginns.

PS: apropo fehler; hatte meinemr jüngsten drama noch ein versöhnungsangebot gemacht und heute einen (nicht ganz unerwarteten) einlauf per telefon bekommen - brauchte ich wohl auch noch - weißt du, war der berühmte brief, den man zwar schreiben aber nicht abschicken soll....

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