er liebt mich nicht mehr.

Ehemaliger User

Hallo ihr Lieben,
ich muss euch mal meine Geschichte erzählen und hoffe sehr auf eure Tipps und Ratschläge und euren Trost.
Ich bin seit 8 Jahren mit meinem Freund zusammen, seit 5 Jahren wohnen wir zusammen. Wir sind beide 32. Anfang April hat er mir gesagt, dass er sich eingeengt fühlt, dass er das Gefühl unabhängig zu sein vermisst. Und dass ihm das Gefühl für mich langsam verloren geht und er nicht weiss, ob er mich noch liebt. Und vorallem, dass er diese Gedanken seit fast einem Jahr mit sich rumträgt, sie aber verdrängt hat und nicht wahrhaben wollte. Ich bin natürlich aus allen Wolken gefallen. Er ist mein Traummann, mit ihm wollte ich gerne den Rest meines Lebens verbringen. Wir haben uns immer gut verstanden, vielleicht zu gut. Wir sind einfach auf einer Wellenlänge. Ich bin ihm sehr wichtig und er ist eigentlich gerne mit mir zusammen, hat aber seit einiger Zeit ein Problem mich nicht nur als "gute Freundin" zu sehen. Das Kribbeln ist weg.
Wir haben erstmal (nach seinem Geständnis) versucht, bewusster miteinander umzugehen, uns mehr zu geniessen. (wir hatten im letzten Jahr ein Haus renoviert, das er gekauft hat und in dem wir seit Januar wohnen und in der Zeit unsere Beziehung wenig gepflegt, weil es ziemlich stressig war. Aber es war ja immer klar, dass wir irgendwann einziehen und wir uns dann wieder mehr Zeit für uns und unsere Freunde nehmen könnten.) Wir sind wieder öfters weggegangen, haben Freunde getroffen und waren wieder mal alleine im Kino- und alles ohne Stress. Und wir hatten auch wieder richtig schönen S., denn auch das war etwas eingeschlafen. (mein Freund arbeitet selbstständig etwa 10 Stunden am Tag und hat dann Probleme, abzuschalten- auch das verstehe ich irgendwie)
Jedenfalls hatten wir zwei schöne Monate und er sagte auch, dass es ihm gefällt. Aber sein Gefühl kam nicht zurück. Er hat eine Auszeit vorgeschlagen, aber das hätte ich nicht verkraftet. Wir sind zu einer Psychologin gegangen um uns helfen zu lassen, aber wir kamen mit ihrer Art nicht zurecht. Sie gab nie Hilfestellungen oder Anregungen, man hat nur erzählt, verschiedene Themen angerissen, aber es war nie eine Richtung zu erkennen. Ich bin etwas auf Distanz gegangen, habe nicht gefragt, wann er abends kommt und war manchmal einfach nicht da, wir haben recht viel geredet, und jetzt war ich drei Wochen mit meinen Cousinen in Urlaub. Er wollte mal sehen, ob er mich vermisst und was er fühlt. Stattdessen hat er sich in eine andere verliebt. Sie ist 20 und er sagt, sie sieht mir ähnlich, von der Figur und der Art. Sie ist auch blond, auch klein- aber 12 Jahre jünger. Er hat noch nicht mit ihr geschlafen, er sagt, sie wollte, aber er hätte das nicht gekonnt- (aber was macht das für einen Unterschied???)
Gestern und heute haben wir wieder geredet. Ich kann ihn nicht loslassen und das weiss er. Er sagt, momentan würde er sich eher für eine Trennung entscheiden, aber er kann sich auch irren und er merkt vielleicht in ein paar Monaten, dass es falsch war. Er ist verliebt, aber ich bin ihm als Mensch sehr wichtig. Irgendwie weiss er nicht wirklich, was er will. Wir haben uns drauf geeinigt, dass wir uns nochmal 3 Monate geben. Mit absoluter Ehrlichkeit. Er kann nichts garantieren und ich weiss auch nicht, ob er wirklich dran glaubt. Aber es ist für mich eine neue Hoffnung, denn ich liebe ihn so sehr.
Ich habe in den letzten Wochen schon versucht, viel für mich zu tun. Habe mich für Malkurse und ins Fitnessstudio angemeldet.
Seine "Flamme" steckt selbst noch in einer Beziehung und ist noch 2 Wochen in Urlaub. Wir sind uns aber eigentlich einig, dass er sie dann nicht mehr sehen sollte und wir uns auf uns konzentrieren müssen (wollen). Ich hoffe, er hält es durch. Ich denke, wenn sie diese Zeit nicht warten kann, ist sie es eh nicht wert- aber daran will ich garnicht denken. Ich habe wieder Hoffnung, wenn auch nur sehr winzige...
Die letzten Tage, seit ich aus dem Urlaub zurück bin und ich weiss, dass meine Hoffnungen, dass er mich vermisst hat enttäuscht wurden, ging es mir sehr schlecht. Ich hatte mir zuviel von diesen 3 Wochen erwartet. Mir wurde der Boden unter den Füßen weggerissen.
Wie gesagt, ich habe wieder Hoffnung- ich denke, es ist die letzte Chance. Aber dass er uns diese Zeit noch gibt, zeigt doch, dass ich ihm noch etwas bedeute. Wie kann er verdammt nochmal dieses Gefühl wieder finden???
Soviel fürs erste, ich hoffe, das ist nicht viel zu lang geworden...
Wem geht es genauso? Eine eigentlich perfekte Beziehung ohne Streit, mit Achtung, mit tiefer Freundschaft, ähnlichen Einstellungen und Werten- in der einem von beiden die Liebe verloren geht. Keiner weiss, warum und ob man sie zurückholen kann und ob es Sinn macht, zu kämpfen...

21.08.2001 23:50 • #1


Ehemaliger User

Hallo Susa,

ich hatte vor einem Jahr eine so ähnliche Situation. Nur daß ich an der Stelle Deines Freundes war. Ich wollte mich trennen, hatte aber noch keinen Neuen, nur einen Freund, der mir damals sehr geholfen hat. Ohne ihn hätte ich den Absprung vielleicht nicht geschafft. Wir hatten auch ein Haus und sogar noch ein Kind (hab ich immer noch). Das alles sind natürlich Gründe, warum man nicht so schnell alles hinschmeißen sollte. Aber letztendlich hab ich mich doch dafür entschieden, auszuziehen.

Ich will Dir die Hoffnung nicht nehmen, daß es mit Euch doch noch mal klappen könnte. Ich weiß ja nicht genau, warum Dein Freund ausziehen will.

Nur aus meiner Sicht, nützt es keinem, wenn er aus Mitleid da bleibt. Ich habe damals auch hin und her überlegt und bin dann doch aus Mitleid noch eine Weile dageblieben. Aber es hat nichts geholfen.

Also zog ich aus, und jetzt, nach einem Jahr überfällt mich immer noch gelegentlich das Mitleid, was ich meinem Ex angetan habe. Der Kontakt zu seinem Kind tut sein übriges. Wenn ich ihn (immernoch) leiden sehe. Ich bin bis heute nicht fähig, eine neue Beziehung aufzubauen, weil mich immer das schlechte Gewissen plagt.

Ich will Dir damit nur sagen, egal was kommt, Du kannst es nicht ändern, und er wird genauso leiden wie Du, wenn er gehen sollte. Zumal Ihr ja wirklich eine harmonische Zweisamkeit habt/hattet. Was bei uns nicht einmal so war.

Vielleicht liest Du Dir mal ein paar andere Beiträge durch. Mir haben sie sehr geholfen und das tun sie immer noch. Ich bin nämlich auch nicht glücklich. Aber letztendlich kann man nur etwas für sich selber tun und es ist gut zu wissen, daß man nicht allein ist.

Also, laß den Kopf nicht hängen, vielleicht wird ja bei Dir doch noch alles gut.

Hasi

22.08.2001 00:08 • #2


Ehemaliger User

Hallo an alle,
es ist aus.
Er hat sich gestern nach 8 Jahren von mir getrennt.
Ich bin so fertig, ich hatte doch noch Hoffnung, dass alles wieder gut wird. Ich weiss nicht, wie es weitergehen soll. Ich liebe ihn noch so und wir hatten eine so tolle Zeit.
Und gleichzeitig bin ich wütend, dass er nicht früher mit mir geredet hat- als es noch nicht zu spät war. Dieser Verdränger. Warum musste das so kommen?
Er will mich weiter als seine Freundin haben, weil ich ihm sehr wichtig bin und er mich sehr schätzt, aber eben nicht mehr als Partnerin. Er ist immernoch so liebevoll und so besorgt um mich. Ich kann das nicht verkraften, ich bin taub vor Schmerzen, kann nicht schlafen, kann mich auf nichts konzentrieren. Ich müsste arbeiten- ich illustriere Schulbücher- selbstständig und mit festen Terminen. Meine Hände zittern, wie soll das gehen? Tröstet mich, ich fühle mich so alleine und ich kann im Moment ausser mit ihm nicht darüber reden. Das schaffe ich noch nicht.
Susa

23.08.2001 10:04 • #3


Ehemaliger User

Hallo Susa,
wie grauenhaft und superschrecklich, du hast mein ganzes Mitgefühl!!! Ich kenne das Gefühl, das du jetzt hast sehr gut, ist bei mir ja auch erst grad ne Woche her, dass ich dachte mein Herz bleibt stehen und das darf doch allles nicht wahr sein. Und der Schmerz ist schier unerträglich... Zum Glück gibt es diese Forum hier, mir hilft es sehr zu wissen, dass es viele Menschen gibt denen es im Moment genauso geht wie mir, oder die in der gleichen Situation sind, oder schon ein bißchen weiter... Jetzt hilft es nur Stunden rumkriegen, dann irgendwann Tage (soweit bin ich zumindest schon), und irgendwann wieder Licht sehen. Ich wünsche dir jetzt ganz viel Kraft und Mut, die nächste Zeit zu überstehen, das tut man nämlich! Wenn du Lust hast melde dich jederzeit, ich werde antworten!
Ganz liebe Grüße von einer auch frisch verlassenen
Betze

23.08.2001 10:22 • #4


Ehemaliger User

Hallo Susa!

Du hast mich im Chat gefragt ob ich dir Hoffnungen machen wolle. Meine spontane Reaktion darauf war : Um Gottes Willen, was mache ich hier eigentlich, dafür möchte ich bloss nicht verantwortlich sein.
Wie gesagt, jeder überträgt seine Situation hier mehr oder weniger auch auf andere, wie im wirklichen Leben auch.

Ich hatte in der Summe gesagt, dass wenn er noch etwas für dich empfindet, er nicht dahin kommt dich zu vermissen und statt dessen seine Gefühle für dich gewissermassen getarnt zum Ausdruck bringen kann. Auch deiner Liebe kann er sich -offensichlich im wahrsten Sinne des Wortes- sicher sein.
Wenn das so wäre, ist das für dich nicht gut, und für ihn auch nicht. Er könnte (alles Konjunktiv!)an dir noch weiterhin festhalten und gleichzeitig sich in die "Freiheit" begeben, wie weit dass auch gehen mag. Und wäre das so, und er würde irgendwann zurück wollen, dann denke ich hättet ihr bis dahin -auf gut deutsch- einen Haufen Scheisse am Ar.... Und zwar beide.

Auf der andren Seite schienst Du dir sehr sicher zu sein, dass siene Entscheidung ein Datum ist.Was wenn du Recht hast?

Dann

sagt mir mein Bauch die ganze Zeit was anderes.

Wenn er sich liebevoll verhält und so besorgt ist, dann empfindet er noch etwas für dich was nicht so ganz unter den Begriff  Freudschafft passt. Passt einfach nicht.Und deshalb kann ich ihm so aus der ferne seine "Entscheidung" jedenfalls nicht vollständig abkaufen. Sie ist nicht komplett.

Ist sie nicht.Und da liegt dann auch der Punkt mit dem Hoffnungen machen. Ich habe den Eindruck, die Sache ist noch nicht ganz durch. Und es ist -gleich ob genügend oder nicht- noch Liebe füreinander da.Aber ES KANN NICHT RICHTIG SEIN dass sie sich in dieser Form äussert.

Sorry, aber ich muss grade erstmal weg....Mir ist aber noch was aufgefallen. Schreib ich später noch.
Kleiner Hinweis: Manches sieht am nächsten Tag schon wieder ganz anders aus.mindestens etwas. Pass (s.o.) gut auf dich auf.
gruss
davidxx

P.S. ach ja: Du bist nicht allein1







23.08.2001 17:15 • #5


Ehemaliger User

Hallo davidxx,
wenn du doch recht hättest...
Seine ganze Sorge und Panik und vielleicht auch ein Grund für seine späte Klarheit ist glaube ich, dasser vorallem Angst hat, mich zu verlieren. Als Freundin. Das hat er oft gesagt und auch gestern immer wieder gefragt, wie wir das am Besten schaffen, dass wir Freunde bleiben. Ich weiss nicht, warum ihm das so wichtig ist- aber mir ist es ja genauso wichtig! Und bei meinem alten Ex und bei seiner Ex hat das auch geklappt...
Es wäre schön, wenn mehr dahinter steckte...
Ich würde ihn am Liebsten zu einem Psychologen schicken, ich habe das Gefühl, er hat irgendwas aufzuarbeiten... ich glaube, das täte ihm gut, aber er findet sich ja normal.
Bei seiner Ex, die auch mittlerweile eine gute Freundin von mir ist, hat er auch ein Jahr gebraucht, sich zu lösen. Er hat sich immer vorgenommen, ihr zu sagen dass es aus ist und hat es nicht geschafft, wenn er vor ihr stand. Irgendwann hat sie dann jemanden kennengelernt und die Sache war erledigt. Das wusste ich und davor hatte ich Angst und ich habe immer wieder gesagt, er soll reden, wenn er Probleme hat. Er hat es nicht getan. Und ich habe geglaubt, alles ist prima.
Scheisse!
Vielleicht fällt euch noch was ein dazu?
Ich danke euch!
Kann mir jemand erklären, warum ich mit meinem alten Namen nicht mehr "reinkomme"?
Weil ich noch eingeloggt bin? Ich hänge jetzt einfach mal ne 1 an...

23.08.2001 17:28 • #6


Ehemaliger User

Hallo davidxx,
nochmal ich- man müsste vielleicht mal genauer definieren, was Liebe ist...
Für ihn ist das, was er fühlt, keine- wie er sagt. Mag natürlich sein, dass er sich das einredet, weil es für ihn dann "leichter" ist.
Für mich ist Liebe ein gutes Gefühl, das man für den anderen empfindet. Dass man gerne mit ihm zusammen ist, dass man sich sicher fühlt, geborgen, einfach glücklich ist mit ihm. Vertrautheit, Sicherheit. Dass man ihn vermisst, wenn er nicht da ist.
Daran hat er es aufgehängt- er hat mich nicht mehr vermisst, wenn ich da war fand er es schön, aber wenn nicht, war`s auch o.k.. Und er hatte keine Lust mehr auf mich. Wer schläft schon mit seiner besten Freundin? Aber trotz allem glaube ich immer noch, dass man das wieder hinbiegen kann (könnte). Wenn doch sonst nichts kaputt ist, man sich fast nie streitet, man einfach auf einer Wellenlänge ist, die Einstellungen, Werte sich ähneln. Wenn man Spaß miteinander hat und sich einfach in und auswendig kennt. Aber er glaubt eben nicht mehr dran, er ist ein Kopfmensch. Er analysiert sein jetziges Gefühl, analysiert, was hat sich in den letzten Wochen geändert, kommt zu dem Schluß: nichts. Und dann ist es für ihn klar. Leider.
Ich habe vorallem die Angst, dass er es sich jetzt (oder auch später) nicht mehr eingestehen könnte, dass das Gefühl zurükkommt, bzw. dass die Trennung ein Fehler war. Vorallem, wo er jetzt erstmal seine Ablenkung hat...
Susa

23.08.2001 18:10 • #7


Ehemaliger User

Hi Susa,

Du bist nicht allein. Meine Perle hat im Urlaub erkannt, daß es so nicht weitergeht und ist nach 5 Jahren Beziehung ausgezogen. Und tschüß...

Es ist für dein Einen, der zurückbleibt eine Katastrophe. Die Leere, die Einsamkeit und die Verzweiflung bleibt.
Die ganzen Sprüche, von wegen Zeit und Wunden heilen usw. helfen nicht. Wie auch? Warum auch?

Die Trauer ist wie die Freude,
die Angst ist wie der Mut.
Alle Gefühle kommen und gehen,
die Unangenehmen und leider auch
die Schönen.


Du wirst hindurchgehen und es wird gelingen.
Einen Schritt hast Du getan, Du teilst Dich mit.
Hier und bestimmt auch anderswo. Das hilft so sehr,
es loswerden nicht alleine rumschleppen, sehen daß Andere genauso dasitzen wie Du.

Was kommen wird weiß niemand, aber der Tag an dem Du nicht mehr dran denkst kommt. Bestimmt!

Ich weiß wie es Dir geht, oder ahne es wenigstens.

Es ist Licht am Ende des Tunnels.
Come On!

Traurige aber hoffende Grüsse nur für Dich
Aki

23.08.2001 19:29 • #8


Ehemaliger User

Hallo Susa!
Ohne jetzt darauf einzugehen, was Du geschrieben hast ist mir aufgefallen-Blinder mit Krückstock?-dass der Kauf des Hauses und seine Rückzugsgedanken zeitlich recht nah beieinanderliegen.Das ginge jetzt so etwas in Richtung Muffensausentheorie, bzw. eine Situation zu schaffen,die nicht mehr so ist wie "früher".Vielleicht wurde ihm "bewusst", dass Ausweichen nicht mehr so möglich(hintenherum denkbar) ist wie früher? Hat sich für dich etwas , hast Du dich durch die neue Situation verändert? Ein Haus ist schliesslich ja auch soetwas wie ein Nest.Ein gemeinsames. Schmeckt nicht nach Autonomie.

23.08.2001 22:39 • #9


Ehemaliger User

Hallo davidxx,
genau dieser Gedanke kommt mir auch ziemlich oft...
Es muss damit zusammenhängen. Er hat das Haus Ende Dezember 99 gekauft (recht eilig, um noch irgendwelche Prämien zu erhalten) und im April fingen seine (noch unausgesprochenen) Zweifel an.
Wir haben das ganze letzte Jahr renoviert, mal mehr, mal weniger- weil er beruflich auch so viel zu tun hatte. Wir konnten in der Zeit kaum durchatmen, weil wir schon mehrmals die Wohnung gekündigt und immer wieder verlängert hatten, weil unsere Zeitplanung nicht stimmte. Das war alles sehr stressig und alles drehte sich nur noch darum. Und dann kommen ständig irgendwelche Fragen von wegen Haus, Ehe, Kind- so als müsste das automatisch aufeinander folgen. Und er hat tatsächlich große Probleme damit, dass er schon 32 ist. Weiß nicht, warum und er denkt, das wäre kein Grund sich mal psychologisch beraten zu lassen.
Ich glaube, er hat unbewußt einfach Panik bekommen.
Ich glaube nicht, dass ich mich so verändert habe. Ich habe immer schon gerne eingerichtet und geplant und habe auch hier viele Vorschläge gemacht. Wir haben aber auch oft gestritten über diese oder jene Fliesenfarbe... vorher hatten wir praktisch nie Streit, waren streiten gar nicht gewohnt.
Aber egal wie, lässt es sich nicht mehr ändern und ich muss früher oder später raus aus diesem Haus, das wir wirklich in ein Traumhaus verwandelt haben, bzw. noch wollten, denn es ist längst nicht alles fertig. Er wollte sich nicht rechtzeitig helfen lassen.
Liebe Grüße
Susa

23.08.2001 23:50 • #10


Ehemaliger User

Hallo Susa!
Alles was mir so einfällt zu deinem Freund ist irgendwie kompliziert. Weiss nicht ob das an ihm liegt oder an mir.Also versuche ich mich auf was einfaches zu beschränken auch wenns banal sein sollte.
Das mit seiner neuen Flamme, Ablenkung oder was auch immer ist natürlich ein Problem.Andererseits: Er hat es ja nicht gekonnt.Warum sollte das jetzt anders sein? Weiss ich nicht, ich frag halt mal.
Wird damals wohl eine Art Konflikt gewesen sein. wenn er dich "behalten" kann braucht er diesen evtl. nicht mehr zu lösen.

Wenn er sich vom Gefühl her nicht für dich entscheiden kann nützt es eh nichts.Ich weiss nicht als wie fatal Du dass empfindest.

Ich merke, dass ich versuche dich dazu zu bewegen dich räumnlich von ihm zu trennen. Kann mich eigentlich nur wiederholen. Ob er erst einen Unterschied zwischen Freudschaft Liebe und Beziehung erkennen muss? Komisch das alles.

Ich wünsch dir,dass du heute etwas arbeiten kannst.
Bin müde und muss ins Bett.

davidxx















24.08.2001 00:30 • #11


Ehemaliger User

Hallo Susa,

leider hab ich keine aufmunternden (=hoffnungmachenden) Worte fuer Dich. Ich denke, es macht keinen Sinn, darauf zu hoffen, dass das alles doch nochmal etwas wird. Wichtig ist es fuer Dich, Land zu gewinnen. Insbesondere musst Du Dich fragen, ob Du Dich wirklich auf eine Freundschaft nach der Beziehung einlassen kannst.

Ich habe aehnliches dieses Jahr erlebt (wir alle hier sind ja irgendwie geschaedigt), er hat mich voellig ueberraschend verlassen, wir waren 10 Jahre zusammen, von allen (inklusive mir) als Traumpaar angesehen, wir wollten gerade ein Haus kaufen, Familie gruenden. Da kamen auch diese Saetze, dass er mich als Freundin sehr schaetzt und behalten moechte, aber nicht als Partnerin.

Ich liebe ihn und deswegen halte ich das nicht aus. Ich habe jeglichen Kontakt abgebrochen und versuche gerade, mir ein neues Leben aufzubauen. Sorry, ich will Dich hier nicht zulabern, aber was ich meine ist: geh in Dich, ob Du Dich nicht mit dieser immer wiederkehrenden Hoffnung kaputt machst. Ihr passt toll zusammen. Deshalb will er Dich als Freundin behalten. Er will alle Sahnestueckchen vom Kuchen: Dich zum Reden und noch eine andere fuer diverse andere Beschaeftigungen. Vielleicht hat er auch eine kleine Midlifecrisis (obwohl er dafuer noch zu jung sein muesste, aber Du schreibst ja was davon, dass er mit seinen 32 Jahren Probleme hat). Aber lass Dich nicht verheizen.

Das Problem ist freilich: das Leben ohne ihn ist schwer. Ist kaum vorstellbar. Wenn Ihr so toll harmoniert, wirst Du Angst haben, niemals jemanden zu finden, der so gut zu Dir passt wie er. Aber das bringt Dich nicht weiter. Du bist Du. Und Du bist ein wertvoller Mensch. Finde Deinen eigenen Weg. Such Dir Freunde, die Dir helfen.  Das ist ganz wichtig. Und such Dir eine schoene Wohnung, in der Du Dich wohl fuehlst! Du musst neu anfangen. Ich wuensche Dir viel Kraft und dass Du wieder Zuversicht fasst...

Illa

24.08.2001 21:09 • #12


Ehemaliger User

Hallo an alle,
wisst ihr was, mir geht es heute richtig gut. Weiss selbst gar nicht genau, warum. Ich bin gestern hier geflüchtet, weil er seine Eltern hier zum Brunchen hatte, lag im Park und habe ihm einen ewig langen Brief geschrieben. Über ihn, wie er war, als ich mich in ihn verliebt habe, über seine Träume und Wünsche von damals und die Frage, wo das alles geblieben ist. Ich denke, es ist alles noch da, aber es ist irgendwo tief drinnen verschüttet und begraben unter falschen Erwartungen und Vorstellungen.
Und dass er das mit den Vorbereitungen zum Brunch gestern prima geschafft hat (mit frisch gepresstem O-Saft, Salat, Tischdecke und so) zeigt mir, dass es diese Seite noch gibt.
Und ich habe die Theorie aufgestellt, dass man sich kennenlernt, ohne irgendwelche Erwartungen aneinander, nur mit der Neugier, den anderen zu erkunden und sich überraschen zu lassen. Und irgendwann hat man sich dann ein Bild gemacht, wie der andere Ist oder sein sollte und wenn er dem nicht entspricht, bzw. er anders handelt, oder anders reagiert ist man enttäuscht oder verletzt. Und man sagt sich nicht oft genug, dass der andere ein eigenständiger Mensch ist, der sich auch weiter entwickelt und der vielleicht gar nicht diesem Bild entspricht, das im Kopf verankert ist. Und im Laufe der Zeit wird es immer schwieriger, von sich aus neues zu probieren, weil man nicht mehr aus seiner Rolle rauskommt. Und immer schwieriger beim anderen neues zu akzeptieren "weil es nicht zu ihm passt". Dabei passt es nur nicht zu dem Bild, das man hat und das durchaus falsch sein kann. Und da man Erwartungen selten ausspricht und immer denkt, das müsste der doch wissen, wird es immer schwieriger und beide sind sich dessen nichtmal bewußt.
Also denke ich, man müsste alle Erwartungen wieder auf Null bringen. Über die wahren Träume, Wünsche und Vorstellungen ehrlich reden und dann könnte es irgendwann auch wieder klappen. Nur wenn man "ausgezogen" voreinander steht kann man wieder neugierig sein und vielleicht ganz neu beginnen.
Ich glaube, mein Brief gestern hat meinen Ex ziemlich bewegt und ich denke, wir werden noch darüber sprechen. Ich habe jedenfalls für mich begriffen, dass diese Trennung vielleicht auch eine Chance sein kann. Und seitdem habe ich nicht mehr so viel Angst. Es ist zwar trotzdem grausam für mich, aber jetzt wieder "neu" anfangen zu wollen wäre absurd. Es muss erst den Härtetest geben und jeder für sich muss sich über so manche Dinge klar werden.
Und was dann irgendwann passiert können wir eh nicht mehr beeinflussen. Ich habe jedenfalls alles versucht.
Jetzt hoffe ich nur, dass ich morgen, wenn ich das hier lese auch noch dieser Meinung bin- wie gesagt: im Moment geht es mir gut...
Ich danke euch, ihr habt so recht.
Und das mit der Wohnung kriege ich auch noch hin...
Susa

27.08.2001 17:57 • #13


Ehemaliger User

Hallo Susa,

auch ich habe aus "aktuellem Anlaß" diese Seiten gefunden und bin dabei auf Deine Beiträge und die Antworten dazu gestoßen. Ich will und kann nicht schreiben, wie alles bei mir ist - nur soviel, daß mich meine Freundin im Juli nach elf gemeinsamen Jahren (wir haben uns während des Studiums kennengelernt - mit fünf Jahren gemeinsamer Wohnung, dann mit drei Jahren Wochenendbeziehung und seit genau einem Jahr wieder gemeinsamer Wohnung) ziemlich chancenlos verlassen hat. Wie so eine Trennung - und der Weg dahin - im einzelnen aussieht, was beide dabei empfinden und womit jeder in seiner Situation zu kämpfen hat, ist auf diesen Seiten ausgiebig zu lesen. Wie soll es auch anders sein bei einem Thema, daß so alt ist wie die Menschheit selbst. Gut, genug "Pfeifen im Walde"!

Was ich Dir sagen möchte ist, daß es gut ist genau zu prüfen was Du empfindest und warum Du es so empfindest - wo liegt Deine "Verantwortung" für die Situation? Das Problem ist letzlich, daß wir uns selbst nicht gut kennen - wie aber können wir dann unseren Partner "verstehen"? Versuch mal die Dinge, wie sie in der Beziehung waren und wie sie jetzt sind, vor Dich zu stellen und sie zu betrachten wie sie sind - dann gibst Du Dir die große Chance, aus der jetzigen Erfahrung soviel mitzunehmen, daß Deine Leben und die nächste Partnerschaft  (die sicherlich kommt!) auf einer Oktave höher abläuft, wenn Du der Zeit ihr Recht lässt (so blöde ist dass nämlich garnicht mit "die Zeit heilt alle Wunden").

Vielleicht kennst Du "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm? Egal, ob Dir dieses Büchlein aus dem Herzen spricht oder Du Dich von den Gedanken gnadenlos angegriffen fühlst - es wird Wirkung haben. Ich bin sehr froh, es in dieser Zeit in meinem Bücherregal gefunden zu haben.

Holger

[quote author=susa1 link=board=allgemeines&num=998434253&start=0#12 date=08/27/01 um 18:57:29]
Hallo an alle,
wisst ihr was, mir geht es heute richtig gut. Weiss selbst gar nicht genau, warum. Ich bin gestern hier geflüchtet, weil er seine Eltern hier zum Brunchen hatte, lag im Park und habe ihm einen ewig langen Brief geschrieben. Über ihn, wie er war, als ich mich in ihn verliebt habe, über seine Träume und Wünsche von damals und die Frage, wo das alles geblieben ist. Ich denke, es ist alles noch da, aber es ist irgendwo tief drinnen verschüttet und begraben unter falschen Erwartungen und Vorstellungen.
Und dass er das mit den Vorbereitungen zum Brunch gestern prima geschafft hat (mit frisch gepresstem O-Saft, Salat, Tischdecke und so) zeigt mir, dass es diese Seite noch gibt.
Und ich habe die Theorie aufgestellt, dass man sich kennenlernt, ohne irgendwelche Erwartungen aneinander, nur mit der Neugier, den anderen zu erkunden und sich überraschen zu lassen. Und irgendwann hat man sich dann ein Bild gemacht, wie der andere Ist oder sein sollte und wenn er dem nicht entspricht, bzw. er anders handelt, oder anders reagiert ist man enttäuscht oder verletzt. Und man sagt sich nicht oft genug, dass der andere ein eigenständiger Mensch ist, der sich auch weiter entwickelt und der vielleicht gar nicht diesem Bild entspricht, das im Kopf verankert ist. Und im Laufe der Zeit wird es immer schwieriger, von sich aus neues zu probieren, weil man nicht mehr aus seiner Rolle rauskommt. Und immer schwieriger beim anderen neues zu akzeptieren "weil es nicht zu ihm passt". Dabei passt es nur nicht zu dem Bild, das man hat und das durchaus falsch sein kann. Und da man Erwartungen selten ausspricht und immer denkt, das müsste der doch wissen, wird es immer schwieriger und beide sind sich dessen nichtmal bewußt.
Also denke ich, man müsste alle Erwartungen wieder auf Null bringen. Über die wahren Träume, Wünsche und Vorstellungen ehrlich reden und dann könnte es irgendwann auch wieder klappen. Nur wenn man "ausgezogen" voreinander steht kann man wieder neugierig sein und vielleicht ganz neu beginnen.
Ich glaube, mein Brief gestern hat meinen Ex ziemlich bewegt und ich denke, wir werden noch darüber sprechen. Ich habe jedenfalls für mich begriffen, dass diese Trennung vielleicht auch eine Chance sein kann. Und seitdem habe ich nicht mehr so viel Angst. Es ist zwar trotzdem grausam für mich, aber jetzt wieder "neu" anfangen zu wollen wäre absurd. Es muss erst den Härtetest geben und jeder für sich muss sich über so manche Dinge klar werden.
Und was dann irgendwann passiert können wir eh nicht mehr beeinflussen. Ich habe jedenfalls alles versucht.
Jetzt hoffe ich nur, dass ich morgen, wenn ich das hier lese auch noch dieser Meinung bin- wie gesagt: im Moment geht es mir gut...
Ich danke euch, ihr habt so recht.
Und das mit der Wohnung kriege ich auch noch hin...
Susa


[/quote]

27.08.2001 21:36 • #14


Ehemaliger User

Hallo Susa,
ich fand deine Theorie auch in einem sehr guten Paarberatungsbuch bestätigt:
- wir haben meistens schon ein Bild von einem imaginären Traumpartner, bevor man sich kennenlernt, basierend auf Wünschen und Erfahrungen
- wenn man sich kennenlernt, fängt fleissig die Retusche an, das neue Bild wird dem Traumbild angepaßt, oder man denkt, der neue Partner würde das alte Bild noch übertreffen
- auch im Laufe der Partnerschaft entstehen wieder Bilder
- und die Trennung ist meistens auch wieder die Folge von einem Bild (mit so einem kann ich nicht mehr zusammensein, bringt nix, kein Partner für ein gemeinsames Leben etc...)

Entscheidend bei allen Bildern ist m.E., daß wir uns meistens nicht darüber austauschen können oder wollen und daß sich diese Bilder (oder Einschätzungen des Anderen) oft verselbständigen und meistens sehr vereinfachend oder schlichtweg falsch sind. Keiner ist der "Starke" "Schwache""Lustige""Ernste"usw. Wir haben alle so viele Facetten und verändern uns im Laufe der Zeit, bzw. "schönen" uns beim Kennenlernen, daß Bilder - wenn überhaupt - immer nur fragwürdige Momentaufnahmen sein können.
Entscheidend ist m.E. schon zu Beginn einer Beziehung und während dieser immer mal wieder zu prüfen: Kann ich mich mit dem anderen austauschen, kann ich auch mal schwach sein, muß ich irgendwelche utopischen Erwartungen erfüllen und kann ich dem andren meine Veränderungen mitteilen und akzeptiert er sie ?

Ich kann nur sagen, bei uns waren die Eingangsbilder völlig daneben, die Zwischenbilder gingen so und die Abschiedsbilder eine Katastrophe.

Aber lernen wir fürs nächste Mal......

Alles gute, Susa
P.S. mach die doch mal ein Bild von Dir, wie du in nächster Zeit (ohne ihn?) sein möchtest.
Mick

28.08.2001 10:17 • #15






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