Von Worten, Taten und der Vergänglichkeit - Liebeskummer & Trennungsschmerz

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sanne
Gelehrte/r

sanne


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02.02.2011, 11:51    Von Worten, Taten und der Vergänglichkeit

Liebe Mitglieder,

ich bin erst wenige Tage dabei. Ich fühle mich hier wohl und aufgehoben. Ich spüre für mich, dass ich meinen Trennungsschmerz am besten verarbeiten kann, wenn Ich anderen helfe. Dadurch helfe ich auch mir selbst. Durch die Hilfe sehe Ich meine eigenen Probleme öfter von außen und erkenne Sie dadurch besser. Das ist jetzt meine dritte Trennung nach mehreren Jahren und ich möchte ein paar meiner Erkenntnisse an euch weitergeben. Vielleicht hilft es ja dem Ein oder Anderen. Ich wurde verlassen und habe auch schon verlassen. Ich kenne beide Rollen und erlaube mir dadurch einen klareren Blick.

In den letzten Tagen lese ich bei vielen Beiträgen im Forum, dass der oder die Ex noch vor wenigen Tagen oder Wochen sagte:

- Ich liebe Dich
- Du bist Die oder Der Beste
- Du bist meine Traumfrau / mein Traummann
- Ich habe noch nie soviel für Jemand gefühlt
- Ich bin so glücklich
- Heiraten
- Kinder
- Zukunft vorstellen
- Planungen
- Alles läuft perfekt


Das sind alles "nur" Worte, die von Menschen in bestimmten Situationen gesagt werden. Diese Worte sind schön anzuhören sind aber kein Garant dafür, dass es auch wirklich so ist und vor allem für "immer" so bleibt. Nur weil jemand diese Worte benutzt, bedeutet das nicht, dass er nicht an etwas völlig anderes, ja, auch an eine Trennung denken kann. Wenn jemand mit dem Gedanken der Trennung spielt, ist es anfangs nur ein Gedanke bzw. ein Wunsch nach Veränderung, Besserung usw. Eigentlich alles Wünsche und Sehnsüchte, die man jemand nicht übel nehmen darf.

Jeder ist seines Glückes Schmied und deswegen darf auch jeder, eine Beziehung zu jedem Zeitpunkt beenden, auch wenn man Tage oder Wochen zuvor noch anderer Meinung war. Innerlich laufen Trennungsgedanken ja zu 99% nie 100% klar ab. Man ist hin und hergerissen. Soll man, soll man nicht?! Während dieser Phasen, erlebt man natürlich auch Alltag. Ja, auch einen schönen Alltag und schöne Momente. Diese Momente führen dann dazu, dass man einfach Dinge sagt, um die Situation zu retten oder auch sagt weil man es in diesem Moment auch wirklich fühlt. Man sagt es, weil es plötzlich wieder keine Zweifel mehr gibt. Ich verstehe hier meinen Ex.

Was kann man dann überhaupt noch Ernst nehmen?
Man sollte das Ernst nehmen, was unter dem Strich übrig bleibt. Man sollte Worte nehmen wie Sie sind. Man sollte Sich über Sie freuen, wie man sich über eine Blume am Wegesrand freuen kann. So wie man sich über die kleinen Dinge des Lebens freut. Man wird nie in einem Menschen hinein sehen können und deswegen muss man es nehmen wie es ist.

Wenn jemand jetzt eine Beziehung beendet, dann ist das eine klare Aussage. Dies ist eine Tat, die in aller Regel gut überlegt ist. In den seltensten Fällen waren die Liebesfloskeln zuvor dann reine Heuchelei, sondern einfach der tiefe Wunsch, dass es gut wird oder gut sein kann.

Niemand, wirklich niemand trennt sich gerne. Jeder würde am liebsten für immer mit dem Menschen seiner Träume bzw. Mensch seiner Realität zusammen sein und für immer bleiben. Leider können wir aber nie davon ausgehen, dass unser Partner, den wir lieben uns genauso sieht wie wir Ihn.

Wenn dann die Trennung kommt, dann ist er nur auf dem Weg seinen Weg zu finden. Er sucht sein Glück bei jemand Anderes. Alles im Allem ist das eigentlich kein Grund, Ihn zu verurteilen. Man darf traurig sein. Man darf verzweifelt sein. Man darf hoffen und wünschen aber man sollte versuchen, den tieferen Sinn einer Trennung zu verstehen.

Ich habe für mich erfahren, dass ich Trennungen so besser meistere und Menschen leichter gehen lassen kann. Ja, auch intensivere Beziehungen führe, weil ich Momente voll auskoste und zu jedem Moment weiss und fühle, dass alles vergänglich ist und genau das, macht auch das Glück des Moments aus. Der schönste Moment ist deswegen so schön, weil er vergänglich ist.

Am Ende zählen nur die Taten, auf die wir bauen können und sollten.

Liebe Grüße
Sanne
Danke19xDanke
Carla








02.02.2011, 12:45    

Hallo Sanne,

das hast du wirklich schön geschrieben. Nur weil alles vergänglich ist, besitzt es auch diesen besonderen Wert. Und niemand weiß, was morgen kommt. Mann kann einen Menschen ja auch verlieren aufgrund von Krankheit, Unfall oder anderen tragischen Ereignissen. Im Grunde ist der Verlustschmerz immer derselbe.

Daher mein Aufruf an alle, genießt das Leben jeden Tag, auch wenn es an manchen Tagen nur Kleinigkeiten sind, die ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Es gibt immer etwas Schönes, egal, was auch immer Schlimmes passiert ist. Ein Sonnenuntergang, ein Spaziergang im Grünen, die Umarmung eines Freundes, das Schnurren einer Katze....man muss nur hinsehen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Verlassenen, Verlassenden, Unglücklichen und Zweifelnden ein wenig Mut und Sonnenschein!

Alles wird gut.
Carla
Danke7xDanke
Ralf1965
Stamm-Mitglied




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02.02.2011, 14:09    

Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Fühlt euch von mir geknuddelt. Schöne und wahre Worte. Danke dafür.
Danke3xDanke
Old-Chatterhand








05.02.2011, 12:54    

sehr gut geschrieben. Dies rettet mir mein Wochenende. Bin hier die ganze Zeit schon Mitleser.

Es ist eine besondere Zeit. Viel im Umbruch. Dinge verändern sich.
Sunset in my eyes
Mitglied




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05.02.2011, 15:42    

wirklich sehr sehr schön geschrieben.... und es ist leider alles so wahr. ich finde viele dieser dinge in meinen eigenen handlungen wieder...
sanne
Gelehrte/r

sanne


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05.02.2011, 15:56    

ja, wenn man schon selbst verlassen hat, gibt das ein ganz anderes Gefühl zur Trennung.
PullDown
Wissende/r




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13.03.2011, 15:01    

ich habe mal einen Ex-Freund von mir gefragt, warum er dann Dinge wie "dich will ich heiraten" gesagt hat, wenn es im Endeffekt eh nicht so ist.
Er antwortete "weil man das in dem Moment so empfindet" und ich denke, damit hat er sehr recht.
Ich rufe mir diesen Satz heutzutage in bestimmten Situationen immernoch in Erinnerung und es hilft mir, zu realisieren und loszulassen/aktzeptieren.
Danke2xDanke
elebaby
Stamm-Mitglied




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13.03.2011, 17:59    

Vom Grundsatz her ist das alles wahr,
aber trotzdem ist es,
in dieser schnelllebigen Zeit,
oftmals auch ein zu schnelles Verabschieden.

Die Menschen sind oftmals nicht mehr bereit,
sich Konflikten und Problemen zu stellen, schließlich ist es ein mühsames Unterfangen.

Da ist es dann der "leichtere" Weg, sich an neuen Ufern zu orientieren.

Und sollte es da auch nicht klappen, schaut man eben weiter.

Ja, und so durchschreiten wir unser Leben um am Ende was erkennen zu können?

War das alles toll, das was ich wollte?

Die meisten sehnen sich nach wie vor nach der "einen" Liebe, und normalerweise kann man diese Liebe mit dem Partner auch erreichen, bzw. erhalten.

Ist vielleicht oft ein steiniger Weg aber nicht unbezwingbar.

Was ich damit sagen will, wir tauschen ständig aus, aber im Grunde ist es vollkommen gleich, denn somit erreichen wir immer nur einen Aufschub, niemals aber die wirkliche Erfüllung.

Ein Partner ist meist wie der andere und so führt es sich fort.

Eine Ehe beinhaltet eine gewisse Verantwortung für sich, dem Partner und der Familie und wer sie eingeht, sollte sich dessen bewußt sein.

Warum also nicht dafür seine Energien aufbringen?

Beim nächsten Mal wird`s nicht anders, in vielen Fällen kann man mit erwählten Partner glücklich bleiben. Ob Thomas, Felix oder Bernd, jeder kann es sein und bleiben, wenn man bereit ist.

Aber, wie gesagt, wir sind heute einfach nicht mehr bereit, wirklich etwas für uns und dem Partner zu tun.

So, weiß nicht, ob ich mich verständlich machen konnte und es gibt auch Gegebenheiten die ich aus meiner Ansicht ausklammern muss, wie Gewalt usw.

Ich denke aber, ihr wißt schon, wie ich es meine.

elebaby
Danke9xDanke
sanne
Gelehrte/r

sanne


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13.03.2011, 19:33    

Hallo,

du hast natürlich recht. In der heutigen Zeit werden Beziehung viel zu schnell aufgegeben. Alles ist kurzlebiger und man ist nicht mehr bereit, an etwas festzuhalten. Dies mag vor allem auch daran liegen, dass sich eben mehr Möglichkeiten ergeben.

Trotzdem finde ich, muss man es verschieden beleuchten.

Wenn man in einer Beziehung ist, die nicht mehr läuft oder man gerade eine Trennung hinter sich hat, dann ist dies eine Extremsituation in der man oft den Wald für lauter Bäumen nicht mehr sieht.

Ich glaube, es ist prozentual gesehen öfter so, dass menschen mit den falschen Partnern zusammen sind. Dies zu erkennen ist die große Kunst. Viele glauben, sie haben das gefunden, was sie sich wünschen, nur weil sie keine Steigerung kennen. "Der kleinere sieht am größeren eben das, was er zu sehen vermag"....

Man sollte sich dann die Zeit nehmen und auf Abstand gehen. Nur so, kann man prüfen, ob man wirklich kämpfen oder daran festhalten möchte. Je näher man beieinander sitzt, desto weniger lernt man sich kennen. Das ist wie, wenn man zu nah an etwas heran geht. Da erkennt man nur die kleinen Details aber nicht das Gesamtbild und gerade das wäre nötig, um eine sichere und vernünftige Entscheidung zu treffen.

Sobald ich eine Trennung habe oder ich in der Beziehung nicht zufrieden bin, prüfe ich sehr genau, ob ich etwas tun muss d.h. daran arbeiten oder ob ich mich in meinem Partner einfach getäuscht habe.

liebe grüße
Danke3xDanke
kuette
Wissende/r

kuette


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15.03.2011, 09:43    

ja sanne wie recht du doch hast mit dem was du schreibst .

man betrachtet dann auch alles anders wenn man den irgentwann wieder in einer Beziehung ist.

man darf dann nur nicht den Fehler machen das neue mit dem alten zu "vergleichen "
kiki1911
Mitglied




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27.03.2011, 20:30    

hey,ich wurde auch verlassen.....ich mach die hölle durch......
fledermaus
Mitglied




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27.03.2011, 21:39    

Liebe sanne.. wie bereits mehrfach gesagt bzw. geschrieben wurde.. man könnte es nicht besser in Worte fassen.. du hast es auf den Punkt gebracht..
jedoch: endet eine beziehung/Partnerschaft mögen deine wote richtig sein... was abr, wenn eine beziehung am anfang steht und diese wunderschönen worte gesagt werden- aber niemals so gemeint wurden..
lg fledermaus
Heike
Mitglied




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31.03.2011, 16:11    

PullDown hat Folgendes geschrieben:
ich habe mal einen Ex-Freund von mir gefragt, warum er dann Dinge wie "dich will ich heiraten" gesagt hat, wenn es im Endeffekt eh nicht so ist.
Er antwortete "weil man das in dem Moment so empfindet" und ich denke, damit hat er sehr recht.
Ich rufe mir diesen Satz heutzutage in bestimmten Situationen immernoch in Erinnerung und es hilft mir, zu realisieren und loszulassen/aktzeptieren.


Genau das sagte mein Ex auch zu mir. Und wenige Tage später folgte der Satz "... aber eigentlich weiß ich gar nicht, ob du wirklich "die Richtige" für mich bist". Mich hat das tief getroffen. Ich frage mich, warum er mir dann überhaupt den Antrag gemacht hatte. Er antwortete mir: "Weil ich das in dem Augenblick, wo ich das sagte, auch so meinte und fühlte."

Fazit - Gefühle sind wandelbar.
Liebe ist für mich eine Entscheidung, die nicht von einem Gefühl gesteuert wird. Ich bin der Kopf - nicht der Schwanz.

Ich bin nicht der Typ Mensch:Wenn ich mich "danach fühle", dann geh ich halt bei Rot über die Ampel. Gesund oder nicht ...

Für mich hat Liebe mit vielen anderen Dingen zu tun: gemeinsames Ziel, tiefe Freundschaft, Akzeptanz der Andersartigkeit des Partners - und Konfliktfähigkeit. Wenn die rosarote Brille (meist nach 2 Jahren) ab ist, und man den anderen so sieht, wie er eigentlich wirklich ist, DANN kann man entscheiden, ob man "liebt". Das alles vorher ist rosaroter Rausch. Und wenig geeignet für eine Heirat.

Aber das sind halt nur meine Erfahrungen, Ansichten ... Vielleicht hilfreich, was mich freuen würde.
Fühl Dich verstanden ... freunde
Danke1xDanke
Torsten
Wissende/r




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03.04.2011, 02:24    

Zitat:

Zitat:
Fazit - Gefühle sind wandelbar.
Liebe ist für mich eine Entscheidung, die nicht von einem Gefühl gesteuert wird. Ich bin der Kopf - nicht der Schwanz
.


Zitat:
Für mich hat Liebe mit vielen anderen Dingen zu tun: gemeinsames Ziel, tiefe Freundschaft, Akzeptanz der Andersartigkeit des Partners - und Konfliktfähigkeit. Wenn die rosarote Brille (meist nach 2 Jahren) ab ist, und man den anderen so sieht, wie er eigentlich wirklich ist, DANN kann man entscheiden, ob man "liebt". Das alles vorher ist rosaroter Rausch. Und wenig geeignet für eine Heirat.


> Gedanken bestimmen Gefühle! >>>>>>>>>>> Das alles passiert nur in deinem Kopf...sowohl im Moment des Kennenlernens als auch im Verlauf einer Beziehung...Hast du`s schonmal aus dem Blickwinkel betrachtet?
Danke1xDanke
Motylek
Mitglied




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03.04.2011, 14:22    

Liebe ist wie eine Mittel. In einem Moment bist Du voll im Rausch und denkst Du koenntest Baeume ausreisen... irgendwann kann das aber vorbeigehen.
Entweder Du triffst auf die harte Realiaet wo Du Dich wunderst, warum Du den Partner anfangs so gesehen hast oder eine vollkommene Vertrautheit umhuellt Dich und macht Dich noch gluecklicher diesen Menschen getroffen zu haben.
Das ist doch das Schoene an der Liebe. Anfangs gibt sie Dir so viel Kraft, innere Ruhe und Glueckseligkeit, dass die Worte die Du Deinem Partner schenkst und er Dir - auch wahr sind. Ich glaube es ist falsch zu fragen "Warum hast Du das eigentlich gesagt? Wieso hast Du mir dieses und jenes Versprochen?", tja, weil wir in diesem Moment so fuehlen und leben.

Liebe ist ein Gefuehl, von denen wir gewollt/ungewollt gesteuert werden. Falls ihr euch fragt, wieso euch der Ex-Partner diese und jene Saetze gesagt hat, solltet ihr die Situation mal umdrehen und euch dasselbe fragen, als ihr jemanden verlassen habt. Eine Beziehung ist nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Sie heißt auch Arbeit, Kompromissbereitschaft und Aufopferung.
Aber genauso wichtig ist es, sich in einer Beziehung selbst zu Verwirklichen. Sich selbst nicht zu verlieren, den Partner zu untersuetzen und auch von ihm unterstuetzt zu werden.
Wenn man in diesem Moment bestimmte Dinge empfindet, dann sollte man diese auch sagen und nicht Angst haben, dass man es fuer den "Falschen" verschwendet hat.
Denn es kann irgendwann dann doch der oder die Eine sein.
Heike
Mitglied




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06.04.2011, 07:58    

Torsten hat Folgendes geschrieben:
Zitat:

Zitat:
Fazit - Gefühle sind wandelbar.
Liebe ist für mich eine Entscheidung, die nicht von einem Gefühl gesteuert wird. Ich bin der Kopf - nicht der Schwanz
.


Zitat:
Für mich hat Liebe mit vielen anderen Dingen zu tun: gemeinsames Ziel, tiefe Freundschaft, Akzeptanz der Andersartigkeit des Partners - und Konfliktfähigkeit. Wenn die rosarote Brille (meist nach 2 Jahren) ab ist, und man den anderen so sieht, wie er eigentlich wirklich ist, DANN kann man entscheiden, ob man "liebt". Das alles vorher ist rosaroter Rausch. Und wenig geeignet für eine Heirat.


> Gedanken bestimmen Gefühle! >>>>>>>>>>> Das alles passiert nur in deinem Kopf...sowohl im Moment des Kennenlernens als auch im Verlauf einer Beziehung...Hast du`s schonmal aus dem Blickwinkel betrachtet?


Klar - jeden Tag aufs Neue.
Das Buch über Lebenslügen ist mir wohlbekannt. Und ich weigere mich inzwischen, meinen negativen Gedanken mehr Raum zu geben, als sie verdienen.
Beispiel: Ich verliebe mich - dann entdecke ich: huch, der hat ja Probleme! Nun habe ich zwei Möglichkeiten: entweder Flucht ("hab selber genug davon") oder ich sage mir (ich entscheide mich!): "okay, ich schau drauf; ich sehe aber auch die Person dahinter an".

Liebe ist das, was bleibt, wenn der rosarote Rausch vorbei ist. Die berühmten 2 Jahre - wo der Lack dann ab ist, und man den anderen ungeschönt sieht. "Die fünf Sprachen der Liebe" ... beispielsweise als Lektüre genannt ...

Hoffe, das kam klarer rüber? zwinkern
Lg, Heike
anne-carmen
Gelehrte/r




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09.04.2011, 20:56    

Hallo ihr,
ich finde es toll, wie ihr die Liebe beschreibt bzw. mit Trennungen umgeht. Wenn ich deine Worte lese, liebe sanne, wünschte ich mir, ich könnte auch so denken. Dann würde mir die Trennung von meiner ersten großen Liebe, die fast 21 Jahre gehalten hat, leichter fallen. Sicherlich verändern sich Gefühle und trotzdem frage ich mich immer wieder, warum konnte mein Ex mich nicht mehr lieben. Er betonte immer wieder, es läge nicht an mir, unsere Lebensvorstellungen passen einfach nicht mehr zusammen. Er ist ein Zugvogel, der gern herumzieht, er ist ja auch ständig auf Messen unterwegs und war manchmal nur an 2 - 3 Tagen im Monat zu Hause, ich bin ein Familienmensch und habe immer auf ihn gewartet, ihn unterstützt, wo es nur ging. Er möchte mich als gute Freundin behalten und immer für mich da sein. Er meinte auch, er ist froh, dass ich die Scheidung eingereicht habe. Er wollte es schon lange tun, hat sich aber nie dazu aufraffen können. Ich komme einfach damit nicht klar. Dabei habe ich immer versucht, ihm alles recht zu machen. Und doch hat es nicht funktioniert. Ich würde so gern eure Gedanken teilen, um mit der Trennung besser klar zu kommen, aber irgendwie funktioniert es nicht so gut.
fritzi








09.04.2011, 21:58    

Hallo anna-carmen,
obwohl ich noch viel jünger bin als du (20), glaube ich, dass ich verstehen kann, was du meinst. Meine erste große Liebe hat sich auch von mir getrennt und zwar mit der Begründung, er liebe mich nicht mehr, er habe sich verändert. Er war auch ein "Zugvogel", wie du es nennst, der gern neue Wege beschritt und ich war die, die vor vielem Angst hatte. Ich glaube auch, dass ich ihm sehr, sehr viel gegeben habe und es war sehr lange Zeit unfassbar für mich, dass er mich einfach nicht mehr liebt. Das ist sehr schwer zu akzeptieren. Vor allem, wenn er weiterhin nett zu dir ist. Mein Ex- Freund war auch sehr respektvoll bei der Trennung und das machte alles noch schwerer für mich. Geholfen hat mir im Endeffekt, dass er sich dann gar nicht mehr gemeldet hat. Trotzdem hatte ich noch Hoffnung, er könnte sich "besinnen" etc. Nun habe ich gestern von ihm in einer Mail erfahren, dass er eine neue Freundin hat. Der Schmerz war dann wieder wie am Tag, als er mich verließ, aber nun ist es viel leichter, zu gehen. Und weißt du, warum? Weil ich richtig wütend war! Ich hatte vorher so eine Angst vor der Wut, wollte ihn immer auch verstehen und habe immer gesagt, er habe das alles so richtig und gut wie möglich gemacht, Gefühle könne man eben nicht erzwingen... Aber gestern dachte ich: Scheißkerl! Nach anderthalb Monaten eine neue Beziehung?!Nach all dem, was wir hatten? Und vor allem: ich habe endlich eingesehen und akzeptiert, dass er mich nicht mehr will, wirklich nicht.
Was ich dir sagen will: Vielleicht fällt es dir so schwer, loszulassen, weil du eben noch Hoffnung hast. Werde mal wütend! Suche und finde etwas, das dich wütend macht und wenn es nur ist, dass er einfach so gehen kann, so kalt alles durchziehen kann. Er ist nicht mehr der Mensch, den du kanntest, der dich geliebt hat. Er wird sich in jemand anderes verlieben, er hat dich losgelassen, er will dich nicht mehr. Ich weiß, dass das hart ist und vielleicht kommt es dir auch bescheuert vor, dir das von jemand so jungem sagen zu lassen, aber im Liebeskummer sind alle gleich dumm und weise, finde ich.
Der Mensch, den du wolltest, ist fort. Der Mensch, der er jetzt ist, kann dir nichts mehr von dem geben, was du brauchst. Er ist im Grunde uninteressant für dich!Ich wünsch dir alles Gute!

PS: Hat es dir wirklich gereicht, wenn er nur 2-3 Tage im Monat Zuhause war? Vielleicht musst du aufhören, dich zu fragen, was an dir fehlt, was du falsch gemacht haben könntest und anders hättest machen können, damit er bleibt und anfangen, dich zu fragen, was DU eigentlich brauchst.
Ich habe mich auch immer und immer wieder gefragt, was ich "falsch" gemacht habe, mir sind Situationen eingefallen, in denen ich unfair war usw. Ich hatte Schuldgefühle. Heute weiß ich: Ich war so, weil ich so bin. Alles andere wäre Verstellung gewesen. Und auch du hast alles so richtig und gut gemacht, wie du es konntest, du hast alles gegeben- aber er will dich trotzdem nicht. Gib auf! Es gibt jemanden, der das wertschätzen kann, was du zu geben bereit bist, er konnte das nicht.
Danke7xDanke
anne-carmen
Gelehrte/r




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10.04.2011, 10:11    

Hallo fritzi, ich finde es absolut nicht bescheuert, dass du als junger Mensch mir schreibst, denn im Liebeskummer sind wir wohl alle gleich. Eigentlich habe ich viel Gründe, um wütend zu sein. Mein Ex hat mich immer wieder runter gemacht. Alles, was ich gemacht habe, hat er kritisiert und wollte mich verbessern. Er hat mich wie ein dummes, kleines Kind behandelt. Dabei habe ich studiert und bin absolut nicht dumm. Aber vielleicht hat ihn das mit der Zeit gestört. Er ist auf der Stelle geblieben, während ich mich immer weiter entwickelt habe. Deshalb musste er mich wahrscheinlich so runter machen, um sein Ego zu stärken. Ich habe ihn nie spüren lassen, dass ich studiert habe. Immer habe ich ihn unterstützt, z.B. alles für ihn am Computer gemacht (Rechnungen schreiben, Steuer usw.) Wenn er mal wenig Aufträge hatte, habe ich ihn finanziell unterstützt. Und ich habe das alles gern getan. Seine große Tochter behandelt er wie den letzten Dreck. Er will nicht mal zur Abi-Feier kommen, er wüsste nicht, warum er auf sie stolz sein sollte. Siehst du, es gibt genug Gründe zum wütend sein. Und trotzdem leide ich unter der Trennung. Vermutlich liegt es an meiner Kindheit. Ich war ein unerwünschter Nachzögling, was meine Mutter mir auch immer wieder unter die Nase gerieben hatte. Ich konnte machen, was ich wollte, ich habe bis heute nie Anerkennung von ihr erhalten. Ich habe fleißig gelernt, habe studiert, bin als Lehrerin beliebt und erfolgreich und werde von ihr einfach nicht akzeptiert. Wahrscheinlich habe ich das auf meinen Mann übertragen. Alles habe ich gemacht, so wie er es wollte, habe auch von ihm keine Anerkennung erhalten. So wie bei meiner Muter habe ich auch bei ihm regelrecht um Liebe und Zuwendung gebettelt. Klar weiß ich, dass ich das nicht nötig habe, das lerne ich auch in der Therapie, aber irgendwie kann ich noch nicht loslassen. Momentan ist er beim Auszug, wird aber wohl noch bis Ende Mai dauern. Er hat ja trotz Trennung noch bei mir gewohnt. Vielleicht wird es mit dem Abstand besser. Zur Zeit habe ich einfach keine Kraft, obwohl ich so viele Ideen hatte, wie ich die Wohnung ändern könnte, wenn er weg ist. Aber jetzt, wo er schon einige Sachen ausgeräumt hat, bin ich ausgebrannt und total am Ende.
Gern würde ich das alles so sehen wie du, ich hoffe, ich komme auch noch dahin. Allerdings denke ich auch, dass man durch seine Kindheit stark geprägt ist. Deshalb fällt es mir auch so schwer, zu akzeptieren, dass jemand, den ich liebe, mir seine Anerkennung und Liebe nicht geben kann. Und das tut weh! Der Mensch, der mich wirklich aufrichtig geliebt hat, war mein Papa, der ist aber leider schon vor 12 Jahren gestorben. Selbst meine Brüder lassen mich immer spüren, dass ich die kleine Schwester bin, die nicht akzeptiert wird. Ich könnte noch mehrere Seiten ausfüllen, z.B. über meinen 40. Geburtstag, aber das wird bestimmt zu viel.
Jedenfalls vielen Dank noch mal für deine lieben Zeilen!
fritzi








10.04.2011, 12:24    

Liebe anne- carmen,
ich glaube, du bist schon auf dem richtigen Weg! Du kannst schon so reflektiert über eure Beziehung schreiben und weißt schon so viel über dich selbst, das ist der erste und wichtigste Schritt! Ganz bestimmt hat deine Kindheit viel damit zu tun, wie du dich nun fühlst und vielleicht sogar mit deiner Partnerwahl (dass du dir quasi jemanden gesucht hast, der dich genau so behandelt wie deine Mutter). Aber jetzt ist der Moment gekommen, all das hinter dir zu lassen! Endlich! Wahrscheinlich wirst du deinem Ex- Mann irgendwann sehr dankbar sein, dass er gegangen ist und er dich somit gezwungen hat, zu gehen und all die Missgefühle aus deiner Kindheit abzustreifen und dich zu lösen von Menschen, die dich gar nicht richtig lieben. Noch fällt das natürlich schwer, aber vertraue auf das Leben! Vertraue darauf, dass das Leben dich fähig machen wird, all das zu schaffen und sogar gestärkt daraus hervor zu gehen!
Du machst wirklich alles richtig! Die Therapie wird dir noch zu weiteren Einsichten verhelfen und wenn dein Ex- Mann erst einmal ausgezogen ist, dann wird hundertprozentig alles leichter! Darauf musst du jetzt einfach setzen, auf die Zeit! Klar, wenn er ausgezogen ist und du in der leeren Wohnung stehst, dann wird es noch einmal richtig übel, aber danach geht es nur umso schneller aufwärts! Du musst jetzt Geduld haben, es WIRD besser, das verspreche ich dir! Und all die Erkenntnisse, die du in dieser Zeit gewinnst, werden dein neues Leben sehr bereichern! Du weißt jetzt: Es hat alles nichts mit dir zu tun, wie deine Mutter oder dein Ex- Mann dich behandeln, es ist IHR Problem. Du bist super, wie du bist und du kannst nichts, aber auch gar nichts dafür, dass du leider an Menschen geraten bist, die nicht richtig lieben können! Sei stolz auf dich, dass du es trotzdem kannst!
Ich verspreche dir, dass es wieder richtig gut wird und zwar viel besser als vorher, weil du endlich frei sein wirst von deinen Ängsten!

Ich glaube an dich!

PS: Was du schreibst klingt schon richtig stark!
Danke1xDanke
anne-carmen
Gelehrte/r




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10.04.2011, 14:01    

Hallo fritzi,
woher nimmst du so viel Kraft? Mein Kopf sagt, alles ist richtig so, wie es gekommen ist, aber mein Herz kann das noch nicht verstehen. Gerade ist er wieder für 3 Wochen auf Montage gefahren und sagt zu mir, er wünscht mir alles Gute. Dabei schaute er so traurig aus, dass mir gleich wieder die Tränen kamen. Vielleicht leidet er auch, aber das könnte er nie zugeben. Seiner Meinung nach machen alle anderen Menschen Fehler, nur er nicht. Deshalb würde er auch nie kommen und sagen, dass er mich vermisst und mich noch lieb hat. Ich kann das nicht verstehen, würde es aber gern.
Danke1xDanke
fritzi








11.04.2011, 15:22    

Hallo anne- carmen,
auch bei mir ist vieles noch reine Theorie... Ich versuche, mich nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Der Kopf weiß es schon lange, aber das Herz braucht eben etwas länger und wir müssen ihm Zeit lassen. Im Grunde ist in dieser Situation das Beste, das einem passieren kann, dass der Andere keinen Schritt auf einen zugeht. Nur so hat man die Zeit, es auch im Herzen ankommen zu lassen, da man nicht immer wieder neue Hoffnung bekommt, die diesen Prozess hinauszögert.
Vielleicht schaffst du es, seine Kälte dir gegenüber in dieser Hinsicht positiv zu sehen, ob er nun aus Stolz so ist oder weil er wirklich nichts mehr empfindet. Dadurch erspart er dir viel Zeit!
Gehe weiter deinen Weg, bald, wenn er ausgezogen ist, wird es wieder ein Stück leichter. Mir hilft es manchmal, genau die Dinge zu tun, zu denen ich mich nicht in der Lage fühle oder vor denen ich Angst habe. Wenn ich morgens aufwache und am Liebsten den ganzen Tag heulend im Bett liegen würde und keine Kraft habe, aufzustehen, dann gerade stehe ich auch, gehe Brötchen holen und mache mir ein richtig leckeres Frühstück. Im Grund ist in uns allen viel mehr Kraft, als wir vermuten und gerade ist unser Selbstwertgefühl einfach im Keller. Wenn man sich aufrafft und Dinge in Angriff nimmt, vor denen man vielleicht Angst hat, dann spürt man richtig, wie viel in einem steckt.
Ich finde, du machst das alles sehr super! Halte durch! Es wird mit jedem Tag ein wenig leichter, man muss nur das Auge darauf richten zwinkern
Danke1xDanke
Matze_68
Mitglied




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05.05.2011, 18:26    

Hallo zusammen,
Ich habe erst zu 2 Frauen " ich liebe dich " gesagt. Ich bin 43 Jahre alt und hatte schon einige Beziehungen, aber mit diesem Satz gehe ich sehr sehr vorsichtig um. Es ist schon traurig, wie manche menschen mit Worten um sich schmeissen. Ich gebe nicht mehr so viel auf worte von anderen, ich beobachte lieber und mache mir dann ein bild. Diese Firewall sollte sich jeder instalieren, vielleicht schlägt man dann nicht mehr so hart auf
Danke3xDanke
fledermaus
Mitglied




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09.05.2011, 07:24    

Hallo Matze ...

das hast dur richtig gesagt... es wird leider zu viel knuddeldich hab dich lieb und ich liebe dich gesagt, herz- und hirnlos.. nicht wissend um die bedeutung dieser worte..
zu ane-c:
und den rest der welt:
eines hab ich gelernt
LIEBE DICH SELBST!
vor allem nach einer trennung sollte man wieder zu sich selbst finden, man hat sich vielleicht dem partner (zu sehr) angepasst..
dinge tun, die man schon immer tun wollte.. sich (noch mehr) pflegen, verwöhnen mit einem guten essen z. B., ausgehen u. s.w.. SICH verwöhnen, als wäre man ein guter freund/partner..
das tut richtig gut, baut auf...und lenkt ab vom verlust.. sich selbst finden..
es ist doch vermessen zu glauben, dass ein anderer mensch einen glücklich machen soll, wenn wir es selbst nicht können.. und ihr werdet sehen.. je mehr man für sich macht, dest attraktiver selbstsicherer und glücklicher wird man.. und somit steht auch dann die tür für eine neue beziehung wieder auf.. nachdem man das alte verkraftet und hinter sich gelassen hat...

zunge raus strecken freunde
#
Danke1xDanke
norwid68
Meister/in




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10.05.2011, 13:14    

Hallo Fledermaus,
du sprichst mir aus dem Herzen. Ich versuche grade auch zu mir zu finden und nur Sachen zu tun, die mir gut tun, inkl. das spontane Überbordwerfen von Vorsätzen.Z.B: wollte ich abstinent bleiben nach einem schlimmen Wochenende. 3 Tage später war ich in Bremen an der Partymeile, traf mich mit nem Ex-Kollegen und habe es mir mit ordentlich B. richtig gut gehen lassen. Es war halt gut für mich und meine Seele. Klappt nicht immer, aber die schlechten tage werden weniger..

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