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Von Worten, Taten und der Vergänglichkeit

sanne

sanne

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Liebe Mitglieder,

ich bin erst wenige Tage dabei. Ich fühle mich hier wohl und aufgehoben. Ich spüre für mich, dass ich meinen Trennungsschmerz am besten verarbeiten kann, wenn Ich anderen helfe. Dadurch helfe ich auch mir selbst. Durch die Hilfe sehe Ich meine eigenen Probleme öfter von außen und erkenne Sie dadurch besser. Das ist jetzt meine dritte Trennung nach mehreren Jahren und ich möchte ein paar meiner Erkenntnisse an euch weitergeben. Vielleicht hilft es ja dem Ein oder Anderen. Ich wurde verlassen und habe auch schon verlassen. Ich kenne beide Rollen und erlaube mir dadurch einen klareren Blick.

In den letzten Tagen lese ich bei vielen Beiträgen im Forum, dass der oder die EX noch vor wenigen Tagen oder Wochen sagte:

- Ich liebe Dich
- Du bist Die oder Der Beste
- Du bist meine Traumfrau / mein Traummann
- Ich habe noch nie soviel für Jemand gefühlt
- Ich bin so glücklich
- Heiraten
- Kinder
- Zukunft vorstellen
- Planungen
- Alles läuft perfekt


Das sind alles "nur" Worte, die von Menschen in bestimmten Situationen gesagt werden. Diese Worte sind schön anzuhören sind aber kein Garant dafür, dass es auch wirklich so ist und vor allem für "immer" so bleibt. Nur weil jemand diese Worte benutzt, bedeutet das nicht, dass er nicht an etwas völlig anderes, ja, auch an eine Trennung denken kann. Wenn jemand mit dem Gedanken der Trennung spielt, ist es anfangs nur ein Gedanke bzw. ein Wunsch nach Veränderung, Besserung usw. Eigentlich alles Wünsche und Sehnsüchte, die man jemand nicht übel nehmen darf.

Jeder ist seines Glückes Schmied und deswegen darf auch jeder, eine Beziehung zu jedem Zeitpunkt beenden, auch wenn man Tage oder Wochen zuvor noch anderer Meinung war. Innerlich laufen Trennungsgedanken ja zu 99% nie 100% klar ab. Man ist hin und hergerissen. Soll man, soll man nicht?! Während dieser Phasen, erlebt man natürlich auch Alltag. Ja, auch einen schönen Alltag und schöne Momente. Diese Momente führen dann dazu, dass man einfach Dinge sagt, um die Situation zu retten oder auch sagt weil man es in diesem Moment auch wirklich fühlt. Man sagt es, weil es plötzlich wieder keine Zweifel mehr gibt. Ich verstehe hier meinen Ex.

Was kann man dann überhaupt noch Ernst nehmen?
Man sollte das Ernst nehmen, was unter dem Strich übrig bleibt. Man sollte Worte nehmen wie Sie sind. Man sollte Sich über Sie freuen, wie man sich über eine Blume am Wegesrand freuen kann. So wie man sich über die kleinen Dinge des Lebens freut. Man wird nie in einem Menschen hinein sehen können und deswegen muss man es nehmen wie es ist.

Wenn jemand jetzt eine Beziehung beendet, dann ist das eine klare Aussage. Dies ist eine Tat, die in aller Regel gut überlegt ist. In den seltensten Fällen waren die Liebesfloskeln zuvor dann reine Heuchelei, sondern einfach der tiefe Wunsch, dass es gut wird oder gut sein kann.

Niemand, wirklich niemand trennt sich gerne. Jeder würde am liebsten für immer mit dem Menschen seiner Träume bzw. Mensch seiner Realität zusammen sein und für immer bleiben. Leider können wir aber nie davon ausgehen, dass unser Partner, den wir lieben uns genauso sieht wie wir Ihn.

Wenn dann die Trennung kommt, dann ist er nur auf dem Weg seinen Weg zu finden. Er sucht sein Glück bei jemand Anderes. Alles im Allem ist das eigentlich kein Grund, Ihn zu verurteilen. Man darf traurig sein. Man darf verzweifelt sein. Man darf hoffen und wünschen aber man sollte versuchen, den tieferen Sinn einer Trennung zu verstehen.

Ich habe für mich erfahren, dass ich Trennungen so besser meistere und Menschen leichter gehen lassen kann. Ja, auch intensivere Beziehungen führe, weil ich Momente voll auskoste und zu jedem Moment weiss und fühle, dass alles vergänglich ist und genau das, macht auch das Glück des Moments aus. Der schönste Moment ist deswegen so schön, weil er vergänglich ist.

Am Ende zählen nur die Taten, auf die wir bauen können und sollten.

Liebe Grüße
Sanne

02.02.2011 11:51 • x 148 #1


Carla

Hallo Sanne,

das hast du wirklich schön geschrieben. Nur weil alles vergänglich ist, besitzt es auch diesen besonderen Wert. Und niemand weiß, was morgen kommt. Mann kann einen Menschen ja auch verlieren aufgrund von Krankheit, Unfall oder anderen tragischen Ereignissen. Im Grunde ist der Verlustschmerz immer derselbe.

Daher mein Aufruf an alle, genießt das Leben jeden Tag, auch wenn es an manchen Tagen nur Kleinigkeiten sind, die ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Es gibt immer etwas Schönes, egal, was auch immer Schlimmes passiert ist. Ein Sonnenuntergang, ein Spaziergang im Grünen, die Umarmung eines Freundes, das Schnurren einer Katze....man muss nur hinsehen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Verlassenen, Verlassenden, Unglücklichen und Zweifelnden ein wenig Mut und Sonnenschein!

Alles wird gut.
Carla

02.02.2011 12:45 • x 26 #2


Ralf1965

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Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Fühlt euch von mir geknuddelt. Schöne und wahre Worte. Danke dafür.

02.02.2011 14:09 • x 5 #3


Old-Chatterhand

sehr gut geschrieben. Dies rettet mir mein Wochenende. Bin hier die ganze Zeit schon Mitleser.

Es ist eine besondere Zeit. Viel im Umbruch. Dinge verändern sich.

05.02.2011 12:54 • x 2 #4


Sunset in my ey.

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wirklich sehr sehr schön geschrieben.... und es ist leider alles so wahr. ich finde viele dieser dinge in meinen eigenen handlungen wieder...

05.02.2011 15:42 • x 1 #5


sanne

sanne


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ja, wenn man schon selbst verlassen hat, gibt das ein ganz anderes Gefühl zur Trennung.

05.02.2011 15:56 • x 2 #6


PullDown

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ich habe mal einen Ex-Freund von mir gefragt, warum er dann Dinge wie "dich will ich heiraten" gesagt hat, wenn es im Endeffekt eh nicht so ist.
Er antwortete "weil man das in dem Moment so empfindet" und ich denke, damit hat er sehr recht.
Ich rufe mir diesen Satz heutzutage in bestimmten Situationen immernoch in Erinnerung und es hilft mir, zu realisieren und loszulassen/aktzeptieren.

13.03.2011 15:01 • x 11 #7


elebaby

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Vom Grundsatz her ist das alles wahr,
aber trotzdem ist es,
in dieser schnelllebigen Zeit,
oftmals auch ein zu schnelles Verabschieden.

Die Menschen sind oftmals nicht mehr bereit,
sich Konflikten und Problemen zu stellen, schließlich ist es ein mühsames Unterfangen.

Da ist es dann der "leichtere" Weg, sich an neuen Ufern zu orientieren.

Und sollte es da auch nicht klappen, schaut man eben weiter.

Ja, und so durchschreiten wir unser Leben um am Ende was erkennen zu können?

War das alles toll, das was ich wollte?

Die meisten sehnen sich nach wie vor nach der "einen" Liebe, und normalerweise kann man diese Liebe mit dem Partner auch erreichen, bzw. erhalten.

Ist vielleicht oft ein steiniger Weg aber nicht unbezwingbar.

Was ich damit sagen will, wir tauschen ständig aus, aber im Grunde ist es vollkommen gleich, denn somit erreichen wir immer nur einen Aufschub, niemals aber die wirkliche Erfüllung.

Ein Partner ist meist wie der andere und so führt es sich fort.

Eine Ehe beinhaltet eine gewisse Verantwortung für sich, dem Partner und der Familie und wer sie eingeht, sollte sich dessen bewußt sein.

Warum also nicht dafür seine Energien aufbringen?

Beim nächsten Mal wird`s nicht anders, in vielen Fällen kann man mit erwählten Partner glücklich bleiben. Ob Thomas, Felix oder Bernd, jeder kann es sein und bleiben, wenn man bereit ist.

Aber, wie gesagt, wir sind heute einfach nicht mehr bereit, wirklich etwas für uns und dem Partner zu tun.

So, weiß nicht, ob ich mich verständlich machen konnte und es gibt auch Gegebenheiten die ich aus meiner Ansicht ausklammern muss, wie Gewalt usw.

Ich denke aber, ihr wißt schon, wie ich es meine.

elebaby

13.03.2011 17:59 • x 66 #8


sanne

sanne


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Hallo,

du hast natürlich recht. In der heutigen Zeit werden Beziehung viel zu schnell aufgegeben. Alles ist kurzlebiger und man ist nicht mehr bereit, an etwas festzuhalten. Dies mag vor allem auch daran liegen, dass sich eben mehr Möglichkeiten ergeben.

Trotzdem finde ich, muss man es verschieden beleuchten.

Wenn man in einer Beziehung ist, die nicht mehr läuft oder man gerade eine Trennung hinter sich hat, dann ist dies eine Extremsituation in der man oft den Wald für lauter Bäumen nicht mehr sieht.

Ich glaube, es ist prozentual gesehen öfter so, dass menschen mit den falschen Partnern zusammen sind. Dies zu erkennen ist die große Kunst. Viele glauben, sie haben das gefunden, was sie sich wünschen, nur weil sie keine Steigerung kennen. "Der kleinere sieht am größeren eben das, was er zu sehen vermag"....

Man sollte sich dann die Zeit nehmen und auf Abstand gehen. Nur so, kann man prüfen, ob man wirklich kämpfen oder daran festhalten möchte. Je näher man beieinander sitzt, desto weniger lernt man sich kennen. Das ist wie, wenn man zu nah an etwas heran geht. Da erkennt man nur die kleinen Details aber nicht das Gesamtbild und gerade das wäre nötig, um eine sichere und vernünftige Entscheidung zu treffen.

Sobald ich eine Trennung habe oder ich in der Beziehung nicht zufrieden bin, prüfe ich sehr genau, ob ich etwas tun muss d.h. daran arbeiten oder ob ich mich in meinem Partner einfach getäuscht habe.

liebe grüße

13.03.2011 19:33 • x 21 #9


kuette

kuette

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ja sanne wie recht du doch hast mit dem was du schreibst .

man betrachtet dann auch alles anders wenn man den irgentwann wieder in einer Beziehung ist.

man darf dann nur nicht den Fehler machen das neue mit dem alten zu "vergleichen "

15.03.2011 09:43 • #10


kiki1911

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hey,ich wurde auch verlassen.....ich mach die hölle durch......

27.03.2011 20:30 • #11


fledermaus

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Liebe sanne.. wie bereits mehrfach gesagt bzw. geschrieben wurde.. man könnte es nicht besser in Worte fassen.. du hast es auf den Punkt gebracht..
jedoch: endet eine beziehung/partnerschaft mögen deine wote richtig sein... was abr, wenn eine beziehung am anfang steht und diese wunderschönen worte gesagt werden- aber niemals so gemeint wurden..
lg fledermaus

27.03.2011 21:39 • x 1 #12


Heike

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Zitat von PullDown:
ich habe mal einen Ex-Freund von mir gefragt, warum er dann Dinge wie "dich will ich heiraten" gesagt hat, wenn es im Endeffekt eh nicht so ist.
Er antwortete "weil man das in dem Moment so empfindet" und ich denke, damit hat er sehr recht.
Ich rufe mir diesen Satz heutzutage in bestimmten Situationen immernoch in Erinnerung und es hilft mir, zu realisieren und loszulassen/aktzeptieren.


Genau das sagte mein Ex auch zu mir. Und wenige Tage später folgte der Satz "... aber eigentlich weiß ich gar nicht, ob du wirklich "die Richtige" für mich bist". Mich hat das tief getroffen. Ich frage mich, warum er mir dann überhaupt den Antrag gemacht hatte. Er antwortete mir: "Weil ich das in dem Augenblick, wo ich das sagte, auch so meinte und fühlte."

Fazit - Gefühle sind wandelbar.
Liebe ist für mich eine Entscheidung, die nicht von einem Gefühl gesteuert wird. Ich bin der Kopf - nicht der Schwanz.

Ich bin nicht der Typ Mensch:Wenn ich mich "danach fühle", dann geh ich halt bei Rot über die Ampel. Gesund oder nicht ...

Für mich hat Liebe mit vielen anderen Dingen zu tun: gemeinsames Ziel, tiefe Freundschaft, Akzeptanz der Andersartigkeit des Partners - und Konfliktfähigkeit. Wenn die rosarote Brille (meist nach 2 Jahren) ab ist, und man den anderen so sieht, wie er eigentlich wirklich ist, DANN kann man entscheiden, ob man "liebt". Das alles vorher ist rosaroter Rausch. Und wenig geeignet für eine Heirat.

Aber das sind halt nur meine Erfahrungen, Ansichten ... Vielleicht hilfreich, was mich freuen würde.
Fühl Dich verstanden ... :freunde:

31.03.2011 16:11 • x 13 #13


Torsten

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Zitat:
Zitat:
Fazit - Gefühle sind wandelbar.
Liebe ist für mich eine Entscheidung, die nicht von einem Gefühl gesteuert wird. Ich bin der Kopf - nicht der Schwanz
.


Zitat:
Für mich hat Liebe mit vielen anderen Dingen zu tun: gemeinsames Ziel, tiefe Freundschaft, Akzeptanz der Andersartigkeit des Partners - und Konfliktfähigkeit. Wenn die rosarote Brille (meist nach 2 Jahren) ab ist, und man den anderen so sieht, wie er eigentlich wirklich ist, DANN kann man entscheiden, ob man "liebt". Das alles vorher ist rosaroter Rausch. Und wenig geeignet für eine Heirat.


> Gedanken bestimmen Gefühle! >>>>>>>>>>> Das alles passiert nur in deinem Kopf...sowohl im Moment des Kennenlernens als auch im Verlauf einer Beziehung...Hast du`s schonmal aus dem Blickwinkel betrachtet?

03.04.2011 02:24 • x 6 #14


Motylek

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Liebe ist wie eine Mittel. In einem Moment bist Du voll im Rausch und denkst Du koenntest Baeume ausreisen... irgendwann kann das aber vorbeigehen.
Entweder Du triffst auf die harte Realiaet wo Du Dich wunderst, warum Du den Partner anfangs so gesehen hast oder eine vollkommene Vertrautheit umhuellt Dich und macht Dich noch gluecklicher diesen Menschen getroffen zu haben.
Das ist doch das Schoene an der Liebe. Anfangs gibt sie Dir so viel Kraft, innere Ruhe und Glueckseligkeit, dass die Worte die Du Deinem Partner schenkst und er Dir - auch wahr sind. Ich glaube es ist falsch zu fragen "Warum hast Du das eigentlich gesagt? Wieso hast Du mir dieses und jenes Versprochen?", tja, weil wir in diesem Moment so fuehlen und leben.

Liebe ist ein Gefuehl, von denen wir gewollt/ungewollt gesteuert werden. Falls ihr euch fragt, wieso euch der Ex-Partner diese und jene Saetze gesagt hat, solltet ihr die Situation mal umdrehen und euch dasselbe fragen, als ihr jemanden verlassen habt. Eine Beziehung ist nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Sie heißt auch Arbeit, Kompromissbereitschaft und Aufopferung.
Aber genauso wichtig ist es, sich in einer Beziehung selbst zu Verwirklichen. Sich selbst nicht zu verlieren, den Partner zu untersuetzen und auch von ihm unterstuetzt zu werden.
Wenn man in diesem Moment bestimmte Dinge empfindet, dann sollte man diese auch sagen und nicht Angst haben, dass man es fuer den "Falschen" verschwendet hat.
Denn es kann irgendwann dann doch der oder die Eine sein.

03.04.2011 14:22 • x 3 #15






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