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Gedicht von Heinrich Heine - Liebeskummer

Charla

Charla


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Die Liebe ist kein Zauberstab ,
der jeden Wunsch erfüllt.

In jeder Liebe bleibt ein Teil
der Träume ungestillt.

Wer alles will, was Liebe kann ,
der ist am End allein.

Die Liebe zwischen Mann und Frau
kann nie vollkommen sein.

Auf beide kommt es dabei an ,
zu viel geht nur zu zwein.

Die Liebe zwischen Frau und Mann
muß Menschenliebe sein.

- Heinz Kahlau, deutscher Lyriker -

19.12.2021 10:30 • x 2 #226


hojaki

hojaki


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Die Weihnachtsbäume

Nun kommen die vielen Weihnachtsbäume
Aus dem Wald in die Stadt herein.
Träumen sie ihre Waldesträume
Weiter beim Laternenschein?

Könnten sie sprechen! Die holden Geschichten
Von der Waldfrau, die Märchen webt,
Was wir uns alles erst erdichten,
Sie haben das alles wirklich erlebt.

Da stehn sie nun an den Straßen und schauen
Wunderlich und fremd darein,
Als ob sie der Zukunft nicht recht trauen,
Es muss da was im Werke sein.

Freilich, wenn sie dann in den Stuben
Im Schmuck der hellen Kerzen stehn
Und den kleinen Mädchen und Buben
In die glänzenden Augen sehn,

Dann ist ihnen auf einmal, als hätte
Ihnen das alles schon mal geträumt,
Als sie noch im Wurzelbette
Den stillen Waldweg eingesäumt.

Dann stehen sie da, so still und selig,
Als wäre ihr heimlichstes Wünschen erfüllt,
Als hätte sich ihnen doch allmählich
Ihres Lebens Sinn enthüllt;

Als wären sie für Konfekt und Lichter
Vorherbestimmt, und es müsste so sein.
Und ihre spitzen Nadelgesichter
Blicken ganz verklärt darein.

Gustav Falke.

19.12.2021 23:23 • x 2 #227



Gedicht von Heinrich Heine - Liebeskummer

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Hansl

Hansl


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Nacht

Aus finstrer Nacht, die mich umragt, durch Dunkelheit mein’ Geist ich quäl. Ich dank, welch Gott es geben mag, dass unbezwung’n ist meine Seel.

Trotz Pein, die mir das Leben war, man sah kein Zucken, sah kein Toben. Des Schicksals Schläg in großer Schar. Mein Haupt voll Blut, doch stets erhob’n.

Jenseits dies Orts voll Zorn und Tränen, ragt auf der Alp der Schattenwelt. Stets finden mich der Welt Hyänen. Die Furcht an meinem Ich zerschellt.

Egal, wie schmal das Tor, wie groß, wieviel Bestrafung ich auch zähl. Ich bin der Meister meines Los’. Ich bin der Käpt’n meiner Seel.

21.12.2021 09:45 • x 1 #228


Angi2


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Seelenschmerz

Ich sehe mich klein, nicht gross
Bin ein Versager, kein Boss
Ich kann mich nicht mehr selber sein
Zulange fühlte ich mich furchtbar allein
So verlassen wie ein kleiner Stern
Mitten im Weltall und doch so fern
Niemand kann ihn sehen
Und trotzdem kann er nicht weggehen
Fühle mich hässlich, dumm und schlecht.
Nichts mehr ist mir recht
Schlafe zu viel und zu wenig
Esse zu viel und zu wenig
Lebe zu fest, aber doch nicht genug
Mein Leben scheint wie ein Betrug
Manchmal fühle ich mich schrecklich leer
und doch so unglaublich schwer
Ein gigantischer Fels, der mich niederdrückt,
angekettet mit schmerzenden Fesseln werde ich fast verrückt!
Als wäre ich irgendwo unter der Erde,
weit weg von der frohen Menschenherde
Hab keine Chance diesen grauen Schleier wegzureissen
und ihn verdammt nochmal nach oben zu schmeissen!


..................

Mara

21.12.2021 13:06 • x 1 #229


Angi2


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LEBEN MIT SCHMERZEN

Ich weine aus mir heraus,
SCHMERZEN mich nach innen kehren,
machen mir den Garaus,
ein gutes Leben mir verwehren.

SCHMERZEN die den Körper umhüllen,
ein Schrei.... es tut so weh,
die Seele mit Dunkelheit befüllen,
oh bitte... SCHMERZ.... bitte geh !

21.12.2021 13:08 • x 1 #230


Hansl

Hansl


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In allen
meinen
Seelenwelten

such ich
ein unverseuchtes
Land

Oder Seelen.

29.12.2021 22:09 • x 2 #231


Hansl

Hansl


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Die verliebte Verzweiflung
Gewiß! der ist beklagenswerth,
Den seine Göttin nicht erhört;
Dem alle Seufzer nichts erwerben.
Er muß fast immer schlaflos sein,
Und weinen, girren, winseln, schrein,
Sich martern und dann sterben.

Grausame Laura! rief Pedrill,
Grausame! die mein Unglück will,
Für dich muß ich noch heut' erblassen.
Stracks rennet er in vollem Lauf
Bis an des Hauses Dach hinauf,
Und guckt dort in die Gassen.

Bald, als er Essen sah und roch,
Befragt' er sich: Wie! leb' ich noch?
Und zog ein Messer aus der Scheiden.
O Liebe! sagt' er, deiner Wuth
Weih' ich den Mordstahl und mein Blut:
Und fing an, Brod zu schneiden.

Nach glücklich eingenommnem Mahl
Erwägt er seine Liebesqual,
Und will nunmehr durch Gift erbleichen.
Er öffnet eine Flasche Wein,
Und läßt, des Giftes voll zu sein,
Sich noch die zweite reichen.

Hernach verflucht er sein Geschick,
Und holet Schemel, Nagel, Strick,
Und schwört, nun soll die That geschehen.
Doch, ach! was kann betrübter sein!
Der Strick ist schwach, der Nagel klein,
Der Schemel will nicht stehen.

Er wählt noch eine Todesart,
Und denkt: Wer sich erstickt, der spart,
Und darf für Gift und Strick nicht sorgen.
Drauf gähnt er, seufzet, eilt zur Ruh,
Kriecht in sein Bett und deckt sich zu,
Und schläft bis an den Morgen.



Friedrich von Hagedorn

31.12.2021 21:38 • #232


LaSirène

LaSirène


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Sterne hingen

Und wo so Nächte voller Sterne hingen,
liebten sie sich durch die Zeit.
Wer weiß, was alles ihnen gelinge,
in diesem hoffnungsvollen Feld,
wären sie nicht hängen geblieben
an den Sternen und der Zeit.

M.B. Hermann

31.12.2021 22:29 • x 3 #233


Jetti

Jetti


556
713
Der dreizehnte Monat
Erich Kästner

Wie säh er aus, wenn er sich wünschen ließe?
Schaltmonat wär? Vielleicht Elfember hieße?
Wem zwölf genügen, dem ist nicht zu helfen.
Wie säh er aus, der dreizehnte von zwölfen?

Der Frühling müßte blühn in holden Dolden.
Jasmin und Rosen hätten Sommerfest.
Und Äpfel hingen, mürb und rot und golden
im Herbstgeäst.

Die Tannen träten unter weißbeschneiten
Kroatenmützen aus dem Birkenhain
und kauften auf dem Markt der Jahreszeiten
Maiglöckchen ein.

Adam und Eva lägen in der Wiese
und liebten sich in ihrem Veilchenbett,
als ob sie niemand aus dem Paradiese
vertrieben hätt.

Das Korn wär gelb und blau wären die Trauben.
Wir träumten, und die Erde wär der Traum.
Dreizehnter Monat, lass uns an dich glauben!
Die Zeit hat Raum.

Verzeih, dass wir so kühn sind, dich zu schildern.
Der Schleier weht, dein Antlitz bleibt verhüllt.
Man macht, wir wissen's, aus zwölf alten Bildern
kein neues Bild.

Drum schaff dich selbst! Aus unerhörten Tönen,
aus Farben, die kein Regenbogen zeigt.
Plündre den Schatz des ungeschehen Schönen.
Du schweigst? Er schweigt.

Es tickt die Zeit. Das Jahr dreht sich im Kreise.
Und werden kann nur, was schon immer war.
Geduld, mein Herz. Im Kreise geht die Reise.
Und dem Dezember folgt der Januar.

31.12.2021 22:38 • x 2 #234


HerrZ


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Traurigkeit, die jeder kennt (Erich Kästner)

Man weiß von vornherein, wie es verläuft.
Vor morgen früh wird man bestimmt nicht munter.
Und wenn man sich auch noch so sehr besäuft:
Die Bitterkeit, die spült man nicht hinunter.

Die Trauer kommt und geht ganz ohne Grund.
Und angefüllt ist man mit nichts als Leere.
Man ist nicht krank. Und ist auch nicht gesund.
Es ist, als ob die Seele unwohl wäre.

Man will allein sein. Und auch wieder nicht.
Man hebt die Hand und möchte sich verprügeln.
Vorm Spiegel denkt man: Das ist dein Gesicht?
Ach, solch Falten kann kein Schneider bügeln!

Vielleicht hat man sich das Gemüt verrenkt?
Die Sterne ähneln plötzlich Sommersprossen.
Man ist nicht krank. Man fühlt sich nur gekränkt.
Und hält, was es auch sei, für ausgeschlossen.

Man möchte fort und findet kein Versteck.
Es wäre denn, man ließe sich begraben.
Wohin man blickt, entsteht ein dunkler Fleck.
Man möchte tot sein. Oder Gründe haben.

Man weiß, die Trauer ist sehr bald behoben.
Sie schwand noch jedes Mal, so oft sie kam.
Mal ist man unten, und mal ist man oben.
Die Seelen werden immer wieder zahm.

Der eine nickt und sagt: So ist das Leben.
Der andre schüttelt seinen Kopf und weint.
Wer traurig ist, sei's ohne Widerstreben!
Soll das ein Trost sein? So war's nicht gemeint.

01.01.2022 18:02 • x 5 #235


Hansl

Hansl


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3
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Stille

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre
Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre
verstummte und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen,

Dann könnte ich in einem tausendfachen
Gedanken bis an deinen Rand dich denken

und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
um dich an alles Leben zu verschenken
wie einen Dank.

Gestern 04:13 • #236


hojaki

hojaki


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"Namenlose Liebe"

Schön ist der Lenz,
Wenn Tal und Hügel,
Wenn Wald und Haine blühn;
Und über meiner Bäche Spiegel
Nickt junger Weiden Grün.
Doch fühlt' ich's nicht,
Eh' ich die Liebe kannte,
Die mir im Herzen lag,
Die ohne Namen oft mein Seufzen nannte,
Am Frühlings-Auferstehungstag.

Sophie Albrecht.

Vor 5 Stunden • x 1 #237


LaSirène

LaSirène


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Blatt im Wind

Lass mich das Pochen deines Herzens spüren,
Daß ich nicht höre, wie das meine schlägt.
Tu vor mir auf all die geheimen Türen,
Da sich ein Riegel vor die meinen legt.

Ich kann es, Liebster, nicht im Wort bekennen,
Und meine Tränen bleiben ungeweint,
Die Macht, die uns von Anbeginn vereint,
Wird uns am letzten aller Tage trennen.

All meinen Schmerz ertränke ich in Küssen.
All mein Geheimnis trag ich wie ein Kind.
Ich bin ein Blatt, zu früh vom Baum gerissen.

Ob alle Liebenden so einsam sind?

~ Mascha Kaléko ~

Vor 2 Stunden • #238


Hansl

Hansl


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Die große Sehnsucht

Wenn die große Sehnsucht wieder kommt,
Wird mein ganzes Wesen wieder weich.
Und ich möchte weinend niedersinken
Und dann möcht ich wieder maßlos trinken.

Vor 1 Stunde • x 1 #239


BrokenHeart

BrokenHeart


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Ganz schlechte Idee ....

Vor 1 Stunde • #240



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