Unsere Beziehung war sicherlich nicht perfekt, aber trotzdem schön. Ich muss nicht die perfekte Beziehung führen, um glücklich zu sein.
Anfänglich gab es sehr viel Zuneigung, Liebe, schöne Worte auch per WhatsApp oder Sprachnachricht. Sie musste anfangs unserer Beziehung in Kur, bekam Heimweh, wenige Stunden später stand ich vor ihrer Tür. Das ist Fürsorge, das ist Liebe. Wir hatten viele tolle Momente, viele tolle Erlebnisse und haben unser Leben gelebt. Sicher war nicht alles gold was glänzt, trotzdem haben wir uns geliebt und waren füreinander da.
2025 war das Jahr, was unsere Liebe mächtig ins Wanken brachte. Der vermeintliche Burnout, den sie hat nie behandeln lassen, die ständigen Zusatzschichten auf der Arbeit, die fortschreitenden Probleme mit ihrer Gesundheit und und und ... von da an konnte man merken, das sie anders wurde. Anfänglich kamen noch liebe, irgendwann verstummten diese komplett. Ständig Schmerzen in den Beinen, ständig Durchfall und Magenprobleme, ständig Probleme mit dem Einschlafen ... gesundheitliche Probleme, die man selbst nicht haben möchte. Dann wurde die Polyneuropathie festgestellt, die sie längst vermutet hat. Neue Medikamente, zusätzlich Wegovy um ihr Gewicht zu reduzieren, da sie sich in ihrem Körper mehr und mehr unwohl fühlte. Das waren Probleme, um den sich unser Alltag drehte.
Anfang 2026 verstarb ihre ehemals beste Freundin, sie war 30 Minuten vorher noch bei ihr. Viel darüber geredet hat sie nie, trotzdem hat es sie sehr mitgenommen.
Sie nahm 2026 viel ab, bekam Komplimente, aber ihr Gesicht wirkte nicht mehr gesund. Es sah, vielleicht auch durch die Spritze, sehr eingefallen aus. Lachen konnte sie, auch auf Feiern, selten. Sie funktionierte mehr, als sie lebte, zumal auch finanzielle Sorgen hinzukamen.
Eine Beziehung unter solchen Umständen aufrecht zu erhalten ist schwierig, verdammt schwierig. Sie hat es probiert, sie wollte Gefühle erzwingen, was mir zeigt, dass ich ihr wichtig bin. Aber ein weiter so kann es nicht geben, sie benötigt eine Therapie um vieles erlebtes (einiges schreibe ich bewusst nicht, da zu privat) aufzuarbeiten. Eine Therapie, wo sie lernt, Gefühle wieder zu spüren und zuzulassen.
Ich denke jeden Tag an sie, auch wenn mir das Gespräch 2025 mehr weh tat, wie die Trennung. Ich frage mich jeden Tag wie es ihr geht und habe auf der Arbeit eine unheimliche leere in mir gespürt. Ich frage mich, was sie denkt, was sie fühlt.
Mittlerweile bereue ich es, sie am Tag der Trennung nicht nochmals umarmt zu haben. Das bereitet mir kein gutes Gefühl. Andererseits, was hätte es gebracht?
Fazit:
Mit einer Therapie, die hätte schon 2025 begonnen werden müssen, hätte ich eine gemeinsame Zukunft gesehen. Selbst wenn sie nun schreibt, dass sie mich zurück möchte, was ich nicht glaube, wird sie früher oder später wieder vor diesem Dilemma stehen.