Hallo blauerHimmel,
das mit dem Wecker ist eine gute Idee
Ich frag mich jetzt seit ein paar Tagen, wie ich Dir den Kontakt zu meinem Ex denn nur beschreiben soll. Auf der Oberfläche ist die Antwort leicht. Es sind keine zufälligen Kontakte. Wir schreiben oder telefonieren ab und an, gelegentlich treffen wir uns auf einen Kaffee. Bis dahin easy.
Entwickelt hat sich dieser Kontakt, weil ich mit ihm in eine Versöhnung wollte. Trotz allem, was da zwischen uns passiert ist. Ich wollte verstehen. Er hatte zunächst ziemlich viel Panik. Aber inhaltlich haben sich diese direkten Kontakte dann ganz schön entwickelt. Einerseits.
Andererseits war da bei mir ein ständiger innerer Kampf, weil die Trennung alleine ja nichts an den alten Mustern zwischen uns geändert hat. Doch ich war fest entschlossen an meinem Anteil zu arbeiten, wollte lernen, mich besser abzugrenzen.
Er hat es mir nicht leicht gemacht, mich ständig ausgetestet. Das pendelte zwischen unerwarteten "Liebesbeweisen" auf der einen Seite (bevorzugt, wenn's länger keinen Kontakt gab) und ebenso unerwarteter Gleichgültigkeit/Respektlosigkeit auf der anderen (bevorzugt, wenn er sich des Kontakts sicher war).
Ergebnis bei mir - Gefühlsachterbahn. Kopfzerbrechen darüber, warum er dieses tut, jenes lässt, was das wohl zu bedeuten hat, was ich falsch oder richtig gemacht habe .... Im Forum aufgeschlagen bin ich nach einer Phase, in der er zunächst sehr meine Nähe gesucht hat (Hoffnung pur), um dann wieder runterzukühlen (Absturz pur).
Inzwischen habe ich begriffen, dass sein merkwürdiges Verhalten an der Stelle NICHTS zu bedeuten hat. Weder das eine noch das andere hat etwas mit mir zu tun. Es ist seins. Sein inneres Chaos, seine emotionale Unreife, seine innere Leere, seine Reaktion auf Stress, vermutlich oft auch auf Stress mit Next.
Seitdem ich das verstanden habe, geht es mir besser und es funktioniert auch besser mit unseren Kontakten. Das Störfeuer ist nicht weg, aber es gelingt mir immer schneller, innerlich auf Distanz zu gehen. Das bei ihm zu lassen.
Schön finde ich, dass es auch auf seiner Seite inzwischen eine gewisse Entwicklung gibt. Nachdem er früher immer alles abgestritten hat, sich extrem schnell angegriffen fühlte und um sich schlug, schafft er es inzwischen etwas besser, sich selber anzusehen. Ich kann verstehen, dass ihm das schwer fällt. Ersparen kann ich's ihm nicht.
So - und nun habe ich schon wieder viel zu lange über ihn geschrieben.
Er ist zwar immer noch ein wichtiger Mensch für mich, aber - es gibt inzwischen wichtigeres. Freundschaften, die deutlich unkomplizierter und nährender sind. Ein ganzes Leben, das gelebt werden will.
Du schreibst, Du hast gar keinen Kontakt mehr zu Deinem Ex. Wenn ich mir anschaue, was meiner mich im Nachgang noch so an Nerven gekostet hat, ist das vermutlich die bessere Variante. Blöd, dass Dich die letzte "Sichtung" so umgehauen hat. Wäre mir aber an Deiner Stelle ganz genauso gegangen. Wielange seit ihr beide denn zusammen gewesen ? War die Trennung sein Wunsch oder Deiner ?
Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende Dir