Ich danke Euch für Eure sehr interessanten Gedanken zum Thema!
Zitat von Fidelis:Ich habe den Verdacht, dass er dir exklusiv(?) ganz viele Bedürfnisse erfüllt (z.B. Akzeptanz, Empathie, Gemeinschaft, Nähe, Respekt, Rücksicht, Unterstützung, Verständnis, Vertrauen, Wertschätzung, Zugehörigkeit) und du drohende Insuffizienz erwartest, wenn er seine Aufmerksamkeit auf eine andere Frau richtet. Analog ist das bei mir so und darum wage ich, das zu schreiben.
Die Aufgabe könnte also sein, die Chance auf Befriedigung essenzieller Bedürfnisse auf mehrere Schultern zu verteilen. Du schreibst, dass du keine Familie hast. Gibt es denn andere Freunde, die dir Akzeptanz, Empathie, Gemeinschaft, Nähe, Respekt, Rücksicht, Unterstützung, Verständnis, Vertrauen, Wertschätzung, Zugehörigkeit usw. schenken könnten?
Du hast damit genau ins Schwarze getroffen, lieber @Fidelis .
Aber ist es denn nicht normal, dass man den wichtigsten Freund im Leben - ob der nun männlich oder weiblich ist - nicht verlieren möchte, weil erben genau dieser Mensch es ist, der einem schon seit Jahren am nächsten steht? Ich persönlich glaube ja nicht, dass das etwas damit zu tun hat, dass man keine anderen Freunde hat oder keine Dinge, die einen erfüllen.
Zitat von Urmel_:Ich glaube die Sache wäre entspannter, wenn Du in Deinem Leben weitere Dinge hast, die Dir gut tun. Was auf jeden Fall sehr schwer für die Freundschaft wird wäre, wenn Du diese Verlustängste in Dir nicht in den Griff bekommst. Da kann er nix dafür.
Auch Du, @Urmel_ , scheinst ja die Ansicht zu vertreten, dass die Tatsache, dass man an einem Menschen besonders "hängt", weil er einem eben besonders nahe steht, bedeutet, dass das eigen Leben ansonsten sehr defizitär sein muss.
Ich kann das von meinem Leben aber eigentlich nicht behaupten.
Ich habe einen Job, der mich erfüllt, habe einige ausgewählte gute und langjährige Freundinnen, die ich regelmäßig sehe, ich habe ein Hobby, ein Haustier.
Trotz allem ist nun aber genau mein Ex-Freund mein "Lieblingsmensch", um es mit dem berühmten Songtitel zu sagen.
Wahrscheinlich es der Gedanke, dass
ich im Fall einer neuen Liebschaft dann nicht mehr
sein "Lieblingsmensch" wäre, der in mir die Angst hervor ruft, ihn dann entweder ganz zu verlieren oder zumindest eben teilen zu müssen und nicht mehr so viel Zeit mit ihm verbringen zu können.
Zitat von Phoeniix:Das ist jetzt sechs Jahre her und ich bereue es immer noch, dass ich damals nicht um ihn "gekämpft" habe, als es gerade so anfing und ich da noch die Chance gehabt hätte, in Ruhe über meine Gefühle und Empfindungen hätte sprechen können.
Tut mir sehr leid, dass Du den Menschen verloren hast, der Dir so viel bedeutet hat.
Was meinst Du mit "in Ruhe über meine Gefühle und Empfindungen hätte sprechen können"?
Hättest Du gerne eine Beziehung mit ihm haben wollen und hast ihm das nur nie vermittelt bzw. Dir selbst nicht eingestanden? Oder welche Gefühle waren es, über die Du nicht mit ihm gesprochen hast?
Mein Ex-Freund weiß jedenfalls, dass er für mich mein wichtigster Mensch ist. Ich hatte da keine Hemmungen, ihm das zu sagen und zu vermitteln.
Aber Freundschaft unter Ex-Partnern - geht das überhaupt? Oder geht das vielleicht nur, wenn beide in neuen Beziehungen sind?