erstmal ein kleines Update: Nachdem ich vorhin endlich mal eine Mütze Schlaf hatte, haben wir etwas Zeit miteinander verbracht. Vollkommen unverbindlich. Hätten wir beide genug Schlaf gehabt, wäre das sogar ne schöne Zeit gewesen.
Jetzt kam leider wieder meine Angst, sie zu verlieren durch und ich habe sie ... mein Empfinden ... etwas bedrängt und versucht zu sagen, dass ich nicht ohne sie, aber auch nicht richtig mit ihr kann. Dass ich weder die Trennung will, noch ihre Unterstützung bei meinen Problemen. Noch bevor ich so etwas ausspreche, denke ich mir immer nur, dass das extrem anstrengend und nervig sein muss, was das Gespräch an sich auch nicht leichter macht. Sie hat eben noch versucht mich zu trösten, ich habe aber wohl etwas überreagiert. Jetzt sitzen wir wieder jeder in seinem Raum und sind eigentlich beide nur traurig, dass es so gekommen ist. Täglicher Tiefpunkt ist dann mal erreicht würde ich sagen.
Zitat von Gorch_Fock:Du bist 26.
Ich habe wohl irgendwo Zeitangaben verwurstelt oder was vergessen. Ich bin 28

Zitat von Gorch_Fock:Du studierst jetzt genau den Bereich, bei dem Du viel mit dem PC und anderen Geräten arbeiten musst. Ich würde hier schon die Gefahr sehen, dass Du daher wieder über kurz oder lang mit dem Thema Spielen konfrontiert wirst
und @jaqen_h_ghar
Ich kann den Punkt verstehen und denke gleichzeitig aber: Gaming und IT als Arbeit bedienen ganz andere Verhaltensmuster und verlangen (zumindest empfinde ich das so) ganz andere Denkweisen. Ich sehe da einen immensen Unterschied zwischen der Arbeit als Programmierer oder ähnlichem und dem Gamer. Außerdem ist das ein Hobby und Interessengebiet, das schon seit meiner Jugend existiert, da erschien es mir nur sinnvoll etwas in der Richtung zu lernen für einen späteren Job. Und Informatik ist so breit gefächert... man kommt nicht in jedem Bereich mit Gaming in Kontakt.
Jetzt möchte ich das aber auch nicht schön reden, so soll das keinesfalls rüberkommen. Ich kann nachvollziehen, warum diese Entscheidung auch gefährlich sein kann. Und ich weiß auch, dass ich da ein riesengroßes Problem habe. Aber wie ihr schon schreibt: Man muss Strategien für eine Koexistenz finden, daher sehe ich den Berufsweg selbst nicht als Versuchung, sondern eher als Chance.
Zitat von jaqen_h_ghar:Lass Dir von professioneller Seite aus helfen. Ein erster Weg könnte der zu einer Suchtberatungsstelle sein.
Tatsächlich habe ich mich, angeregt durch die anderen Antworten bisher, schon erkundigt, was das angeht. Werde eventuell nachher noch die örtliche Suchtberatung anschreiben.
Zitat von Gorch_Fock:Gleichzeitig sprichst Du von "Sch...-Jobs", die Du nicht mehr machen willst. Ich finde diese Einstellung sehr abwertend. Du bist immer auch selber verantwortlich, was Du aus Deinem Job machst, wie Du dich gedanklich dazu aufstellst.
Um Gottes Willen, das sollte keinesfalls so rüberkommen, als würde ich diese Jobs und das, was ich daraus mache, abwerten wollen. Und ich bin mir auch bewusst, dass ich auch später noch "unter Schreibtischen hängen und Rechner anklemmen" könnte. Ich habe mit solchen Jobs absolut kein Problem, je nach Arbeitsumfeld/Kollegen usw macht das ja sogar alles Spaß. Die Bezeichnung "Sch...Jobs" habe ich nur gewählt, weil sie mir in meiner Lage keinerlei Perspektiven geben. Ich bin aktuell im Einzelhandel tätig und die einzige Perspektive, die ich da sehe, wäre eine Ausbildung in dem Unternehmen. Das kommt für mich aber nicht in Frage, denn so sehr ich diesen Job mag... ich kann mir absolut nicht vorstellen Vollzeit in dem Bereich zu arbeiten.
Zitat von DieSeherin:was ich vor meinem inneren auge sehe, sind zwei junge menschen, die an einem punkt angekommen sind, an dem sich der gemeinsame lebensweg (zunächst einmal) trennen sollte.
Ich muss zugeben, dass das der einzig sinnvolle Weg ist. Auch wenn ich nicht sagen kann, dass ich das will. Ich merke jeden Tag, wie ich sie ... bedrängen ist das falsche Wort ... Auf jeden Fall reden wir sehr viel, was meist von mir ausgeht. Und ich kann es auch nicht abstellen, Körperkontakt zu suchen. Ich weiß wie anstrengend und nervig das für sie sein kann, auch wenn sie es immer wieder verneint und sagt, dass es eigentlich ja sogar gut ist, dass ich die Probleme anspreche und versuche gemeinsame Lösungen zu finden. Ich dreh mich hier im Kreis und ja, es ist unglaublich schwierig loszulassen. Wir kennen uns seit wir beide aus dem Elternhaus ausgezogen sind, haben bisher alles versucht allein zu stemmen (wo es eben geht), weil wir beide auch ein wenig zu stolz sind, um Hilfe von außen anzunehmen und haben beide keine sonstigen sozialen Kontakte hier in der Umgebung, ganz zu schweigen von Freundschaften. Zumindest der letzte Punkt scheint sich bei ihr gerade zu ändern und ich freu mich da auch für sie. Ich habe nur die Befürchtung, dass sie das nur nutzt, um die fehlenden Zärtlichkeiten und Sex zu kompensieren.
Ich fang schon wieder an mich im Kreis zu drehen... das sollte ja eigentlich nicht mein Haupt-Augenmerk aktuell sein.
Fakt ist: Ja man sollte sich hier wohl oder übel trennen. Nein, das geht irgendwie nicht in meinen Kopf aktuell, egal wie oft ich mir das sage. Und ihren Aktionen und Reaktionen nach zu urteilen, geht es ihr genauso.
Was aber sicher ist: Sie kann und will mich nicht mehr unterstützen bei meinen Problemen, will mich aber nicht verlieren. Ich hingegen MUSS die Probleme selbst angehen, ohne auf ihre Unterstützung zu setzen, will sie aber auch nicht verlieren. Das ist, zumindest meinerseits, ein Widerspruch, der sich nicht ohne Trennung lösen lässt leider. Ich sehe zumindest keine andere Lösung. Es wird allerdings extrem anstrengend, ihre Unterstützung auszuschlagen in Zukunft. Denn wie gesagt, wir wohnen noch zusammen und daran wird sich wohl so schnell auch nichts ändern. Und da wir auch so immer Zeit miteinander verbringen, wird die Versuchung auf jeden Fall da sein, sie um Hilfe zu bitten.
Ich habe ihr allerdings noch nichts von Suchtberatung, dass ich meine Eltern kontaktieren werde, oder sogar von dem Versuch, das Ganze über dieses Forum etwas zu verarbeiten, erzählt. Was mir echt schwer fällt, da wir uns immer alles erzählt haben. Also ich versuche schon so gut es geht allein zurechtzukommen. Mal schauen, Updates folgen auf jeden Fall.