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Ein Doppelleben nach 30 Jahre und eine verlorene Ehe

B
In meinem Bekanntenkreis gibt es ein Paar, Eltern zweier -inzwischen erwachsenen- Kinder. Der Vater und Ehemann hat während der Ehe seine Frau betrogen, die Affaire wurde schwanger, Trennung des Ehepaares, das jüngste Kind ist in etwa so alt wie das Affairenkind. Die ehelichen Kinder wissen bis heute nicht, dass es ein Geschwisterchen gibt. Die Lebenslüge des Vaters. Von der Mutter mitgetragen. Spätestens irgendwann nach dem Tod des Vaters werden sie es herausbekommen. Am Grab. Oder wenn es ums Erbe geht. Dann wird es zu spät sein für die Kinder, ihrem Papa Fragen zu stellen, ihn anzuklagen, ihm zu verzeihen. Ob sie ihrer Mutter ihr Schweigen verzeihen können, keine Ahnung. Die Kinder wurden um einen wichtigen Teil ihrer eigenen Geschichte betrogen. Ohne Erklärung, ohne zumindest den versuch einer Wiedergutmachung. Zumindest das dürfte sie für ihr weiteres Leben prägen.

• x 3 #46


A


Ein Doppelleben nach 30 Jahre und eine verlorene Ehe

x 3


S
@Hola15
Dankeschön. Ich kann nicht zu allen Beiträgen ausführlich antworten mache ich in Ruhe.

• #47


S
@alleswirdbesser
Vielen Dank für deine lievollen Zeilen 🙏

• x 1 #48


S
@Brightness2
Nein ich hab das ja auch erst vor paar Monaten erfahren(nach dreißig Jahren)und muss das auf mich sacken lassen .

• x 1 #49


S
@Hola15
Dankeschön!
Ich wollte auch nach einer Beratungsstelle schauen .

• x 2 #50


VictoriaSiempre
Zitat von Sun_11:
Ich komme aus einem eher traditionellen kulturellen Kreis, in dem eine Trennung nach so vielen Ehejahren, mit erwachsenen Kindern und einer eigenen Familie, nur schwer verstanden und akzeptiert würde.

Zitat von Sun_11:
Ich komme aus einem anderen Kulturkreis, und bei uns hängen an so einer Entscheidung viel mehr Dinge dran.

Verständnisfrage: Du schreibst, DU kommst aus einem anderen Kulturkreis. Dein Mann nicht oder doch, genauso?

Ohne ihn in Schutz nehmen zu wollen, dass er Dich da mit reingezogen hat: Aber war das der Grund, warum er vor Ü30 Jahren nicht diese andere Frau geheiratet und mit ihr eine Familie gehabt hat? Weil sie nicht den Anforderungen entsprochen hat, Du - blutjung - jedoch schon?

Das fände ich tragisch für Euch beide, denn dann ist er aufgrund von familiären Druck genauso in einem „falschen“ Leben gelandet wie Du. Ja, er hätte sich in diesem Fall damals stark machen sollen. Aber (falls es so war!?) Du siehst ja: 30 Jahre später traust Du Dich nicht, Konsequenzen zu ziehen, weil Du die Außenwirkung fürchtest. Vielleicht ging es Deinem Mann damals genauso?

• x 2 #51


B
Zitat von Sun_11:
ich habe lange überlegt, ob ich hier schreiben soll.

Gute Entscheidung.

Zitat von Sun_11:
dass mir in meiner Ehe schon sehr lange etwas Entscheidendes gefehlt hat: Liebe, Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit und emotionale Nähe.
Ich habe mir immer eine Partnerschaft gewünscht, in der man füreinander da ist, miteinander redet, sich in den Arm nimmt, gemeinsam spazieren geht und auch im Alltag zeigt, dass man sich liebt. Doch mit der Zeit habe ich mich immer mehr daran gewöhnt, dass diese Dinge bei uns kaum vorhanden waren. Ich habe funktioniert, mich um die Familie gekümmert und vieles einfach hingenommen.

Schade für DEINE Lebenszeit, denn jeder Mensch hat die Möglichkeit etwas zu verändern oder notfalls zu gehen.
Und das sage ich NICHT nur einfach so.
Ich habe mich von dem Kindesvater getrennt, als mein Sohn 3 Jahre alt war, weil ich mich NICHT an bestimmte Dinge gewöhnen wollte/konnte.
Sonst wäre ich INNERLICH verkümmert.

Zitat von Sun_11:
Eine Wahrheit, die mein ganzes Leben verändert hat
Vor einigen Monaten habe ich erfahren, dass mein Mann über einen sehr langen Zeitraum eine andere Frau geliebt und neben unserer Ehe eine Beziehung mit ihr geführt hat.
Diese Verbindung bestand bereits vor unserer Ehe. Aus der früheren Beziehung stammt auch eine Tochter. Der Kontakt zwischen den beiden ist über die Jahre nie ganz abgebrochen und wurde später wieder zu einer Liebesbeziehung.

Ohne Worte.
Unfassbar, sein Doppelleben.

Zitat von Sun_11:
Inzwischen sind sowohl die andere Frau als auch ihre Tochter verstorben. Mein Mann hat beide durch schwere Krankheitszeiten und schließlich durch ihren Tod verloren.

Ich möchte betonen, dass ich die beiden Frauen nicht verurteile.

Logisch, weil sie gestorben sind.
Wie willst DU bitte auf Verstorbene sauer sein?
Schwierig innerlich.

Zitat von Sun_11:
Im Gegenteil, ich habe Mitgefühl mit meinem Mann und kann nachvollziehen, dass diese Verluste für ihn sehr schwer sind.

Das zeigt wirklich Größe und dein großes Herz.
Aber, wo bleibst DU dabei?
Möchtest DU ihn wirklich trösten, obwohl er ein Doppelleben geführt hat?

Zitat von Sun_11:
Nach der Aufdeckung habe ich zunächst versucht, für ihn da zu sein. Ich habe ihn getröstet und war bereit, ihm eine Chance zu geben.

Das ist Selbstaufopferung und Selbstzerfleischung.
Sorry, und das ist keine Liebe.

Liebe DICH bitte erstmal selbst.

Zitat von Sun_11:
Ich frage mich heute, wie viel von unserer Ehe eigentlich echt und wie viel davon nur Fassade war.
Wie geht man mit so vielen Jahren emotionaler Kälte um?
Was mich besonders beschäftigt, ist nicht nur das Doppelleben meines Mannes sondern auch die Erkenntnis, dass ich mich schon über Jahrzehnte in meiner Ehe emotional allein gefühlt habe.

Das sind zwei Unterschiedliche Betrachtungsweise bzw. Emotionen.
Das Erstere, kann ich absolut nachvollziehen, dass DU dich das fragst, nachdem DU weißt, dass er ein Doppelleben geführt hat.
Wirklich bitter und OHNE Worte.
Einen großen Drücker von mir. 🤗
Der zweitere Aspekt, muss ich sagen, liegt in DEINER Verantwortung:
In einer Ehe verharrt bzw. geblieben bist, obwohl DU unglücklich warst.
Und ich meine NICHT, dass Frau/ Mann leichtfertig eine Ehe aufgeben sollte.

Insgesamt wünsche ich dir VIEL Kraft.

• x 3 #52


S
@VictoriaSiempre
Danke für deine Zeilen und das Mitfühlen. Du triffst da einen sehr wunden, aber wahrscheinlich auch wahren Punkt.
Klar ist: Sicherlich hat er sich das Leben, wie es jetzt gekommen ist, so auch nicht ausgesucht. Ich glaube inzwischen selbst, dass er sich insgeheim gewünscht hätte, sein Leben wäre anders verlaufen. Wenn er damals gedurft hätte, hätte er die Frau geheiratet, die er liebte.
Aber – und das ist mir ganz wichtig zu betonen: Ich wusste von all dem absolut nichts. Er hat mir all die Jahre nichts von seiner unehelichen Tochter erzählt und auch verschwiegen, dass er später wieder eine Liebesbeziehung mit der Mutter hatte. Er hat das alles komplett mit sich selbst ausgemacht und mich völlig im Dunkeln gelassen.

Als wir einmal Zeit zum Reden hatten, erwähnte er, dass diese Frau vor 10 Jahren an Krebs erkrankt ist. Er wollte damals eigentlich den Schlussstrich ziehen, wollte sie aber in dieser schweren Zeit auch nicht alleine und im Stich lassen. So kam es leider, dass sie vor Kurzem verstorben ist – und erst dadurch hat er mir nun endlich die Wahrheit gesagt (nach 30 Jahren)Am Ende tragen wir nun beide die Konsequenzen für eine jahrelange Parallelwelt,von der ich nicht einmal etwas ahnen konnte.

• x 3 #53


S
@BeginnNeu
Danke dir für deine liebevollen Zeilen und deiner Meinung 🙏

• x 1 #54


B
Zitat von Sun_11:
Aber – und das ist mir ganz wichtig zu betonen: Ich wusste von all dem absolut nichts. Er hat mir all die Jahre nichts von seiner unehelichen Tochter erzählt und auch verschwiegen

Das ist das EINZIGE, was du wissen musst.
Er hat dich Jahrzehntelang betrogen und belogen.
Eine Zweitfamilie gehabt, neben Eurer Ehe.

Und Nicht, warum und weshalb.
Und schon gar NICHT, warum er leidet.

Ich wünsche mir echt für DICH, dass du lernst auf dich SELBST aufzupassen.
DU bist WICHTIG, auch wenn du es wohlmöglich in deinem Leben bisher NICHT gelernt hast.
Aber, jetzt wird es ZEIT.

Es ist deine Zeit.
Es ist dein Leben.

• x 2 #55


Hola15
Zitat von BeginnNeu:
Das ist das EINZIGE, was du wissen musst. Er hat dich Jahrzehntelang betrogen und belogen. Eine Zweitfamilie gehabt, neben Eurer Ehe. Und Nicht, ...

In dieser Ausschließlichkeit finde ich es aber auch problematisch. Nicht, wenn sie unbedeutend, frei und westlich leben würde.

Aber schon gut möglich, dass sie beide im Grunde Opfer ihrer Kultur geworden sind. Wäre auch tragisch.

Ich wünsche unserer „Lady Di“ auf jeden Fall, dass sie ihr Leben nochmal so leben kann wie sie das will und (länger als das Original) ihr Glück findet.

• x 1 #56


S
@BeginnNeu

Danke für deinen Beitrag, er hat mir eine ganz neue Perspektive geschenkt. Bisher war ich immer nur für andere und die Familie da und habe mich selbst komplett vergessen. Ich bin eigentlich ein fröhlicher, lebenslustiger Mensch, aber momentan fühlt sich diese Freude wie blockiert an. Da ich in meinem Umfeld mit niemandem darüber reden kann, bin ich so dankbar für diesen Austausch hier. Ich wünsche mir so sehr mein glückliches Leben zurück und dein Beitrag war der perfekte Anstoß, endlich auf mich selbst aufzupassen.

• x 3 #57


B
Zitat von Sun_11:
Danke für deinen Beitrag, er hat mir eine ganz neue Perspektive geschenkt.

🤗
Zitat von Sun_11:
Bisher war ich immer nur für andere und die Familie da und habe mich selbst komplett vergessen.

Jetzt wird es Zeit.
DEINE Zeit, aber es wird auch ein steiniger Weg werden.
Aber, es wird sich auf Dauer lohnen und rentieren.

Zitat von Sun_11:
Ich bin eigentlich ein fröhlicher, lebenslustiger Mensch, aber momentan fühlt sich diese Freude wie blockiert an.

Irgendwann wirst du NICHT sagen" eigentlich", sondern:
Ich bin wieder ein fröhlicher Mensch.
Die Blockade wird sich NICHT von heute auf morgen lösen, da brauchen wir uns NICHTS vormachen.
Aber, wenn DU anfängst, wirklich auf DICH zu achten, wird deine Blockade Stück für Stück bröckeln.

Zitat von Sun_11:
Ich wünsche mir so sehr mein glückliches Leben zurück und dein Beitrag war der perfekte Anstoß, endlich auf mich selbst aufzupassen.

Das wirst DU schaffen.
Schritt für Schritt. 🤗

• x 2 #58


S
@Margerite
Vielen Dank für deine Meinung , erlichen Zeilen und die Zeitdie du genommen hast .🙏

Genau deshalb ist dieser Austausch hier so wichtig für mich, da ich sonst keinen zum Reden habe.

Ich habe die Situation bisher noch gar nicht aus dieser Perspektive gesehen, weil ich mein Leben lang immer nur für meine Familie und andere da war und nie richtig auf mich selbst geachtet habe. Von außen sehen wir wie eine perfekte Familie aus, aber wenn man genauer hinsieht, erkennt man die ganze Traurigkeit. Vor allem vor meiner Tochter habe ich immer eine Maske aufgesetzt, um einfach nur zu funktionieren, damit sie nichts mitkriegt. Ich muss für meine Familie (Eltern / Kinder ...) so tun, als ob nichts wäre, aber innerlich bin ich daran zerbrochen. Ich werde versuchen wieder an mich selbst zu denken.

• x 1 #59


S
@BeginnNeu
Vielen Dank !

Das tut gerade gut 🙏

• x 1 #60


A


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