Entscheidung zur Trennung?

Ehemaliger User

Hallo,
ich bin heute das erste Mal auf diese Seite gekommen. Obwohl der Trennungsschmerz an sich noch gar nicht da ist.
Ich habe nur solche Angst davor.
Im vergangenen Jahr haben mein Mann und ich uns getrennt.
Seit etwas länger als einem Jahr habe ich eine neue Beziehung, an der ich langsam aber sicher kaputt gehe. Mein Freund wohnt bei mir. Seit ich ihn kenne, geht er keiner geregelten Arbeit nach, jetzt ist er allerdings dabei, sich selbstständig zu machen. Er sitzt von morgens früh, bis abends spät am PC. Für mich bleibt, mich um die Kinder (ich habe 3) kümmern, das Geld fürs momentane Überleben verdienen, ich habe einen Onlineshop, der Haushalt und der Garten. Ich bin völlig überfordert. Bin mittlerweile schon in Therapie und nehme Antidepressiva. Wenn ich ihn daraufhin anspreche, sagt er nur, er sei auch überfordert und hätte genug eigene Probleme. Wenn er ein Störfaktor sei, dann könne er ja gehen. Als ich ihm erklärte, dass es so doch nicht sei, dass ich es nur einfach nicht mehr schaffe, mich um alles allein zu kümmern, ging er wutentbrannt zum Auto, riss seine Stereoanlage heraus, warf sie mir bildlich gesehen vor die Füsse und meinte, die könne ich ja verkaufen, damit der Angriffspunkt wegen dem Geld endlich nicht mehr da sei. Ich hab ihn doch nicht angegriffen, ich weiss doch nur nicht mehr, wie ich es schaffen soll. Seit einiger Zeit schläft er jetzt nicht mehr mit mir. Es war nicht so, dass ich nicht gern mit ihm geschlafen habe, bloß an manchen Tagen war ich einfach völlig geschafft und müde und da hat er mir jetzt mehr oder weniger zu verstehen gegeben, er brauche häufig S. und wenn das nicht geht, dann lieber gar nicht. Könnt ihr verstehen, wie ich mich fühle? Ich leide furchtbar unter dieser Art und Weise, aber ich schaffe es einfach nicht, diese Beziehung zu beenden.
Danke fürs Lesen!

21.10.2001 00:06 • #1


Ehemaliger User


hallo susann

uff – liebe susann – wenn ich deinen brief durchlese, spüre ich einiges an beklommenheit und bedrückendes in mir:
du hast angst vor dem trennungsschmerz, lebst in einer beziehung, an der du langsam „kaputt“ gehst, mußt das geld fürs „momentane überleben“ heimbringen, bist „völlig überfordert“ und fühlst dich in deinen alltagssorgen im stich gelassen, bist mittlerweile „in therapie“ und nimmst „antidepressiva“,... miteinander reden könnt ihr auch kaum, du leidest „furchtbar unter dieser art und weise“ und du schaffst es einfach nicht, „diese beziehung zu beenden“...

susann - ich bin ein wenig ratlos, wenn ich deinem bericht folge. es steckt so viel an kränkungen, verletzungen und wunden in ihm, dass ich mich frage, wie du (auch wie dein freund) mit diesen leben kannst. ich mache mir sorgen um dich und dein wohlbefinden und um das deiner kinder.

aus deinem bericht ergeben sich für mich einige fragen:
- liebst du deinen freund (noch), kannst du ihm (noch) achtung und wertschätzung entgegenbringen?
- siehst du ein licht für eure beziehung?
- möchtest du diese beziehung beenden?
- wann wirst du eine grenze erreicht haben, an der du sagst NEIN SO NICHT MEHR!
- was macht dir bei der vorstellung einer trennung von ihm angst?
- was ist dein beitrag, dass die beziehung so ist, wie sie ist?
- was hält dich in dieser beziehung?

und die für mich wohl wichtigsten fragen an dich lauten: was kannst du JETZT SELBER dafür tun, dass es dir gut geht? und wie kannst du sorge dafür tragen, dass du heil aus dem schlamassel „dieser“ beziehung kommst (du schreibst selber von DIESR beziehung – so als wärst du ein stück auf distanz von „meiner“ / „unserer“ beziehung, in der du letztendlich lebst).

ich hoffe, du kannst mit dem, was ich hier an dich geschrieben habe, etwas anfangen. auch hoffe ich, dass du für dich einen weg aus dieser - dich heillos (über)fordernden - (beziehungs)situation finden kannst. ich wünsche dir viel an kraft und mut für die nächste zeit.


ciao manta

23.10.2001 19:35 • #2




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