Erste lange beziehung

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Ich hätte nie gedacht das ich es mit einem Online Forum probiere, aber vllt. hilft es mir. Ich bin Anfang 20 und seid ca 10 Jahren mit meiner Freundin zusammen. Wir lernten uns in der Schule kennen und waren beider sehr jung. Ich selber bin in einer Scheidungsfamilie (mit viel Streit, Hass, Gewalt, das volle Programm) groß geworden.
Nach der Scheidung (die sich fast 10 Jahre hinzog) bin ich bei meinem Vater geblieben (freiwillig), der leider an einer schweren Depression erkrankte und er damit körperlich und geistig sehr abwesend war. Wir zogen in eine neue Stadt um neu anzufangen, wo ich schnell meine jetzige Freundin kennen lernte. Damals war ich sehr wütend und habe selbst oft kämpfen müssen, da ich in meiner Kindheit oft mit Diskriminierung zutun hatte.
Auf jeden fall war ich sehr gezeichnet vom Leben. Meine Freundin, ein Jahr jünger, kam selber aus einer schwierigen Situation und ich glaube deshalb verstanden wir uns auch so gut. wir hatten beide kein richtiges Familienleben und bald ersetzte ein Freundeskreis unsere Familien. Die darauf folgenden 5-6 Jahre waren eigentlich schön (im nachhinein), auch wenn viel passiert ist. Sie ist ein sehr schönes und liebes Mädchen und hatte auch nie Probleme jmd. zu finden, da die liste der Verehrer lang war. Auch ich hatte nicht wirklich Probleme jmd. kennen zu lernen (bzw. ich konnte nie Frauen ansprechen, war immer eher introvertiert. aber anscheinend mochte man meine Art). Naja, so kam es das wir beide die ein oder andere Bekanntschaft machten, was ja eig. normal ist in diesem alter oder ? Leider konnten wir uns nie trennen, da die Gefühle einfach zu stark waren. bis ich sie eines Tages mit jmd. erwischte und sie Schluss mit mir machte. Ein halbes Jahr waren wir dann getrennt, in der Zeit hatte ich viele höhen und tiefen, glaube aber das es mir ganz gut ging (diese ständigen Verlustängste haben mich wahnsinnig gemacht). Als ich dann ein anderes Hübsches Mädchen kennenlernte, und meine damalige Ex uns sah, dauerte es nicht lange bis sie zurück kam und auch ich sie relativ schnell wieder zurück nahm (etwas das ich i-wie bis heute bereue). Also kamen wir wieder zusammen und die zeit wurde auch wieder angenehmer. Vor allem das wir den selben Freundeskreis hatten machte es leicht und es gab echt Zeiten wo wir ständig spaß hatten.
Dann endete aber i-wann die Schulzeit und der Freundeskreis lebte sich auseinander und wir blieben zu zweit mehr oder weniger zurück. seid dem sind fast 4 Jahre vergangen.
In dieser zeit habe ich angefangen mich viel mit mir und generell mit Psychologie zu beschäftigen und fing an meine Vergangenheit aufzuarbeiten ( ich war die Jahre davor regelrecht von Hass zerfressen und Alk., stress, Gras waren eine Tagesordnung).
In dieser Zeit gab es höhen und tiefen, seid aber 2 Jahren immer mehr Tiefpunkte. Wir fingen damals ( als wir uns kennenlernten) zusammen an zutrinken und Gras zu rauchen, etwas das uns lange zeit echt viel Freude bereite. aber so älter man wird desto mehr macht man sich Gedanken um die Zukunft, was man vom leben eigentlich will etc.
Ich glaube jeder Mensch ist besonders, aber ich glaube schon das ich nicht 0815 bin. das meine ich nicht mal unbedingt positiv, gerade wenn man merkt was man uns heute alles als Sinnstiftend und Erstrebenswert verkaufen will, fängt man an Sachen anders zu bewerten. Ich sah wie so gut alle Menschen um mich herum leideten. auf die ein oder andere weise. Ich war immer ein sehr empathischer Mensch ( außer wenn man mich nicht provozierte) und fing an mich selbst weiter zu entwickeln da ich verstehen wollte woher dieses Leid kommt.
Ich habe meiner Freundin viel erzählt, was ich erfahren habe, was ich gelernt habe und selbst gespürt habe und eig. war sie immer interessiert. Mit den jahren wurde ihr das aber i-wann zu viel und sie wollte über andere (einfach Themen: mal Tratschen, über Mode reden, etc.) Sachen sprechen und mit mir ein "normales" Leben führen wie es alle tun. Vor allem das ich weniger Konsumieren wollte wurde zum Problem ( nach dem Motto, was soll man in unseren alter sonst machen; eine traurige Wahrheit für viele Altersgenossen). Ich fühlte mich natürlich vor den Kopf gestoßen, da es zu einem Teil von mir wurde und ich mich abgestoßen fühlte. Natürlich ist Normalität wichtig, aber ich merke immer wieder wie sie von all diesen Lastern ( Bestätigung, Unsicherheit, Neid, Fame; all die Sachen die die Jugend heute antreibt) nicht los kam, obwohl sie das immer behauptete und vielleicht auch selber glaubt.
Hinzukommt das wir, wie bereits erwähnt, seid fast 10 Jahren einen mehr oder weniger starken Alk. und Gras Konsum hinter uns hatten,, die in eine Gewisse sucht führten. Ich liebe Sport, will abnehmen und habe eig. auch viele Träume. aber es ist schwer davon loszukommen wenn man noch jemand da hat der nicht mitzieht. Jetzt kann man vielleicht sagen: "Komm, mach einfach Schluss und gut ist", aber genau das ist der Punkt. Auch wenn sie mich manchmal wahnsinnig macht ( ich sie sicher auch), bedeutet sie mir als Mensch unglaublich viel. Ich glaube sogar eher das mich das bei ihr hält als die Liebe (Ich liebe sie als Mensch). Sie hat mir über die schwerste Zeit meines Lebens geholfen, war für mich da und hat mir gezeigt was es bedeutet zu lieben und geliebt zu werden. Sie ist sehr unsicher und schüchtern (das merke ich wenn wir mit anderen sind; sie hat leider auch viele schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht) und lässt sich (gerade von Männern) schnell um den Finger wickeln. Damit man mich nicht falsch versteht. sie ist kein schlechter Mensch, sondern einfach in ihr selbst gefangen und kann oder will das nicht verstehen. deshalb springt sie so sehr auf jede Art von Bestätigung an. So habe ich vor einer weile heraus gefunden das sie sich mit einem 35 jährigen getroffen hat. Sie sagte das nichts gelaufen ist, klar habe er sich mehr erhofft, doch sie wollte einfach wieder Bestätigung bekommen, weil ich so abwesend und abweisend war. was leider auch stimmte.
Es viel mir einfach immer schwerer so zutun als wäre ich glücklich mit all dem und die sorgen um unsere Zukunft wurden auch nicht leichter. Ich weiß nicht wie sehr sie mich liebt oder ob sie nur die angst bei mir hält, aber ich glaube sie fühlt ähnlich wie ich. Wir bedeuten uns einfach unglaublich viel und sie weiß das ich immer für sie da bin und nur das beste für sie möchte. in diesen Monaten des "auseinander" Lebens hat sich in mir der Gedanke festgesetzt das wir getrennt besser dran sind, was wiederum zur folge hatte das ich mich mehr zurück zog. Ich war einfach sauer/verletzt wegen ihren Affären ( die ich immer wieder mitbekam; um die 20 Bekanntschaften mindestens in all den jahren) und war innerlich wie zerrissen. Ich kannte aber auch das Gefühl, da ich in den jahren selber einige hatte, von denen sie nichts wusste und ich sie so immer verstehen konnte. Wir wollen ja alle nur geliebt werden für das was wir sind und was uns ausmacht.
Nun kommen wir gefühlt immer näher an diesem punkt wo wir beide wissen so kann es nicht weiter gehen, aber schluss machen kann keiner. warum ich es nicht kann ? ich habe angst. Angst das mich nie mehr jemand so lieben wird wie sie weil sie mich wirklich 100% kennt. Angst davor das meine Trennung von ihr sie in ein Loch wirft aus dem sie vielleicht nie wider rauskommt. Angst davor i-wann diese Entscheidung zu bereuen. Wie gesagt, wenn wir unsere Leben ändern würden ( und ich habe selber auch viele Baustellen, wo sie wiederum besser ist) dann weíß ich das es klappen würde. Es sind einfach diese äußeren umstände. Man muss noch sagen das wir uns die 10 Jahre eigentlich IMMER fast täglich gesehen haben und trotzdem (bis auf die letzte zeit) immer spaß hatten.
Es sind einfach diese ganzen Fragen die uns fertig machen. und was es noch schlimmer macht ist das heute LIEBE so gut wie keinen wert mehr hat. ÜBERALL, EGAL WO, siehst du wie Mr X Mrs Y betrügt oder umgekehrt. Überall ist nur noch S. wichtig. Das Fernsehprogramm ist voll davon ( Bachelore, Love Island, Temptation Island und der ganze andere Müll ), wo man uns einredet und/oder zeigt wie langweilig eine Beziehung sein kann oder wie aufregend das leben als Single ist. Auch bei meinen Altersgenossen geht es nur noch um Spaß und einen Freund oder Freundin zuhaben ist heute kein Hindernis mehr. Vor allem wenn ich die Kinder ein paar jahre unter mir sehe, frage ich mich wo das alles hin führen soll. ÜBERALL sehe und höre ich von verletzten Menschen die betrogen haben oder betrogen wurden und den glauben an die Liebe verlieren. überall spüre ich diesen Schmerz. weshalb ich auch nicht Schluss machen will. vielleicht betrifft das die älteren Generationen nicht so, aber ich glaub schon das egal wem ich jetzt kennen lernen würde. I-wann der Punkt kommt an dem die Beziehung "Langweilig" wird, weil man es uns überall so suggeriert, so ticken zumindest die leute heute in meinem alter und langsam färbt das auch auf mich ab. Ich meine solche Werbungen wie Fremdgehen69 !? Nach dem Motto meine leben über alles, egal wem ich verletze. Mag sein das meine persönliche Erfahrung eine Rolle spielt, aber ich kenne diese Leidensgeschichten von genug anderen Menschen und auch dieses Forum ist voll davon. Ich will sie nicht gehen lassen nur weil es einfacher wäre oder weil man jemand anderen finden kann. das ist mir klar, aber es sind doch Entscheidungen die uns ausmachen. Ich habe versucht mit ihr zureden, aber solange sie sich nicht mit sich selbst beschäftigt, kann ich da nicht viel machen, auch wenn ich will. Mein drängen verjagt sie nur noch mehr. Ich weiß ich kann sie zu nichts zwingen und vielleicht wäre es besser für sie ohne mich. ich weiß es nicht, aber die typen die sie ansprechen. naja. ich will ja nicht urteilen, aber ich glaube schon zu wissen wo das hin führen würde, dafür habe ich genug solcher Menschen kennen gelernt. Leider glaubt sie alles was man ihr sagt, weil sie sich nach freunden sehnt. und der Gedanke das sie von nächsten i-wann weg geworfen wird tut mir im Herzen weh. Ich könnte noch mehr in Detail gehen, aber ich weiß nicht mal auf was für antworten ich hoffe, da ich mir das alles schon zich mal selbst gesagt habe. aber es hat geholfen seine Gedanken in worte zu fassen. vielleicht hilft meine geschichte dem ein oder anderen. Ratlos bin ich immer noch. vor allem weil vertrauen immer schwieriger geworden ist, aber mal sehen was die Zukunft bringt. So oft wie mein Herz zerrissen wurde, spüre ich fast schon nichts mehr. Schmerz war schon immer mein Begleiter. Danke an jeden der sich diesen Text durchließt.

21.06.2019 12:37 • #1


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Haha.. hab grad gemerkt das man Foreneinträge nicht löschen kann. Dann will ich nur gesagt haben, an all die Menschen die glauben das das keine Liebe sein kann. Doch das ist es =). Auch wenn ich weis das wir beide viele dumme Fehler gemacht haben, ich kann jede Entscheidung nachvollziehen. Wenn ich Sie sehe, sehe ich es in Ihren Augen. Diese tiefe Liebe wie auch ich sie fühle. Ob das reichen wird, wird sich zeigen. Ich glaube an die echte Liebe, auch wenn das heißt das ich sie gehen lassen muss.

PS: ist schon komisch etwas über sich preis zugeben und jeder kann das lesen.. man fühlt sich i-wie *beep*. Aber nicht auf die angenehme Art ;D

21.06.2019 13:18 • #2