Zitat von CaliZero: Der Fakt, dass der Ex zuvor 26 Jahre in einer Beziehung war, heißt ja nicht im Umkehrschluss, dass diese total gesund und harmonisch war.
Das kann ich nur bestätigen, denn ich war auch 20 Jahre in einer Bez. die lange zumindest nicht harmonisch war.
Viele Jahre bedeuten nicht immer viel Liebe, sondern oft auch viel Gewohnheit, Verantwortung etc.
Ohne die damalige Ehe meines Ex zu kennen (ich weiß ja nur was er so sagte) denke ich, dass diese eher ungesund war. Zum Einen was er von deren Streitereien erzählte. Wie diese abgelaufen sind und endeten (also mit Türen knallen, fliegendenden vollen Tellern, etc.).
Und es war schon immer eine Abhängigkeit zwischen den beiden da. Finanziell sehr stark, aber auch allgmein.
Zitat von CaliZero: Menschen werden maßgeblich in ihrer Kindheit durch die ersten Bezugspersonen geprägt.
Die ersten Bezugspersonen sind doch meistens die Eltern oder?
Über seine Kindheit hat mein Ex an sich nichts Schlechtes erzählt.
Ihm bedeuten seine Eltern sehr viel und er wohnt mit denen sogar in einem Haus zusammen.
Was er erzählt hat ist, dass er sich gegenüber seiner Schwester immer benachteiligt gefühlt hat.
Sie war die "Prinzessin" (laut seinen Worten) und er musste halt alles tun und überall helfen.
Halt diese "typische" Einstellung von einigen -du bist der Mann also musst du das und das machen.
Ich denke mal, das ist ein Punkt der bis heute bei ihm sitzt. Das zog sich ja auch bis in seine Ehe.
Er hat immer gemacht und getan.
Aber prägt einen so etwas in so eine schreckliche Richtung, dass man keine Empathie besitzt und letztendlich zu einer, wie schon geschrieben, leeren Hülle wird?
Ich frage mich das deshalb, weil ich selbst eine eigentlich recht negativ prägende Kindheit hatte.
Für mich waren diese Prägungen aber eher eine Lehre, anstatt dass sie mich selbst haben negativ werden lassen. Gerade weil ich weiß, wie es ist, "schlecht" behandelt zu werden, tue ich es anderen doch nicht auch an.
Zitat von CaliZero: Damit sage ich ausdrücklich nicht, dass keine Änderungen am Verhalten/ Einstellungen usw. möglich sind, da auch Änderungen Lernprozesse sind.
Ich denke auch, dass auch der Weg eines Narzissten nicht automatisch vorbestimmt ist. Dass die Entwicklung änderbar-steuerbar ist. Aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt der Entwicklung.
Das soziale Umfeld, der Freundeskreis etc. tragen ab einem gewissen Alter stark dazu bei.
Aber auch dann das Berufsleben (Ausbildung, Arbeitsstelle).
Zitat von CaliZero: Als Wolke den Ex kennenlernte, hat sie einen Mann getroffen, der zu diesem Zeitpunkt schon jahrelang narzisstisch geprägt war.
Ja ich denke auch. Im Nachhinein betrachtet waren da sehr viele Dinge, die mich damals schon hätten auf Rückzug gehen lassen müssen. Aber ich habe es einfach falsch eingeschätzt und es waren ja erst auch nur so "Kleingkeiten".
ZB ist mir damals schon aufgefallen (ich weiß aber nicht ob das unbedingt typisch narz ist), dass er so ein Ich-Mensch war.
Obwohl wir zusammen an einem Projekt gearbeitet haben, hat er seine Sätze sehr selten in Wir-Form formuliert. Als wäre ich nicht dran beteiligt gewesen.
Ich habe ihn darauf angesprochen und seine Begründung (Ausrede) war, dass er in seinem Leben bisher immer alles alleine machen musste, für alles alleine verantwortlich war und es deshalb nicht gewohnt ist "wir" zu sagen.
Damals habe ich ihm das abgenommen. Mittlerweile denke ich eher, dass er immer nur ICH gesagt hat, weil er besser dastehen wollte bei den Chef. Der super Kollege macht alles und die Kollegin macht nichts.
Des weiteren ist mir auch damals schon aufgefallen, dass er linkisch ist. Und, dass er gerne stichelt bzw Streit provoziert und sich zurück zieht, wenn es darauf an kommt.
Er stachelt zB Leute im Hintegrund auf und wenn es dann zur Klärung kommt sagt er nichts, oder will von nichts gewusst haben ooooder er hatte dann wohl was missverstanden.
Er war ein Meister darin sich rauszuwinden. Wie ein Aaal.
Ich frage mich wirklich wieso ich mich so sehr sehr verliebt habe damals. Menschen die so sind wie er, link und verantwortungslos, die habe ich nicht mal im Freundeskreis.
Aber ich war wohl tatsächlich ziemlich blind und habe ihm seine Begründungen gegelaubt.
Erstmal! Denn ich mich dazu sagen, dass ich wirklich immer, fast von Tag 1 an, ein schlechtes Bauchgefühl hatte. Das ging auch erst weg, als das mit uns vorbei war. Mit einem Schlag war auch dieses Gefühl nicht mehr da.
Unterbewusst habe ich immer gemerkt, dass es mir nicht gut tut und schadet. Aber ich war so verblendet von den Gefühlen und wohl auch der Hoffnung, dass es wirkliche Liebe ist, dass ich das Bauchgefühl unterdrückt habe. Das werde ich übrigens nie wieder tun.
Jetzt hätte ich noch kurz eine Frage zu seinen "Freunden". Zwei davon sind ja eher illoyal. Ich glaube die machen sich eher einen Spaß daraus. Die haben sich von beiden Seiten immer die Infos geholt und die dann dem jeweils anderen weitergegeben. Oft haben sie damit die Unruhe noch angefacht.
Beide dieser Freunde reden auch hinter dem Rücken, meines Ex. Und das auch ziemlich schlecht.
Aber vorne herum hocken sie zusammen, trinken Kaffee und sie geben ihm hier und da Schützenhilfe/Rückendeckung.
Aber einer dieser "Freunde" ist mittlerweile zu seinem richtigen Verbündeten geworden.
Dieser Kollege ist auch ein super Beispiel dafür, wie man sich aus dem Nichts in irgendwas reinziehen lassen kann und wie leicht man manipulierbar ist.
Dieser Kollege und ich haben uns immer gut verstanden. Er ist erst seit kurzem bei uns in der Firma. Also knapp 2 Jahre. Somit auch viel kürzer als ich. Als er bei uns angefangen hat wurde u.a ich eine seiner Bezugspersonen. Da er noch neu im Beruf war habe ich geholfen wo es ging, ihn auch an meinen Projekten teilhaben lassen, wenn ihm mal langweilig war. Wir hatten nie Probleme miteinander....bis mein Ex und ich uns getrennt haben.
Zwar war der Kollege dann noch normal zu mir, aber sehr distanziert und gar nicht mehr so gesprächig.
Normalerweise stellte er sich schon mal zu mir und wir quatschten kurz. Aber das blieb weg.
Zuletzt redeten wir außer "hallo" und "tschüß" gar nichts mehr.
Ich war zwar irritiert und verletzt, aber ich dachte damals noch, dass mein Kollege halt noch sehr jung ist und es wahrscheinlich so eine Solidarität unter Männern ist. Aber anscheinend war es da schon viel mehr. Und das zeigte sich dann jetzt vor Kurzem, als dieser Kollege mich plötzlich angetextet hat.
Da mein Ex gar nicht mehr an mich heran kommt und auch im Grunde nicht mehr darf (die Chefs haben ihm mehrmals gesagt er soll die Kontaktversuche lassen), nutzt er den Kollegen dafür aus.
Und dieser lässt das mit sich machen, weil er auf meinen Ex beruflich angewiesen ist. Mein Ex macht so gesehen seine Arbeit, weil der Kollege auch noch nach 2 Jahren selber nicht wirklich was kann.
Der Kollege braucht ihn, also hält er sich eher an meinen Ex, als an mich. Und ich denke auch, weil mein Ex so viel Mist über mich erzählt hat.
Der Kollege hat sich also eingemischt und als ich ihn darauf ansprach wurde er sogar etwas pampig.
Das kannte ich von ihm bis dahin mir gegenüber so auch noch nicht.
Die ganze Situation war eh etwas skuril, denn mein Kollege stand in dem Moment als ich ihn angesprochen habe neben meinem Ex.
Mein Ex, der diese Situation ja erst verursacht hat, stand halb grinsend daneben und schaute sich an, wie mein Kollege und ich diskutieren. Er sagte kein einziges Wort und ließ den Kollegen sich rausreden.
Es war echt verrückt.
Auf jeden Fall merkt man, dass dieser Kollege meinem Ex fast schon ergeben ist.
Allerdings ist er eigentlich ein Mensch der sehr darauf bedacht ist welche Konsequenzen folgen können.
Er will nirgendwo anecken und allein durch seine Eltern ist ihm sein Ansehen viel wichtiger als meinem Ex.
Der Kollege ist noch sehr jung und strebt eher nach Größerem. Ein verwöhntes Jungchen das noch bei seinen Eltern wohnt. Für ihn wäre es ein Weltuntergang würde er zB mal in der Personalabteilung negativ erwähnt.
Daher frage ich mich ob solche "Freunde" von Narzissten nicht früher oder später, aus Angst um die eigene Haut, abspringen und bei den Spielchen die er veranstaltet nicht mehr mitmachen.
Das wäre für mich nämlich natürlich sehr vom Vorteil, da ich ehrlich gesagt keine zwei Menschen gebrauchen kann die rum nerven.
Das Gute ist, dass die beiden zumindest aktuell nicht viel weiteren Zuspruch finden.
Sie lungern nur noch zu zweit herum. Unser Chef war schon vorher davon sehr genervt, weil
die nur rumquatschen und ihre Arbeit nicht machen in dem Moment.
Die gucken sich lustige Videos oder Bildchen an, oder lästern über andere Kollegen (gerne auch mich),
und sind da nur am rumalbern und lachen.
Es hat eher was von 8e Klasse (für schwer erziehbare).
Ich denke es dauert nicht lange bis es auch deshalb eine Ansage vom Chef gibt.
Und ich hoffe spätestens dann zieht sich der Kollege allein als Selbstschutz von meinem Ex zurück.
Oder was meint ihr? Sind Flying Monkeys wirklich loyal oder nur so lange es nicht auch ihnen Probleme bereiten kann?