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Expartner von Narzissten eigener Anteil am Leid f alle

S

Sincerite
Mitglied

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Ich hatte 9 Monate eine Beziehung mit einem Mann, der meiner Meinung nach narzisstische Anteile hat, zum Beispiel mich eine Stufe unter ihn stellen, mich klein machen, mich abwerten, Kommando übernehmen, Respektlosigkeit, Schuldumkehr, Gaslighting, Fremdflirten in meinem Beisein, kein Mitgefühl u.a. Wir sind seit 7 Monaten getrennt, weil ich nicht mehr konnte und erkannte, dass er sich nicht mit mir in Liebe und Wertschätzung verbunden hatte.

Danach habe ich alle Gefühle zugelassen, die sich zeigten. Das war eine schwere Zeit und ich erkannte, dass eigentlich alle diese schweren Gefühle meine Kindergefühle waren. Als es anfing, dass sich meine Erinnerungen wiederholten, habe ich alles aufgeschrieben. Seit dem gibt mein Gehirn Ruhe. Es muss nicht mehr alles festhalten, weil es ja geschrieben steht und nicht mehr verschwinden kann. Weil ich alles zu Ende gefühlt habe, kann ich heute an alles in Ruhe denken ohne dass mich die Emotionen überschwemmen.

Dann wollte ich wissen, warum er so war, wie er war. Ich schrieb auch "Verarbeitungsmails" an ihn und auf die Mail mit dem Fremdflirten, teilte er mir mit, dass er durch diese Mail erkannt habe, dass er schon immer Minderwertigkeitskomplexe hatte und habe. Er musste auch immer von anderen Frauen gut gefunden werden trotz Beziehung. Ich selbst bin mittlerweile der Meinung, dass sein gesamtes Verhalten auf sein schlechtes Selbstwertgefühl zurückzuführen ist.

Jetzt bin ich an dem Punkt, an dem ich wissen möchte, warum ich das alles so lange mitgemacht habe. Ich möchte meinen Anteil an meinem Leiden erkennen.
Was ich bisher erkannt habe ist, dass mein Selbstwertgefühl wohl in Ordnung ist, dass ich aber nicht dafür eingestanden bin, sondern stattdessen immer ruhiger wurde. Ich dachte, ich könne alles an mir abtropfen lassen. Ich wollte mich darum auch nicht kümmern, weil ich ja meine Liebe leben wollte. Aber es hat mich unbemerkt ausgehöhlt, weil ich mich immer weniger geliebt fühlte. Ich habe z.B. nicht gesagt, dass ich respekt- und liebevollen Umgang möchte oder dass ich noch etwas Zeit für mich brauche bevor wir kochen.
Ich glaube, wenn ich mehr für mich eingestanden wäre, würde ich mich jetzt nicht aus so einem Loch holen müssen. Außerdem wäre diese Beziehung vermutlich schon viel früher in die Brüche gegangen. Wenn ich meine Sachen ernsthaft angesprochen hätte, hätte ich auch bei Nichtbeachtung Konsequenzen ziehen müssen, um nicht Gesicht zu verlieren. Aber ich war noch nicht bereit dazu, ihn zu verlieren.
Hier höre ich mal auf, weil dieser Teil meiner Geschichte für mich noch zu verschwommen ist. Vielleicht habt ihr ja noch Gedanken dazu oder wollt selbst hier in dieser Richtung bei Euch weiter forschen. Über Rückmeldungen und Teilnahme würde ich mich freuen.

x 4 #1


PapaEmeritus
Du hast ja anscheinend schon viel erkannt. Wichtig ist, dass du in Zukunft weißt, was du möchtest, und was du nicht möchtest. Und Respekt sollte immer die Basis sein, nicht nur in Beziehungen. Wenn das Fundament schon nicht stimmt, wird der Rest auch Mist.

x 1 #2


A


Expartner von Narzissten eigener Anteil am Leid f alle

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HeavyDreamy
@Sincerite Hey Lachendes Gesicht

Zitat von Sincerite:
Ich glaube, wenn ich mehr für mich eingestanden wäre, würde ich mich jetzt nicht aus so einem Loch holen müssen. Außerdem wäre diese Beziehung vermutlich schon viel früher in die Brüche gegangen. Wenn ich meine Sachen ernsthaft angesprochen hätte, hätte ich auch bei Nichtbeachtung Konsequenzen ziehen müssen, um nicht Gesicht zu verlieren. Aber ich war noch nicht bereit dazu, ihn zu verlieren.
Hier höre ich mal auf, weil dieser Teil meiner Geschichte für mich noch zu verschwommen ist. Vielleicht habt ihr ja noch Gedanken dazu oder wollt selbst hier in dieser Richtung bei Euch weiter forschen. Über Rückmeldungen und Teilnahme würde ich mich freuen.


Aus meiner Sicht hängt das ganze mit dem Selbstwert und der Wertschätzung zusammen.

Ich hatte früher kaum Selbstwert und mir vieles leider gefallen lassen, auch in meiner Familie (Narzissmus).

Erst vor 8 Jahren war mir klar, dass ich was ändern muss, damit es mir besser geht, bzw damit ich sobald wie ichs bemerke, Menschen aussortiere, dich mich kontrollieren und kleinmachen wollen, in jeglicher Hinsicht.

Ich hab mir dann ein tolles Buch auch gekauft, das hab ich mehrmals durchgearbeitet.

Mittlerweile kann ich schon sagen, dass ich sehr auf mich achte und welche Menschen ich nicht lange in mein Leben lasse, weil diese mir nicht gut tun.

Auch der Freundeskreis ist geschrumpft. Aber ja, lieber wenig und dafür ganz tolle Menschen, als Menschen, die mich nicht wertschätzen.

x 1 #3


PapaEmeritus
Grenzen kennen und setzen. Grenzen sind oft nur für die ein Problem, die vorher davon profitiert haben, dass man keine hatte.

x 1 #4


HeavyDreamy
Zitat von Sincerite:
Ich selbst bin mittlerweile der Meinung, dass sein gesamtes Verhalten auf sein schlechtes Selbstwertgefühl zurückzuführen ist.


Ganz anders bei ihm:
Er hat ein Problem mit seinem Selbstbewusstsein.
Braucht Bestätigungen nach aussen und braucht Menschen, die er kontrollieren und runtermachen kann, damit er sich gut fühlt.

Ganz armselige Wesen sind das. Aber ja.

Ich finde es super von dir, dass du dich von ihm hast lösen können und gut, dass du dir Gedanken machst, wie du in Zukunft solche Menschen früher aus deinem Leben verbannen kannst Lachendes Gesicht

x 2 #5


S
@HeavyDreamy und @PapaEmeritus danke Euch, ich bin gerade stark berührt, weil es jemanden interessiert, wie es mir geht.
Mein Anteil war auch, dass ich zwar spürte, dass sich etwas nicht gut anfühlte, aber ich erkannte nicht, dass es Respektlosigkeit war oder dass meine Würde verletzt war. Das weiß ich heute. Ich dachte dann noch, dass ich permanent etwas hätte abgrenzen müssen und das hätte auch die Atmosphäre beeinträchtigt. Ich habe falsche Schwerpunkte gesetzt. Es stimmt, dass Respekt und Wertschätzung das Fundament für alles ist.
Ich bin vor langer Zeit dazu gekommen, dass ich wertvoll bin, weil mein Selbstwert angeboren ist, so wie bei allem, was existiert. Egal, was andere sagen, mein Selbstwert ist bildlich gesehen angewachsen. Aber ich habe mich bis vor kurzem nie gefragt, was ich mir wert bin und ob ich irgendwem erlaube, meinen Selbstwert auf irgendeine Art und Weise in Frage zu stellen oder so zu tun, als ob es ihn nicht gibt. Mich würde interessieren, wie Dein Buch heißt, HeavyDreamy.
Die Worte Schuldumkehr und Gaslighting kannte ich bis vor ein paar Monaten noch gar nicht. Wenn ich nur fühle, dass etwas komisch ist, aber nicht erkenne, warum es komisch ist, kann ich mich gar nicht abgrenzen. Jetzt habe ich schon etwas mehr Worte. Ich kenne zwar z.B. das Wort Spott, aber ich erkannte erst vor kurzem, wann es Spott war, der mich verletzte. Ich würde heute gleich von Anfang an meine Grenzen setzen.

#6


PapaEmeritus
@Sincerite

Dass man manchmal nicht genau weiß, was los ist, ist ja die Krux bei diesen Geschichten. Könntest du sofort den Finger in die Wunde legen, könntest du dich wahrscheinlich eher von bestimmten Dingen und Menschen abgrenzen. Das Verhalten ist selten laut und aggressiv, sondern oft sogar ruhig und eher realitätsverzerrend. Wichtig ist; dass du dich mit dir beschäftigst. Was möchtest du, und was nicht. Was fühlt sich gut an, und was nicht. Und wenn sich was nicht gut anfühlt, versuchen es zu klären, wenn das nicht funktioniert, dann weg damit.

x 1 #7


HeavyDreamy
Zitat von Sincerite:
Mich würde interessieren, wie Dein Buch heißt, HeavyDreamy.

Das Buch heisst "Die Kraft der Wertschätzung" von Eva Wlodarek


Zitat von Sincerite:
Wenn ich nur fühle, dass etwas komisch ist, aber nicht erkenne, warum es komisch ist, kann ich mich gar nicht abgrenzen. Jetzt habe ich schon etwas mehr Worte

Ja, das kenne ich von früher. Komische, negative Gefühle, aber wusste nicht warum.
Jetzt weiss ich es und ich bin mir sicher, weil du auch sehr gut selbst reflektieren kannst, dass du da auch super daraus lernen kannst Lachendes Gesicht

x 1 #8


S
@PapaEmeritus und @HeavyDreamy
Danke für den Buchtitel !
Ja und das Verhalten war auch subtil. Das ordentliche Abgrenzen habe ich in meiner Ursprungsfamilie auch nie gelernt. Meine Eltern sind auch oft respektlos mit einander umgegangen, von daher war ich es auch gewohnt. Mein Anteil an der Misere ist es, dass ich gar nicht das Bewusstsein dafür hatte, dass es wichtig ist, mich von Anfang an abzugrenzen.

x 1 #9


PapaEmeritus
@Sincerite

Grenzen bedeuten ja: bis hierhin und nicht weiter. Man kann im Endeffekt nur hoffen, dass sich das gegenüber dran hält. Wenn Grenzsetzung aber nicht akzeptiert wird oder sogar zu noch mehr Grenzüberschreitung führt, dann muss man eben für sich die richtigen Entscheidungen treffen. Anscheinend bist du da auf einem guten Weg.

#10


A


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