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Trennung von Borderliner - Austausch und Erfahrungen

Alinia

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. eigenes altes Verlassenheitstrauma

Liebe Leser,

ich suche Austausch zu Leuten, die sich auch von einem Borderliner / narz. Persönlickeitsstörung etc. trennen wollen oder getrennt haben, so wie ich es gerade dabei bin, zu tun, bzw. vielmehr, es wieder einmal zu versuche, mich endlich zu trennen.

Bei mir kommt noch ein altes, frühkindliches Verlassenheitstrauma hinzu, was mir die Trennung besonders schwer macht. bin teils am Leiden ohne Ende

Ich hatte heute nachmittag schon mal meine Situation beschrieben (vielleicht. etwas chaotisch und unvollständig - ich war in einem Trennungsschmerzloch).

Dazu noch:
@ Alena-52: Einen lieben Dank für Deine hilfreiche Antwort.

Die Trennung von einem Borderliner u.a. scheint sehr schwer zu sein, man / ich fühlt sich ausgelaugt ohne Ende. Ich habe mich aussagen lassen wie von einem Parasit.

Leider war es ein schleichender Prozess, so dass ich es nicht sofort gemerkt habe, sondern immer so nach und nach habe ich gemerkt, dass was nicht stimmt, bis sich das immer mehr erhärtete. das hat einige Jahre gedauert, bis es dann klar war (andere in seiner Familie auch betroffen, u.a. von Schizophrenie; Diagnose Therapeut etc.).
Es sind so schlimme Sachen passiert, das würde jetzt den Rahmen sprengen, alles aufzuschreiben. aber es wütet noch in meiner Seele, und daher würde ich mich gerne austauschen.

Ich hatte früher bereits mehrere Beziehungen zu ganz "normalen" Männern, auch dort war ich nicht gerade sehr begabt bez. Trennung, egal, ob aktiv oder passiv.

Aber das jetzt gerade ist wirklich die Härte pur ! So viele Vertrauensbrüche, Gefühlsachterbahnen und vor allem sein chronisches zwanghaftes Lügen haben riesen Wunden in mir hinterlassen, teils habe ich das Gefühl, daran zu zerbrechen, obwohl ich auch starke Seiten an mir habe und auch ein Stehaufmännchen sein kann. aber in dieser Sache sehe ich nicht das Ende des Tunnels.

Es ist ein riesen Mist.

Würde mich sehr über Austausch freuen.

Danke fürs Lesen.

LG Alinia

30.06.2013 22:21 • #1


guter_tipp

Liebe Alinia

Lies dich hier mal durch. Vielleicht kann dir das helfen. Ich selbst war vor Jahren mit einem Borderliner verheiratet. Ist nicht einfach. Kann dich sehr gut verstehen.


LG

03.07.2013 18:52 • x 3 #2


Alinia


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Hallo guter tipp,

vielen Dank für die Antwort nebst Link, sehr hilfreich !

Warst Du während der Beziehung / Trennung auch so ganz unten, wie ich es bin ?

03.07.2013 19:24 • #3


guter_tipp

...freut mich das ich dir etwas damit helfen konnte.

Ja ich war oft ziemlich überfragt. Ich wusste ja nicht das er Borderline hat. Diese Stimmungsschwankungen haben mich immer ziemlich irritiert. Die Trennung verlief ziemlich abrupt. Also wirklich von heute auf morgen. Gestern hat er noch jedem erzählt wie glücklich er ist und wir ein Kind bekommen werden (wobei ich nichtmal die Pille abgesetzt hatte) und am nächsten Morgen wollte er die Ehe nicht mehr, weil er mich zu sehr liebte
Abends wollte er die Ehe dann doch weiterführen, er wäre nur für einen Moment verwirrt gewesen und Tags drauf dann genau die gleiche Geschichte wieder . Tja und paar Tage hin und her hab ich einfach den Strich gezogen. Danach kamen dann die Vorwürfe, ich wäre eifersüchtig und misstrauisch gewesen. Hätte ihn eingeengt und und und....Naja..was soll ich sagen! Er hatte es sogar fertig gebracht meinen damaligen Chef zu überreden, dass er an unserem Weihnachtsessen teilnehmen durfte nur weil er es nicht ertragen konnte wenn ich ohne ihn was unternommen habe. Überhaupt hat er immer alles so gedreht, dass er immer dabei war. Und wenn es mal nicht zu drehen ging, hat er mir so lange seine Laune gezeigt und Vorwürfe gemacht, bis ich keine Lust mehr hatte weg zu gehen.
Er hat mich über finanzielle Dingen belogen, oder ist nachts aus dem Bett geschlichen und weggefahren (wohin weiss ich garnicht hatte nie gefragt) und morgends dann wieder ins Bett gelegt und gedacht ich hätte es nicht mitbekommen. Hatte angeblich Meetings bis morgends um 4 Uhr usw.

Auf der anderen Seite war er so charmant, aufmerksam, liebevoll usw. wie ich es bei noch keinem Mann erlebt hatte. Ich habe mich wie die wundervollste und begehrteste Frau der Welt gefühlt. Ich habe ihn sehr, sehr geliebt.
Ich konnte es nicht fassen als das Ende kam. Und nie eine befriedigende Antwort zum Grund der Trennung erhalten, bis ich erfuhr das er Borderliner ist. Ich wusste von der Krankheit nichts. Hab mich in die Materie eingelesen und dann verstanden was da abging.
Ich selbst litt wie Sau unter der Trennung. War Wochenlang im Bett gelegen, hab mich krank gemeldet, hatte Schlafstörungen usw... bis hin zur Therapie (um zur Erkennnis zu kommen dass ich keine Schuld trug )

Er hatte natürlich kurze Zeit später schon wieder die nächste Liebe am Start

Also nur ein kleiner Überblick wie es bei mir abgelaufen ist. Vieles weiss ich auch schon garnicht mehr, da es jetzt doch schon einige Jährchen her ist.

Mach dich nicht abhängig von ihm. Eigentlich hast du keine wirkliche Chance. Er wird dich einfach weiter auslutschen. Und schlimmstenfalls verlassen für eine andere, welche er jetzt evt. schon sucht.

Wünsche dir viel Glück und Kraft

04.07.2013 00:14 • x 5 #4


Alinia


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Liebe guter tipp,

ich danke Dir sehr für Deine Zeilen, sie helfen mir sehr !

Es sind wirklich sehr viele Parallelen da. Dieses ganze, tief widersprüchliche Verhalten dieser Menschen, das sich jeglicher Logik entzieht...für mich wirkt es wie ein Gehrinwäsche. Auch ich wusste anfangs nicht, was da läuft, kannte mich bis dahin auch noch nicht mit diesem Thema aus.
Und ja, er hatte auch diese Blenderseiten.

Dein Schlussatz "Mach dich nicht abhängig von ihm. Eigentlich hast du keine wirkliche Chance. Er wird dich einfach weiter auslutschen. Und schlimmstenfalls verlassen für eine andere, welche er jetzt evt. schon sucht. " ist sehr hilfreich für mich, und sehr wahr. Ich weiss an sich auch, dass ich keine Chance mehr habe, ich hänge noch darin fest, es umzusetzen und durchzuziehen.
Ja, und er sucht jetzt schon eine Andere, via Internet, alleine das ist - unabhängig von den ganzen anderen Sachen - schon sehr demütigend.

Es beruhigt mich, dass man es wohl schaffen kann, da raus zu kommen, so, wie Du es geschafft hast, und das freut mich echt für Dich. Im Moment erscheint es mir aber, wie gesagt, noch sehr schwer.

Wie lange ward Ihr denn zusammen ?

Bei mir geht das jetzt seit 4 Jahren.

Hatte er auch immer zwanghaft gelogen ?

LG Alinia

04.07.2013 12:49 • x 1 #5


Pflänzchen

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Hi,
Lügen und Manipulationen gehören aus unserer Sichtweise eindeutig dazu. Wobei die BLPs das für sich nicht so sehen (gestörtes bzw. kein eigenes Selbstbild) Viele wissen zwar durch erworbene Lebenserfahrung, dass das nicht "normal" ist, empfinden aber ihre Handlungen emotional keineswegs so. Man sollte immer daran denken, dass die Menschen anders ticken... Vieles versteht man nicht und schiebt es deshalb weit von sich weg. Erst wenn man es wirkl. einem Borderliner zuordnet, ergeben diese Handlungen ein Bild für uns.
@Alinia, such dir auf alle Fälle prof. Hilfe wenn Du da nicht allein rauskommst!

04.07.2013 13:38 • x 4 #6


Pflänzchen

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Hi,
Lügen und Manipulationen gehören aus unserer Sichtweise eindeutig dazu. Wobei die BLPs das für sich nicht so sehen (gestörtes bzw. kein eigenes Selbstbild) Viele wissen zwar durch erworbene Lebenserfahrung, dass das nicht "normal" ist, empfinden aber ihre Handlungen emotional keineswegs so. Man sollte immer daran denken, dass die Menschen anders ticken... Vieles versteht man nicht und schiebt es deshalb weit von sich weg. Erst wenn man es wirkl. einem Borderliner zuordnet, ergeben diese Handlungen ein Bild für uns.
@Alinia, such dir auf alle Fälle prof. Hilfe wenn Du da nicht allein rauskommst!

04.07.2013 13:38 • #7


Alinia


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Pflänzechen, danke für deine Zeilen, interessant und aufschlussreich.

Was meinst Du mit "Lügen und Manipulationen gehören aus unserer Sichtweise eindeutig dazu."
--> also mit "unserer" ?
LG Alinia

04.07.2013 14:20 • #8


Pflänzchen

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Nun, was ich meine ist, dass ein Borderliner sich nicht selbst als derjenige begreift, der lügt und manipuliert. Für ihn sind das die Vorgehensweisen, um seine Ziele und Wünsche zu erreichen. Wir sehen es als Vertrauensbruch, aber im fehlt die Empathie, das nachzuvollziehen. Ich hab da Erfahrungen: mein Ex hat mir allen Ernstes gesagt, dass er ja in seinen Seitensprüngen immer nur wieder mich gesucht hat und die Bestätigung, dass ich die einzig wahre, echte Liebe für ihn bin...
Und ich habe das geglaubt und auch die Therapeutin meinte, das würde er für sich nicht als Ausrede sondern wirklich so sehen. Heftig für uns Stinos oder?

04.07.2013 14:42 • x 1 #9


Pflänzchen

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Also ich war ihm da wirklich so verfallen, dass ich das akzeptiert habe! Ist doch krass.
Inzwischen weiß ich, wie das alles in sein "Weltbild" passt --- ich mag hier nicht immer von Krankheitsbild sprechen weil ich nicht weiß, ob das "gestörte Ich" wirklich krank ist. Aber normal ist es eben nicht für Menschen, die anders empfinden... trotzdem sehen sich die meisten Borderliner ja sws nicht als kranke oder ist bei deinem die Diagnose erstellt worden und B) nimmt er sie und die Therapie dafür auch an?

04.07.2013 14:46 • x 1 #10


Alinia


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Pflänzchen,

was Du eben geschrieben hast, habe ich auch so erlebt in Bezug auf Vertrauensbrüche (noch nicht mit bereits erfolgten Seitensprüngen, aber auf anderen Ebenen, aber wohl ebenso heftig), die ich so unfassbar fand, und er fand das normal, was ich widerum noch mehr unfassbar fand...
Wenn ich diese Sachen ansprach --> sie kamen echt nicht bei ihm an, ich hätte diese Sachen ebenso an Greenpeace mitteilen können, anstatt an ih, es hätte die gleiche Wirkung gehabt, nämlich, dass es bei ihm einfach nicht ankommt.

Du hast es wirklich gut erklärt, danke Dir !

Wie lange warst Du mit ihm zusammen und wie lange hast Du gebraucht, um da wieder rauszukommen ?

"Stino" = Stinknormal ?
LG Alinia

04.07.2013 14:53 • x 1 #11


guter_tipp

Liebe Alinia

Ich kann dir garnicht richtig sagen was und wieviel gelogen und was die Wahrheit war. Im Nachhinein habe ich ein paar Dinge raus bekommen. Eben z.B. wegen der Finanzen, da ich zu seinem Bankberater bin und mit ihm über einige Sachen gesprochen habe. Zum Glück hatten wir kein gemeinsames Konto. Es war immer unglaublich wie euphorisch er war, wenn wir irgendeine Sache anschaffen wollten. So z.B. wollten wir uns Selbsständig machen. Er hat das angeblich mit den Finanzen mit seinem Bankberater besprochen und den nötigen Kredit geordert. (Was nicht stimmte) Angeblich hat dann der Buchhalter seines Vaters davon abgeraten und der Vertrag wurde nicht unterschrieben. Oder wir wollten ein Haus kaufen. Hätten dafür 10 000 Euro Sicherheiten gebraucht, die er sich von seinen Eltern leihen wollte und den Rest...natürlich wieder über sein Bankberater. Immer wenn ich erwähnte das ich mich vllt. auch mal irgendwie beteiligen will und ja auch Geld aufnehmen könnte, hatte er es abgeblockt. Und Später wie schon gesagt, war ich bei diesem Bankberater, der mir dann erzählte das mein Ex nie in irgendeiner Weise irgendwas beantragt hätte. Und auch seine Eltern wussten nicht's von Hauskauf oder Selbstständigkeit.

Insgsamt waren wir 4 Jahre zusammen, davon 1.5 Jahre verheiratet.

Gut aus der Geschichte rausgekommen...ja vllt. Ich hab keinen finanziellen Schaden getragen, aber einen emotionalen. Und glaub mir nach 4 Jahren Therapie hätte ich wahrscheinlich einen finanziellen Schaden vorgezogen. War ein hartes Stück Arbeit wieder die Frau zu werden die ich früher immer war.

Alles Gute

04.07.2013 15:44 • x 2 #12


Pflänzchen

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Alina,
stino = stinknormal )
naja, niemand ist svl ganz normal.
Wir ja letztendlich auch nicht (mehr), denn wir sind ja in eine co-Abhängigkeit geraten und ticken deshalb auch nicht mehr ganz normal wie andere leute bei Trennungen.
Insgesamt ging da 8 Jahre, wobei ich die ersten 3-4 jahre bis auf kleine Unstimmigkeiten wenig gemerkt habe. Es war wunderschön, er trug mich auf Händen. Obwohl Anhaltspunkte von Anfang an da waren, aber die kannte ich nicht. Er hatte akute und panische Angst allein zu sein, keine sozialen Kontakte und keine eigenen Hobbys. Erklärung war, dass die frau von der er sich getrennt hatte, das alles nicht wollte und ihn nur in die Familie "eingeklammert" hätte. ich habs geschluckt ... auch die unmögl. beziehung, tw. hass, auf seine Eltern, weil die ihn nicht großgezogen hatten sondern zur Oma abgeschoben. In vielen situationen (nicht mich betreffend) kam er mir hartherzig und mitleidlos vor. Nicht bewusst, aber er hat da wirkl. nichts gefühlt, glaube ich. Ich hatte mal im PR bereich in einer Situation mit einem Unfall mit 23 Toten zu sein, ich war fix und alle und habe nur noch geheult. sein Kommentar "was solls, ich würde doch die leute gar nicht alle kennen ..."Doll nicht?
das heißt, unfassbar eigentlich.

04.07.2013 15:44 • x 1 #13


Pflänzchen

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Hi, guter_Tipp.
Ja, auch das kenne ich. Totale Euphorie als meiner sich selbständig machte, Konnte nicht mal die Kündigung bzw. Aufhebung des Vertrages abwarten sondern hat fristlos selbst gekündigt. Und innerhalb von 2 Jahren 100.000 € in den sand gesetzt! Sein lebenswerk, wie er heute jammert! Zum Glück waren wir nicht verheiratet und ich auch nicht beteiligt an dem Projekt weil ich seinen partner nicht leiden konnte.
Apr. Partner, als er den gefunden hatte und ich meine (berechtigten) Zweifel äußerte, hat er mit mir! eine Kontaktsperre von 6 Wochen durchgezogen, damit ich die Projektplanung nicht negativ beeinflusse und das gute Verhältnis zu seinem Partner beeinträchtige! Inzwischen ist der gute Mann natürlich "totes Fleisch" für ihn, weil er ihn so enttäuscht und getäuscht hätte. ich glaube aber inzwischen, er wollte alles so euphorisch und toll sehen ... und ist genauso schuld. der hat ihn maßlos überschätzt, was ich von Anfang an gesehen habe.

04.07.2013 15:53 • #14


Alinia


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Pflänzchen, 8 Jahre ist viel ! Ich bin jetzt nach 4 Jahren schon fix und alle .
Ich habe es am Anfang auch nicht so gemerkt, was los ist mit ihm, sonst hätte ich mich wohl nicht so eingelassen. Ich habe es erst seit ca. 1/2 Jahr gemerkt, und da war ich emotional schon an ihn gebunden (.

Und was Du eben noch über sein Verhalten beschrieben hast, habe ich so ähnlich auch mit "meinem" erlebt - Lügen auch in Bezug auf Sachen, wo klar war, dass es auffliegt, und mangelnde Empathie in krassen Sachen

Was hälst Du von der These, dass es mir so schwer fällt, loszulassen, weil ich lieber den Schmerz mit ihm hinnehme, statt mir selbst einzugestehen, dass ich einen Fehler gemacht habe, nämlich mich auf ihn einzulassen ?(Weil mir Letzteres vllt. noch mehr weh tun würde).

04.07.2013 16:03 • #15




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