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Herz Gedicht

jan1

jan1
Mitglied

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Ist ein Herz pulverisiert,
rieselt es durch aller Hände,
schwebt unaufhaltsam weg.

Nun unzerstörbar,
sicher daheim,
kann es nicht zerrissen,
nicht geklaut,
nicht verletzt und
nicht ergriffen werden.

Die Zeit setzt es zusammen,
um es dann,
irgendwann,
schöner, grösser und heller,
wieder zu verlieren.

von mir - 2023

. ich bin aktuell noch in Zeile 2 .

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U
Als die Freiheit ging

Man sagt, sie sei ganz leise fort,
verließ uns nicht mit Pomp und Wort.
Kein Aufschrei, keine großen Gesten,
nur Zettel, Zonen, Wartelisten.

Ein Platzverweis, ganz klein, am Rand,
ein Schild mit Pfeil, ein Absperrband.
Die Warnung, die kein Mensch mehr sah –
so fing es an, ganz unscheinbar.

Sie stand erst da, mit Sorgenfalten
und mahnte: „Lasst doch Vorsicht walten…“
„So bitte, gebt doch auf mich acht,
noch bin ich hier…“, sprach sie sehr sacht.

Die Angst wuchs still, gewann an Macht,
die Freiheit murmelte: „Gebt acht…“
Doch wich zurück, ganz still und leise
auf ihre altbekannte Weise.

Sie sah, wie wir uns selbst beschworen,
die Rücksicht Pflicht, das Ich verloren.
Das Gewissen – fein dressiert,
wir von Ängsten korrumpiert.

Die Freiheit stand am Fenster noch,
doch sie war tief in einem Loch.
Sie sah uns an und wurde blass:
„Ihr wollt mich nicht? Dann mach ich Platz.“

Die Angst war neu, doch schnell war klar,
was hier die Freiheit kommen sah.
Sie sah uns zu, sie sah uns wimmern,
sie sah, wie wir es noch verschlimmern.

Wir klickten stumm durch Katastrophen,
die Angst begann, sich aufzubauschen.
„Verzicht ist Stärke!“ rief ein Star,
„Geh nicht raus – sei wunderbar!“

Die Freiheit lachte, trocken, schief,
und winkte noch – doch alles schlief.
Sie murmelte: „Ihr merkt es kaum…
Ihr nehmt euch selber Raum für Raum.“

Die Angst nahm Platz, sehr laut, sehr nah,
und Ausgrenzung war plötzlich da.
Sie taten mild, sie gaben Halt,
doch Herz und Hände wurden kalt.

Die Freiheit tastete nach Sinn,
und spürte: Sie fällt einfach hin.
Sie fragte: „Bin ich denn noch recht?“ –
doch Angst war laut – und leider echt.

Sie flüsterte: „Ich bin noch da –
doch eure Angst ist laut und nah.
Ihr habt sie lieber, macht das Sinn?
Und mich schickt ihr woanders hin?“

Wir hörten sie – doch blieben stehen,
zu voll von Angst, um mitzugehn.
Wir sah’n sie weinen, sah’n sie flehen –
und ließen stumm die Tür zugehen.

Sie blieb noch kurz, ganz still, verletzt,
vom klaren „Tschüss“ so tief entsetzt.
Es hat sie niemand mehr gefragt,
ihr war, als hätte sie versagt.

Die Angst war nun an ihrem Ziel –
aus Angst vor dem, was Freiheit will.
„Zu riskant“, hieß unser Schwur –
wir schlossen selbst die Freiheitstür.

Und nun scheint sie uns verloren,
verweht, verdrängt, wie nie geboren.
Wir fragen uns: „War sie denn je?“
Als wär sie Wunsch und Utopie.

Sie sieht uns noch, aus kalter Ferne,
ihr Blick – kein Trost, nur dunkle Sterne.
Verzeiht sie uns? Wer weiß, wer fragt…
Wir waren’s, die sie fortgejagt.

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