CarolBeer
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ich habe letzten Samstag die Beziehung zu einem Mann beendet, nachdem ich mir über einen Monat mit angesehen habe, wie es immer schlechter wurde.
Es gab schon lange vorher Anzeichen, dass wir nicht miteinander glücklich werden auf lange Sicht, obwohl von beiden Seiten starke Gefühle da waren. Wir erwarten ganz unterschiedliche Dinge vom Leben, und ich habe nach vielen Gesprächen und Versuchen, die Risse zu kitten, die Hoffnung aufgegeben, dass wir uns da annähern.
Wir hatten einige nicht sehr schöne Episoden hinter uns und auch ein gescheitertes Zusammenleben. Ich wollte dann einen Neustart versuchen und die Vergangenheit endlich ruhen lassen, er stimmte zu, für vier Tage ging es gut, dann fetzten wir uns wieder über den dämlichsten Sachen.
Am Ende war mir jeden Tag schlecht und ich hab geheult, und er war kalt und abweisend und ignorierte oder beschimpfte mich. Ich bin an meine Grenzen gestoßen, also hab ich halt eingesehen, dass es zu Ende ist, und ihm das mitgeteilt. Er sagte, ich würde weglaufen, und war sehr sarkastisch, aber ich hab kein Licht am Ende des Tunnels für uns mehr gesehen. Ich hab ihn nicht als Buhmann hingestellt, ich schätze, unsere Dynamik war einfach fürn A* und irgendwie eher eine Art Abhängigkeit als gute Beziehung.
Die Entscheidung, Schluss zu machen, bereue ich nicht die Bohne, im Gegenteil. Ich weiß für mich, dass ich mit ihm nicht glücklich geworden wäre, und er mit mir auch nicht.
Einen Tag nach dem Schluss machen starb dann meine Katze aus heiterem Himmel, die bei meinen Eltern lebt. Kerngesund scheinend, 10 Jahre alt, plötzlich tot. Ich heulte mir die Augen aus dem Kopf und fühlte mich von Gott und der Welt verlassen.
Als ich Schluss gemacht habe, habe ich ihn auf Facebook gelöscht, blockiert, und ihm gesagt, dass ich eine Zeit lang keinen Kontakt möchte. Wir stimmten darin überein, dass wir vielleicht irgendwann mal Freunde sein können, aber nie mehr eine Beziehung haben werden.
So weit, so gut. Das ist ja auch alles erst 3-4 Tage her. Aber irgendwie KAPIER ich es nicht. Obwohl ich es ja schon seit Wochen wusste, dass es zerstört ist, und ich auch Schluss gemacht habe. Obwohl ich schon seit Januar täglich geheult und um die Beziehung getrauert habe. Obwohl ich, als ich es dann endlich beendet habe, gar nicht mehr so traurig war, nur noch leer.
Wir wollten im Mai zusammen Urlaub machen und noch zusammen zu meinen Eltern fahren, wie an Weihnachten.
Ich habe Fotos hier, wie wir zusammen mit der Katze spielen.
Und es kommt in meinem Hirn einfach nicht an, dass das vorbei ist. Es gibt weder Katze noch Freund in meinem Leben jetzt. Es ist aus. Sie ist tot, er ist weg. Wir werden NIE WIEDER so zusammen sein. Kapitel beendet.
Und gefühlt fahre ich trotzdem mit ihm in Mai in den Urlaub und besuche meine Eltern + Katze. Sitze in der Küche und freu mich drauf, und raff nicht, dass es nicht stattfinden wird. Bis es mir einfällt, mich diese Erkenntnis gefühlsmäßig aber auch nicht erreicht. Wir fahren doch bald weg und alles ist wie früher.
Ich träume sogar davon, dass ich mit ihm nach Hause fahre und meine Katze ist gar nicht tot, und alles beim Alten. Ich will gar nicht wieder mit ihm zusammen sein. Es hat nicht funktioniert.
Vielleicht ist da auch das Problem, dass wir gesagt haben, wieder Freunde zu sein irgendwann, und ich mir das momentan nicht vorstellen kann, mit ihm nur befreundet zu sein. Ich stelle mir vor, dass wir guten Kontakt haben, uns vielleicht sehen, und dann doch wieder zusammenkommen, weil unsere Chemie so gut ist. Ist sie wirklich, so komisch es klingt.
Ich würde gerne anfangen, mich auf meine Zukunft zu konzentrieren, hänge aber halt noch voll in der Verdrängung.
Kennt ihr dieses gefühlsmäßige Nichtbegreifen, und wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr es überwunden habt?
Wieso kommt keiner und zertifiziert mir persönlich, ein viel besserer Mensch zu sein als er, mit viel besseren Zielen und Ansätzen? Dann könnte ich ihm eine Kopie schicken.