T-Spoon
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10. Juli (oder: Sodastream)
Seit der Trennung vor ein paar Tagen haben wir uns nicht mehr gehört oder gesehen, irgendwann werden wir Schlüssel austauschen müssen. Ansonsten gibt es in meiner Wohnung nichts, das dir gehört. Nicht mal eine Zahnbürste. Der Gedanke erscheint mir nach über 4 Jahren ziemlich befremdlich. Wir haben oft getrennte Leben geführt und uns eigentlich immer nur stundenweise gesehen. Für manche Paare bestimmt ein ideales Arrangement.
Jetzt sitze ich also alleine in meiner Wohnung und alles ist wie immer. Ich fühle Schmerz, ich erlebe ein absolutes Gefühlschaos, aber deine Abwesenheit kann ich momentan kaum beweinen, weil ich mich daran gewöhnt habe. Ich vermute, die Sehnsucht wird in ein paar Tagen größer, wenn ich realisiere, dass es wirklich vorbei ist.
Was ich heute betrauere, ist das „Was-Wäre-Wenn“. Den Kleinmädchentraum. Heiraten, Zusammenziehen, bis dass der Tod uns scheidet, in guten wie in schlechten Zeiten. Dabei bin ich eigentlich kein besonders konservativer Mensch.
Ich habe oft darüber gescherzt, dass ich gerne einen Sodastream kaufen würde, wenn wir zusammenziehen und endlich Platz dafür ist. Ich brauche keinen Sodastream, aber er hatte für mich einen symbolischen Wert. Genauso wie der Toaster und das Waffeleisen.
Ich wollte abends mit Dir kochen und morgens mit Dir aufwachen. Gemeinsam Kaffee trinken, das Wochenende planen, im Supermarkt einkaufen. Ich wollte mit dir vorm Fernsehen einschlafen. Gespräche bis 3 Uhr morgens führen. Eigentlich wollte ich die ganz alltäglichen, banalen Dinge, die du meistens langweilig fandest.
Aber wenn ich ehrlich bin, hat mir nicht die räumliche, sondern die emotionale Nähe in den letzten Jahren gefehlt, weil wir sie so selten herstellen konnten. Ich bin innerlich vereinsamt, und jetzt trifft mich diese Einsamkeit mit einer noch größeren Wucht als bisher.