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Meine Griechin und ich

Till-Sander

Till-Sander
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Als ich vor einigen Jahren meine griechische Freundin über eine Dating App kennen lernte war die Welt in Ordnung und ich wusste noch nichts von ihrem inneren Zustand. Wir genossen die Zeit der Verliebtheit. Sie hatte damals wenig Geld und ich bezahlte für Urlaube, Essen gehen und Konzerte und dies war auch völlig okay. Das sie unter Minderwertigkeit litt wusste ich noch nicht:

Angst vor Lächerlichkeit: „Ich habe Angst, mich lächerlich zu machen.“
Gefühl der Unterlegenheit: „Ich schäme mich für mich selbst und dafür, wie ich bin.“
Minderwertigkeit gegenüber anderen: „Ich habe das Gefühl, dass alle anderen besser, klüger oder schöner sind als ich.“
Angst vor Ablehnung: „Ich traue mich oft nicht, etwas zu sagen, weil ich denke, es ist sowieso falsch oder dumm.“
Selbstzweifel: „Ich verstehe nicht, warum du überhaupt mit mir zusammen sein willst.“
Innerer Rückzug: „Manchmal möchte ich mich am liebsten verstecken, damit mich niemand sieht oder bewertet.

Später erfuhr ich dann, dass sie ein Kofferkind war, also als Baby bei ihren Großeltern abgegeben wurde, damit ihre Eltern hier bei uns arbeiten konnten.

Meine Freundin lebt aktuell mit über 50 Jahren noch bei ihren Eltern und ihrer Tochter.
Vielleicht liegt es an der Kultur habe ich mir so gedacht.

Sie arbeitet bei ihrem autoritären Bruder. Dieser spielt in diesem System den Patriarchen.

Ich hatte immer das Gefühl nicht Priorität zu sein, die Familie ging meistens vor.
Als ich dem Bruder mal sagte ich muss oft wegen Deiner Familie zurückstecken, wollte er mir o Ton auf die Fresse hauen. Ich ging dann und er rief hinterher: Du Baby, Du Baby.

Leider hat mich meine Freundin hier nicht wirklich in Schutz genommen, was ich eigentlich erwartet habe.

Später habe ich dann entdeckt, das ihr Bruder ihr eine Gehaltserhöhung gegeben hat, und sie so um die 1500 Euro monatlich für sich und ihre Tochter spart. Erzählt hat sie es mir nicht.

Ihre Mutter hat immer den Kopf weggedreht wenn ich ihr die Hand gab, was wohl auch ein Zeichen war.

Meine Freundin sagte, es war ihre erste Beziehung mit mir in der man offen reden kann, sie hat kommunizieren nie gelernt.

Ich habe ihr öfters Fragen gestellt, wie, wollen wir uns nicht auch mal öfters in der Woche sehen oder möchtest du nicht mit Deiner Tochter zu mir ziehen. Sie hat dann nicht wirklich geantwortet und dicht gemacht.

Ich habe die Beziehung dann irgendwann beendet und noch viele Fragen aber keine Antworten mehr bekommen, auch von ihrer 16 jährigen Tochter nicht, für die ich fast ein Vater war.

Der Liebeskummer tut trotz allem weh und ich vermisse meine Freundin. Heilen konnte ich unsere Beziehung nicht, ich bin kein Therapeut und sie hätte daran arbeiten müssen, so denke ich.

Sie sagte immer es tut mir auch weh wenn Du leidest, ich liebe Dich.
Es folgten leider keine Taten.

x 1 #1


alleswirdbesser
Zitat von Till-Sander:
Als ich vor einigen Jahren meine griechische Freundin über eine Dating App kennen lernte


Zitat von Till-Sander:
auch von ihrer 16 jährigen Tochter nicht, für die ich fast ein Vater war.

Ich habe da ein großes Fragezeichen, wie geht das? Ihr habt ja nicht mal zusammen gewohnt.

#2


A


Meine Griechin und ich

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Worrior
@Till-Sander
Boah, was soll Dir so eine Beziehung denn bringen?

x 1 #3


Sonnenschein85
Zitat von Till-Sander:
Als ich vor einigen Jahren meine griechische Freundin über eine Dating App kennen lernte war die Welt in Ordnung und ich wusste noch nichts von ...

Wenn keine Taten folgen dann kannst du nichts machen. Besser du lässt sie gehen als das es sich weiter im Kreis dreht. Manche Dinge kann man leider nicht erzwingen. Versuch dich abzulenken und zu verarbeiten. Aber versuch auch zu verstehen, dass es keinen Sinn macht weiter daran festzuhalten.

x 2 #4


RoteTablette
Zitat von Till-Sander:
Als ich dem Bruder mal sagte ich muss oft wegen Deiner Familie zurückstecken, wollte er mir o Ton auf die Fresse hauen. Ich ging dann und er rief hinterher: Du Baby, Du Baby.

Leider hat mich meine Freundin hier nicht wirklich in Schutz genommen, was ich eigentlich erwartet habe.

Du erwartest, dass deine Freundin dich in Schutz nimmt? In einer so offensichtlich patriarchal geprägten Familie?
Zitat von Till-Sander:
o Ton auf die Fresse hauen. Ich ging dann und er rief hinterher: Du Baby, Du Baby.

... und du hast dich nicht gewehrt. Du hast den Tst nicht bestanden.
Zitat von Till-Sander:
Ihre Mutter hat immer den Kopf weggedreht wenn ich ihr die Hand gab, was wohl auch ein Zeichen war.

Sie haben keinen Respekt vor dir. Du wird nicht als Mann angesehen, sondern als... Baby.
Deine Freundin (die dermaßen unter dem Pantoffel steht und nur patriarchale Gewalt gewohnt ist), kann nicht wirklich was mit dir anfangen. Du entsprichst nicht ihrem erlernten Männerbild.

Mein Rat: Lass das hinter dir. Schließ dieses Kapitel ab und sei froh, dass du noch rechtzeitig den Absprung geschafft hast. Diese Beziehung hätte böse für dich geendet.

x 4 #5


Laetitia2024
Zitat von Till-Sander:
Als ich vor einigen Jahren meine griechische Freundin über eine Dating App kennen lernte war die Welt in Ordnung und ich wusste noch nichts von ...

Ich glaube, ihre Familie war gegen eure Beziehung bzw. hat nicht viel von dir gehalten. Vielleicht wäre ihnen ein Grieche lieber gewesen. Kommt dazu, dass es eine andere Kultur ist. Der Glaube und der Mann stehen an erster Stelle, die Familie geht vor. Sich dagegen aufzulehnen fällt einer Frau, die kein Selbstbewusstsein hat, natürlich schwer. Sie hat wahrscheinlich nur gelernt, sich ihrem Bruder und seinen Ansichten unterzuordnen.

#6


Worrior
Zitat von Laetitia2024:
Der Glaube und der Mann stehen an erster Stelle, die Familie geht vor.

Die Griechen sind ja Orthodoxe, stimmt das?
Unterscheidet die im Glauben so viel von uns Christen?
Ähneln die mehr dem Judentum also alttestamentarisch?
Vielleicht gibts ja einen Expertentip hier, von grieschichen Usern.

x 2 #7


Laetitia2024
Zitat von Worrior:
Die Griechen sind ja Orthodoxe, stimmt das? Unterscheidet die im Glauben so viel von uns Christen? Ähneln die mehr dem Judentum also ...

Als ich in Griechenland war, habe ich erfahren, dass die Kultur doch sehr auf den Mann bezogen ist, den Patriarchen. Und die Familien halten zusammen. Man braucht als Frau da schon Selbstbewusstsein, um sich zu behaupten. Es gibt dort z. B. etliche Geschäfte, die von Frauen betrieben werden, wo der Mann aber im Hintergrund bleibt und das Sagen hat.

x 2 #8


B
Zitat von Worrior:
Die Griechen sind ja Orthodoxe, stimmt das?
Unterscheidet die im Glauben so viel von uns Christen?

Orthodox ist keine eigenständige Religion sondern eine christliche Konfession. So wie katholisch. Oder evangelisch, wobei letztere ein Oberbegriff für unterschiedliche reformatorische Strömungen. Insofern ist deine Frage nicht sinnvoll zu beantworten

#9


alleswirdbesser
Der TE ist offenbar auch nicht sonderlich interessiert.

x 1 #10


M
Zitat von Till-Sander:
Dieser spielt in diesem System den Patriarchen.

Er spielt nicht den Patriarchen, er IST der Patriarch. Was er nicht absegnet, wird nicht gemacht. Wen er nicht duldet, der kommt nicht ins System. Du als Deutscher wirst hier nur einen schweren Stand haben. Auch ihre Mutter mag dich nicht.

Iriechische Familien und deutsche sind sehr unterschiedlich strukturiert. Die Familie, wobei Familie meist nicht nur die engsten Angehörigen meint, sondern sich weit auf Cousins etc. erstreckt, ist das Rückgrat und das Sicherheitsnetz, das man nicht verlässt, wenn es nicht sein muss. Mehrere Generationen unter einem Dach - in Griechenland keine Seltenheit.
An erster Stelle steht die Familie, was zwangsläufig viele Verpflichtungen mit sich bringt. Es ist keine singuläre Gesellschaft und mit der deutschen nicht zu vergleichen.

x 2 #11


Plague
Zitat von Margerite:
Iriechische Familien und deutsche sind sehr unterschiedlich strukturiert.

Kann man in der "My big fat greek wedding"-Trilogie von Nia Vardalos sehr deutlich sehen. 😎

x 1 #12


Worrior
Sollten die Griechen noch Partriarchen für ihre Familienstrukturen suchen würde ich mich gerne bereiterklären.
Ich wollte mich eh beruflich verändern.

#13


A


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