LoveRosie
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Ich liege im wohlig warmen Bett, bin bis zur Brut mit einer Daunenfederdecke zugedeckt und starre die Wand an. Ich bewege meine Zehen auf und ab. Diese innere Unruhe lässt mich einfach nicht in Ruhe. Draussen zirpen die Grillen, ich höre die Nachbarn lachend auf dem Balkon sitzen und die kuscheligen Katzen in trauter Zweisamkeit miauen. Doch da ist diese furchtbar enge Korsage, die sich um meinen Brustkorb schlingt und sich nach jedem Atemzug enger zu schnüren scheint. Natürlich existiert sie nur in meinem Kopf und in meinen Gefühlen, doch wenn ich die Augen schliesse, dann ist sie da und raubt mir dir Luft zum Atmen. Doch heute ist etwas anders. Diese furchterregende imaginäre Enge kommt nicht von irgendwelchen Schuldgefühlen oder Selbstvorwürfen. Diese fast schon klaustrophobische Angst kommt von einer Sehnsucht. Ich sehne mich aber nicht nur nach dir, sondern nach etwas Anderem, Grösseren. Und wenn ich in die Traumwelt abdrifte, stehe ich auf einem Berg. Drehe ich mich nach vorne, erstrahlt die tiefe Weite des mitternachtsblauen Meeres vor mir. Drehe ich mich nach hinten, blicke ich auf ewige Steppen, Felder, Wälder und grasgrüne Bäume - Natur pur. Der wohligwarme Wind bläst mir die Haare ins Gesicht und vertreibt einen süsslich salzigen Duft nach einer Mischung von frischgemähtem Gras und dem Salz der Meere. Ich blicke nach vorne gen Sonne und muss die Hände vor die Augen halten, da sie in blutroten Farben mit orangenen Streifen am Horizont verschwindet. Drei kleine Schwalben fliegen der Sonne entgegen, ihr Gefieder erstrahlt im dunkelsten Blau, das ich je gesehen habe. Es erinnert mich schon fast an die blaue Blume, die ich in meinen Träumen sehe. Dieses Bild prägt meine Gedanken jeden Abend, jede Nacht unbewusst und bewusst und ich habe eins herausgefunden: noch mehr Sehnsucht als nach dir, hege ich für die Ferne.