Diese Zeit, hat es geschafft, dass Menschen, die zu viel Liebe in sich tragen,
nicht mehr lieben wollen, weil Gefühle zu viel sind.
Bindung zu kompliziert,
zu ehrlich,
zu intensiv sind ,
weil wenn jemand heute bleibt, und loyal ist, liebevoll ist ,
heute schon verdächtig wirkt.
Wir wurden groß mit Filmen, in denen Liebe noch mutig war.
Küsse im Regen,
Liebesbriefe handgeschrieben ,
Menschen, die kämpfen für andere Menschen.
Die ältere Generation hat uns Romantik verkauft wie ein Märchen.
Wir sind in einer Welt angekommen, in der Verbindung als Schwäche gilt.
Wo beständiges Nett-, Freundlich- und Zuvorkommen-Sein als Love-Bombing identifiziert wird, aus Angst vor Nähe.
Und der, der herzlich gibt, die Welt nicht mehr versteht, weil sein nettes, normales, herzliches Verhalten, als schädlich, als nicht normal, als zu viel angesehen wird.
Und der, der flüchtet, nicht bei sich hinsieht, dass er ein Problem hat.
Aber der, der flüchtet einfach so weiter macht.
Wir scrollen, wir swipen, auf Partnerseiten oder sonst wo, und wir flüchten vor uns selbst,
und wir fühlen kaum noch. Weil wir Angst vor dem Fühlen haben.
Aus Schutz? Aus Angst? Aus Erfahrung, von Erlebtem …?
Wir machen unser Problem zu einem Problem des anderen, ….ohne es zu merken.
Wir schauen auf andere und fragen, was die für ein Problem haben , ohne bei uns zu schauen, was wir für ein Problem haben.
Menschen suchen sehnsüchtig nach Beziehungen, und sind selbst mit sich nicht mehr verbunden.
Also können sie auch gar nicht mit anderen verbunden sein, weil ihnen die Verbindung zu ihnen selbst fehlt.
Und die, ….die zu viel Liebe in sich tragen,
die immer geben,
warten,
hoffen,
verlieren irgendwann den Glauben, dass es echte Liebe überhaupt noch gibt und dass jemand interessiert.
Nicht, weil sie nicht mehr können, sondern weil sie zu oft fast geliebt wurden
Aber eben nicht ganz,…. Nur fast.
Also geben Menschen auf, weil sie nicht mehr nur halb geliebt werden wollen. Sie wechseln sozusagen die Seite … und sind nun aus ihrer Verletztheit zu vorsichtig, zu misstrauisch.
Menschen trennen sich, weil Beziehungen „nur“ zu 80 % passen, weil sie die restlichen 20 % woanders suchen.
Sie trennen sich wegen dieser „fehlenden“ 20 %, um dann festzustellen, dass ihnen jetzt die anderen 80 % fehlen.
Früher =
Verliebt
Verlobt
Verheiratet
Heute =
Geküsst
Gefixkt
Weg geschickt.
Wir wischen
Wir swipen,
Als ob wir ein Handy, Schuhe, ein Shirt aussuchen und kaufen.
Wir pflegen unser Handy, unser Auto, unsere Kaffeemaschine.
Wir benutzen Menschen… und benutzen diese so, als ob auch bei einem Menschen eine AGB existiert und man ein Umtauschrecht hat.
Anstand, Tugenden, Werte, wünscht und verlangt man von anderen.
Aber für die eigene Person ist es nicht bindend. Wir pochen auf unser Recht, aber vergessen völlig unsere Pflichten.
Wir wünschen uns einen Partner, der so perfekt ist, aus Angst, dass dieser Wunsch nur nicht erfüllt werden kann.
Und wenn er doch dastehen sollte, werden wir belanglose Dinge, das falsche Handy, die falsche Turnschuhfarbe oder sonst eine Nichtigkeit finden, um nicht mit ihm in Beziehung gehen zu müssen……..weil der neue Partner hat ja das Problem, nur nicht wir selbst......