Unser Kennenlernen stand unter keinem guten Stern. Du warst verheiratet, aber die Ehe vor dem Aus. Ich hab es geglaubt. War ich naiv? Warum sollte jemand so etwas behaupten, wenn dem nicht so ist? Ich habe schließlich auch gesagt, dass ich in Trennung lebte und es war ja auch so! Es folgten wunderschöne und grausame Zeiten. Ich war so sehr verliebt. 1 1/2 Jahre ein Hin und Her, Lügen, Schmerzen, Lügen Betteln, Flehen. Ich wollte keine Affäre sein, aber ich war doch eine. Drang auf deine Trennung, machte hunderttausendmal weniger als halbherzig mit dir Schluss. Du hast gebettelt, gefleht und du kannst betteln und flehen! Fühlte mich oft an deiner Seite allein und das lag nicht nur an unserer Fernbeziehung. Habe dir geglaubt, dass deine Trennung kommt. Mittlerweile liebte ich dich doch. Du durftest meinen erwachsenen Sohn kennen lernen, meine Familie und alle. Ich kannte niemanden aus deiner Stadt. Dann deine Trennung, deine eigene Wohnung. Doch trotzdem wurde es nicht entspannt, ich fühlte mich nicht 100 %ig angekommen. Deine dann ja Ex-Frau durfte immer noch nichts von mir wissen. Warum war das so? Langes Hin und Her bis du bei deiner Familie endlich die Wahrheit gesagt hast und durfte ich deine Kindern kennen lernen. Es war nicht leicht, ist ja natürlich, auch die Kinder hatten es nicht leicht. Viele Gefühlsachterbahnen. Ich habe mich in der Verantwortung gesehen und habe versucht alles zu tun, damit unsere Kinder trotz der Trennungen ihrer Eltern einen neuen Ruhepol finden. Wir waren zufrieden, alles klappte gut. Oder? Wir waren doch zufrieden? Hast du doch auch immer gesagt?! Aber ich war nicht wirklich zufrieden. Irgendetwas stimmte nicht! War es die Ex-Frau? Du hast mir versehentlich SMS geschickt, die nicht für mich bestimmt waren, sie waren auch nicht für die Ex-Frau bestimmt, es gab da noch jemanden. Ich bin durchgedreht, war fassungslos. Du hast immer wieder mit mir gemotzt, ich hätte kein Vertrauen, ich hätte ein Problem. Sie schreibt nur ab und an, hast du gesagt und jetzt nie mehr wieder. Immer wieder Reibereien und ich fühlte immer noch etwas, konnte es nicht bennenen. Vertrauete dir nicht mehr. Du warst immer lieb zu mir, kein Weg war dir zu schade. Warum stimmte trotzdem etwas nicht? Du trankst plötzlich, es wurde immer mehr, Streit, unser erster Urlaub viel ins Wasser, deine Kinder kamen mittlerweile jedes Wochenende lieber mit dir zu mir als dass sie zu Hause blieben. Wir hatten keine freien Stunden mehr und dir machte es nichts aus. Was konnte ich sagen? Bring die Kinder mal nicht mit? Das ging doch nicht. Waren doch die Kinder, außerdem hab ich sie doch auch lieb! Also haben wir Pfannkuchen gebacken oder was weiß ich noch alles. Sah alles harmonisch aus. In der Woche Telefonate, die immer weniger wurden und an unseren Wochenden waren wir ein Paar mit Kindern und schliefen abends nur noch nebeneinander ein. Ich fühlte mich nicht mehr wie eine Frau, kam mir vor wie eine Pensionswirtin mit Familienanschluss, einem sehr sehr lieben, aber eben nicht mehr wie eine Frau. Waren wir bei dir, war ich Gast mir sehr sehr liebem Familienanschluss. Du hast mir in unserer gesamten Zeit wohl 1,5 Mio mal gesagt "Ich liebe Dich", manchmal mehrfach in einer Stunde, es klang so bedeutungslos und in den ganzen 4 1/2 Jahren war manchmal so wenig von Liebe zu spüren. Wir hatten viel Spaß, haben viel gelacht und hatten schöne Stunden. Doch - Lügt man wenn man liebt? Vergisst man wenn man liebt? Betrügt man wenn man liebt? Ich wurde abweisender, du sagtest Ich liebe dich und es klang für mich immer hohler. Dann sollten die schlimmsten Stunden meines Lebens folgen. Ich fuhr am Wochenende sehr früh am Sonntag von dir fort. Es war ein völlig belangloses Wochenende das wir verbrachten. Du sagtest Ich liebe dich, aber ich fühlte mich ganz unwohl bei dir und wollte nur noch in mein Zusahuse. Dann kamen die Wochentage, du warst jeden Tag angetrunken, an einem Tag nicht ansprechbar, schicktest mir massenhaft wirre Nachrichten, du WILLST deine Stadt aufgeben, WILLST zu mir ziehen, WILLST aus dem Sumpf raus, WILLST 24 Stunden mit mir zusammen sein, WILLST keine Fernbeziehung mehr. Jeder Satz begann mit Ich will! Ich verstand die Welt nicht mehr, schob es auf den Alk., redete ruhig mit dir, schimpfte, versuchte wieder zu reden, resignierte dann. Die Nachrichten wurden immer mehr, immer wirrer. Du wolltest an dem Wochenende zu mir kommen, aber es ging weder am Donnerstag, weil du getrunken hattest, noch am Freitag, am Samstag und Sonntag hatte ich dann dankend! abgelehnt, aber du wärst auch sowieso nicht gekommen. Das erste Wochenende seit Jahren, dass wir uns nicht sahen. Die Nachrichten wurden immer verrückter und am Donnerstag der darauffolgenden Woche batst du mich um Hilfe und ich soll abholen. Ich fuhr sofort los, war zwei Stunden später bei dir. Du warst in einem desolaten Zustand und völlig glücklich, dass ich endlich da war und dich abholte. Ich packte deine Sachen, wollte dein Handy einpacken und es leuchtete auf, ich ignorierte, es leuchtet wieder auf und da dachte ich, dass es dein Sohn wäre. Ich las die Nachrichten - Mein Süßer lass dir doch von mir helfen. Ich bin sofort bei Dir, wenn du es möchtest. Ich tue alles für dich ......!
Mir wurde übel und es riss mir die Beine weg. Was sollte ich jetzt tun? Ich blieb ruhig und nahm ihn mit zu mir. Bei mir brachte ich ihn in mein Bett, versorgte ihn, nahm mir das Handy, schrieb die Nummer ab und rief sie an. Sie war fürchterlich um ihn besorgt, doch wer sie war, nein das sollte er mir besser sagen. Ich verstand das alles nicht so recht und fragte sie, warum denn nicht sie bei ihm wäre, warum ich insgesamt 400 km fahren musste und wieso sie eigentlich nicht überhaupt ein offizielles Paar wären, schließlich waren wir nicht verheiratet, hatten eine Fernbeziehung, des öfteren Ärger, also wäre es doch ein leichtes ein Paar zu sein! Sie meinte, dass ja das sein Problem wäre. Okay, das war mir alles zu hoch.
Es folgten dann kurze sinnlose Gespräche mit ihm, die ich dann auf den Tag danach verschob.
Ach man, was du dann alles sagtest, wie du mit ihr per sms Schluss machtest unter dem Motto sie würde mit ihrem Schwachsinnsgesappel unsere Beziehung und sein Leben zerstören, war nicht mehr das, was man erwachsen nennt. Ich weiß nicht mehr wie es kam, aber plötzlich schrieb auch ich mit ihr. Schrieb ihr, dass er sagte, dass sie doch nur miteinander geschrieben hätten und sich nie gesehen hätten. Dann kam ihre Antwort: Ich schmeiß mich weg! Wir haben seit drei Jahren eine Affäre! Ich war in seinem Hause und auch schon in der Wohnung, die er davor hatte.
Ich habe ihn geohrfeigt, mehrmals, seine Sachen gepackt, ALLE, bin 400 km gefahren, 200 davon in seinem Beisein, in denen er mich hunderttausendmal anflehte, bettelte, noch viel viel mehr Unsinn redete und ich war wie versteinert. Dann war ich wieder zu Hause und saß vor einem riesigen Scherbenhaufen. Das alles war vor einer Woche!
Es folgten fürchterliche Sms-Schlachten, er liebte mich, ich sei hart, er liebte mich .......................! Es war so grausam, ich hielt es kaum aus und ich empfand es als fürchterlich unwürdig eine erwachsene Beziehung per Sms auszuschlachten!
Ich behielt nicht immer Haltung, äußerte mich auf manche Sms und es wurde immer schlimmer. Vor drei Tagen telefonierten wir miteinander, das heißt, er redete auf mich ein, er wolle zu mir, er bereut alles, es waren keine drei Jahre, sondern viel weniger, Sex höchstens einmal, danach hätte er sich total geekelt, sie wäre eine verkrachte Persönlichkeit usw ................................ und ich spürte, dass er log.
Sie hatte mir erzählt, dass er zu mir ziehen wollte, einen auf heile Welt machen und weiterhin den Kontakt zu aufrecht erhalten will.
Ich legte auf, es folgte noch eine liebevolle Sms, dann einige Stunden später schrieb er mir, dass er jetzt wieder glücklich sei, weil er jetzt die richtige Entscheidung getroffen hätte.
Seit zwei Tagen habe ich eine neue Handynummer, die Festnetznummer wird erst in drei Tagen eine neue sein. Heute morgen bekam ich eine Sms auf das Festnetz geschickt und eine Computerstimme sagte mir Ich liebe Dich!
Während ich das hier schrieb, fiel mir auf, wie unwürdig das alles doch klingt. RTL könnte kaum ein besseres Nachmittagsprogramm erfinden. Ich bin kein Spießer, auch nicht weltfremd, aber, dass ich so etwas jemals erleben würde, hätte ich nicht im Traum gedacht. Es tut alles nur so schrecklich weh und ich bitte inständig, dass diese Verzweiflung irgendwann weniger wird!