Zitat von haselnuss87:Hallo RainbowDash,
es hat mich berührt, weil ich zur Zeit in Therapie bin wegen meiner Trennung und letzte Wochen der „Knoten“ geplatzt ist.
Mir wurde klar, dass niemand von uns für seine Gefühle verurteilt werden kann. Und in dem Moment konnte ich ihm und mir verzeihen.
Dennoch muss ich immer weinen, wenn ich daran denke, wie klar und offensichtlich die Wahrheit eigentlich immer vor einem liegt. Aber man ist nicht bereit diese zu erkennen. So war das auch bei deinem Beitrag…Das wird mir wahrscheinlich wieder passieren.
Liebe Haselnuss,
wunderschön Deine Erkenntnis, genauso ist es. Gefühle kann man sich wirklich nicht aussuchen. Und deswegen haben beide auch immer zu gleichen Teilen Anteil an einer Trennung. Ganz abstrakt gesagt. Und es ist das Wichtigste, sich selbst und dem anderen zu verzeihen. Das ist der Punkt, an dem es wieder vorwärts geht. Es freut mich, dass Du diesen erreicht hast. Alles andere wird nun viel leichter werden.
Und natürlich tut es weh wenn man erkennt, wie blind man war. Was man sich selbst und dem anderen "angetan" hat, ohne es zu beabsichtigen. Man will es nicht sehen... Wie viele Frauen (auch einige Männer) wissen oft intuitiv, dass sie betrogen werden, aber sie blenden es aus, wollen es nicht wahrhaben. Und wenn Sie dann die Wahrheit erfahren, dann haben Sie dieses Gefühl: "Ich wusste es."
Ich glaube auch, dass es eine Frage der Zeit ist. Jeder verarbeitet soetwas unterschiedlich schnell und auf seine eigene Art und Weise. Ich zum Beispiel verkümele mich und höre traurige Songs und weine bis ich nicht mehr kann. Danach geht es mir besser. Andere beschäftigen sich permanent, gehen aus, lenken sich ab. Man kann auch nicht von heute auf morgen alles anders machen, seine Gewohnheiten ablegen. Oder kann man es doch?
Ich glaube auch, das es ein Entzug ist. Psychisch und sicherlich auch physisch. Der Kopf wird irre, man sieht einfach nicht mehr, wo der Ausgang ist. Aber das ist immer so, wenn die Gedanken sich verknoten und man sich an jede winzige Hoffnung klammert. Weil man das so will.
Ich glaube, man wird nie verhindern können, dass man wieder in eine solche Situation kommt solange man das Risiko eingeht, zu lieben. Aber man kann lernen, anders damit umzugehen. Und somit seinen leidensweg zu verkürzen. Ich habe selbst 4 Jahre lang eine Therapie gemacht, auch das war ein Teil davon, das eigene unglaubliche leiden bei Trennungen. Einmal war es eine endgültige Trennung durch einen Todesfall. Eine andere Trennung mit Liebeskummer. Dann noch eine Trennung von meinem alten Leben inklusive Arbeit und Wohnung und Lebensstil. Ich dachte es hört nie auf. Aber es hörte auf. Ich habe gelernt mich zu verstehen. Zu verstehen, was ich mit mir selbst mache in einer solchen Situation. Und dann habe ich gelernt, mich gut zu behandeln. Und mir zu verzeihen. Nicht alle Schuld bei mir zu suchen. Viele Dinge. Ich kann nur jeden ermutigen, eine Therapie anzunehmen, es hilft wirklich viel wenn einem diese unbewussten Muster, die man hat, bewusst gemacht werden. Dann kann alles anders werden.
Ich wünsche Euch viel Kraft! Tschackaaaaa!
