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Kein Mitgefühl-Krankheit oder Charaktersache?

G
Wenn Partner kein Mitgefühl und Verständnis zeigt

Ich nenne gleich ein paar Bsp.:

    Stark verkühlt, man schafft es gerade noch zum Arzt und liegt mit Schüttelfrost im Bett. Zuhause kein Brot, Kühlschrank halbleer. Mein Partner kommt nicht auf die Idee zu fragen ob er etwas besorgen soll, geschweige davon, dass er einen Tee kocht oder ähnliches. Darauf angesprochen, meinte er – du stirbst doch nicht gleich, hast ja nur eine Verkühlung! Man hört also auf sich so was von ihm zu erwarten und versucht immer alles alleine zu schaffen.

    Jobverlust- ich total am Boden zerstört, erzähle ihm was vorgefallen ist und bekomme Folgendes zu hören. Stell dich nicht so an, was steigerst dich da rein- schließlich bekommst du ja Arbeitslosengeld. Viel schlimmer wäre es wenn ER den Job verliere, meinte er noch dazu. Man muss ja wissen, dass ich einen Kredit habe, sowieso wenig verdiene und älter bin als er. Meine Sorgen sind also mehr als berechtigt. Er dagegen hat viel geerbt, besitzt ein Haus, hat zwei Wohnungen vermietet, Grundstücke verpachtet und bekäme kein Arbeitslosengeld deswegen.

Das sind nur 2 Beispiele und ich frage mich immer wieder ob ich die Beziehung lieber beenden soll. Denn in den Augenblicken wo ich die Hilfe, Fürsorge, ein paar beruhigenden Wörter brauche – sorgt er dafür, dass ich mich noch schlechter fühle.

Das klingt jetzt sicher für manche Leser komisch, aber ich frage mich auch oft – kann er was dafür, dass er so ist wie er ist?! Ist das ein psychisches Defizit wenn man kein Mitgefühl zeigen kann oder ist das eher Charakter bzw Intelligenzsache. Was meint ihr dazu?

07.07.2016 08:46 • #1


I
Na, Intelligenzsache würde ich mal ausschließen. Außer Du spielst auf die viel zitierte emotionale Intelligenz an.
Ich würde eher auf psychisches Defizit oder Charakter schließen, aber auch nur, wenn das schon immer so war.
Wenn es was ist, was sich erst so entwickelt hat..... mmmmh.... dann vielleicht auch einfach nachlassende Gefühle.

Aber geh echt mal in Dich, ob Du damit auf Dauer leben kannst.
Immerhin soll eine Partnerschaft ja auch stärken und einem gut tun. Gerade wenn es einem nicht gut geht.
Und einfach nichts mehr erwarten, ist auf Dauer auch keine Lösung. Denn Du resignierst und ziehst Dich zurück. Das hat dann nichts mehr mit Partnerschaft zu tun.

Kannst Du denn wenigstens mit ihm darüber reden? Hast Du ihm mal gesagt, was das in Dir auslöst?

07.07.2016 08:52 • x 1 #2


A


Kein Mitgefühl-Krankheit oder Charaktersache?

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_Tara_
Zitat von Gast000:
Das klingt jetzt sicher für manche Leser komisch, aber ich frage mich auch oft – kann er was dafür, dass er so ist wie er ist?! Ist das ein psychisches Defizit wenn man kein Mitgefühl zeigen kann oder ist das eher Charakter bzw Intelligenzsache. Was meint ihr dazu?

Ich meine: weder noch. Es ist fehlende Liebe zu Dir.

07.07.2016 08:53 • x 6 #3


O
Dazu wirst du bestimmt unterschiedliche Meinungen bekommen. Aber am Ende zählt doch für dich ob du mit ihm glücklich sein kannst und das ist offensichtlich nicht der Fall. Er wird sich nicht so schnell ändern, falls überhaupt.

07.07.2016 09:00 • x 1 #4


Sway82
Das ist nicht nur fehlende Liebe, das ist absolut fehlendes Mitgefühl anderen Menschen gegenüber.
Selbst mit Fremden würde man doch nicht so reden, oder? Also ich nicht.

07.07.2016 09:25 • x 1 #5


P
wenn es schon immer so war: dann hast du nach der verliebtheitsphase realisiert, dass er auch nur ein mensch mit stärken und schwächen ist, es aber so hingenommen, wie es ist, anstatt zu schauen, ob es überhaupt passt. ob liebe sich entwickelt. ob ihr zusammen wachsen könnt. an- und miteinander arbeiten und kompromisse eingehen könnt. ob die bereitschaft von beiden seiten gegeben ist, füreinander da zu sein. offensichtlich ist es nicht so?

wenn es erst in letzter zeit so ist: dann könnte es sein, dass ihr euch auseinandergelebt, ja vielleicht sogar nie zusammen gefunden habt, er zu wenig empathie besitzt, du zu hohe erwartungen an ihn knüpfst, er vielleicht eine affäre hat? du vielleicht dich selbst nicht genug liebst..? mangelt es an eurer kommunikation? wer weiss, wer weiss.

das sind meine spekulationen dazu. ich stimme dir aber zu, dass der partner schon fürsorglich sein sollte, in zeiten, in denen es dem anderen partner nicht gut geht. bzw. grundsätzlich ein liebevolles, interessiertes und vertrauenswürdiges verhältnis zueinander essentiell wichtig ist.

07.07.2016 09:29 • x 1 #6


G
Na ja, hast du ihm explizit gesagt, wie es dir geht, was du dir wünscht?

Manche Menschen haben einfach ein Brett vorm Kopf und wissen wirklich nicht, was der andere erwartet.

Und viele Menschen sind einfach lösungsorientiert, sie denken, wenn man jammert, dass ihnen nicht geholfen ist damit, wenn man in das jammern mit einschlägt, sondern ihnen Lösungen anbietet, ala Liegst nicht im sterben - Wirst wieder einen Job finden.

Da hilft nur Kommunikation, wo man mitteilt, was man in diesem Moment braucht.

07.07.2016 09:33 • x 2 #7


G
danke @ all
Man könnte sagen dass er von Anfang an so war. Ich habe mehrmals mit ihm darüber gesprochen- bzw. ich führte einen langen Monolog und er sagte immer ein paar Sätze wie:
Wir Frauen wünschen uns einen starken Mann und keine Memme bzw einen der hinterher läuft mit Schatzi hin und Schatzi her und nachher beschweren wir uns dass er zu wenig Gefühle zeigt.

Er ist nach wie vor fest davon überzeugt dass er immer im Recht ist- auch bezüglich Jobverlust. Er ist der Meinung dass es viel schlimmer ist wenn man sein Vermögen verkaufen muss um zu überleben als wenn man eh nichts hat und Sozialhilfe beantragen muss. Er zeigt auch sonst kein Mitgefühl gegenüber anderen Menschen, egal ob Familie, Bekannten oder völlig Fremden die krank sind oder sonst in der Not sind.

07.07.2016 09:39 • #8


G
Okay, also in anderen Worten: soziale Kompetenz / Empathie: Setzen, sechs.

Die Frage die du dir stellen musst (solltest): Willst du mit solch einem Mann zusammen bleiben?

07.07.2016 10:23 • x 2 #9


I
hallo gast,

ausschlaggebend ist doch, dass du dich durch seine ansagen schlechter fühlst als sowieso schon.

so einen hatte ich übrigens auch mal. sobald ich mal nicht auf der höhe war, egal ob durch grippe
oder kraftraubenden job, war er entweder weg oder mies gelaunt. er konnte es einfach nicht ab,
wenn ich mit mir mehr beschäftigt war als mit ihm.

fürsorge? fehlanzeige. ein einziges mal hat er mir kaffee gemacht, und das 3 wochen lang erwähnt,
als hätte er mindestens einen bären für mich erlegt.

passte gut, dass er im bett immer mieser wurde, sodass ich ihn klaglos und zügig entsorgte.

07.07.2016 10:47 • x 5 #10


G
Zitat von Grace_99:

Die Frage die du dir stellen musst (solltest): Willst du mit solch einem Mann zusammen bleiben?


Ja, natürlich muss man die Konsequenzen ziehen, aber wie ich schon in Threadbezeichung geschrieben habe – es ist auch wichtig zu wissen warum sich der andere so verhält.

Für mich macht es schon einen Unterschied wenn die Person, egal ob m oder w „krankheitsbedingt“ ein bestimmtes Verhalten an den Tag legt, oder weil er/sie charakterlos ist , oder zu wenig empfindet..etc

Wenn man jemanden liebt, dann liebt man ihn ja mit all seinen psychischen und physischen Macken. Aber man soll niemanden lieben der sein Verhalten KANN aber NICHT ändern möchte.

Ein banales Bsp.
Eine Frau geht gerne spazieren.
Partner A sagt er möchte nicht spazieren gehen weil er Knieschmerzen davon bekommt
PartnerB, der eine Beinprothese hat, sagt spazieren tut ihm nicht gut.

Bei den PartnerB ist ja alles klar, aber ich hätte nicht gerne einen Partner haben wollen der mir etwas vormacht obwohl es gar nicht stimmt.
Und so ist das denke ich mir auch zu handhaben wenn es sich um ein psychisches Problem handelt. Kein Mitgefühl zeigen weil man das gar nicht kann, ist was anderes als kein Mitgefühl zu zeigen weil mir der andere egal ist.

07.07.2016 11:26 • #11


G
Was nutzt es dir, ob es psychisch ist oder nicht? Denke mal eher nicht, Gedankenlos, egoistisch, dass passt wohl besser.

Ändern wirste ihn nicht können, also bleibt die Kernfrage die gleiche; willste das weiter mitmachen oder willste nicht?

07.07.2016 11:28 • x 4 #12


P
jemand der krank ist, weiß nicht, dass er krank ist. die diagnose kann nur ein arzt/psychologe stellen. meiner meinung nach steckst du zuviele hoffnungen, in mögliche szenarien, warum eure beziehung nicht läuft. dabei merkst du aber nicht, dass es dir mehr und mehr zusetzt. sprich mit ihm klipp und klar über deine gefühle. verdeutliche ihm, dass du so, wie die beziehung läuft, nicht mehr weitermachen kannst. wenn er es weiterhin abtut, ignoriert, nicht darauf eingeht, dann solltest du deine konsequenzen daraus ziehen. vielleicht könnte euch eine paartherapie helfen? allerdings sollten dann beide seiten bereit dazu sein.

07.07.2016 11:30 • x 3 #13


MyDestiny
Schon mal daran gedacht, das er einfach nicht der Typ für Gefühlsduseleien ist? Eventuell kennt er es auch nicht anders von zu Hause.
Es liegt nun an dir, ist dir sowas wichtig oder nicht? Kannst du ihn mit dieser Macke lieben oder nicht? Ist es noch mehr, was dich stört? Finde Antworten, dann weißt du was zu tun ist

07.07.2016 11:58 • x 2 #14


I
Zitat:
Und so ist das denke ich mir auch zu handhaben wenn es sich um ein psychisches Problem handelt. Kein Mitgefühl zeigen weil man das gar nicht kann, ist was anderes als kein Mitgefühl zu zeigen weil mir der andere egal ist.


vermutlich ist mein verständnisgen unterentwickelt, ich kann mit so jemandem nichts anfangen.

jemand, der empathielos ist,
warum auch immer, eckt auch ausserhalb der beziehung an. im beruf, im freundeskreis, innerhalb der familie... überall.
stell dir vor, er überfährt einen menschen, und sagt dann: ja, aber der hat kein licht am fahrrad gehabt, daher ist
er lt stvo selbst schuld.

ich sage nicht, dieser mensch hat keine liebe verdient, sondern, für mich persönlich schädlich.

07.07.2016 12:07 • x 3 #15


A


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