Zitat von Worrior:@Arnika Interessant, macht Sinn was Du schreibst.
Merci! Interessant ist ja auch die Art und Weise. Auf der einen Seite Zerstörungswut, auf der anderen Seite kindische Symbole, rosa Haarbändchen, Ostereier, Mausis, selbstgebastelte Herzis, etc. Das nennt man in der Psychologie infantile Regression, also der Rückfall in total kindisches Verhalten oder Symbolik. Denn rosa Haarbändchen an der Tür in dem Alter, ich bitte dich..
In Kombi mit extremen Widersprüchen –, also Zerstörungswut und der Info mit Gut Gaming landen wir in der klinischen Psychologie dann bei zwei Hauptverdächtigen.
Die führen oft dazu, dass Patienten in Krisen in das Verhalten eines Kindes zurückfallen und dann hochgradig kindische und bizarre Dinge tun.
Da hätten wir natürlich unseren „Liebling“ BL. Das ist bei der beschriebenen Dynamik nach 21 Jahren das Wahrscheinlichste. Das Infantile ist dann ein klassischer Abwehrmechanismus. Das typische BL-Muster sieht man hier ja: Der rasche Wechsel zwischen massiver Zerstörungswut (Fernseher zertrümmern) und kindlich-naiver Welt (rosa Deko, Herzi, Mausis). Die rosa Socke ist irgendwo beides. Wenn die Realität der Trennung und die Schuldgefühle das erwachsene Ich der Frau überfordern, schaltet die Psyche um. Sie agiert wie ein verletztes, trotziges kleines Mädchen. Die rosa Gegenstände und die Traumfänger sind der Versuch, sich eine „heile, kindliche Welt“ in ihr Revier zurückzuholen, das Böse zu verdammen, damit sie sich wieder sicher fühlt – während sie gleichzeitig dem „bösen“ Partner eins auswischt.
Möglich wäre auch eine Dissoziative Identitätsstörung oä schwere Traumafolgestörungen. Gut Gamig behandelt lt HP viele Patienten mit schweren Kindheitstraumata. Bei chronisch traumatisierten Menschen kommt es unter extremem Stress (wie der Auszuf) oft zu einer Dissoziation. Da spalten sich Anteile der Persönlichkeit ab und kehren an den Punkt des Traumas zurück, also Kindheit. Es ist also auch möglich, dass deswegen das trotzige Kind in ihr die Kontrolle übernommen hat, als sie das Haus ausräumte. Rosa Haarbändchen und Herzis vs Zerstörung des Fernsehers und der Socke - wie eine Vierjährige. Kommt unterm Strich aufs selbe raus.
Natürlich kann man auch eine Psychose nicht ausschließen. Das Verstecken von Passbildern, das rituelle Verteilen von Traumfängern zur „Raumreinigung“ und das „Spuren-Hinterlassen“. Sie denkt in diesem Zustand nicht mehr rational, sondern folgt einem inneren Wahn, bei dem Farben (Rosa) und Symbole (Traumfänger, Herz) eine wichtige Bedeutung für sie haben. Aber allein eher unwahrscheinlich. Dann hätte es wohl ärger ausgesehen.
Ich tippe also am ehesten auf BL, Wut und rosa Herzi, Gewalt vs kleines Mädi, Beschmutzen und zumindest symbolische Säubern, Verlust vs Kontrolle - eigentlich die typische Wippe einer BL.
Die aber noch spannendere Frage ist dann, warum er ihre Diagnose nicht kennt - bzw hier nicht erwähnt. Denn eigentlich dürfte ihn sowas nach 21 Jahren nicht mehr wirklich überraschen.
Kann natürlich sein, dass ich mich schwer irre, aber warum wäre sie dann in einer Spezial-Klinik für RKP gewesen…