18

Die Schwermut hat mich gekannt / Alles zerfällt

Chrissy89

Chrissy89

34
5
37
Hallo Zusammen
Ich weiss nicht wohin mit mir und auch nicht wohin mit diesem Thema, ich hoffe es ist dennoch in Ordnung so.
Ev. Triggerwarnung.

Kurze Fakten: Mein ehemals Verlobter hat mich vor 1.5 Jahren für seine Arbeitskollegin verlassen (seither kein Kontakt).
Meine Mutter hat seit 16 Jahren Krebs, bei einer Art mit der die meisten nur max.7 Jahre weiterleben nach Diagnose.
Ich habe oft Angstzustände und Su1zidgedanken, konnte mich bisher aber nie dazu motivieren eine Therapie zu machen. Ich bin jemand der alles mit sich selbst ausmacht, schon immer. Niemandem zur Last fallen, Fassade aufrecht erhalten.

Gerade fällt alles zusammen. Meiner Mutter geht es gerade sehr schlecht und ich habe so fürchterliche Angst. Sie hat es einfach nicht verdient! Nicht sie! Sie kämpft seit so vielen Jahren, dass selbst die Ärzte verwundert sind, es ist als würde sie auf etwas warten. Manchmal denke ich sie möchte warten bis ich nicht mehr so alleine bin, weil sie irgendwie spürt wie es mir geht und weiss dass ich es nicht verkraften würde - auch wenn ich es ihr nie gesagt habe wie es um mich steht.
Ich kann nichts für sie tun und fühle mich als wäre ich eine furchtbare Tochter.

Ich setze jeden Tag mein Lächeln auf, verhalte mich professionell, niemand weiss wie es in mir aussieht.
Ich schaffe es noch nicht einmal mehr jemanden zu Daten auch wenn ich genügend Interessenten hätte. Mir wird schlecht bei dieser ganzen Oberflächlichkeit. Ich möchte nur wissen ob es sie gibt. Die wahre Liebe, ohne Bedingungen ohne Grenzen. Weil falls nicht, weiss ich nicht was ich hier noch soll, sie war das Einzige was mich immer angetrieben hat. Ich dachte sogar mal eine kurze Zeit, dass ich sie gefunden hätte. Jetzt glaube ich nie wieder jemanden zu finden.
Das Leben hat mir nie wirklich gefallen, ich war schon immer ein bisschen anders, ein bisschen schwermütiger, ein bisschen nachdenklicher.

Ich kann einfach nicht immer stark sein und ich kann nicht mehr allein sein, ich wurde seit 1.5 Jahren nicht mehr in den Arm genommen. Ich möchte nur eine Umarmung, dass das alles vorbeigeht.

Entschuldigt das Durcheinander, es musste einfach mal raus.

Heute 00:29 • x 4 #1


Vicky76

Vicky76


5307
3
8708
Hey Chrissy....
Du machst dir ähnliche Gedanken, wie ich.
Zitat von Chrissy89:
Ich möchte nur wissen ob es sie gibt. Die wahre Liebe, ohne Bedingungen ohne Grenzen.

Darüber denke ich auch viel nach und ich glaube, das ist falsch, weil ich mir damit, selbst im Weg stehe.
Ich möchte auch nicht mehr, so verletzt werden.
Trotzdem begegnen mir immer wieder Männer, die ich toll finde, aber dann, bin ich, wie in Schockstarre und suche das Weite, nur um nachher, nicht zu leiden.
Zitat von Chrissy89:
Ich habe oft Angstzustände und Su1zidgedanken,

Warum denkst du daran?
Bist du das Leben leid, oder leidest du, zu sehr?

Heute 00:41 • x 2 #2



Die Schwermut hat mich gekannt / Alles zerfällt

x 3


Chrissy89

Chrissy89


34
5
37
Liebe Vicky
Vielen Dank für deine Antwort.

Zitat von Vicky76:
Trotzdem begegnen mir immer wieder Männer, die ich toll finde, aber dann, bin ich, wie in Schockstarre und suche das Weite, nur um nachher, nicht zu leiden.


Genau so geht es mir auch... Ich flüchte bevor man mir wieder weh tun kann.

Zitat von Vicky76:
Warum denkst du daran?
Bist du das Leben leid, oder leidest du, zu sehr?


Ich war einfach schon immer recht einsam, seit ich denken kann. Ich bin auch gerne alleine aber eben nicht immer. Mir wurde immer wieder vor Augen geführt, dass ich nicht genug bin... Mobbing in der Schule, verlassen werden, Freundschaften die zerbrachen... Ich habe das Gefühl es nie zu schaffen den "Standards" zu entsprechen um liebenswürdig zu sein... Als wäre ich nur eine Last für alle. Als wären sowieso alle froh wenn ich weg bin.

Heute 00:54 • x 1 #3


Milly85

Milly85


208
371
Zitat von Chrissy89:
Ich war einfach schon immer recht einsam, seit ich denken kann. Ich bin auch gerne alleine aber eben nicht immer. Mir wurde immer wieder vor Augen geführt, dass ich nicht genug bin... Mobbing in der Schule, verlassen werden, Freundschaften die zerbrachen... Ich habe das Gefühl es nie zu schaffen den "Standards" zu entsprechen um liebenswürdig zu sein... Als wäre ich nur eine Last für alle. Als wären sowieso alle froh wenn ich weg bin.


I feel you. Ich kenne die Gefühle sehr gut. Aber es gibt Hoffnung! Es gibt Menschen da draußen, wenn auch nicht viele, (aber es zählt ja eh Qualität statt Quantität) die dich so mögen wie du bist. Die muss man natürlich erstmal finden. Aber es gibt sie! Es wird 100% auch wieder bessere Tage geben, jetzt momentan ist natürlich alles Käse... auch mit deiner Mama. Hast du wenigstens eine Freundin, der du dich anvertrauen kannst?

Heute 01:04 • x 2 #4


Chrissy89

Chrissy89


34
5
37
Zitat von Milly85:
I feel you. Ich kenne die Gefühle sehr gut. Aber es gibt Hoffnung! Es gibt Menschen da draußen, wenn auch nicht viele, (aber es zählt ja eh Qualität statt Quantität) die dich so mögen wie du bist. Die muss man natürlich erstmal finden. Aber es gibt sie! Es wird 100% auch wieder bessere Tage geben, jetzt momentan ist natürlich alles Käse... auch mit deiner Mama. Hast du wenigstens eine Freundin, der du dich anvertrauen kannst?


Liebe Milly
Danke für deine Worte.
Ich habe eine ganz tolle Schwester, sie ist sozusagen meine beste Freundin. Aber gerade weil sie da auch so mit drin hängt habe ich Angst ihr zu sagen wie es mir wirklich geht, denn sie leidet natürlich auch...
Manchmal fühle ich mich schlecht weil ich mich schlecht fühle - als ob es mir nicht zustünde... Da es andern noch viel schlechter geht. Momentan fehlt mir das Licht am Horizont und ich gebe zu, dass es diese Pandemie nicht gerade leichter macht irgendwie noch nach vorn zu schauen. Eigentlich möchte ich ja kämpfen, nur ist mir wohl gerade die Munition ausgegangen.

Heute 01:13 • x 2 #5


BrokenHeart

BrokenHeart


4568
5189
Zitat von Chrissy89:
Ich habe eine ganz tolle Schwester, sie ist sozusagen meine beste Freundin. Aber gerade weil sie da auch so mit drin hängt habe ich Angst ihr zu sagen wie es mir wirklich geht, denn sie leidet natürlich auch...

@Chrissy89 auch ich habe eine Schwester, die wesentlich älter ist, als ich. Ich hatte mal drei Schwestern, aber zwei sind bereits an Krebs gestorben.
Jetzt sind es wir zwei, die sich immer austauschen und sich gegenseitig anvertrauen .... öffne Dich ihr gegenüber .... ihr könnt Euch beide stützen .....

PS.: Auch ihr Mutter hat Krebs

Heute 01:29 • #6


Lumba


136
192
Zitat von Chrissy89:
Ich kann nichts für sie tun und fühle mich als wäre ich eine furchtbare Tochter.


Meine Liebe, nur kurz weil ich weg muss: Du kannst was für Dich und damit für sie tun: Kämpf um Dein Leben, wie sie es Dich gelehrt hat, und mach eine Therapie.

Heute 07:42 • #7


Vicky76

Vicky76


5307
3
8708
Zitat von Chrissy89:
Ich habe das Gefühl es nie zu schaffen den "Standards" zu entsprechen um liebenswürdig zu sein...

Ich glaube, für dich wäre ein interessantes Ehrenamt, eine schöne Sache.
Man spürt soviel Dankbarkeit, Freude und Wertschätzung.
Ich selbst bin Krankenschwester.
Bei der Pflege von Dementen und Behinderten, klappt das am besten.
Aber sicher machen auch andere Sachen Spaß, vielleicht Kinder.

Heute 08:27 • x 1 #8


Hola15

Hola15


1471
3139
Liebe Chrissy,

Sei es dir wert gut zu dir zu sein, auf dich aufzupassen und dir das zu erlauben was dir gut tut. Sorge für dich. Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben und ich als Mutter bin mir sicher, dass du deiner Mutter kein größeres Geschenk machen kannst als auf dich zu schauen, dafür zu sorgen, dass es dir (wieder) gut geht. Wenn du es nicht für dich machen kannst dann bitte zumindest für deine Mutter ! Vertraue dich Menschen an, lass deine Gefühle zu und raus -auch die schlechten- und suche dir am besten einen Therapieplatz.

Vor 11 Stunden • x 3 #9


Offspring78


1848
1
1766
Zitat von Chrissy89:
Ich möchte nur wissen ob es sie gibt. Die wahre Liebe, ohne Bedingungen ohne Grenzen. Weil falls nicht, weiss ich nicht was ich hier noch soll,

Ich wage es mal ganz vorsichtig zu sagen, dass es sie nicht gibt. Nicht so, wie du dir das vorstellst. Es wird keiner kommen und dessen Liebe dich dann retten. Darauf solltest du nicht traurig da sitzend warten.
Es gibt wirklich nur eine Hoffnung und das bist du. DU musst aufstehen, rausgehen, und rausfinden, was du hier noch sollst. Das kann eine Menge sein, denn jeder einzelne Mensch auf dem Planeten wird gebraucht.
Es kann allerdings sein, dass du eine behandlungsbedürftige Depression entwickelt hast. Wenn das der Fall ist, brauchst du Hilfe von Ärzten, bevor du dein Leben dann in Angriff nehmen kannst.
Und deine Mutter? Sie muss ihren eigenen Kampf kämpfen. Ob sie gewinnt oder verliert gegen den Krebs, das liegt nicht in deiner Hand. In deiner Hand liegt nur dein Leben und deine Kämpfe. Das ist genauso wichtig. Also tu zunächst, was du tun kannst und nicht, was du nicht tun kannst.
Alles Gute!

Vor 11 Stunden • x 2 #10


Milly85

Milly85


208
371
Zitat von Chrissy89:
Liebe Milly Danke für deine Worte. Ich habe eine ganz tolle Schwester, sie ist sozusagen meine beste Freundin. Aber gerade weil sie da auch so mit drin hängt habe ich Angst ihr zu sagen wie es mir wirklich geht, denn sie leidet natürlich auch... Manchmal fühle ich mich schlecht weil ich mich schlecht fühle - als ...


Ich verstehe dich. Aber glaub mir, ich glaube deine Schwester würde dir lieber bei deinen Sorgen zu hören, als wenn du später doch irgendeine Dummheit begehst, und ihr davon nichts erzählen wolltest, weil du ihr keine Last sein wolltest. Ich glaube das würde sie erst recht nicht verkraften, und würde sich fragen weshalb du damit nicht zu ihr gekommen bist. Es ist auch in Ordnung dass du dich jetzt so fühlst, als könntest du nicht weitermachen. Vielleicht versuchst du generell etwas zu entschleunigen, und irgendwie durch zu halten. Denn ich kann dir auf jeden Fall versprechen, dass es wieder Berg aufgeht! Erst recht wenn COVID wieder vorbei ist

Vor 37 Minuten • #11


Milly85

Milly85


208
371
Zitat von Vicky76:
Ich glaube, für dich wäre ein interessantes Ehrenamt, eine schöne Sache. Man spürt soviel Dankbarkeit, Freude und Wertschätzung. Ich selbst bin Krankenschwester. Bei der Pflege von Dementen und Behinderten, klappt das am besten. Aber sicher machen auch andere Sachen Spaß, vielleicht Kinder.


Tolle Idee!

Vor 37 Minuten • x 1 #12


MissGeschick

MissGeschick


1153
1
1722
Doppelt

Vor 5 Minuten • #13


MissGeschick

MissGeschick


1153
1
1722
Zitat von Chrissy89:
Die wahre Liebe, ohne Bedingungen ohne Grenzen. Weil falls nicht, weiss ich nicht was ich hier noch soll, sie war das Einzige was mich immer angetrieben hat.


Hallo. Ich möchte dir mal erzählen wie ich das sehe. Ich habe mich schon als Kind in der Schule in meinen langjährigen Freund verliebt. Wir waren uns ähnlich, beide hier und da echt kaputt, aber umso stärker tatsächlich schon mit 13 unsere Liebe. Wir blieben so on off unser halbes Leben zusammen. Oder fanden uns immer wieder. Ich hielt ihn für die Liebe schlechthin. Unsere Familien fühlten sich für uns beide an wie eigene, unsere Freunde konnten sich garnicht vorstellen uns mit jemand anders zu sehen. Wir haben alles zusammen durchgemacht, was vorstellbar ist. Irgendwann gab ich alles auf und zog in seine Stadt. Für einen echten, letzten Versuch. Ich konnte mir meine Kinder nur mit seinen Augen vorstellen, ich hab nur in seinem Arm gut geschlafen. Während ich also alles aufgab um mit ihm endlich diese Familie zu gründen, bekam er kalte Füße. Er ging wieder ins Ausland, ich richtete unsere Wohnung ein. Am Ende brach er mir final mein Herz. Wie es nur die erste "große" Liebe kann. Ich litt wie ein Hund und war da wo du jetzt bist. Ich machte weiter, aber wie ein Zombie. Nie Schwäche zeigen, nie weinen. Irgendwann viele Jahre später traf ich auf meinen Mann. Ich lernte ihn über Freunde kennen, und fand ihn zum kotzen
Er gab aber nicht auf und schaffte es in mein Leben und in mein Herz. Es war nicht einfach, wir sind sehr unterschiedlich. Und er spielt seit Jahren Klavier auf meinen wunden Punkten. Aber ich hab was verstanden: ich hab Therapie gemacht und endlich in den Spiegel geschaut. Ich hab mich aufgeräumt. Nicht zuletzt um bei ihm bleiben zu können. Und jetzt haben wir eine Familie, die so garnicht die ist, die ich für mich gesehen hab. Aber sie ist großartig. Wir lachen viel, über all die Dramen des Lebens hinweg. Und wir können und dürfen nicht aufhören uns selbst zu erkennen und zu wachsen, damit das funtkioniert. Wir sind so weit weg von Hollywood wie es nur geht. Aber auf unserer Hochzeit hat sogar mein Klotz von Bruder geweint. Weil wir echt sind. Und weil wir so füreinander kämpfen. Ich sage also: ja, es gibt sie. Die Liebe. Und sie ist so echt wie meine Macken. Aber sie ist nicht, was ich darunter in jungen Jahren verstanden hab. Sie ist stetig, und verlässlich und sie ist eine Höllenarbeit. Aber sie ist ausschlaggebend dafür gewesen, dass ich mich endlich selber gerettet habe. Und mittlerweile ist er mein Ritter auf dem Pferd. Weil er mich zu dem Menschen hat werden lassen, der auch ohne ihn leben könnte. Aber nicht mehr will.

Vor 2 Minuten • #14



x 4




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag