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Füllstand Beziehungsfass

J

J_Eulenspiegel
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Vieles wird sinnbildlich mit einem Fass und dessen Füllstand verglichen.

Ich möchte das Fass als Beziehungsfass nehmen. Ich meine damit mit, wenn das Fass voll ist, dann ist es eine Beziehung und wenn es leer ist ist es keine Beziehung und jede Person definiert für sich was den Füllstand steigen lässt (Green Flag) und was den Füllstand sinken lässt (Red Flag). Ja manche Red Flags erzeugen ein Vakuum im Fass.

Bei einer gesunden Beziehung ist der Füllstand immer weit oben bzw. am Überlaufen.
Die Dinge was den Pegelstand nach oben bringen werden meiner Meinung nach immer weniger und dafür die Themen was den Pegelstand nach unten bringen immer mehr. Daher halten heutzutage die Beziehungen nicht mehr so lange wie früher. Was aber nicht heisst, dass die Veränderung schlecht ist.
Werte die früher den Pegelstand erhöht haben, die zählen heute nicht mehr - was auch zum Teil gut ist.
Krasses Beispiel ist Abhängigkeit. Klassisches Rollenbild: Mann bringt Geld nach Hause und Frau macht Haushalt und Kinder. Dadurch war das Fass etwas befüllt, jeder hat natürlich für sich das bewertet. Das Thema gibt es nicht mehr, was auch richtig ist.
Wenn ich an Egoismus denke, das gab es früher meiner Meinung nach deutlich weniger als heute, sehe ich eher als schlechte Entwicklung. Früher hat man öfter an andere Gedacht und somit auch wieder etwas im Pegelstand des Fasses nach oben gebracht.
So könnte ihr sicher auch noch viele Beispiele aufzeigen wie sich Themen in der Beziehung verändert haben.

Es scheint so als würden immer weniger Themen geben die den Füllstand in dem Fass für eine Beziehung steigen lässt. Ich denke jeder Punkt wo es früher gab und jetzt nicht mehr gibt muss durch irgend ein andere Punkt ausgeglichen werden. Sofern das Fass gleich groß geblieben ist.
Versteht ihr was ich meine?
Wie seht ihr das?
Nochmals es waren nur Gedanken und ich möchte nicht gesteinigt werden.
Weshalb die Gedanken kommen? Als Kind hatte ich den Traum eine Frau zu finden mit ihr alt zu werden und zusammen zu sterben, das wurde so von den Großeltern vorgelebt. Das gibt es heute so nicht mehr, was auch die vielen anderen Beziehungstypen auf den Weg gebracht hat. Vielleicht sollte ich umdenken 😂

x 3 #1


E
Spannend.

Ich glaube, ein Wandel in allen Lebensbereichen ist normal, unumgänglich sowie wichtig.
Werte haben sich verändert und Menschen stehen vielleicht mehr für sich ein als früher. Ich sehe durchaus auch Vorteile an Konzepten von früher, bin aber auch gern gleichbereitigt und frei.

Ich glaube, was den Pegel senkt und steigt entscheidet heute Jeder für sich und nicht mehr nur die Gesellschaft.

Man könnte es auch aus einer anderen Perspektive sehen. Das viele Menschen kürzere Beziehungen führen zeigt das sie nicht mehr ewig lange in unglücklichen Beziehungen leben, da man nur dieses eine Leben hat. Das schneller aufgegeben wird oder man weniger kämpft ist wahrscheinlich ebenfalls so.
Ich finde, da kommt es immer auf den individuellen Kontext an, ob das gut oder schlecht ist.

Ich mag "alte" Werte wie Rücksicht, Verlässlichkeit, Treue sofern sie freiwillig da sind. Und ich persönlich glaube noch dran, das man wenn es passt und beide es möchten, zusammen alt werden kann.

x 2 #2


A


Füllstand Beziehungsfass

x 3


S
Nette Idee, aber irgendwie ist das Thema nicht neu und ich weiß ehrlich nicht genau worauf du hinaus willst.

Die Frage ist doch innerhalb wie zufrieden man innerhalb einer Beziehung ist und was sich verändert, dass im Laufe der Zeit die Zufriedenheit abnimmt.

Bei dir liest es sich aber so, dass heute die Menschen in Beziehungen generell unzufriedener sind und früher alles besser war.

Das unsere Großeltern zufriedener waren bezweifel ich - dort gab es nur größere Zwänge und man sich eben nicht so einfach trennen konnte.

#3


B
Im übrigen: natürlich gibt es Paare die bereits ein viertel Jahrhundert zusammen sind und die gute Chancen haben, die gnadenhochzeit zu erleben. Die schreiben in aller Regel nicht in einem trennungsforum.
Davon ab: man muss glaube ich schon verstehen dass es nicht auf die Anzahl der Aspekte die das füllen ankommt, sondern auf die Qualität

x 1 #4


Arnika
@J_Eulenspiegel Die Frage, ob das Beziehungsfass voll oder leer ist hat sich ja damals gar nicht gestellt. Du hast jemand geheiratet, der ein halbwegs gutes Einkommen hatte - vorzugsweise ein Haus, Kinder zur Absicherung. Ende. Kein Paar hatte gemeinsame Hobbys oä. Da gabs ohnehin nicht viel Freizeit. Und wenn, hat man sie vorzugsweise getrennt voneinander verbracht.

Zudem haben fast alle Frauen ihren Mann um 20-30 Jahre überlebt, hatten dann Kinder, ein Haus und eine Witwenrente. Und waren oft froh, dass sie den Alten endlich los waren. Und betranken sie sich dann oft mit anderen alten Witwen 😅

Ich würde das also nicht so romantisch sehen. Sächs war größtenteils sowieso nur ein gezwungenes kurzes Rucki-di-Rucki. Meine alte Nachbarin hatte ihren Mann Zeit ihres Lebens nicht mal ohne Kleidung gesehen. Trieb auch mal heimlich ab, bei noch einem Kind wär er aggressiv geworden, das traute sie sich nicht. Aber er war ein Guter, er versoff und verhurte wenigstens das Geld nicht, sondern brachte es brav nachhause. Aber das Schönste für sie war, wenn er arbeiten, angeln oder sonstwo war. Und vice versa. Soviel also zu deinem Beziehungsfass. So sahen damals die meisten der tollen langen Ehen aus.

Für mich der Horror! Das ist auch nur toll, wenn man die tatsächlichen Lebensrealitäten ausblendet. Denn davon geredet hat man damals ja auch kaum. War nicht so viel besser als Zwangsehen, nur durften sie etwas mehr wählen, wie sie lebenslänglich absitzen wollten. Also verliere dich da besser nicht in Idealvorstellungen, die es so fast nie gegeben hat. Denn damals erreichtest du sie schon nicht, und heute - mit unseren Ansprüchen an eine Beziehung - schon gar nicht.

#5


J
Zitat von Schnuddel74:
Nette Idee, aber irgendwie ist das Thema nicht neu und ich weiß ehrlich nicht genau worauf du hinaus willst. Die Frage ist doch innerhalb wie zufrieden man innerhalb einer Beziehung ist und was sich verändert, dass im Laufe der Zeit die Zufriedenheit abnimmt. Bei dir liest es sich aber so, dass heute die Menschen in ...

Ich bin ganz bei dir / euch, früher war es nicht besser oder zufriedener, es war anders, da hatte niemand Zeit sich darüber Gedanken zu machen, 60h Arbeitswoche 4 - 8 Kinder waren normal. Und nein ich möchte das so nicht haben, wie früher einige Beziehung waren.
Ich denke eher dass es früher den Menschen nicht so wichtig war wie es ihnen geht bzw. es länger toleriert haben. Auf dem Dorf konnte man sie nie scheiden lassen, das ging gar nicht, da konntest du dich nirgends mehr blicken lassen.
Heute schauen die meisten Menschen mehr auf ihr eigenes Wohlergehen, denn sie haben auch die Möglichkeit alleine zu leben und sich zu verhalten, das gab es früher nicht. in den 60er 70er eine alleinstehende Frau hatte es sehr schwer, wenn sie noch ein Kind hatte war sie unten durch und als H.... beschumpfen. Das war kein schönes Leben.
Daher finde ich gut wie sich die Gesellschaft entwickelt hat.
Der Punkt der etwas schlecht dabei ist, dass man sich nicht mehr mit der anderen Person und der Beziehung beschäftigt und sich evtl. ändert oder gar um etwas kämpft. Denn wieso, es geht doch auch anders und der Mensch tendiert zum leichtesten Weg obwohl das nicht immer der bessere ist. Ich könnte mir vorstellen, dass mit etwas weniger "ich" die Gesellschaft und somit die Beziehungen sehr davon profitieren könnten.

x 1 #6


B
@Arnika
Na geh, das ist ja wirklich zynisch und pessimistisch bis zum Anschlag., noch tiefer in die Clichee Kiste kann man nicht langen
Natürlich gab es diese Art Ehen aber natürlich gab es auch Ehen voller Hingabe.

x 1 #7


B
@J_Eulenspiegel
Nunja. Ich glaube dass es darauf ankommt, vom ich zum du zum wir zu kommen. Das bedeutet natürlich ein starkes ich.

#8


Worrior
Es wird dem Geist dieses Forums geschuldet sein da es hier hauptsächlich um hescheiterte Beziehungen und deren Problematiken geht.
Meiner Meinung nach haben die Menschen, zumindest in unserem Gesellschaftsraun den Hang negative Dinge verstärkter wahrzunehmen.
Die AGB's -mir fällt kein besserer Ausdruck ein- von 6uell romantischen Beziehungen, Partnerschaften, Ehen, haben sich geändert.
Vieles dem Wandel der Zeit geschuldet, mitunter gesellschafts- und sozialpolitisch so gewollt.
Die Wertung fieser Änderungen sind personenbezogen do infividuell wie die Menschen selbst.
Manche haben dies Änderungen noch nicht wahrgenommen, andere wollen und können es nicht wahrnehmen, verweigern sich der Akzeptanz.
Es wurde ja auch nicht ausgehangen oder veröffentlicht in welchem Umfang diese (Ver)Änderungen stattgefunden haben.
Ich + Du = Wir, ist nicht mehr die einfache Gleichung wie sie vielleicht noch vor 25 oder 30 Jahren war.
Menschen ändern sich, Umstände ändern sich.

Mehr denn je zuvor sehe ich aber die Notwendigkeit ein stabiles, resilentes Ich zu gestalten, um nicht unter die Räder zu geraten.
Nicht aus Egoismus, Verbitterung oder Kälte, sondern aus Klarheit, Akzeptanz.
Es nützt nichts sich an das zu klammern wie es war, die Grundlagen und Bedingungen haben sich geändert.
Stelle Dich darauf ein, passe dich dem an.
Möchtest Du das nicht dann lass es ganz und erspare dir viel Ärger und Leid.

x 1 #9


C
Keine Ahnung in welchem Alter @Arnika herumgefischt hat ... sie hat jedenfalls erfolgreich (?) ihre kleine Welt über einen Kamm geschert und in die große Welt posaunt.
Ich gehe davon aus, dass sie frühere Generationen (Krieg etc.) bewusst oder unbewusst ausgespart hat.

#10


DieSeherin
Zitat von J_Eulenspiegel:
Es scheint so als würden immer weniger Themen geben die den Füllstand in dem Fass für eine Beziehung steigen lässt.


Zitat von BernhardQXY:
man muss glaube ich schon verstehen dass es nicht auf die Anzahl der Aspekte die das füllen ankommt, sondern auf die Qualität


hmmm... da glaube ich nicht an "allgemeingültigkeit" bestimmter themen. das definiert doch jedes paar ganz unterschiedlich für die eigene beziehung - ausgesprochen, oder auch unausgesprochen.

mal ganz davon absehen verändern sich ja auch die themen, die ein fass füllen, den pegelstand erhalten oder es leeren.

#11


Wulf
Zitat von J_Eulenspiegel:
Es scheint so als würden immer weniger Themen geben die den Füllstand in dem Fass für eine Beziehung steigen lässt.

Die sind immer noch da und auch sind es die gleichen Themen geblieben. Es liegt an jemandem selbst diese auch anzugehen, jeden Tag.

Für mein dafürhalten liegt es eher an der Erwartungshaltung. Der andere soll doch bitte was für die Beziehung tun, weil ich gerade bockig bin. 😆

Zitat von Worrior:
Ich + Du = Wir, ist nicht mehr die einfache Gleichung wie sie vielleicht noch vor 25 oder 30 Jahren war.

Kommunikationsmöglichen und dadurch auch die Alternativen sind krass gestiegen.

Zitat von Worrior:
Meiner Meinung nach haben die Menschen, zumindest in unserem Gesellschaftsraun den Hang negative Dinge verstärkter wahrzunehmen.

👍

x 2 #12


J
Zitat von DieSeherin:
hmmm... da glaube ich nicht an "allgemeingültigkeit" bestimmter themen. das definiert doch jedes paar ganz unterschiedlich für die eigene beziehung - ausgesprochen, oder auch unausgesprochen

Da stimme ich dir zu, dass es in jeder Beziehung andere Themen und andere Wertigkeit gibt. Auch die Ansicht auf die Qualität bei jedem Menschen anders ist.
Zitat von DieSeherin:
mal ganz davon absehen verändern sich ja auch die themen, die ein fass füllen, den pegelstand erhalten oder es leeren.


Zitat von Wulf:
Die sind immer noch da und auch sind es die gleichen Themen geblieben. Es liegt an jemandem selbst diese auch anzugehen, jeden Tag.

Was ist mit Abhängigkeit? Das hat sich verändert, früher sehr abhängig heute kaum mehr.

#13


DieSeherin
Zitat von J_Eulenspiegel:
Was ist mit Abhängigkeit? Das hat sich verändert, früher sehr abhängig heute kaum mehr.


gibt es zwar nicht mehr als "basis-modell", aber in fast jeder beziehung begibt man sich in abhängigkeiten, oder? bei einer gemeinsamen wohnung, gemeinsamen konten/verasicherung, gemeinsamen kindern... und haustieren, später dann die zu pflegenden elternteile usw.

zu gehen ist doch auch heute kein sonntagsspaziergang!

#14


Wulf
@J_Eulenspiegel wenn du Abhängigkeit in Form von Finanzen und gemeinsamen Räumlichkeiten meinst, die ist bei mir gar nicht gemeint.

#15


A


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