2

Gedankenkreise eindämmen?

escapancho

Hallo liebe Community,

sorry, dass ich meine Story nochmal kurz aufwärme. Aber ich habe gerade den Drang mich zu artikulieren.

Meine 1,5-jährige Beziehung ging im September in die Brüche. Am Anfang habe ich das eher als Erleichterung empfunden, auch wenn die Zeit echt wunderschön war und ich mit ihr erstmalige Erfahrungen in meinem Leben machen durfte (das erste Mal, erste richtige Beziehung, erste eigene und gemeinsame Wohnung). Obwohl ein einmaliges Fremdgehen/Rummachen (kein S.) mit einer anderen während einer Party im Vollrausch das sich anbahnende, endgültige Aus bedeutete, was ich bis heute sehr bereue und gefühlt der größte Fehler meines Lebens war, sind wir im guten Auseinander gegangen.

Bis Ende November waren wir noch mehr oder weniger in Kontakt (wegen Umzug, dies und das). Erzeugte keinen Wehmut in mir. Dann war ich einmal zu ihr zu Besuch in ihrer neuen Wohnung. Sushi essen, quatschen, mit den Katzen spielen etc. Ein paar Tage danach brach wie aus dem Nichts - wie bei einem Erdbeben - mein Herz. Jetzt aus der Vogelperspektive draufblickend, haben sich da unverarbeitete Gefühle ihren Weg gebahnt.

Kurz danach und dem üblichen Panikbrief von mir, der alles retten wollte, postete sie bei Facebook, dass sie einen neuen hat. Ich habe seitdem vieles beherzigt, was ich von euch in den vielen Threads lernen durfte (1000 DANK NOCHMAL ). Eine Befreiung! Und mir geht es innerhalb von nicht mal einem Monat seeehr viel besser. Es tut auch fast nicht mehr weh, wenn ich an sie denke, weil ich mich virtuell komplett getrennt hab auf allen Kanälen (räumliche Trennung ist Gott sei Dank auch reichlich vorhanden). Dennoch kreisen die Gedanken noch viel um sie. Vor allem auf Arbeit und morgens nach dem Aufstehen. Meistens völlig abstrakt: Wie es ihr jetzt wohl geht? Ob sie vielleicht noch Gefühle für mich hat trotz neuem Freund? Wann deren Verliebtheit wohl in Alltag übergeht? Was bedeutet, wenn sie sagt "Ich werde dir nie wieder verzeihen"? Hat sie auch Fehler in der Beziehung gemacht? Ob sie sich irgendwann mal meldet?

Alles völlig abstrus, aber wie gesagt, diese Gedanken tun fast nicht mehr weh. Trotzdem schwirren sie durch meinen Kopf.

Habt ihr Tipps, wie ich mich davon noch besser lösen kann?

12.12.2017 16:11 • #1


Butterkrümel

Butterkrümel


542
857
Also ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, das Gedankenkarussell nicht mit Gewalt zur Seite zu schieben. Das ist wie mit dem rosa Elefant. Je mehr du dir vornimmst, nicht an ihn zu denken, umso mehr tust du es.

Versuche mal stattdessen, wenn die Gedanken aufkommen dir zu denken: Jetzt denke ich wieder an sie. Das ist ok, kann ich ja machen. Aber gerade ist nicht der richtige Moment dafür, denn ich bin bei der Arbeit. Ich habe aber um 18:00 Uhr, nach Feierabend Zeit, darüber nachzudenken. Und wenn ich das dann will, dann denke ich für eine halbe Stunde an alles, was mich gerade an ihr beschäftigt und dann ist es für heute genug. Wenn ich dann noch weiterdenken will, dann schaue ich, wann ich wieder einen guten Moment dafür am nächsten Tag habe.

Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht, denn ich verbiete mir das Denken nicht sondern verschiebe es nur. Dann ist der Druck nicht so groß. Nach einigen Malen hatte ich dann gar keine Lust mehr, in dem freien Moment daran zu denken.

Vielleicht hilft dir diese Methode ja auch.

Wünsche Dir alles Gute!

12.12.2017 19:35 • #2


whataboutus


112
3
78
Ich mache es genau so wie Butterkrümmel.
Und eigentlich bei allen Themen, die in mir irgendetwas auslösen, also nicht nur meiner Trennung. Ich gehe dann beispielweise bewusst eine halbe Stunde früher ins Bett, um etwas zu verarbeiten. Für mich ist aber wichtig, dass das dann auch irgendwie zeitlich begrenzt ist. Also ich sage mir dann irgendwann selbst: "So, jetzt habe ich alles 100 Mal durchgedacht, das bringt nichts mehr". Und dann lenke ich mich ab mit einem Buch o.ä.

12.12.2017 19:43 • x 1 #3


Vicky76

Vicky76


3045
1
4447
Sobald bei mir die Gedanken kommen, höre ich ein bestimmtes Lied. Manchmal hört es dann auf. Dann ist mir aufgefallen, daß es besonders schlimm ist, wenn ich müde bin.

12.12.2017 19:50 • x 1 #4


escapancho


Vielen lieben Dank für eure hilfreichen Tipps

Sich einen bestimmten Zeitraum am Tag dafür freizuhalten, ist eine gute Idee. Abends wird das bei mir am meisten Sinn machen, wenn ich nach dem Sport nach Hause komme. Dann bin ich entspannt, gut drauf und kann mich mit den Gedanken eine gewisse Zeit auseinandersetzen. Vielleicht war es auch deshalb, weil ich es in den letzten Tagen es mit der Meditation und dem Lesen etwas schleifen gelassen habe. Da holt einen dann die Vergangenheit wieder ein. Aber okay, ich mache es einfach jetzt besser.

Ein bisschen macht mir auch zu schaffen, dass ich noch andauernd von ihr nachts träume und wir dort wieder zusammenfinden.

13.12.2017 08:24 • #5