m2707
Gast
ich habe kürzlich ein Gespräch mit einem User hier aus dem Forum gehabt, an dem ich euch teilhaben lassen will.
Oft verfällt man nach einer Trennung, vor allem, wenn man getrennt wurde, in ein Grübeln. Man stellt sich Tausende Fragen, was man falsch gemacht hat, wann man hätte erkennen müssen, dass das kommt, ob man es hätte überhaupt kommen sehen können, ob man noch etwas retten kann, man fühlt sich schlecht, man betrauert den Verlust und man ist mit ganz vielen eigenen Bedürfnissen konfrontiert, die nicht erfüllt werden, vielleicht auch schon lange nicht mehr erfüllt wurden und eine Vielzahl an Gefühlen kommt in einem auf und wechselt sich miteinander ab.
Dieser Zustand frisst unheimlich viel Energie. Wir alle, die wird das schon einmal erlebt haben, wissen auch, dass dieses Kreisen nicht gut tut. Es hilft uns überhaupt nicht weiter, manche Antworten werden wir niemals finden oder erhalten, und dennoch stellen wir uns immer wieder dieselben Fragen.
Es ist wichtig, dass wir eines erkennen:
Das Grübeln ist wie ein Feuer und so lange wir Holz nachlegen, hört dieses Feuer nicht auf, es verbrennt uns langsam von innen.
Das Grübeln kann also nur aufhören, wenn wir dem Feuer immer weniger Nahrung zuführen, wenn wir es kontrollieren. Es ist ok, das Feuer in der Anfangszeit, also in den ersten Wochen, kontrolliert zu nähren, aber ständig neues Holz nachzulegen und es am Lodern zu erhalten, wird uns irgendwann verbrennen. Vernarben. Zerfressen.
Übertragen gesprochen bedeutet das, dass wir dem Grübeln nach und nach immer weniger Raum geben dürfen. Wir müssen uns Zeiten einteilen, in denen wir nachdenken. Wenn wir merken, dass wir um immer dieselben Themen kreisen, müssen wir es irgendwann strikt sein lassen.
Dann müssen wir Themenkomplexe unbeantwortet einfach stehen lassen.
Wir denken zwar, dass wir damit nicht klarkommen, aber das stimmt nicht. Denn das Feuer geht in der Folge an dieser Stelle irgendwann einfach aus, und meistens dauert es bis dahin nicht lange.
Hast Du Angst davor, die Kontrolle über Deine Situation abzugeben, wenn Du aufhörst, nachzudenken? Du kannst Dir vornehmen, später, in ein paar Tagen oder Wochen, nochmal über manche Komplexe nachzudenken, wenn das der Fall ist. So wird der schrittweise Denkstopp, der ein Entzug ist, weniger bedrohlich für Dich.
Das Grübeln ist etwas, das in Dir stattfindet und an der Situation für niemand etwas ändert - nur für Dich. Zum Negativen.
Das musst Du ändern. Schrittweise, aber entschlossen.
Nur so erhältst Du Deine Energie zurück und kannst auch heilen. Nur so kannst wir frei werden.
Denn nichts anderes bedeutet Lösen: dass man frei wird.
Frei für sein eigenes Leben. Für seine Träume. Für seine Überzeugungen. Ohne einen Menschen, der das Leben mit uns nicht mehr wollte und sich dagegen entschieden hat.