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Blindfisch Mitglied
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Zitat von Waris07:
Denn während er auf meinen Wunsch mit körperlicher Nähe reagiert, sehne ich mich in solchen Momenten nach Austausch, Gesprächen und dem Gefühl, dass wir uns auch emotional begegnen.
👇
Zitat von Waris07:
Ich äußere meinen Wunsch nach emotionaler Nähe und Verbindung, und mein Mann schaut mich an wie ein Auto.
Die Theorie ist ja, das der Mann körperliche Zuneigung braucht, um sich emotional zu öffnen. Als Mann vertehe ich es ja, das ich meiner Frau Nähe geben muss, ohne körperlich zu werden. Aber einfach nur neben ihr zu sitzen und sie umarmen, ist halt nur anwesend. Macht man halt, weil sie es möchte. Darf ich fragen, was genau unter "Gesprächen und dem Gefühl der emotionalern Begegnung" zu verstehen ist? Was ist das genau? Kann man(n) es greifen? Ist es eine Art andere Dimension? Was kann man(n) sich darunter vorstellen?
Einfach nur um es als Mann zu verstehen.
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x 4#5446
mokka_23 Mitglied
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Zitat von Blindfisch:
Gesprächen und dem Gefühl der emotionalern Begegnung" zu verstehen ist?
Es geht darum, mit dem anderen emotional mitzuschwingen. Einerseits geht es ganz einfach darum, den anderen in seiner Wahrnehmung und in seinen Bedürfnissen zu validieren, dann geht es darum, diesen Gefühlen Raum, aber auch Grenzen zu geben. Und schliesslich, und das ist nur möglich, wenn wirklich eine Verbindung (noch) da ist und Liebe, geht es darum den anderen zu "sehen", in seiner Schönheit, Verletzlichkeit und Widersprüchen und das auszuhalten. Das Zauberwort heisst echte Gegenwärtigkeit.
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A
Was beschäftigt dich heute?
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Worrior Mitglied
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@mokka_23 Ist denn diese echte Gegenwärtigkeit und gegenseitige Achtsamkeit mit ständiger physischer Anwesenheit verbunden?
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x 3#5448
Blindfisch Mitglied
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Zitat von mokka_23:
Es geht darum, mit dem anderen emotional mitzuschwingen. Einerseits geht es ganz einfach darum, den anderen in seiner Wahrnehmung und in seinen Bedürfnissen zu validieren, dann geht es darum, diesen Gefühlen Raum, aber auch Grenzen zu geben. Und schliesslich, und das ist nur möglich, wenn wirklich eine Verbindung ...
Vielen Dank für die Antwort. Aber anscheinend bin ich nicht in der Lage das rational nachzuvollziehen. Es ist halt ein (für mich) schwieriges Terrain. Meine Frau kann alles mögliche wahrnehmen, alles mögliche fühlen, egal ob es mit meiner Realität oder Beobachtung übereinstimmt. Soll ich ihren Emotionen immer zustimmen, egal wie absurt sie sind oder "darf" ich ihre Emotionen auch mal "ignorieren" und "rational "einordnen"? Nach dem Motto: "Ja, ich versteh dich, ich bin da für dich, sagt bescheid wenn du mich brauchst"...wenn es für mich logisch erscheint und ein "Jetzt übertreib nicht und komm mal wieder runter"...wenn es "angebracht" ist. Im letzten Fall wirke ich natürlich wie ein Eisblock, aber als Mann sehe ich nicht jede Situation als emotionale Katasprophe an. Das ist für mich manchmal so schwer. Verständnis und Präsenz zeigen, obwohl es gegen jegliche Logik spricht. Nicht immer, aber manchmal fällt es mir Schwer, mir auf die Lippen zu beißen, wenn ein Problem im Raum steht und die Lösung so einfach ist. Und anstatt an dem Problem zu arbeiten, geht es um die Regulierung ihrer Emotionen.
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x 2#5449
mokka_23 Mitglied
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Zitat von Blindfisch:
ihre Emotionen auch mal "ignorieren" und rational "einordnen"?
Emotionen kann wenn überhaupt nur der/die, die sie betreffen. Validieren heisst nicht zustimmen, sondern anzuerkennen, dass der andere das fühlt, was er fühlt, ohne dessen Deutung und Forderungen zu übernehmen. Wir haben alle unterschiedliche Zugänge zur Welt. Das hängt mit unserer unterschiedlichen Sensibilität zusammen und unterschiedlichen Lebenserfahrung. Du wirst nie emotional nachvollziehen können, wie es sich anfühlt, schwer krank zu sein, s exuelle Gewalt erlebt zu haben oder den Verlust eines Kindes, bis du etwas annähernd ähnliches erlebt hast. Deshalb kannst du die entsprechenden Gefühle auch nicht rationalisieren.
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x 3#5450
Stella31 Mitglied
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Zitat von mokka_23:
Deshalb kannst du die entsprechenden Gefühle auch nicht rationalisieren.
🎯 Das ist was, was ich nie verstehe, aber immer wieder, und vor allem bei Männern, höre. Etwas auf der rationalen Ebene lösen zu wollen, was aber die emotionale Ebene betrifft. Was ja nicht heißt, dass jeder bei aufkommenden Emotionen nicht auch den Verstand mit einblenden kann. Aber Gefühle und Emotionen sind da Die können nicht weggeredet werden. Schon gar nicht vom Mann, der daneben steht und sich wundert.
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#5451
Waris07 Mentorin
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@Blindfisch
Es gibt ja diese Theorie, dass Männer körperliche Nähe brauchen, um sich emotional zu öffnen, während Frauen häufig emotionale Nähe brauchen, um sich auch körperlich verbunden zu fühlen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das bei manchen Menschen so ist. Und wenn mein Mann über körperliche Nähe emotionale Verbundenheit erlebt, ist das für mich völlig in Ordnung. Ich möchte ihm diese Art, Nähe zu erleben, gar nicht absprechen, denn sie ist wunderschön und ich möchte sie selbst auch gar nicht missen. ☺
Mein Mann ist auf dieser körperlichen Ebene sehr aufmerksam und feinfühlig. Er sucht von sich aus viel meine Nähe, und körperlich harmonieren wir wirklich gut. Oft reicht ein Blick und er merkt, dass mein Tag schwierig war. Umgekehrt ist es genauso. Wir haben auf dieser Ebene schon ein gutes Gespür füreinander.
Dennoch wünsche ich mir manchmal zusätzlich emotionale und geistige Nähe. Damit meine ich, Gedanken miteinander zu teilen, über das zu sprechen, was uns beschäftigt, Fragen zu stellen und neugierig auf die innere Welt des anderen zu sein. Nicht unbedingt stundenlange Gespräche über Gefühle, sondern einen Austausch, durch den man sich noch besser kennenlernt und innerlich näher kommt.
Zu 90 % bin ich glücklich in meiner Beziehung. Es gibt eben nur gelegentlich Momente, in denen ich mir diese zusätzliche Form des emotionalen und geistigen Austauschs wünsche. Ich verstehe die Sprache der Nähe meines Mannes und spreche sie auch gerne, weil sie für mich genauso schön und wertvoll ist. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass auch meine Sprache nicht nur verstanden, sondern gelegentlich von ihm gesprochen wird.
Um es ganz klar zu sagen: Es geht mir nicht darum, dass er seine Art verändert oder aufgibt, sondern darum, dass wir uns auf beiden Ebenen begegnen können. Und genau da frage ich mich manchmal, wie beides nebeneinander Platz finden kann und darf. Wie können wir die Art des anderen annehmen und wertschätzen und gleichzeitig auch der eigenen Art, Nähe zu erleben, Raum geben? 🤷♀
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x 3#5452
Worrior Mitglied
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Ich habe einige Dinge noch nicht erlebt und kann trotzdem nachempfinden dass es für mein Gegenüber furchtbar ist. Ich habe viele Dinge noch nicht getan und weiss dass es für mich nicht gut ist ohne vorher probiert zu haben.
Es gibt Dinge die möchte ich mit der Partnerin besprechen, habe aber ebenso Verständnis dass ich nich alles bei ihr abladen kann. Sie ist nicht da um mich ständig emotional zu validieren und regulieren. Ich möchte auch nicht der Therapeut für ewig zurückliegende Lebensdramen sein. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu schleppen und einige Dinge daraus müssen wir mit uns selbst ausmachen, weil uns da, beim besten Willen, niemand anderes helfen kann. Es muss nicht jedes Problem in die Beziehung getragen werden, das würde bei mir jegliche Leichtigkeit nach und nach zerstören.
Ich empfinde es auch befremdlich wenn problembeladene Menschen ständig mit Jedermann über ihre privaten und intimen Probleme reden. Philosophieren und diskutieren, sämtliche Podcasts gehört, etliche Bücher dazu gelesen haben, dass selbst Psychologen staunen würden. Eine Jahrzehntelange Reise durch Therapien, Selbsthilfegruppen und Klinikaufenthalte hinter sich haben, die größtenteils abgebrochen wurden. Jedoch keinerlei Lösungs- und Handlungsansätze haben um dieser Siruation Besserung zu verschaffen. Es als übergriffig undempfinden wenn man ihnen Handlungsvorschläge unterbreitet oder empathielos wenn man ihnen dann mittelt dass man schlichtweg der falsche Ansprechpartner ist. Ganz abgesehen davon dass manche missmutig reagieren wenn sie dann Dinge hören die ihnen selbst unangenehm sind. Für mich persönlich gilt dass ich keine ständige Problemabladestation bin und auch nicht ständig durch tumbe Anwesenheit regulieren möchte. Das ist eben nicht meine Vorstellung von einer Beziehung.
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x 4#5453
Heffalump Mitglied
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Wo aber immer noch ein praktisches und praktikables Beispiel fehlt
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x 2#5454
Heffalump Mitglied
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So ungefähr nicht:
30 Jahre ehe Sie: liebst du mich noch Er: ich bin doch noch da
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x 2#5455
Worrior Mitglied
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Zitat von Heffalump:
So ungefähr nicht: 30 Jahre ehe Sie: liebst du mich noch Er: ich bin doch noch da
😂🤣👍
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x 1#5456
Waris07 Mentorin
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Zitat von Heffalump:
So ungefähr nicht: 30 Jahre ehe Sie: liebst du mich noch Er: ich bin doch noch da
Oder aber... Sie: „Liebst du mich noch?“ Er: „Ja. Ich liebe dich. Aber offenbar kommt das bei dir gerade nicht an. Was fehlt dir?“
Der eine verweist auf seine Anwesenheit. Der andere interessiert sich dafür, ob seine Liebe beim Gegenüber überhaupt spürbar wird. 🤔🤷♀
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#5457
Ameise_78 Mitglied
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@Waris07 Ich kann nachvollziehen was dir fehlt, weil es in meiner langen Beziehung auch so war. Meine Erfahrung, bei aller Bemühung... das ist da, oder eben auch nicht. Ich fürchte wenn man versucht einem anderen das zu erklären obwohl er es seit langer Zeit nicht versteht, arbeitet man sich auf, gegenseitig. Selbst wenn man sonst zu 90% zufrieden wäre. Diese 10% können leider schon entscheidend schwer wiegen... Aber das wird natürlich individuell anders empfunden. (S. einige Männer.😅)
Sie: „Liebst du mich noch?“ Er: „Ja. Ich liebe dich. Aber offenbar kommt das bei dir gerade nicht an. Was fehlt dir?“
Tatsächlich würden die allermeisten Männer so nie reagieren, denke ich. Ausnahmen vielleicht. (Und ich mag Männer wirklich gerne, kenne viele und hab absolut keinen Geschlechterkonflikt in mir😅)
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x 3#5459
Blindfisch Mitglied
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Zitat von Waris07:
Oder aber... Sie: „Liebst du mich noch?“ Er: „Ja. Ich liebe dich. Aber offenbar kommt das bei dir gerade nicht an. Was fehlt dir?“
Wenn ihr was fehlt, warum kann sie nichts sagen? Warum wird erwartet, das er Gedanken lesen kann?
Zitat von Ameise_78:
Selbst wenn man sonst zu 90% zufrieden wäre. Diese 10% können leider schon entscheidend schwer wiegen...
Ohne jetzt groß auf einen "Geschlechterkampf" aus zu sein, aber ich habe noch nie von einem Mann gehört, das er in einer Beziehung 90% zufrieden ist. Viele sind froh, wenn es 70 oder 75 % sind. Vielleicht sind Männer da pragmatischer unterwegs.