Zitat von Karenberg:
Oder weil sie sich nie aus der Ehe lösen wollten, dieses an sich klar kommuniziert haben.
Die über beide Ohren verliebte AF allerdings hat in jedem Satz mehr hinein interpretiert, als Tatsache war.
Sowas gibt es ja auch.
Leider gibt es so was. Das hat dafür gesorgt, dass meine Grenzen und meine Privatsphäre über Monate hinweg einfach ignoriert wurden.
Als die Affäre meines Mannes aufflog, war die AF davon überzeugt, dass es zwischen beiden eine Seelenverwandtschaft war, obwohl mein Mann keine Versprechungen gemacht hat (wurde von beiden Seiten bestätigt). Die AF war sogar "so nett" und hat mir unaufgefordert Bandaufnahmen von den beiden zugeschickt, weil sie es "ja nur gut mit mir meint". Das aufgenommene "offene" Gespräch lief größtenteils so ab, dass sie gefragt hat (Warum trennst du dich nicht?) und dann gleich die Antwort hinterherschob (Ist es, weil ...?). Mein Mann brauchte dann nur "Ja" zu sagen und musste sich nicht mal selbst eine Ausrede überlegen. War ja schön bequem so. Sie bekam die Antwort, die sie hören wollte und er konnte schön weiter in seinem Verdrängungsmodus bleiben. Wenn sie mal keine Antwort vorgab, hat er das Gespräch aufs Auto, Wetter, die Zeit usw. verlagert, aber keine Antwort geliefert. Die meiste Zeit hat sie geredet, Argumente gefunden usw. und er hat kaum was zum Gespräch beigetragen. Wenn alle Gespräche so abliefen, wundert mich nicht, dass sie sich mehr erhofft hat. Mich hat es sehr verletzt, das Gespräch zu hören.

Und ich habe mich gewundert, wie anders mein Mann sein konnte, denn er war in Gesprächen mit mir durchaus in der Lage, ganze Sätze zu bilden und seine Meinung zu vertreten.
Tatsache ist, dass sie sich am Anfang häufig gesehen haben, der Kontakt intensiv war (die Google-Timeline ist da hilfreich). Ich vermute, dass es sich für sie wie eine normale Beziehungsanbahnung anfühlte. Ich lebte zu dieser Zeit über weite Strecken im Ausland und war nur immer wieder mal zwischendurch zu Hause. Das wurde dann ausgenutzt für Treffen.
Als ich wieder komplett nach Hause kam (hab meinen Mann zu sehr vermisst), flachte es sehr schnell ab. Mein Mann wollte sich "aus der Affäre ziehen", indem er sich einfach immer weniger meldete. Sie hat das wohl irgendwie auch gespürt und daher mehr und mehr Zugeständnisse gemacht. Und er war einfach ein totales Weichei und hat nie total klar gesagt, dass er sich auf keinen Fall trennen möchte. Er wollte ihr nicht wehtun und hat nicht verstanden, dass er es so nur noch schlimmer gemacht hat. Der Schmerz wird für die AF umso größer gewesen sein, weil er keine Stellung bezogen hat. Ich vermute, sie ist in der Anfangszeit hängen geblieben und hat mich dafür verantwortlich gemacht, dass er sich zurückgezogen hat. (Sie hat mich später sowieso für alles verantwortlich gemacht.)
Die Kommunikation zwischen mir und meinem Mann war auf einem Tiefpunkt, als ich nach Hause kam. Ich habe es auf die lange Zeit geschoben, die ich nicht da war (insgesamt gut zwei Jahre mit Unterbrechungen). Ich habe ihn oft gefragt, was los ist, was wir machen können usw., aber er hat abgeblockt.

Wäre die Affäre nicht aufgeflogen, hätte ich mich irgendwann getrennt, weil ich das Schweigen nicht mehr ertragen hätte. So gesehen hat die Affäre auch was Gutes gehabt, denn nach einem Jahr Paartherapie und Aufarbeitung sehen wir, was wir falsch gemacht haben.
Eine Kommunikation zwischen EF und AF kann ich heute nicht mehr empfehlen und sehe es heute als einen großen Fehler an, ihr überhaupt eine Plattform gegeben zu haben. Alles, was sie sagte, hat nur noch mehr verletzt und nicht dazu geführt, dass sie mich in Ruhe lässt. Ich habe mir leider vieles angehört, weil ich dachte, ich würde so die Wahrheit erfahren und sie könnte dann damit abschließen und uns in Ruhe auf unsere Ehe gucken lassen. Ist leider nicht passiert. Abgeschlossen hat sie bis heute nicht und Wut auf meinen Mann ist auch nicht da.
Aber Wahrheit ist immer Auslegungssache. Für sie war es die Wahrheit, dass meine Ehe am Ende war. Für mich war sie eingefahren und in einer schweren Zeit, wie das nach 17 gemeinsamen Jahren und dem längeren Nicht-Sehen passieren kann. Kein Grund, sich zu trennen. Für meinen Mann war "eigentlich alles gut" zu Hause und er suchte Abenteuer, Nervenkitzel und Abwechslung. Auch für ihn war die Ehe eingefahren und man hatte sich entfremdet.