Hallo Painfull!
Ich kann dich gut verstehen. Bei mir waren es 15 Jahre (von 31 bis 46 Jahre), die ich alleinerziehend war, weil mir mein Lebensgefährte, der Vater meiner Tochter, sehr sehr wehgetan hat und ich mich danach einfach um meine Seele und meine Tochter kümmerte. Er war der erste, der mir das Gefühl gab, nicht gut genug zu sein. Diese 15 Jahre waren im übrigen eine tolle Zeit, auch wenn es keiner glauben kann. Auch ich komme aus einer sehr harmonischen Familie. Mit der Zeit vergaß ich den Schmerz, das Verhältnis zum Vater wurde wieder recht gut und die Jahre vergingen.
Bis ich Volltrottel auf einen Künstler traf, der irgendwas in mir auslöste und mich voll in der Hand hatte. Da stand ich: 46 Jahre, ero., voll im Saft, strahlend, weil mich das Leben einfach nur freute und schenkte ihm mein Vertrauen. Ach, wie dumm war ich. Und vor allem schrecklich naiv. 15 Monate hat der Mann mich wie einen Putzlappen behandelt. Kam, wann und wenn er wollte, Kontakt, wann und wenn er wollte, dumme, erniedrigende Sprüche, Respektlosigkeiten.
Ich weiß bis heute nicht, warum ich das mitgemacht habe. Seine Vorwürfe, mich nur schlecht in der Musikszene auszukennen, mein Englisch zu schlecht, nicht das richtige essen im Kühlschrank, ect ect
Ich kenne das Gefühl, nicht gut genug zu sein.
Das ganze ist jetzt 4 Jahre her und manchmal noch tut es sogar heute noch weh.
Nicht, weil ich den Mann rausgeworfen habe, sondern weil ich mich selbst so verraten habe. Nicht hinter mir selbst gestanden habe. Mich vor mir selbst schäme. Sogar heute noch ein bisschen.
Und ich denke, das geht die auch so. Die Selbstzerfleischung, die Scham...
Hey...komm... es wird besser. Das verspreche ich dir sogar. Irgendwann kommst an den Punkt, wo du das abstreifen wirst und du dich im Spiegel ansiehst, dich selbst anlächelst, zuzwinkerst und Dir deine Fehler, wenn es welche waren, selbst verzeihen kannst.
Denn das ist wichtig: verzeih dir selbst. Er war es nicht wert. Er war DEINER nicht wert.
Alles Liebe!
