@Kaumzuglauben Ich verstehe den Gedanken. Hatte den auch schon. Auch schon in der Therapie mehr als einmal durchgespielt. Aber was, wenn man nur ein Kind bereut, das andere aber nicht?
Teilt man die Geschwister auf verlieren die sich. Sie sind bei den Wechseln die einzige Konstante die sie haben. Wenn schon Wohnung und Elternteil ständig anders sind.
Und ich wollte keinen Schnellschuss machen, bevor der Kleine nicht in die Kita kommt. Denn eventuell sorgt diese stundenweise Entlastung schon dafür, dass es hier zu Hause besser läuft.
Zitat von Sternenguckerin: Demnach wollte er die Kinder auch nur, um manchmal den coolen Daddy zu spielen, aber auf den richtig anstrengenden Kram, der aber eben dazugehört, hat er auch keinen Bock.
Weiß nicht. Inzwischen macht er vieles schon gut. Er ist da inzwischen auch mehr reingewachsen. Hat Klamotten von der Nachbarin für die Kinder bekommen, war mit unserer Tochter beim Arzt, hat die Kitaeingewöhnung begonnen und einen wirklich zuckersüßen Wäschebeutel für unseren Sohn gestaltet. Basierend auf einen gemeinsamen Insiderwitz. Als er mir davon die Woche ein Foto geschickt hat, wars bei mir komplett vorbei. Das ist diese rührende, kreative, aufmerksame und liebevolle Art, die ich so toll fand.
Zitat von Perzet: Wann immer der VdK mit Tränen in den Augen vor Dir steht, dann verteidigst Du ihn uns gegenüber wie eine Löwin. Dann ist alles, was er getan hat wie - egal - und Du kannst sein Tun oder seine Worte nicht wirklich einschätzen oder zuordnen.
Ich glaube das ist eigentlich ganz einfach. Er will einfach nett sein, für Harmonie auf Elternebene sorgen. Und ich hänge voll drin und bin sofort in der Hoffnung drin. Wie ein Hund.
Zitat von MissLilly: Es gab Momente da hätte ich mich am liebsten einfach nur zum sterben hingelegt. Der letzte Funke des klaren Verstandes verbietet es aber glücklicherweise.
In den Jahren danach wurde ich sehr oft immer wieder gefragt : " Wie hast du bloß geschafft das alles zu überstehen?"
Meine Antwort darauf war immer dieselbe und ist es auch heute noch:" Gar nicht. Ich habe lediglich gelernt damit zu leben".
Wahrer könnte es nicht sein.
Zitat von Fenjal: Richtig und genau das weiß und wußte Nine schon jahrelang.
Und DAS ist der Punkt, den sie sich selbst vorwirft, sie konnte und kann ihn nicht ändern, hat ihn abgenickt, trotz besserem Wissen und sieht sich jetzt im Scherbenhaufen sitzen.
Anstatt ihn wenigstens JETZT zum Teufel zu schicken, geradeaus zu gehen, die Kinder zu umarmen, den Rückwärtsspiegel abzubrechen, heult sie ihm und Familienblabla hinterher.
Therapie braucht sie nicht, einfach Folgerichtigkeit, Mut und Entschlossenheit.
Bin ja sonst nicht immer einer Meinung mit dir, aber hier schon irgendwie. Klingt schon fast wie ein Mutmachspruch.
Zitat von Ameise_78: Das wurde hier öfter behauptet dass er die Kinder bei den Großeltern parken würde, aber NineN hat das immer berichtigt.
Er hat momentan kaum Kontakt zu seinen Eltern. 2 x in 3 Monaten gesehen. Also wenn er sie Kinder hat, scheint er meist wirklich alleine zu sein. So genau hab ich mir den Kalender dann nicht weiter angeschaut.
Aber, manchmal trifft er auch auf meinen Vater und dann verbringen die beiden den Nachmittag zusammen. Dafür telefoniere ich alle paar Monate mit seiner Mutter.
Zitat von Perzet: Ist es, weil der Ritter in weißer Rüstung Dich aus Deinem Elternhaus gerettet hat und auf solch einen Helden einfach kein Schatten fallen darf (wer bist Du denn dann, die Du Dich an diesen Helden gekoppelt hast?)
Ja, ich dachte mit ihm bin ich raus. Endlich! Auf in die Freiheit und in die Welt! Das war auch mein Lebensgefühl mit ihm in den Zwanzigern. Neben so manchen seltsamen Gegebenheiten von ihm.
🧐 Zitat von Perzet: Ist das Deine tief innenliegende Überzeugung, daß Du alleine nichts Wert bist und nur mit einem Mann bzw durch einen Mann Daseinsberechtigung hast?
Darüber musste ich nachdenken. Und ja, irgendwie fühle ich mich weniger wert. Als hätte ich versagt. Was ja Quatsch ist! Aber irgendwie gehört in meiner Welt ein Partner in ein erfülltes Leben.
Zitat von Ameise_78: Ich weiß nicht ob ich mich richtig erinnere, , dass dein Bruder besser behandelt wurde als du? Oder verwechsele ich das..?
Ja, er hatte es etwas leichter. Seine Begabungen waren anerkannter als meine. Er konnte praktisch machen was er wollte, es gab kaum Strafen. Ich war schwieriger (Aussage meiner Mutter). Emotional gehalten wurde aber auch er nicht.
Zitat von Stella31: Auch wenn sie vielleicht nicht gerade Zeit haben, um zu dir zu kommen, können sie vielleicht kurz mit dir telefonieren und dich beruhigen.
Hab vorhin mit einer Freundin noch telefoniert. Das tat schon gut. Und tatsächlich hat mich das auch etwas reguliert.
Zitat von Femira: Was hättest du dir gewünscht von deiner Mama oder deinem Papa, wenn du dich zu viel gefühlt hast?
Das ich dafür nicht bestraft werde. Sondern Mitgefühl, Fürsorge und gemeinsam nach Lösungen schauen.