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"Gemeinsamer Nenner" ist doch ein anschauliches Bild. Und wie beim Bruchrechnen könnte man hier auch "Kürzen oder Erweitern"...
Also wie weit können wir uns entgegenkommen, so dass wir beide wir selbst bleiben können und wäre das dann eine Beziehung, die wir haben möchten? Müsste man dann gemeinsam herausfinden...
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x 2#16
P
Perzet Mitglied
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Zitat von confused2019:
Jeder findet die Einstellung und das Verhalten des anderen falsch. Keiner ändert was. Wie kommt man auf einen gemeinsamen Nenner?
denkst du, es würde was (schlimmes / schreckliches) passieren, wenn du bzw Partner sich bewegen würde? Was würde passieren?
Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?
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#17
A
Perfektionist vs Chaot
x 3
P
Perzet Mitglied
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Mir ging dieses Thema nicht aus dem Kopf und es hat sich dabei ein Film entwickelt, den ich hier mitteilen möchte. Hat mir aha-Erlebnisse beschert:
zwei Menschen treffen aufeinander, lernen sich kennen und sind über die Maßen begeistert, auf jemanden zu treffen, der genauso drauf ist, wie man selber - ähnlicher Humor, ähnlicher Geschmack, ähnliche Ansichten, - es paßt alles perfekt und man möchte den Rest des Lebens zusammen verbringen und ist ganz schnell ganz eng zusammen. Die erste Zeit ist damit ausgefüllt festzustellen, wie sehr man sich ähnlich und einig ist und wie glücklich man doch miteinander ist und wie wunderbar es ist, solch einen tollen Menschen gefunden zu haben.
Dann kommt der Alltag mit seinem Trott und seinen Anforderungen. Aufgaben werden unterschiedlich angegangen, Altlasten treten zu Tage und fordern Ihren Tribut. Man hat sich an die tolle Gleichheit gewöhnt und stellt nun die Unterschiede fest. Manche Unterschiede können bereichernd sein. Andere Unterschiede sind nervig bis hoch störend. Es kann bis zur Existenzangst gehen. Und jetzt?
Wie geht man mit den Unterschieden um? Sind sie ein Anlass für Toleranz, Wachstum, Bereicherung? Oder werden durch sie Grabenkämpfe ausgetragen? Wer steht im Hintergrund für diese unbeugsamen Positionen? Man selber mit seiner Überzeugung oder eher die Erziehung? . . Was mir durch den Film auffiel ist, daß dort, wo am Anfang die Begeisterung für einen ähnlichen Menschen, wie man selber ist, besonders hoch ist, die Bereitschaft für Kompromisse besonders niedrig wird. Es scheint so, als wäre die Erwartungshaltung gefestigt worden, der andere habe in allem so zu sein, wie man selber. War am Anfang doch auch so.
Filmende.
Kann natürlich auch alle anderen Konstellationen haben. irgendwie war mir diese nicht aus dem Sinn gegangen und deshalb teile ich sie mit.
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#18
D
Dattel Gast
Ich könnte das nicht, denn ich hätte einfach keine Lust, einem Anderen permanent den Arssch zu retten. Osterkaffee: "Oh, der kommt bestimmt gleich noch." Hochzeit: "Sorry, aber könnt ihr schon fahren? Wir kommen dann später." Umzug: "Wir fangen am besten schon mal an..." Saubermachen: "Schlaf' Dich aus, ich mache erst mal die Küche, das hörst Du ja nicht." Konzert: "Am besten geht ihr schon mal rein, ich warte hier...." Usw. Verbindlichkeit ist zwar kein Knebel, aber eine Richtschnur, mit der man die Dinge des Lebens geregelt bekommt.
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#19
Lebensfreude Mitglied
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Zitat von Perzet:
Mir ging dieses Thema nicht aus dem Kopf und es hat sich dabei ein Film entwickelt, den ich hier mitteilen möchte. Hat mir aha-Erlebnisse beschert: zwei Menschen treffen aufeinander, lernen sich kennen und sind über die Maßen begeistert, auf jemanden zu treffen, der genauso drauf ist, wie man selber - ähnlicher Humor, ähnlicher Geschmack, ähnliche Ansichten, - es paßt alles perfekt und man möchte den Rest des Lebens zusammen verbringen und ist ganz schnell ganz eng zusammen. Die erste Zeit ist damit ausgefüllt festzustellen, wie sehr man sich ähnlich und einig ist und wie ...
gibt ein gutes Buch von Winkler: "Der Gorilla in meinem Bett". Die verschiedenen Persönlichkeitstypen in Beziehungen.
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#20
Lebensfreude Mitglied
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Zitat von Dattel:
Ich könnte das nicht, denn ich hätte einfach keine Lust, einem Anderen permanent den Arssch zu retten. Osterkaffee: "Oh, der kommt bestimmt gleich noch." Hochzeit: "Sorry, aber könnt ihr schon fahren? Wir kommen dann später." Umzug: "Wir fangen am besten schon mal an..." Saubermachen: "Schlaf' Dich aus, ich mache erst mal die Küche, das hörst Du ja nicht." Konzert: "Am besten geht ihr schon mal rein, ich warte hier...." Usw. Verbindlichkeit ist zwar kein Knebel, aber eine Richtschnur, mit der man die Dinge des Lebens geregelt bekommt.
ich kannte mal ein junges Ehepaar, dass hatte zur Taufe in die Kirche geladen. Um 15:00 Uhr. Es wurde 15:15, 15:30. Da endlich kamen die beiden samt Baby angefahren. Dass der Pastor warten mußte war nicht schlimm, er war der Opa vom Kind.Die Kindsmutter kam kichernd auf mich zu und fragte, ob ích nicht Globulis für sie hätte, damit sie pünktlicher sein könnte. Meine Antwort: "anscheinend brauchst du ja diese Aufmerksamkeit".
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x 1#21
K
_Konstantin Gast
Zitat von confused2019:
Jeder findet die Einstellung und das Verhalten des anderen falsch.
Und wessen Einstellung soll nun die "Richtige" sein? Wer erhebt den Anspruch, dass seine Meinung, sein Standpunkt derjenige ist, der am tauglichsten für die Situation ist?
Zitat von confused2019:
Keiner ändert was.
Das zeigt wenig "offen sein" für die Meinung und das Denken des anderen. Keiner sieht offfensichtlich eine Notwendigkeit, einen konstruktiven Meinungsaustausch und entsprechende Diskussionskultur zu gestallten.
Zitat von confused2019:
Wie kommt man auf einen gemeinsamen Nenner?
indem man einander zuhört, die Gemeinsamkeiten herausarbeitet und die unterschiedliche Meinung des anderen wertschätzt und respektiert. Für mich ist es nicht ungewöhnlich, dass es Unterschiede geben kann. Im Gegenteil - es finden sich ja zwei Menschen mit völlig unterschiedlichem Werdegang ihres bisherigen Lebens. Und dass es da unterschiedliche Auffassungen und Meinungen geben kann, ist für mich nichts Ungewöhnliches. Wichtiger ist der Respekt und die Wertschätzung gegenüber dem anderen.
Oder?
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x 2#22
Lebensfreude Mitglied
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Zitat von _Konstantin:
Und wessen Einstellung soll nun die "Richtige" sein? Wer erhebt den Anspruch, dass seine Meinung, sein Standpunkt derjenige ist, der am tauglichsten für die Situation ist?
Das zeigt wenig "offen sein" für die Meinung und das Denken des anderen. Keiner sieht offfensichtlich eine Notwendigkeit, einen konstruktiven Meinungsaustausch und entsprechende Diskussionskultur zu gestallten.
indem man einander zuhört, die Gemeinsamkeiten herausarbeitet und die unterschiedliche Meinung des anderen wertschätzt und respektiert. Für mich ist es nicht ungewöhnlich, dass es Unterschiede geben kann. Im Gegenteil - es finden sich ja zwei Menschen mit völlig unterschiedlichem Werdegang ihres bisherigen Lebens. Und dass es da unterschiedliche Auffassungen und Meinungen geben kann, ist für mich nichts Ungewöhnliches. Wichtiger ist der Respekt und die Wertschätzung gegenüber dem anderen.
Oder?
Konsti bist Du das?
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#23
K
_Konstantin Gast
Kölle - Alaaf - ja Lebensfreude, ich bin wieder zurück.
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#24
Lebensfreude Mitglied
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Zitat von _Konstantin:
Kölle - Alaaf - ja Lebensfreude, ich bin wieder zurück.
na Jott sei Dank.
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#25
F
Freddie Gast
@ Lebensfreude
Zitat Meine Antwort: "anscheinend brauchst du ja diese Aufmerksamkeit".
Super Gedanke! Ich denke das trifft es sehr gut. Manche Menschen sind emphatischer und damit in der Lage sich auch mal zurückzunehmen und zwischendurch dem Flow anzupassen. Meine Schwester benötigt bei Familienfeiern ebenfalls den großen Auftritt mit nachfolgender Geschichte, warum es mal wieder nicht pünktlich geklappt hat - Concorde war zu spät, der Papst noch etwas länger zum Kaffee geblieben...- egal, wir wissen Bescheid und wer den Unsinn nicht hören möchte, der verzieht sich strategisch auf die Terrasse mit Prosecco oder B.. Den meisten Menschen fällt es gar nicht auf, dass sie so sind wie sie sind - uns selbst ja auch nicht. Und weil ihr ja schon Köln-affin seid : Jeder Jeck ist anders
Und am besten treffen sich die, die sich nicht auf die Nerven gehen.
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x 1#26
W
Wölkchen82 Mitglied
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Zitat von _Konstantin:
indem man einander zuhört, die Gemeinsamkeiten herausarbeitet und die unterschiedliche Meinung des anderen wertschätzt und respektiert. Für mich ist es nicht ungewöhnlich, dass es Unterschiede geben kann. Im Gegenteil - es finden sich ja zwei Menschen mit völlig unterschiedlichem Werdegang ihres bisherigen Lebens. Und dass es da unterschiedliche Auffassungen und Meinungen geben kann, ist für mich nichts Ungewöhnliches. Wichtiger ist der Respekt und die Wertschätzung gegenüber dem anderen.
Das find ich echt gut formuliert!
Woher nimmt denn jede Partei den Anspruch, dass ihr Weg der einzig wahre ist? Wenn beide Parteien einander lieben, kompromissbereit und empathisch sind würde der Perfektionist sich zurücknehmen und im "Ertragen" der Unordnung üben während der Chaot bei sich einige Dinge in geordnetere Bahnen schubst. Klar hat eine solche Konstellation immer Reibungspotential. Interessant ist doch, ob es beide schaffen, mit dem Naturell des anderen umzugehen und gemeinsam einen Mittelweg zu finden.
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x 1#27
P
Perzet Mitglied
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Gerade woanders gelesen:
aus dem Daoismus
Wenn nicht beiden viel an gegenseitigem Wachstum und Authentizität liegt, kann "aus deinem Seelenpartner dein Zellengenosse werden".