Zitat von Gracia:Also, ich habe auch deine anderen beiden Threads gelesen und überleg, ob es nicht gar besser ist ohne deinen Partner und du mal zur Ruhe kommst.
Dein Partner hat nie selbständig auf eigenen Füßen gestanden. Seit er 22 ist hast du ihn durch Schule und Studium begleitet, er konnte sich frei entfalten, du hast Vollzeit gearbeitet. Jetzt ist er selbständig, verdient aber unregelmäßig. Er brauchte immer viel Aufmerksamkeit, hat auch diverse Wünsche.
Du sagst, du hast das alles gerne gemacht und ihm das gern erfüllt.
Dann ist die Restaurantsache gescheitert und er hat...Erwartungen....sagt du arbeitest zu viel und verdienst zu wenig. Von Freunden und ki war auch die Rede, von einem 3momatigen Urlaub während der Elternzeit usw
Ich habe den Eindruck, dass dein Partner sich ein recht entspanntes Leben an deiner Seite gemacht hat und das mit eurem Kind dann ins trudeln geriet. Liege ich damit völlig daneben?
Glücklicherweise hat er ein gutes Verhältnis zum Kind! Und nein, auf sein Gejammer, dich als Mensch verloren zu haben brauchst du nicht eingehen.
Macht ja nichts.
Lass ihn mal machen.
Verzeih meine späte Antwort, ich hatte so viel auf Arbeit um die Ohren...
Danke, dass du dir meinen Startbeitrag durchgelesen hast. Rückwirkend betrachtet hat mein Ex sich schon ein gutes Leben machen können an meiner Seite...neulich habe ich mit einer Freundin dazu gesprochen, wie das damals war, ich habe ihn als Partner gewählt, weil er einfach ein toller, charmanter junger Mann war. Dass er gerade dabei war, nochmal neu anzufangen, fand ich beeindruckend statt störend, während alle um mich herum sagten: was der? Der kann dir ja nun gar nichts bieten. Ja, das wusste ich. Und es war mir all die Jahre egal.
Mit den Jahren erkannte ich, dass er vermutlich entweder nie ganz "ankommen" oder noch lange dazu brauche würde. Immer in Phasen. Was ich sehr bedauere ist, dass er mein Geschenk an sein Leben nicht (mehr) gesehen hat zum Schluss. Ich habe ihn nie bedrängt, weil ich, ganz anders als er, ein gutes Leben hatte, mein Lebenslauf verlief komplett gradlinig, seiner überhaupt nicht. Wie schön ist es, wenn man dem Menschen, den man in sein Herz gelassen hat, dabei unterstützen kann, das alles nachzuholen? Das ist so traurig für mich, dass er das am Ende so wenig wertgeschätzt hat und aus so niederen Beweggründen gegangen ist. So ohne echte Alternativen für uns. So ego.
Er ist eben wie er ist. Klammernd, süchtig nach Anerkennung usw. Aber statt dahinter zu gucken, die Gründe nach seinem Verhalten zu finden, hat mich ersetzt durch eine, die diese Bedürfnisse vermutlich kurzfristig befriedigt, und durch das Verlassen unserer Familie gehofft, dass für IHN alles besser wird. Ich kann das einfach nicht fassen...es macht mich echt fertig, dass er das getan hat. Immer noch ist das wie ein Schock...ich dachte nicht, dass die Liebe dann doch einfach verschwindet...oder dass er nicht hinterfragt, ob da tief in seinem Inneren, gemessen an dem, was wir zusammen hatten, nicht doch noch etwas ist, das ihm wert wäre zu bleiben...dieser Gedanken ist der traurigste von allen. Ich trauere um unsere Familie und um all die vielen gemeinsamen Jahre.
Ich weiß bis jetzt auch immer noch nicht, wann ein Punkt zum Gehen wirklich erreicht ist. Vermutlich brauche ich noch Zeit um zu erkennen, wie viel mehr ich von einem Mann brauche und mir bewusst wird, dass ER mir das nie hätte geben können. Dass ich ihm immer mehr gegeben habe als umgekehrt...
Nun gut, es ist wie es ist. Und wie du schreibst - vielleicht ist es ohne ihn ja auch ganz okay.
Einen schönen Freitag!