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Staatliches Kennenlernportal?

vonMazedonien

Hallo Zusammen,

Ja das Thema Lockdown und (mehr oder weniger glückliches) Singledasein treibt ja derzeit viele von uns um.

Für viele stellt sich die Frage, wie und wo man denn überhaupt in diesen Zeiten den potenziellen Partner kennenlernen kann.

Die Lösungsansätze beschränken sich derzeit auf Warten/ Verzicht, oder Onlinedating.

Nun sind ja Datingapps/Partnervermittlungen im Onlinebereich vor allem an unserem Geld interessiert, und logischerweise weniger daran, die zahlende Kundschaft schnell und effizient an den passenden Partner zu "verlieren".

Das Phänomen "Einsamkeit" nimmt in unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft immer weiter zu. Die Briten sollen bereits seit einiger Zeit ein extra Ministerium damit befassen, was die Ursachen und Konsequenzen der zunehmenden Vereinsamung in der Bevölkerung, quer durch alle Alterklassen sind, und wie dem entgegengewirkt werden könnte.

Aus meiner Sicht erfüllen die bestehenden, gewinnorientierten, privatisierten Angebote den eigentlichen Bedarf in unserer Gesellschaft, uns gegenseitig wieder näherzukommen nicht.

Ich führe das an dieser Stelle mal u.a. auf folgende Ursachen zurück:

1. Fakeprofile

Woher soll ich wissen, ob ich mit einer KI, einem (ggf. sehr unattraktivem) Vertreter des aus meiner Sicht "falschen" Geschlechts, einem Scammer oder einer echten Person schreibe, die mich lediglich mit Filtern und gelogener Altersangabe an der Nase herumführt.

Meine Anforderung an die "Staatsapp"

Verifikation mit dem digitalen Personalausweis. Filterblocker. Anforderungen an Fotos, die erst nach unabhängiger Prüfung freigegeben werden. (z.b. keine Sonnenbrille, keine anzüglichen Bilder etc.)

2. Anonymität

Wie wir alle wissen, rühren 99% der Unhöflichkeiten, die im www ausgetauscht werden, aus der wohligen Sicherheit des "Weiß ja niemand, dass ich das war. Ich muss keine Verantwortung für mein Handeln tragen".

Auch hier kann mit der ersten Anforderung Abhilfe geschaffen werden. Ein Zweitprofil sollte technisch wirksam ausgeschlossen werden. Nutzernamen nur unter strengen individuell zu prüfenden Vorraussetzungen änderbar machen. Temporäre Sperre bis zu strafrechtlicher Verfolgung bei Fehlverhalten (Beleidigung, Volksverhetzung etc.) Klingt hart? Gilt aber im Offlinemiteinander seit langem. Ziel soll es ja sein, den Teilnehmer daran zu erinnern, dass er als natürliche Person mit allen Rechten und Pflichten des sonstigen Lebens teilnimmt.

3. Spam-Mechanik

Während w überdurchschnittlich attraktiv und im gebärfähigen Alter 1000 likes in 10 min erhält, tut m anfang 40 mit durchschnittlichem Aussehen, sich da statistisch extrem viel schwerer. Am Ende sind beide genervt. Sie, weil Sie sich durch einen Berg "unpassender Anfragen wühlen muss" , er, weil er in der massenhaften Konkurrenz einfach übersehen wird.

Hier muss eine andere Mechanik her. In Anlehnung an die eigenen Suchkriterien (Alter, Kilometerradius, Körpergröße , gewählte Themen etc.)werden dir täglich 2 Personen vorgestellt. Du findest nun z.B. einige Statements zu Themen, die für dich von Bedeutung sind und kannst Punkte vergeben. Nach Abschluss der Punktevergabe (die nur du als deine Hilfestellung siehst) kannst du das Foto deines Gegenübers sehen und entscheiden, ob du an einem Kennenlernen interessiert bist. Auch du wirst in dieser Art und Weise nur, 2 Personen täglich vorgestellt. War nur eine Fixe idee.
Wichtig ist, ein Konzept, dass mehr Auseinandersetzung als einen kurzen Wisch verlangt, wenn man entscheiden möchte, ob jemand interessant ist, oder nicht und das Ganze soweit zu begrenzen, dass man nicht binnen 5 Tagen von seiner kompletten Heimatstadt ge-/ oder disliked werden kann.

4. Monetarisierung

Egal wo man hinschaut, immer werden einem Brocken hingeschmissen. Speziell bei Tinder habe ich das Gefühl, dass ich in den ersten 48 Stunden relativ viele Likes (neuerdings sogar Matches) bekomme, während es dann sehr schnell stetig weniger werden. Auch sind einige der verschwommenen Gesichter seit einem Jahr mittlerweile gute Bekannte ( ich war mehrmals für ca. 1 Woche angemeldet und habe zu 50% immer von den gleichen Personen Likes, die aber allesamt für mich unattraktiv sind) Es ist kein wirkliches Geheimnis, dass du garnicht groß "rumgezeigt" wirst, wenn du nicht wenigstens mal ein Superlike kaufst. Ich habe es nie probiert, könnte mir aber vorstellen, dass sich das vorübergehend dramtisch ändert, wenn man Geld investiert.

Lange Rede kurzer Sinn. Natürlich hat Monetarisierung beim Spiel mit der Liebe keinen Platz. Es ist auch nicht unbedingt Ausdruck von Seriosität, wenn man 80 Euro im Monat für eine Onlinepartnervermittlung ausgeben kann. Ich kenne auch Menschen, für die 80 Euro gemessen am Monatseinkommen genauso viel ausmachen, wie bei anderen 5 Euro. Die erzählen über Parship und Elitepartner ganz ähnliche Erfolglosstories, trotz teils mehrjähriger Mitgliedschaft. Daher sollten alle Funktionen
allen deutschen Staatsbürgern (Personalausweispflicht/Wohnsitzpflicht in Deutschland) kostenlos zur Verfügung stehen.

Man kann natürlich noch eine Menge mehr fordern, und es darf natürlich im Hinblick auf die deutsche Coronaapp erheblich bezweifelt werden, dass der deutsche Staat in der Lage wäre eine derartige Anwendung "noch in diesem Leben" zum Laufen zu bringen. Daher wird es wohl eher eine Fantasie bleiben.

Ich habe hier den Fokus auf Dating gelegt, obwohl man das ganze natürlich viel breiter aufstellen könnte.

Es ist leider so, dass in unserer heutigen Gesellschaft vor allem Grundbedürfnisse, wie Wohnen, gesellschaftliche Teilhabe, Ernährung, medizinische Versorgung, Mobilität, Kunst und letztlich auch die Liebe durch private Unternehmen finanziell möglichst umfassend ausgeschlachtet und instrumentalisiert werden.

Das Thema Datamining habe ich hier bewusst außen vor gelassen, da ich nicht glaube, dass unser Rechtsstaat es hier mit den "halboffiziellen" Machenschaften großer Socialmediakonzerne annähernd aufnehmen könnte.

!Bitte keine politische Disskusion.!

Es geht letzlich nur um die Frage: welchen Zusatznutzen eine unmittelbar kostenlose staatlich und gesellschaftlich regulierte Datingplattform, die den Bürgern kostenlos zur Verfügung steht und bei der jeder rechtlich identifihierbar bleibt, bei euch ankommen würde? Welche Ergänzungen, Wünsche hättet ihr in dem Zusammenhang. Ich möchte auch mal als Rahmenbedingung angeben, dass die Plattform allen geltenden Datenschutzanforderungen entspricht und mit den dort hinterlegten Informationen sorgsam umgegangen wird.

Bin gespannt auf eure Meinungen!

17.01.2021 22:12 • #1


Goldy


Ist das Satire?

17.01.2021 22:19 • x 8 #2



Staatliches Kennenlernportal?

x 3


vonMazedonien


Nein

17.01.2021 22:21 • #3


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Alter Schwede... sollen Dir die Mitglieder hier jetzt ein Geschäftskonzept oder die Seiten für Deine nächste Hausarbeit schreiben, damit Du bei einer Ausschreibung für IT-Dienstleistungen mitmachen oder gute Noten schreiben kannst? Weil es im Dating nicht klappt, soll es jetzt der Staat richten? Du liebe Güte... der Staat täte vielmehr gut daran, sich auf seine wichtigen Kernaufgaben zu konzentrieren. Dazu gehören Sicherheit und Daseinsfürsorge. Ein ausufernder Staat muss von allen Staatsbürgern über Steuern bezahlt werden, dass ist Dir schon bewusst, lieber TE? Also beim nächsten Einkauf noch schnell eine Dating-Steuer? Dafür sitzen dann in der "Profilkontrolle" Beamte mit Besoldungsstufe A8 und prüfen jedes einzelne Profil. Natürlich in revisionssicherer Variante.
Aus gutem Grund hat der Staat einige wirtschaftliche Aktivitäten outgesourct. Weil er es oftmals nicht so "wirtschaftlich" kann. In manchen Bereichen darf es auch nicht wirtschaftlich zu gehen, sondern steht der Auftrag für den Bürger und die Gesellschaft im Vordergrund. Dating-Möglichkeiten bereit zu stellen gehört nicht dazu. Das kann die freie Wirtschaft besser übernehmen. Und wenn es genug Menschen geben würde, die Deine Vorstellungen teilen würden, gäbe es auch einen Markt dafür.

17.01.2021 22:49 • x 3 #4


Goldy


Vor allem: Was kann der Stadt dafür, wenn mir kein Datingpartner gut genug ist?

Im Umkehrschluss könnte der Stadt dann, um Kosten zu sparen, mich aufgrund von passenden Matches zwingen mit einem Mann eine Beziehung zu führen. Das wäre dann Richtung Zwangsehe.

Für mich ist das wirklich Satire, auch wenn der TE es verneint. Ernst kann man das doch nicht meinen und nehmen.

17.01.2021 23:04 • x 2 #5


BlueApple

BlueApple


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Ggf hat sich der TE bei der nächsten Staffel von "Die Höhle der Löwen" beworben und gemerkt, dass seine Geschäftsidee noch nicht ganz durchdacht ist?!

Lieber TE, der Staat soll helfen einen Partner zu finden? Humor haste.... Glaub der Staat hat andere Sorgen als frustrierte Singles zu vermitteln.

17.01.2021 23:13 • x 3 #6


vonMazedonien


Der Staat soll bei der Partnervermittlung helfen? Wann habe ich das denn geschrieben?
Ich rede hier von der Schaffung vernünftiger Rahmenbedingungen um Onlinedating attraktiver zu machen! Der Erfolg bleibt klar bei jedem selbst... und wer das einem privaten Unternehmen besser zutraut als dem Staat, der kann ja bei seinem Gegenentwurf dieses gedanklich einsetzen. Denn Gegenentwurf ist doch hier das Thema. Was es gibt weiß ich selbst. Und noch eine Bitte vom TE. Vielleicht halten sich ja diejenigen, die überhaupt keine Erfahrungen mit Onlinedating haben einfach aus dem Diskurs heraus. Es tauchen hier immer mehr Threads zum Thema "Nachteile des Onlinedatings" auf. Disskusions- und verbesserungswürdig scheint das Thema allemal. Also bitte einfach mal die zynischen Überlegungen über meine angeblichen Motive stecken lassen und sachlich bleiben. Ist für manchen vielleicht viel verlangt um die Uhrzeit... Grüße

17.01.2021 23:40 • #7


VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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Muss "der Staat" dann auch Deine Dates abnicken oder hat er ein Vetorecht? Darf er vorschreiben, dass Du als Bayer nur 'ne MeckPommerin treffen darfst, wenn Du garantierst, dann auch dort hin zu ziehen; wegen des demografischen Wandels (Achtung: Hab nur ins Blaue Bundesländer genannt, bevor mir jemand mit der Bevölkerungsstruktur von Mecklenburg-Vorpommern und Bayern kommt ).

Wird "der Staat" regresspflichtig, wenn sich jemand trotz Ausweiskontrolle als Idiot und geldgierig entpuppt?

Ich hab ja echt schon viel gehört, wo nach "dem Staat" geschrieen wurde - das toppt jetzt fast alles.

Im Grundgesetz steht nicht, dass Du das Recht auf eine (glückliche) Beziehung hast. Ich finde das auch gut so. Ich bin sehr froh, dass ich in diesem Land lebe, auch, wenn ich mit einigem nicht einverstanden bin - aber hej, das ist Demokratie, da muss man auch mal Dinge hinnehmen, die nicht meiner Meinung entsprechen (und NEIN, ich will auch keine Diskussion über Politik!). Ich bin auch froh, dass er in mein Privatleben nicht mitbestimmen kann. Solche Länder gibt es ja auch, die das für sich in Anspruch nehmen.

Wir haben eine gesetzliche Krankenversicherung, ein soziales Netz, öffentliche und für jedermann zugängliche Schulen, fließend Wasser, Elektrizität. Klar, besser geht immer: Aber sehr viel schlechter auch, wenn man mal über den Tellerrand in die Welt guckt.

Du wünscht Dir nun also eine staatlich geprüfte und abgesicherte Dating-App. Weil Du es weder im wirklichen Leben noch über die vorhandenen Plattformen schaffst, Frauen für Dich zu interessieren und die Spreu vom Weizen zu trennen, um Dich nicht veräppeln zu lassen. Schon blöd, dass man sich hier nicht gegen alles versichern kann.

Joaaah... Konstruktiver Vorschlag: Gründe ne Partei oder ne Bürgerinitiative zur Staatlichen Datingapp. Dann bist Du beschäftigt und triffst vielleicht einige weibliche Kontrolettis, mit denen Du Dich zusammen tun kannst. Falls die dann Deinen Ansprüchen genügen.

18.01.2021 00:36 • x 6 #8


Nein


Fand das mit der Satire schon treffend

18.01.2021 00:40 • x 3 #9


Brückenamfluss


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Alter. Dein Ernst.

18.01.2021 00:43 • x 1 #10


Snipes

Snipes


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Zitat von Brückenamfluss:
Alter. Dein Ernst.


Corona macht viele komplett fertig und da können schon mal Gedanken wie Zwangsheirat aus Langeweile aufkommen

18.01.2021 00:47 • x 3 #11


Goldy


Weisst du, ich denke, dein Leidensdruck ist ziemlich groß und du suchst nach Liebe und Zuneigung und einfach nach einer Frau, mit der du dein Leben verbringen kannst.

Deine Verzweiflung kann man ja auch in deinem anderen Faden spüren. Das tut mir echt leid.

Die Sehnsucht ist schon schwer auszuhalten und diese Zeiten machen es nicht besser.

Aber den Staat da mit hineinziehen zu wollen ist imho der falsche Weg.

18.01.2021 00:51 • #12


Nein


Wann hatten wir das nochmal in Deutschland? Mit Staat und Fortpflanzung und so ... ?
Sorry...

Ah zu der Zeit als ich geboren wurde.

18.01.2021 00:54 • #13


Butterblume63


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Lassen wir Corona aussen vor.
Warum lernen sich Menschen heute nicht mehr real kennen? In der Disco,beim Sport ect.pp....

18.01.2021 01:10 • #14


Nein


Disco ist so laut. Ich habe mir eine Monatskarte für den Bus gekauft und spreche jetzt flirtende Frauen an.

18.01.2021 01:12 • x 2 #15



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