kristin1991
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Ich (35) habe vor ungefähr einem Jahr einen Mann (40) kennengelernt. Wir haben uns sehr schnell und intensiv ineinander verliebt. Schon nach wenigen Treffen schrieb er mir, dass er mich vermisst. Am Anfang hat er mir sehr viele Liebessprüche und Nachrichten geschickt. Er sagte relativ früh, dass er mich liebt, dass ich das „Gesamtpaket“ sei und dass er sich mit mir sehr wohlfühlt.
Auch körperlich und emotional war die Verbindung extrem intensiv. Wir hatten wunderschöne gemeinsame Zeiten, viel Nähe, Sex, Wandern, Camping.
Wir hatten extrem viel Sex. Teilweise 6-7 x innerhalb 24 Stunden. Er gab mir zunächst massive Sicherheit, meine komplizierte Lebensweise mitzutragen. Zeit war immer knapp. Er stellte mich innerhalb kürzester Zeit überall vor. Er hat ein schwieriges Verhältnis zu seiner ex und der Mutter seiner Kinder. Teilweise mit massiver Abwertung auch vor den kindern.
Ich habe zwei kleine Kinder, 2 und 6. Er hat selbst mehrere Kinder 6 und 11 und eine komplizierte Situation mit seiner Ex bzw. seiner großen Tochter. Seine Zeit war deshalb von Anfang an begrenzt. Wir haben uns teilweise nur wenige Stunden gesehen. Ich wusste das und habe ihm auch gesagt, dass es mit meinen Kindern und meinem Alltag ebenfalls nicht einfacher werden würde. Er war anfangs sehr entspannt und vermittelte mir, dass wir das schaffen würden.
Mit der Zeit wurde aber genau das zum Problem. Er sagte immer deutlicher, dass ihm die wenige gemeinsame Zeit nicht reicht und dass sich daran auch in absehbarer Zeit nichts ändern wird. Ich habe dagegen immer mehr versucht, mich mit dem Wenigen zufrieden zu geben, weil ich ihn nicht verlieren wollte.
Dazu kamen unterschiedliche Vorstellungen über unsere Zukunft. Ich habe ein Haus, das für mich und meine Kinder sehr wichtig ist. Dort sind unser Lebensmittelpunkt, der Kindergarten meiner Kinder, meine Mutter als wichtige Unterstützung und auch die Nähe zum Vater meiner Kinder. Er wusste, wie wichtig mir das alles ist, hat aber trotzdem häufiger versucht, mir das Haus bzw. meine Gründe dagegen auszureden. Er meinte auch, dass meine Mutter und der Vater meiner Kinder keine so große Rolle spielen müssten.
Ich habe immer gesagt, dass ich meine Kinder nicht einfach aus ihrem Umfeld herausreißen möchte, solange wir überhaupt noch keinen gemeinsamen Alltag als Paar kennen. Für mich hätte der nächste Schritt darin bestanden, langsam mehr Alltag aufzubauen und dann irgendwann zu schauen, ob Zusammenziehen überhaupt funktioniert.
Er sah das offenbar anders.
Vor einigen Tagen hat er die Beziehung beendet. Seine Hauptbegründung ist die Zeit und dass er aktuell keine Lösung für dieses Problem sieht. Er sagt gleichzeitig, dass es für ihn nicht einfach ist, dass unsere Zeit sehr schön war und dass ich für ihn nicht einfach „abgeschrieben“ sei.
Ich habe in meiner Verzweiflung sehr viel geschrieben. Ich habe ihm gesagt, wie sehr ich ihn vermisse, dass ich nicht glauben kann, dass das alles vorbei sein soll und dass es mich verletzt, dass er uns scheinbar so einfach aufgibt. Er war dabei nicht kalt, aber auch nicht kämpferisch. Er sagte unter anderem, dass er nicht so tun könne, als wäre alles gut, wenn es vielleicht in einem halben Jahr wieder genauso wäre.
Was mich zusätzlich beschäftigt: Ich habe im Nachhinein das Gefühl, dass er mich am Anfang vielleicht sehr stark „geblendet“ hat. Diese extreme Intensität, die vielen Liebessprüche, das frühe Vermissen und die großen Worte haben mir sehr viel Sicherheit gegeben. Gleichzeitig gab es noch kaum echten Alltag und wir hatten die schwierigen Situationen noch gar nicht gemeinsam erlebt.
Ich frage mich deshalb gerade:
War das einfach eine sehr intensive, aber letztlich nicht tragfähige Beziehung?
Oder war sein Verhalten am Anfang schon eine Art Love Bombing bzw. hat er mich emotional sehr stark gebunden, ohne selbst zu wissen, ob er diese Beziehung langfristig tragen kann?
Und noch etwas beschäftigt mich sehr: Ich habe schon einmal erlebt, dass ein Mann mich verlassen hat, als es mit zwei Kindern schwierig wurde. Jetzt habe ich wieder das Gefühl: „Sobald es schwierig wird, bin ich nicht genug, damit jemand bleibt.“
Ich weiß gerade nicht, ob ich um diesen konkreten Mann trauere oder auch um die Zukunft, die ich mit ihm vor Augen hatte.
Ich vermisse ihn unglaublich und würde ihn am liebsten noch einmal sehen und sprechen. Gleichzeitig frage ich mich, ob ich einen Mann überhaupt zurückhaben möchte, bei dem ich am Ende wieder Angst haben müsste, dass er geht, sobald das Leben kompliziert wird.
Wie würdet ihr das von außen beurteilen?
Was seht ihr in seinem Verhalten, was ich gerade durch meine Gefühle nicht sehen kann?
Und vor allem: Was davon war echte Liebe und was vielleicht einfach nur eine sehr intensive Anfangsphase, die ich zu stark als Zukunftsversprechen interpretiert habe?
Ich brauche mal eine ehrliche Einschätzung von außen, weil ich gerade selbst überhaupt keinen klaren Blick mehr habe.
Ich will ihn aktuell einfach nur zurück. Befinde mich aktuell im tag 4 von no contact. Von ihm kommt gar nichts mehr. Mir geht es richtig schlecht