Anonyma1975
Gast
ich hoffe, ihr könnt mir weiter helfen. Mein Freund hat sich von mir Mitte Dezember getrennt, wir hatten am 01.01. nochmal ein letztes Gespräch zur Aussprache und ich hoffte dieses würde mir helfen alles besser zu verstehen, um damit irgendwie abschließen zu können.
Kurze Erklärung zur Geschichte: Wir hatten uns Anfang September kennen gelernt und sind uns auch sehr schnell näher gekommen. Es hat alles super zusammen gepasst zwischen uns und es gab nur schöne Momente, nie Streit, wir haben viele Gemeinsamkeiten, waren voll auf einer Wellenlänge, es hat einfach alles gepasst. Doch diese Beziehung war von Anfang behaftet mit der Tatsache, dass er ab diesem Jahr für ein Jahr beruflich ins Ausland geht. Dies stellte sich bei unserem 3. Date heraus. Er sagte damals, wenn es soweit ist, schauen wir wie es weiter geht. Ich hab das erstmal so hingenommen und deshalb auch nie gefragt, ob wir jetzt nun fest zusammen sind oder nicht. Für mich war es aber innerlich schon eine Beziehung.
Er war in den ersten Wochen unserer "Beziehung" sehr unbeschwert, empathisch und ich spürte auch Verliebtheit seinerseits, aber das hatte er nie zugegeben. Ich hatte das Gefühl, umso mehr es auf das Ende des Jahres zuging, umso mehr hat er dicht gemacht und ab einem gewissen Punkt Gefühle nicht mehr zugelassen (das war so Mitte/Ende Nov), entweder weil er es nicht wollte oder nicht konnte. Er sagte immer, er sei sehr pragmatisch und ein Kopfmensch. Ich denke einfach, er war nicht ganz frei im Kopf für andere Sachen wie Emotionen, Liebe etc., weil das Auslandsjahr von vornherein dort fest verankert war und er vielleicht nie eine Zukunft hatte sehen wollen. Keine Ahnung.
In unserer Aussprache erzählte er mir, dass er wohl in seinem Leben schon sehr viel Zurückweisung erhalten hat, zum einen auch, als er das letzte Mal verliebt war (vor 6 Jahren!). Es war wohl eine einseitige Sache gewesen, er wollte nicht wirklich darüber reden. Ich glaube, es fiel ihm sehr schwer. Er sagt, er sei deshalb, was Gefühle anbelangt, sehr vorsichtig geworden. Ich denke, er tut sich deshalb einfach schwer sich emotional an jemanden zu binden. Das Herz macht dann scheinbar einfach dicht. Wenn wir einen Film zusammen geschaut haben und es gab Liebesszenen, so konnte er dies auch nur schwer ertragen und hat sich immer darüber aufgeregt, es kamen Kommentare wie "Muss das jetzt wieder sein". Generell schaut er eigentlich gar keine Filme.
Es gab auch nach seinem Schlussmachen Mitte Dezember einen Brief von ihm.
Hier noch eine kleine Anmerkung: Bei unserem 2. Date hatte ich ihn nach seinen Eltern gefragt. Die beiden leben getrennt, Mutter hat einen Partner seit über 20 Jahren. Kontakt zum Vater hat er nicht, will er auch nicht, es interessiert ihn nicht, wer er ist und was er macht und warum seine Eltern sich damals getrennt hatten. Als das Thema aufkam, merkte ich sofort, dass ihm das unangenehm war und er möglichst das Thema wechseln wollte. Ich hatte dann nicht näher nachgefragt und auch in späteren Treffen ihn nie mehr auf seinen Vater angesprochen.
Meine Frage ist nun: Hat er sich wirklich von mir getrennt, weil er sich einfach nicht in mich verliebt hat? Oder hat er tatsächlich ein Problem wie Liebes-/Beziehungsunfähigkeit, wenn nicht sogar Bindungsangst, und er konnte sich deshalb nicht ganz auf mich einlassen?
Ich würde mich über eure Meinungen dazu freuen, denn es würde mir wirklich sehr helfen die Trennung zu verstehen bzw. denke ich, könnte ich sie dann auch besser verarbeiten.
Vielen lieben Dank.