Zitat von sonne73:Hallo,
auch ich kann mich hier einreihen!
Und, Augen-Blick-Mal, du sprichst mir so dermaßen aus der Seele!
Ich habe seit knapp 2 Jahren eine Affäre zu einem verheirateten Mann, der 3 noch recht kleine Kinder hat.
Die ersten 1 1/2 Jahre ging es mir einfach total gut in dieser Beziehung. Wir waren beide glücklich, verliebt und haben unsere kurzen, aber total schönen und intensiven Momente einfach nur genossen.
Seit ein paar Monaten versuche ich mich immer wieder (leider erfolglos, weil er sich dann so viel Mühe gibt und mir rund um die Uhr sagt, wie sehr er mich liebt und mich braucht) zu trennen. Denn ich habe immer gewusst, dass es für uns keine gemeinsame Zukunft gibt!
Ich habe einfach die unbeschwerte Zeit ohne Alltag genossen. Ein Singleleben mit viel Spaß, Freundinnen und Feiern verbracht - und nebenbei hatte ich einfach eine mir sehr, sehr vertraute Person, bei der ich mich fallen lassen konnte, der mir viele Komplimente gemacht hat, mit dem ich lieben und verliebt sein ausleben konnte! Dieses habe ich auch so dermaßen ausgestrahlt, dass ich immer und überall von anderen angesprochen wurde - und es genossen habe.
Mittlerweile gibt es zunehmend Ärger mit seiner Frau - und ich habe schon wieder versucht mich zu trennen - weil es einfach so nicht weiter gehen kann! Über das moralisch Verwerfliche an einer Affäre wollen wir hier ja nicht sprechen - das wissen wir ja alle selber ziemlich genau!
Und ich leide - so dermaßen. Ich verstehe es nicht, denn mein Verstand sagt mir immer wieder, dass es alles sinnlos ist. Und dass ich mir das doch eigentlich nicht Wert bin, denn ich gehöre doch in die erste Reihe. Und ich wünsche mir doch eigentlich eine Beziehung, die ich offen zeigen kann. Der ganzen Welt zeigen zu können, wie sehr ich verliebt bin. Zusammen was unternehmen und sich auch in der Öffentlichkeit anfassen zu können!
Von daher verstehe ich nicht, warum mir das Allein-Sein so schwer fällt! Mit ihm war ich doch auch die meiste Zeit alleine. Zwar war er in Gedanken immer bei mir, hat mich morgens per SMS geweckt und meistens auch per SMS eine Gute-Nacht gewünscht. Dennoch bin ich meistens alleine zu Bett gegangen, habe alleine gefrühstückt, alleine meinen Hobbies nachgegangen und alleine Abends ausgegangen! Und jetzt fehlt er mir so unendlich. Nichts macht mir mehr Spaß, ich strahle auch keine Lebensfreude mehr aus, kann nicht mehr essen und schlafen nur ein paar am Stück! Letztendlich hat sich ja fast nichts geändert! Ich verstehe mich einfach nicht - warum kann mein Herz nicht so wie mein Kopf. Es ist tatsächlich so, als ob mein Beifahrer fehlt. Die Kommunikation mit ihm (auch wenn sie nur zu bestimmten Zeiten ging) war sehr eng und häufig. Es ist so zur Gewohnheit geworden, dass er "da" war auch wenn er eigentlich ganz weit weg war!
Und das allerschlimmste ist, dass es erst seit Samstag so ist - und er hat mich heute schon wieder ganz viel angeschrieben, mich kurz im Büro besucht und mir gesagt, dass ich es ihm schon verbieten muss! Ich weiß nicht, ob ich es tatsächlich schaffe standhaft zu bleiben. Aber ich möchte es jetzt schaffen.
Weiß auch, dass ich hier keine brauchbaren Tipps kriege, weil es euch ja genau so geht, aber es hat mir schon mal geholfen ein bisschen was von der Seele zu schreiben. Und zu lesen, dass nicht nur ich in so einer (eigentlich unmöglichen, weil ich ja immer gewusst habe, dass es so enden muss) Situation bin.
Genauso ging es mir auch. Anfänglich war es wie ein "Vertrag". Ich wusste, er war verheiratet und ich war frei und unabhängig. Keine Verpflichtungen gegenseitig. Optimal war es für uns beide. Leider (in unserem Fall) entwickeln sich Gefühle, was ja wichtig ist in einer Beziehung und schwupps werden einem die Grenzen bewusst.
Ich bin die Achterbahn der Gefühle gefahren. Und dann gab es ein einschneidendes Erlebnis: Ich hörte, wie er mit seiner Frau telefonierte. Sie lachten und waren sehr vertraut miteinander. Nie werde ich diesen Moment vergessen, der alles "traumhafte" in die Realität zog. Naiv dachte ich, ich sei die Nummer eins in seinem Leben, trotz Frau und 2 Töchter. Das dachte ich bis genau zu diesem Erlebnis. Da wurde mir klar, wie absurd unsere Geschichte ist. Die Realität hatte mich eingeholt. Und ich konnte sie nicht mehr ausblenden.
Und seit dem gibt es nur Gezerre, was geht und was nicht. Und bei mir geht eben nichts mehr. Der Kopf hat sich für die Trennung entschieden, das Herz hinkt schmerzhaft hinterher.
Ich habe begriffen, dass ich alle Kontakte löschen muss, um wirklich abschließen zu können. Heute habe ich ihn in Facebook gelöscht, das war hart. Vorangegangen war ein SMS-Wechsel. Wir haben dienstlich miteinander zu tun und er hat Morgen einen Termin in der Firma, in der ich arbeite. Ich habe ihn gebeten, den Termin zu verschieben. Das sieht er aber nicht ein, weil er mich ja sehen möchte. Egostischer geht es eigentlich nicht.
Übrigens hat auch seine Frau mal zu ihm gesagt, dass sie sich das Leben nehmen würde, sollte ihr Mann sie betrügen. Sie hat 20 kg Übergewicht. Wie unehrlich es in dieser Beziehung zugeht ist unglaublich. Und ganz ehrlich ... : Wollen wir das? Wollen wir so einen Menschen, der uns in Wort und Schrift das Blaueste vom Himmel holt, der uns ansonsten aber eher wie eine Trophäe behandelt? Uns in den Schrank stellt und dann nach Belieben aus dem Schrank holt, poliert, mit Aufmerksamkeiten bestückt, um uns dann dorthin wieder zurückzustellen?