sonnenschein6
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ich habe hier erst gestöbert und nun muss ich mein Problem einmal "los"werden.
Ich habe Ende 2011 einen Mann über eine Internetseite kennengelernt. Wir haben telefoniert und ich dachte "was für ein Spinner", er dachte "was für eine Gans".
Bei unserem ersten Treffen schlug dann der Blitz ein. Es war Liebe auf den ersten Blick!
So etwas hatte ich noch nie erlebt. Ich war 46, hatte zwei Ehen hinter mir.
Wir haben uns dann schnell wieder gesehen und er hat gleich davon geredet, wie er sich Beziehung vorstellt. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich aber keine Beziehung, es war mir immer zu kompliziert und ich fühlte mich Beziehungsunfähig, also beendete ich diese Geschichte nach 2-3 Wochen wieder.
Dieser Mann hat mich aber nicht los gelassen. Wir hatten uns schon vorher verabredet zu einer Veranstaltung und ich bin dann da hin, nur um ihn wieder zu sehen und da hat es endgültig gefunkt und wir waren zusammen.
Alles lief gut, obwohl immer mal wieder Schwierigkeiten mit meinem damals 14 Jährigen Sohn aufkamen.
Mein Freund hatte das Gefühl er wird nicht akzeptiert.
Nach nur 7 Monaten hatte mein Freund die Idee zu mir zu ziehen. Ich wohnte mit zwei Söhnen (14 und 24) allein. Ich war begeistert.
Die Jungs nicht, beide zogen aus. Der eine in seine erste eigene Wohnung, der jüngere zu seinem Vater.
Der Kontakt war trotzdem gut zu den beiden.
Ich genoß meine Liebe. Das erste mal fühlte ich mich so richtig "angekommen", geliebt wie noch nie. Ich hörte ständig diese 3 Worte -Ich liebe dich-, bekam Liebesbriefe, wurde begehrt, hatte tollen Sex und fühlte mich rundum wohl.
Mein Freund hatte allerdings ein sehr unstetes Leben hinter sich. Mit 45 nie länger wie 3-4 jahre in einer Firma, zwischendurch auch mal arbeitslos. Getrennt von Frau und Kind, welche 600km entfernt wohnen. Er hat also alles hinter sich gelassen um wieder -neu- anzufangen, anscheinend immer wieder.
Wir waren sehr Glücklich, bis es sich anbahnte, er Schwierigkeiten in der Firma hatte und arbeitslos wurde.
Von da an ging es nur noch bergab mit unserer Beziehung. Er konnte sich nichts mehr leisten, hatte inzwischen Schulden bei mir gemacht und fühlte sich klein. Er träumte davon sich Selbstständig zu machen und erarbeitete über Monate einen Businessplan aus. Er wollte mit mir in Urlaub fahren, ein schönes Haus kaufen und mir all meine Wünscher erfüllen.
Heute weiß ich, alles nur Träume.
Nichts hat geklappt mit Firma, keine Bank wollte ihm Geld geben und nun sollte ich plötzlich dahinter stecken. Ich soll dafür gesorgt haben, dass ihm keine Bank den Kredit gibt. Er fühlte sich plötzlich verfolgt, meinte die alte Firma sei hinter ihm her.
Ich hab immer gedacht, der hat doch was, da stimmt doch was nicht. Immer wieder hat er mir mit seinen Vorwürfen den Boden unter den Füßen weg gerissen.
Und dann mit seinen Liebesbekundungen den Himmel geöffnet und alles war vergessen.
Länger hat er nun von räumlicher Trennung geredet.
Ich wollte das nicht, aus Angst ihn zu verlieren. Ein Leben lang habe ich mich nach so einem aufmerksamen Mann gesehnt, der alle Verrücktheiten mit mir mitmacht.
Im Radio hat er mir einen Liebesgruß hinterlassen...von den Moderatoren aus "Frühstück bei Stefanie"
und viels mehr.
Da er nun über ein Jahr arbeitslos war und er bald nur noch Hartz IV bekommen würde, willigte ich ein in eine räumliche Trennung.
Ich hatte schnell eine Wohnung, was Zufall war, er aber nicht glaubte.
Kurze Zeit darauf musste ich ihn wegen seiner Wahnvostellungen in eine Psychiatrische Klinik bringen, wo er dann 7 Wochen stationär war. In der Zeit konnte er sich schwer eine Wohnung suchen. Weil ich bereit war ihn erstmal -mitzunehmen- haben sie ihn wohl entlassen. Aber er wollte dann gar nicht mehr mit.
Er drohte zurück zu gehen, 600km in seine Heimat, obwohl er dort jeglichen Kontakt zu allen abgebrochen hatte. Seine Kindheit war furchtbar, die Mutter hat ihn nicht geliebt.
Er hat es nicht geschafft eine Wohnung zu finden, hat sich allerdings auch erst 10 Tage bevor er raus musste wirklich intensiv bemüht.
Am Tag vor dem Umzug hat er dann seine Sachen eingelagert und seinen Bruder angerufen und gesagt er käme zurück!
Mich hat er verantwortlich gemacht dafür, dass er keine Wohnung bekommt, ich würde dahinter stecken...totaler Quatesch...
Am Tag des Umzuges haben wir uns verabschiedet, ich habe mich für die schöne Zeit bedankt und er ist dann zum Hauptbahnhof, hat mir noch eine sms geschrieben, ob ich meine er solle doch wieder in eine Klinik, auf die ich aber nicht meht geantwortet habe.
Er hat dann die Nacht auf dem Bahnhof verbracht.
Am nächsten Tag kam nur einen sms "ich grüble die ganze Zeit, was ich dir angetan haben muss". Dies sollte ein Vorwurf sein!
Ich antwortete, dass es mich traurig macht dass er glaubt er hätte mir etwas angetan. Und dass es seine Krankheit ist, die ihn das glauben läßt und er sich Hilfe holen soll und ich im Moment nicht mehr kann. Dass ich ihn von ganzem Herzen liebe und wenn er wieder gesund ist, ich unsere Liebe mit ihm leben möchte.
Danach 3 Wochen kein Lebenszeichen...
Dann hab ich mich gemeldet, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe.
Von ihm kam nur der Vorwurf; Er denkt nicht, dass ich ihn so sehr geliebt habe, sonst hätte ich nicht dafür gesorgt, dass er obdachlos ist.
Dabei ist er doch bei seinem Bruder untergekommen. Und ich habe doch gar nichts getan!
Aber es macht mich fertig, ich bin nur noch am heulen, kann teilweise nicht mehr arbeiten.
Was soll ich tun?
Jetzt kam ein Brief für ihn. Ich habe ihn deswegen eine sms geschickt, aber es kommt keine Antwort!
Ich weiß der mann ist krank, hat Wahnvorstellungen und Psychosen und trotzdem komm ich nicht drüber hinweg.
Der Umzug ist nun 6 Wochen her.
Dieser Mann hat mir etwas gegeben, was ich wahrscheinlich nie wieder bekomme.
Es fühlt sich an, als sei ein geliebter Mensch gestorben und ich wollte ihm doch noch so vieles sagen und nun kann ich es nicht mehr, weil er für mich -unerreichbar-ist. In seiner Krankheit gefangen! Und selbst wenn diese ihn los lassen würde, dann wäre es doch zu spät, oder?
Es sollte doch nur eine räumliche Trennung sein und nun ist mein schlimmster Alptraum wahr geworden....
Nun sitz ich hier in meiner neuen Wohnung, die wirklich schön geworden ist, aber ich kann mich nicht daran erfreuen.