Hallo Uschi!
"es ist schon grausam was sie bzw. wir uns antun."
... ich mag hier nicht Worte klauben, das hab ich die letzen 2 Jahre mit meiner Ex schon lange genug getan für mich, aber lass es uns mal so betrachten: ich gehe mal nicht davon aus, dass unsere Expartner uns explizit deswegen verlassen haben, um uns weh zu tun, obwohl es solche Menschen sicher auch gibt, aber die sind dann ärmer dran, als alle die sie in ihrem Leben verlassen haben. Nur, sie wissen es nicht. Ich nehme an (und habe es auch so von meiner Ex gehört) dass sie uns verlassen, um uns noch mehr Schmerzen zu ersparen. Weil sie im Gegensatz von uns davon überzeugt sind, dass die Beziehung keine Zukunft - aus welchen Gründen auch immer - hat. Versuche mal, die Trennung nicht als etwas grausames zu sehen, sondern versuche mal den Standpunkt anzunehmen, dass wir unseren Expartnern eigentlich dankbar sein sollten, dass sie es jetzt und nicht später beendet haben. Unsere Hoffnungen, Pläne, Involviertheit und womöglich Abhängigkeit nicht noch stärker ausgeprägt wurde.
Grausam zu uns selbst sind wir ja hoffentlich auch nicht - wir befinden uns in einer grausamen Situation, in einer Situation, der wir mangels "Übung" uns nicht gewachsen fühlen. Eine Situation, die wir nicht mit gewohnter Souveränität meistern können. Eine Situation in der unsere Fortschritte nicht mit der auf anderen Gebieten üblichen Geschwindigkeit sich entwickeln. Ich stell mir gerade einen Swimmingpool vor, der statt üblicherweise mit klarem Wasser plötzlich mit Pudding gefüllt ist, und wir kämpfen mit wesentlich höherem Kraftaufwand als gewohnt, um an den stabilen, Sicherheit versprechenden Beckenrand zu schwimmen.
Dass wir stark genug sind um den rettenden Beckenrand zu erreichen, wissen wir aus unserer Vergangenheit, schliesslich haben wir wohl alle auch schon in der Schulzeit eine unglückliche Liebe hinter uns gebracht, ohne daran gescheitert zu sein. Auch damals mögen wir es als unerträglich empfunden haben, und haben es trotzdem geschafft. Heute erinnern wir uns höchstens noch dunkel daran, wie schlecht es uns damals gegangen ist.
Auch dieses Mal wird es uns nicht kaputtmachen, Uschi. Dazu haben wir noch viel zu viel Liebe zu geben und zu erleben. Wir sind ja nicht 100 Jahre alt, oder? ;)
Zu Deiner Frage: bei mir ist die Trennung mit heutigem Tage genau drei Wochen her. Bin vor kalten Schweissausbrüchen (danke, Körper!) auch noch nicht gefeit. Aber die Momente, in denen sie nicht im Mittelpunkt meines Denkens und Grübelns steht, mehren sich. Langsam.

Auch mir wird nächstes oder übernächstes Monat ein Betriebsausflug ins Haus stehen, momentan graust mir davor, das kann ich Dir sagen!
@Feechen:
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, Feechen... Ich kling in meinen Beiträgen vielleicht anders, als ich fühle. Jaja, die gute logische und rationale Hälfte, die beim Schreiben von Beiträgen durchkommt. Die wird tagsüber manchmal ziemlich klein. Sehr klein. Also geschafft hab ich es sicher noch nicht. Das wird erst soweit sein, wenn ich mit purer Dankbarkeit an die Zeit und die Erlebnisse, die wir gemeinsam verbracht und erlebt haben, zurückdenken werd können. Noch ist es nicht soweit, und es wird auch in vier Wochen noch nicht soweit sein. Jedoch hast Du recht - ich werde es schaffen! Vielen Dank für Dein Lob! :)
Alles liebe euch beiden,
voyager