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Am "ist mir doch alles so egal" Punkt angekommen

mary-ann

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Gott ich fühle mich so beschissen, gleich erfahre ich, ob ich die Wohnung kriege- am Ar. der Welt, kaum Einkaufsmöglichkeiten, Bad so klein wie ein Gästeklo und ne Küchenzeile?! in einem kleinen Raum. Dazu noch draufzahlen, weil es einfach keine Wohnungen in der Preisklasse gibt die ich brauche. Und Nebenkosten von 110 Euro. Für was? Mein Auto was ich nicht habe? Wunderbare Nachbarschaft, drei Bettenbunker- ist man nie alleine. Direkt nebenan alte Leute, also laut Mukke ganz schlecht. Und trotzdem hoffe ich, daß ich sie kriege, denn in vier Wochen- ist mir schlecht blüht mir sonst was ganz anderes. So mitten zwischen den Zwangsgeräumten, Alkis und ach gar nicht drüber nachdenken ey. Bei der Besichtigung waren dann ja auch nur an die 20 Interessenten- also so gar keine Konkurrenz. Tja, die Gegend ist halt beliebt. Und mal abgesehen von diesem Kaff da, verstehe ich jetzt auch wieso. Gleich nach meinem Lieblingsheimatort, ist das der zweite, wo ich hier bin- wo ich fühle- ich bin Zuhause. Es ist sowieso phänomenal, wie ich von einem zurück gezogenen Dorfmenschen, zu einem Stadtkind mutiert bin und das echt genieße. Raus gehen wann ich will, in die Stadt und unter Menschen, frei von allen Ängsten. Wow was habe ich mir da all die Jahre versagt? Doch nun habe ich im Gegensatz zu früher das Gefühl, daß das Leben um mich herum pulsiert, daß ich dran teil nehme und nicht mehr nur von außen zuschaue. Ich glaube das fasziniert mich am meisten, daß ich mich in 2 Monaten so verändert habe.

Ich hatte das Problem laaaaange vor Dir, aber durch Dich erst habe ich es verstanden. Klingt jetzt sehr brutal aber ich glaube ich brauchte das sogar. Ich habe immer nach etwas gesucht, um meine Sozialphobie zu überwinden. Das hats Du glaube ich so genau nie wirklich gewußt, na ja- ich habe Dir auch irgendwann aufgehört zu erzählen, was in mir vor geht. Ja ich hatte teilweise echt Angst unter die Leute zu gehen, dachte immer jeder will mir was und redet oder denkt schlecht über mich. Ich habe lange zurück gezogen gelebt. Nur meine Natur und ich. Neue Menschen kennen lernen? Na um Gottes Willen, die könnten mir ja was tun! Und jetzt, wo ich diese Schwelle endlich überwunden habe- na ja, ganz weg ist es nicht, aber um Längen besser. Jetzt merke ich erst, wie falsch ich gelegen hatte, mit dem was ich dachte und mir immer eingeredet habe. Manchmal braucht es ein so extremes Erlebnis, daß man endlich aufwacht. Mit dem Hund hat es nicht geklappt. Ich habe gedacht, wenn ich mir einen Hund hole, dann fällt es mir leichter. Falsch gewickelt. Ich bin zwar raus gegangen, aber auch möglichst wieder nur da, wo ich keinen treffe. Da mußtest also erst Du kommen...

Egal, auf jeden Fall bin ich ziemlich niedergeschlagen. Ich weiß auch grade nicht mehr so wirklich, wie es überhaupt weiter gehen soll. Klar berufsmäßig schon- aber sonst auch nicht. Ist schon krank, da kriege ich, was ich mir von Herzen- seit Jahren! gewünscht habe und diesmal wirklich richtig und schiebe Depri. Aber immerhin habe ich etwas, woran ich mich fest halten kann. Manche haben nichts. Wenn ich mir anschaue, was für Frauen hier noch mit mir so sind und was die erleben mußten, omg! Da läuft es mir eiskalt den Rücken runter und es ist auch nicht immer entspannend, wer hier mal wieder so auftaucht. Und die Männer sind teilweise ganz anders drauf. Manche haben kein Problem damit, ihre Partnerin wirklich zu eliminieren. Krank sowas. Echt krank! Entspanntes rauchen draußen, manchmal. Du weißt nie, wer da gerade wieder kommt und ob Du dummerweise einfach nur im Wege bist! Wer hier wohnt, der braucht kein Fernsehen, gibts alles live.

Wieso schreibe ich das überhaupt alles? Ich weiß es nicht, bin jetzt glaube ich an einem "Ist mir doch alles so egal" Punkt angekommen. Hat mir schon mal geholfen, wird es wieder tun.

21.05.2013 12:44 • #1


mary-ann


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Lektion 1 im positiven Selbstbeschiss: Die Wohnung war eh schei.! Hey ich habe 10! Anzeigen aufgegeben, Zettel aufgehangen- kenne schon einige superliebe Menschen hier im Ort, die für mich suchen und es gibt nix! Warteliste bei den Wohnungsbaugesellschaften bis zu 5! Jahre- 5! Ich werde hysterisch!

Na ja, wenn alle Stricke reißen, dann werde ich mit denen reden, Lage erklären und dann gehts eben zurück nach ... Ich komme da aus der Ecke wahrscheinlich eh nie weg. Hoffentlich laufe ich da nicht gerade meinem Alten über den Weg, den habe ich nämlich endlich aus meinem fb gekickt. Faxen dicke!

Ja wer weiß schon, wohin einen der Weg führt. Dann soll es wohl wirklich nicht sein, daß ich hier in der Ecke bleibe. Zumindest erst mal nicht... Na ja, vielleicht schaffe ich es ja wenigstens Dich dann los zulassen. Der Abstand ist zwar jetzt schon groß- 4 Stunden Zugfahrt, schon geguckt- aber dann ist er riesengroß.

21.05.2013 13:27 • #2



Am "ist mir doch alles so egal" Punkt angekommen

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mary-ann


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So die Therapiestunde tat gut, ist aber anstrengend. Immer wieder damit auseinander setzen, mit allem würde ich am liebsten gern lassen. Aber gerade habe ich mal wieder gemerkt, schlechte Idee mit dem lassen. Ich bin immer noch schreckhaft. Das fb gepipse läßt mich zusammen zucken. Nee... ich kanns nicht mehr ab. Erst mal Ton ausgemacht. Trotzdem fühle ich mich jetzt etwas besser.

Ja gut, dann sinds wohl noch zwei Wochen, bis ich Dich wieder sehe, außer ich höre was anderes- na ja, abwarten... hoffentlich habe ich mich dahin auf der Reihe!

21.05.2013 17:14 • #3


mary-ann


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Ich fühle mich nur noch müde und leer. Wieder viele Stunden mit erinnern und fühlen verbracht. Wieso hatte ich mich heute eigentlich geschminkt? Ich sollte mir wasserfeste holen. Aber immerhin kann ich jetzt schon mal weinen, das ist gut. Konnte ich die letzten zwei Monate kaum. War alles nur überlagert von Angst. Und die verdrängt einfach alles. Jetzt wo sie langsam vergeht, kommen die eigentlichen Gefühle zum Vorschein.

Nur blöd, daß ich gerade jetzt krank werde. Das wird mich ans Bett fesseln und heißt Schluß mit Ablenkungen. Und da fällt mir auch glatt wieder was ein zu dem Thema. Ach drauf geschissen, habe ich jz keine Lust zu drüber nachzudenken. Habe den ganzen Tag nachgedacht, ich glaube ich gehe besser mal ins Bett. Vielleicht habe ich ja Glück und bin Morgen wieder gesund. Solls ja geben...

Denn Morgen kommt die neue Zeitung, neues Glück mit Wohnungssuche. Ich denke ich werde mal wieder, sollte ich doch nicht krank werden- oder eine Wunderheilung über Nacht erfahren, bei meiner Freundin vorbei gehen. War auch so ein lustiges Erlebnis. Ich komme in ihren Laden, wir haben uns gesehen und mochten uns sofort. Die ist genauso durchgeknallt wie ich. Paßt einfach Und sie quatscht tatsächlich die Leute an, die in ihren Laden kommen, um für mich nach Wohnungen zu fragen. Einfach toll. Eigentlich wollten wir ihren kleinen Garten hinter ihrem Laden aufräumen, damit wir dort die Gartenmöbel aufbauen können zum Kaffee trinken, aber laut Wettervorraussicht scheint es ja die ganze Woche durchzuregnen.

Wie dem auch sei, ja ich würde Dir gern so vieles sagen, aber ich glaube das käme nicht so gut. Vielleicht irgendwann mal, wenn ich dann das Echo ab kann, oder es wenigstens nicht mit kriegen muß. Nein, das ist dumm. Was gewesen ist, ist gewesen- darauf muß man nicht mehr rum reiten und ich habe zwar meinen Brief an Dich, aber mehr als Therapie an mich selbst, denn an Dich. Auch wenn ich Dich anspreche. Es hat mir schon einmal geholfen und wird es wieder tun. Und das ist so schön daran, daß es a dieses Forum hier gibt, wo ich mir wenigstens einbilden kann, Du liest das und für die heftigen Dinge meinen PC. Ich bescheiße mich da ein Stück selbst, weiß ich- aber weißt Du was, das ist mir jetzt echt egal. Momentan brauche ich das einfach.

Aber abgesehen davon, wo immer Du auch gerade bist, auf Arbeit oder Zuhause- keine Ahnung, wünsche ich Dir trotzdem nur das Beste und Dir wie mir inneren Frieden- irgendwann. Und danke für die Bilder, das hat mir wirklich viel bedeutet... Ich weiß genau, daß Du sie nur für mich eingestellt hast und Du weißt auch, daß ich bei Dir schaue. Oder zumindest denkst Du Dir das.

Gute Nacht...

21.05.2013 22:52 • #4


mary-ann


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War ja doch wieder eine längere Nacht. Ich glaube nach dem Gespräch nachher lege ich mich wieder hin. Wenn ich in den Spiegel gucke kriege ich erst mal einen halben Kulturschock. So viel Schminke gibt es gerade nicht, um das wieder hin zu kriegen, da hilft wirklich nur Schlaf.

In der Zeitung stand natürlich nichts. Ich frage mich ernsthaft wie man für eine 1-Zimmerwohnung um die 400 Euro nehmen kann?! Denn da fängt es meistens an. Tja bißchen blöd, wenn man nur um die 300 zur Verfügung hat. Zumindest im Augenblick.Und wenn dann doch mal was da ist und ich rufe an, kommt natürlich die Frage nach dem Einkommen. Ja im Augenblick lebe ich vom Amt und sie bekommen ja dann das Geld auf ihr Konto, hilft nicht wirklich. Ich habe mich mal gefragt warum. Denn es geht ja nicht nur mir so. Nun ich denke, es liegt an den Vorurteilen- Amt= bestimmt unordentlich, so wie die Mietnomaden in den Fernsehserien, fragwürdiger Freundeskreis und wahrscheinlich noch in irgendeiner Form Dro. oder Alk.. Wenn dann noch die Frage kommt, ja wo wohnen Sie denn im Augenblick. Dann sehen die Vermieter vor dem geistigen Auge wahrscheinlich gleich noch den Mann vorbei stiefeln und Terror machen. Ich glaube ich sage demnächst, ich wohne in einer WG und möchte jetzt mein eigenes Reich, oder sowas in der Art. Tja und was die Vorurteile angeht, die kann ich ja nur grob aus dem Wege räumen, wenn ich die Chance kriege, daß der Vermieter mich persönlich kennen lernt. Aber dazu kommt es meistens erst gar nicht. Tja Pech auch.

Ich weiß zwar, daß das alles nicht ewig so bleiben wird, wenn das mit meinem Job klappt, aber das ist noch nicht heute. Und die Wohnung brauche ich am besten schon gestern. Ich habe keine Ahnung, wie lange Du die Sachen da noch stehen läßt. Nervt Dich ja jetzt schon, wie Du mir schriebst. Ja klasse, toll. Habe schon nach einem Lager geguckt, aber kriege ich leider auch nicht bezahlt. Aber was jammer ich, eine der Frauen von hier, mit der ich mich bereits ebenfalls angefreundet habe, hat es noch schlimmer. Der ihr Typ, anders kann man den nicht bezeichnen- tut mir leid, hat ganz frech einen Container direkt unter den Balkon gestellt. Ich war mit ihr in der Wohnung, das wichtigste raus holen und er setzte ihr eine Frist bis Ende der Woche. Sie hat zwei Kinder, die wohlbemerkt seine sind. Wie kann man nur so sein? Da hilft es auch nichts, wenn sie ihn im nachhinein verklagt, denn wegschmeißen darf er das Zeug trotzdem sie nicht mit im Mietvertrag steht nicht mal so eben. Aber weg- ist erst mal weg. Und neu kaufen ist eben nicht dasselbe. Davon ab, kann die Klage bis zu einem Jahr dauern, was macht sie solange? Ach ja, ich könnte Dir Geschichten erzählen, das ist spannender und tragischer als jeder Krimi im Fernsehen. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb herrscht hier ein Zusammenhalt, wie ich ihn so noch nie erlebt habe. Das ist wirklich sehr tröstend und gibt mir viel Kraft. Das zumindest werde ich vermissen, wenn ich hier gehen muß.

Draußen ist es mal wieder am regnen und irgendwie habe ich das Gefühl, der Sommer fällt auch dieses Jahr wieder aus. Ich glaube die Sommersachen habe ich auch nur im Schrank, damit was drin ist.

Vor mir hängt ein Bild, darauf zu sehen ist ein Steg am See und es symbolisiert für mich den Neuanfang. Das andere Ufer ist noch sehr weit weg, aber zu sehen. Dort ist kein Boot, um hin zu kommen muß man schwimmen. Es dämmert bereits. Es ist nicht mehr richtig hell, aber auch nicht wirklich dunkel. Es ist schwer einfach loszurennen und ins kalte Wasser zu springen. Ich weiß, es wird bald dunkel und das wird dann noch unangenehmer. Nicht zu wissen, ob ich in die richtige Richtung schwimme oder wie weit das Ufer noch entfernt ist. Andererseits weiß ich auch, es wird wieder hell werden. Egal wie dunkel die Nacht auch wird. Ja, das haben sie gut ausgesucht, dieses Bild. Würde es am liebsten mitnehmen, aber nein geht ja nicht.

Na ja, mal schauen was der Tag heute so bringt. Bis später...

22.05.2013 09:12 • #5


mary-ann


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Und manchmal vermisse ich sie noch. Deine Umarmung, Deine Zärtlichkeiten und Aufmerksamkeiten- in den Momenten, wo Du nicht von Deiner Angst beherrscht wurdest. All die schönen Erinnerungen, die wir auch hatten. Gemeinsame Erlebnisse und die wenigen Momente, wo wir mal gelacht haben- gemeinsam und uns benommen wie kleine Kinder. Da fühlte ich mich Dir so nah, so unglaublich verbunden. Wenn Du mal in wenigen Augenblicken mich hast Dein wirkliches Ich, Deine Seele sehen lassen- fernab von vernünftig, sagt und macht man nicht. Ich glaube genau das ist es, was so weh tut und es mir noch immer so schwer macht, Dich loszulassen. Wäre alles nur schrecklich gewesen, oh Gott ich wäre schon drüber hinweg. Nein, ich wäre gar nicht erst so lange geblieben, geschweige denn wieder gekommen.

Ich habe dazu mal ein paar Zeilen geschrieben:

Ich wünschte mir jemanden der für mich da ist, ohne mich zu ersticken.
Der mir Raum gibt und mich trotzdem fühlen läßt, wie viel ich ihm bedeute.
Ich wünschte mir jemanden, der sich wirklich für mich interessiert und meine Schwächen, die er durch meine Offenheit erfährt, im Streit nicht gegen mich verwendet.
Jemand zu dem ich ehrlich sein kann und trotzdem geliebt und respektiert werde.
Ich wünschte mir jemanden, der mir seine Liebe nicht entzieht, wenn ich seinen Wünschen nicht entspreche.
Jemand der mich liebt, gerade weil wir verschieden sind und der diese Verschiedenheit als Bereicherung empfindet.
Ich wünschte mir jemanden, der mich frei und doch nicht fallen läßt.
Jemand der mich gehen läßt und sich über mein wieder kommen freut.

Na ja... aber ich weiß, wir sind nicht bei wünsch Dir was. Ging mir trotzdem so durch den Kopf... Ist das zuviel verlangt gewesen? Unmögliche Forderung? Egal, vorbei...

22.05.2013 17:08 • x 1 #6


mary-ann


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Ich fühle mich down, alles woran ich glaubte ist in Frage gestellt. Ich weiß nicht mehr wer noch die Wahrheit spricht und mich belügt. Ich bin so enttäuscht. Nun gut, Menschen kommen und sie gehen. Es kommen andere und nur wenige, die bleiben bestehen. Ein echter Freund freut sich über den Erfolg des Anderen und ein falscher, erträgt ihn nicht.

Am liebsten würde ich schreien: "Wißt Ihr was, Ihr könnt echt mal sowas von am Ar. *beep*! Ich gehe meinen Weg und jeder der der Meinung ist, er verträgt es nicht, soll sich verdammt nochmal aus meinem Leben verp...! Und tschüß!"

Entschuldige, das ging mal nicht an Dich, aber es mußte mal raus. In manchen Momenten ist es gar nicht so leicht immer stark zu sein. Besonders wenn man Menschen "verliert", von denen man dachte, man könne ihnen vertrauen. Egal, schaffe ich auch noch. Soll ja echt nicht langweilig werden. Wird wieder ne lange Nacht. Bis später...

22.05.2013 22:17 • #7


mary-ann


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Boah schon wieder diesen Typen draußen. Ich kriege hier echt einen Adrenalinschub nach dem nächsten und die sind mal richtig "gut" drauf. Ich glaube so schnell habe ich noch keine Kippe ausgemacht...

Immerhin habe ich mich aber wieder beruhigen können. Ja, manche Menschen gehen, aber es kommen andere. Trotzdem tut es irgendwie weh. Aber das ist wohl das Leben. Sobald man anfängt sich zu verändern, paßt halt manches nicht mehr, aber dafür anderes. Und ich habe hier viele liebe Menschen kennen gelernt in den letzten 2 Monaten. Sie haben mich begleitet durchs tiefste Tal. Manche Wege werden sich trennen, andere nicht. Welche, das wird dann wohl die Zeit zeigen.

Es ist so wie mit meinem emotionalen Zuhause. Ich glaube ein Zuhause ist immer dort, wo das Herz ist. Wo man Menschen findet, die eben das berühren und dann kann es das kleinste und langweiligste Kaff der Welt sein, aber einen trotzdem am meisten erfüllen. Es gibt einen schönen Spruch von einem Film. Der heißt :Wirklich frei ist nur, wer irgendwo ein Zuhause findet. Ich glaube fest daran!

Na ja, das Leben geht weiter- immer- irgendwie...

Gute Nacht, wo immer Du auch gerade bist!

23.05.2013 00:47 • #8


mary-ann


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Wieder erst kurz vor drei ins Bett gekommen, aber bis auf ein difuses Angstgefühl geht es mir doch besser. Etwas... Na ja, das mit der Angst kenne ich ja schon, hält meistens bis Mittags an und geht dann wieder. Es ist im Augenblick wohl auch noch diese Ungewissheit, das nicht wirklich wissen, was kommt und wohin mein Weg mich führen wird. Ich denke, ich werde gewiß wieder ruhiger werden, wenn endlich mal alles geklärt ist. Ich meine Wohnung habe, umgezogen bin und vor allem mein derzeitiges emotionales Problem mit Dir geklärt habe. Letzteres wird aber wohl am längsten dauern.

Heute werde ich wieder in die Stadt gehen, Anzeigen erneuern in den Läden und meine neuen Bekannten abklappern, ob sie schon was gehört haben. Ich liebe diesen Ort hier so sehr, er ist so schön. Ich hätte nie gedacht, daß es mir noch irgendwo so gut gefallen könnte, wie in meiner emotionalen Heimat. Ich will hier was finden, nicht woanders. Es ist wirklich komisch. Als ich letztens aus dem Zug stieg, dachte ich nur- boah Zuhause. Du bist Zuhause... Zumindest im Moment. Ich glaube hier würde es Dir auch gut gefallen. Doch ja, ich bin mir sicher. Aber hier gefällt es vielen und das ist ja genau das Problem.

Ich habe Gestern noch sehr viel Dich denken müssen. Ich muß mich wirklich zum einschlafen zwingen,meine Gedanken stoppen und gleich beim aufwachen, ist es nicht anders. Mein erster Gedanke gilt Dir. Ich frage mich was Du wohl gerade machst und meine Gedanken schweifen ab in Erinnerungen. Die guten und gleich danach, wie als Warnung die schlechten.

Bitte lieber Gott laß es vergehen diese Gefühle der Schwermut, Trauer und vor allem dieses verdammte kribbeln im Bauch. Das Bedürftnis Dich nur einmal noch zu berühren, nur einmal noch mit Dir eins sein zu wollen. Und nein, ich habe es nicht so nötig. Hast Du auch nicht kapiert, Du blödes A...! Ja es war toll mit Dir im Bett, aber ich war nicht deshalb mit Dir in dieser intensiven Umarmung. Ich habe Dich geliebt, hörst Du-kapierst Du das? Hast Du das je gerallt? schei.!

23.05.2013 08:55 • x 1 #9


mary-ann


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Ich bin todmüde, könnte einfach nur noch so umkippen- körperlich gesehen. Ja ist mir dann auch heute gleich zwei mal fast passiert, es wäre schon gut mehr zu essen. Habe ich mir dann auch rein gezwungen. Die letzten Tage waren wohl etwas wenig Schlaf und noch weniger essen. Und jeden Tag werde ich gefragt, ob ich denn schon gegessen hätte. Meistens vergesse ich es, oder es schnürt mir so den Magen zu, daß ich mir schon Löffel für Löffel rein quälen muß. Andererseits ist das umkippen auch nicht so toll, fühlt sich ehrlich gesagt ziemlich ekelhaft an. Na ja, für heute hab ichs ja erst mal wieder geschafft. Morgen Gruppenfrühstück und anschließend wieder Therapie. Und dann das Kaugummi-Wochende. Ich glaube das schlafe ich durch! Nichts mehr fühlen, nicht mehr denken müssen, was wäre das schön. Mir fällt gleich der Kopf auf die Tastatur, ich gehe glaube ich wirklich mal lieber jetzt ins Bett, also bis Morgen...

24.05.2013 00:14 • #10


mary-ann


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Na ja, konnte ich ja dann doch schlafen- immerhin. Seit ich hier bin brauche ich keinen Wecker- das ist wirklich phänomenal. Werde fast immer um die selbe Uhrzeit wach, egal wann ich auch ins Bett gehe. Nur ein einziges Mal habe ich länger geschlafen, aber gut, da wars dann auch 6 Uhr, wo ich ins Bett ging. Aber immerhin sind die Alpträume nicht mehr so schlimm und ich kann jetzt ganz gut durchschlafen. Die erste Zeit bin ich ständig aufgewacht, schweißgebadet und hatte immer nur Angst. Wenn Du wüßtest, was ich dabei von Dir geträumt habe- oh Gott, Du wärst sehr deprimiert. Aber tröste Dich, nicht nur von Dir, auch noch von einem Familienmitglied. Immer abwechselnd. Nun das hat sich zumindest sehr gebessert bzw. kommt schon fast gar nicht mehr vor.

Draußen ist es saukalt, in mir drinnen irgendwie auch- paßt. Ich bin immer noch dabei kopfmäßig mein Leben umzustrukturieren, meinen Freundeskreis zu hinterfragen und mit der einen oder anderen Enttäuschung umzugehen. Aber auch damit stehe ich nicht alleine da. Das geht auch anderen Frauen so. Ich habe ein schönes Buch, habe ich mir gleich bestellt nachdem ich weg war. Ich wollte nicht, daß Du es siehst, wenn ichs mir nach Hause bestellt hätte. Ich glaube, Du hättest einen Anfall nach dem nächsten gekriegt. Darin steht auf jeden Fall auch, daß es sein kann, daß man sich von einigen Menschen trennen wird. Aber gut, wie ich schon schrieb und auch weiß, man lernt neue kennen. Und so ist es ja auch. Hier sind es zwei der Frauen mit ihren Kindern, die ich wirklich gern habe und wir helfen uns gegenseitig. Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, ich bin allein. Auch wenn das natürlich nicht so ist. Oder vielleicht trifft es eher die Aussage, daß ich Angst vor dem allein sein habe. So innerlich meine ich. Ich kann alleine wohnen, das habe ich schon bewiesen- mir selbst. Aber emotional gesehen begebe ich mich doch irgendwie immer in Abhängigkeiten, blende viele Dinge die unangenehm sind einfach aus und das ist nicht gut für mich. Das ich mich nun verändere merke ich daran, daß ich endlich anfange das verdrängte zu sehen und vieles zu hinterfragen, was ich vorher einfach nur schnell vergessen habe. Es gibt zwei Menschen denen ich bedingungslos vertraue und das ist doch schon mal was. Sie sind seit Jahren an meiner Seite, kennen mich in und auswendig und bei ihnen kann ich sein wie ich bin. Sie lieben mich und ich liebe sie. Das versuche ich mir immer wieder zu sagen, wenn ich das Gefühl bekomme, ich stehe alleine da. Und ein bißchen hilft es auch.

Wenn ich hier alles geklärt habe, werde ich sie endlich mal wieder besuchen. Es ist Jahre her und ich freue mich auch darauf. Das wird mir gut tun. Und das tolle ist, ich kann solange bleiben wie ich möchte. Bzw. ja auch, wie sie es möchten. Das klingt jetzt hart für Dich, aber im Augenblick genieße ich es absolut, diese Freiheit hinzugehen wo ich will, zu reden mit wem ich will und wenn Anrufe, dann nur normale zu bekommen. Keine Rechenschaft ablegen zu müssen wo ich mit wem bin und wenn ich gerade keine Zeit habe, das auch einfach sagen zu können, ohne daß der Andere beleidigt ist. Wie sagte letztens eine der Frauen als wir mit den Kindern einen Fahrradausflug gemacht haben: "Hey wir können bleiben solange wir wollen- ist das nicht toll?" Das war mir bis sie es sagte gar nicht so bewußt. Stimmt, wenn ich länger bleiben will dann tue ich das einfach. Keine Anrufe und x sms ala wo bist Du- was machst Du, wer ist bei Dir oder ich habe Angst daß Du mich verläßt. Ich werde das erst mal genießen und keine Partnerschaft mehr eingehen. Eine der beiden Frauen handhabt das genauso. Sie sagt, sie will erst mal wieder mit sich klar kommen, bevor sie sich wieder einen Partner sucht. Und das war auch so mein Problem. Ich war eigentlich nie lange solo. Nie. Und wer nicht wirklich mit sich allein sein kann, der kann auch nicht wirklich mit jemand anderem sein. Also zumindest ich nicht. Das mußte ich mir aber auch erst mal eingestehen. Denn wie verführerisch ist es, sich gleich wieder in irgendwas zu stürzen, was einen dann (erst mal) ablenkt. Aber ich habe mehr als nur einmal gemerkt, daß der Schuß auch nach hinten losgehen kann. Und in meinem Job, den ich anstrebe ist es eh besser Single zu sein. Da bräuchte ich schon einen echt verständnisvollen Partner. Wenn man immer unterwegs ist, das hält kaum eine Beziehung aus. Selbst der toleranteste Partner, kriegt wahrscheinlich dann und wann mal einen Rappel.

Aber nichtsdesto trotz wird mein Herz wohl noch eine ganze Weile bei Dir sein. Das schwant mir schon...

24.05.2013 08:24 • #11


mary-ann


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So jetzt ist Ende im Gelände. Erst mal im Bett bleiben angesagt, na wie schön, daß es da doch Laptops gibt. Meine Hände sind eiskalt, in meinem Mund ein metallischer Geschmack und alles dreht sich- trotz essen. Es fällt mir schwer zu schreiben, weil meine Hände so zittern, aber irgendwie brauche ich das trotzdem. Mit kurzen Pausen gehts ja auch.

Habe heute nochmal gesagt, daß ich auf gar keinen Fall in dieses Obdachlosending gehen werde- mache ich nicht. Und sie sagten, daß sie alles versuchen werden, damit dies nicht eintritt und wenn sie mich als Putzhilfe anstellen. Das fand ich ja echt schon süß. Na ja, dafür bin ich hier berüchtigt. Habe den ganzen Keller alleine aufgeräumt. Das Wort Katastrophe traf es nicht mal im Ansatz. Dafür habe ich Gutscheine und einige andere Dinge bekommen und sie haben auch gesagt, wenn ich in der Nähe bliebe und will, könnte ich mir jederzeit was dazu verdienen. So süß. Ich habe sogar Fahrgeld bekommen, damit ich mir Wohnungen angucken kann, falls welche kommen. Na ja von 350 Euro (hier ist Selbstverpflegung) kannste nicht mal eben 10 Wohnungen angucken, wenn Hin- und Zurück 10 Euro kosten. Aber dafür haben sie eine Stiftung, cool. Sollte ich irgendwann mal zu Geld kommen, ich weiß wo ich was spende. Ob ich in den Wochenendurlaub wolle- nee habe ich gesagt, gerade echt keinen Bedarf.

Ich bin müde, ich will einfach nur noch schlafen. Doch die Erinnerungen, selbst in diesem jetzigen Zustand lassen mir keine Ruh. In meinen Gedanken sehe ich Dich- ständig- immerzu. Und ich weiß genau, sobald meine Kraft zurück kommt, wird es wieder heftiger werden. Sich dagegen zu wehren bringt nichts, macht es eher schlimmer, okay. Dann lasse ich es eben zu und hoffe, daß es irgendwann einfach aufhört!

24.05.2013 12:13 • #12


mary-ann


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Die Nacht war der absolute Horror. 2 Stunden am Stück nur geheult. Ich dachte ich sterbe innerlich. Dieser Schmerz, diese Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung- es war so heftig. So vieles von dem, was ich unterdrückt hatte kam wieder. Gott was für ein Abgrund in mir drin. Ja, ich sollte wirklich die Therapie weiter machen, wenn ich weiß wo ich dann wohne. So gehts nicht. Gar nicht. Ich habe so lange nicht wirklich weinen können und dann kam alles mit einer solchen Wucht, daß ich zum ersten Mal nach langer Zeit wieder ans einfach sterben dachte. Aber nicht weil ich sterben will, sondern einfach weil ich dachte, ich halts nicht mehr aus. Diese Mutlosigkeit. Seit so vielen Jahren versuche ich mit meiner Vergangenheit zu leben und Gestern bin ich bis in meine frühste Kindheit zurück geworfen worden. 2 Stunden innerer Film. Gott was ist da alles noch in meinem Kopf, von dem ich dachte, es ist verheilt. Das ist es gar nicht. Die Angst, die ich immer habe- ich glaube wirklich dahinter verbirgt sich all der Schmerz, wovon ich Gestern nur mal einen "kurzen" Ausschnitt abgekriegt habe. Und ich habe so mit mir gekämpft, mir immer wieder sagen müssen: "Du kannst jetzt nicht einfach aufgeben- das willst Du doch gar nicht! Schmeiß nicht alles weg!" Und dann wieder "Es hat alles keinen Sinn mehr, ich will das nie mehr fühlen müssen! Ich schaffs nicht, ich kanns nicht, ich wills nicht mehr" Diese innere Einsamkeit, der Schmerz und die Wut. Zwischendurch dann immer wieder Dein Gesicht. Und jetzt könnte ich auch gleich wieder weiter heulen. Ich habe mir schon vorgestellt, wie es wäre, wenn Du jetzt da wärst. Aber dann kam gleich wieder- er wird es nicht verstehen. 2 Mal hattest Du sowas und hinterher gings Dir noch schlechter. Du hast damals schon nicht verstanden, warum es mir wegen meinem Vater so schlecht geht, ich verstehs auch nicht wirklich. Aber so diese Nullempathie. Zumindest in den Momenten, in anderen Momenten wieder war es das Gegenteil. Deine Umarmung hat mir auch oft Ruhe und Kraft gegeben. Geborgenheit. Warum hast Du mir das nach und nach entzogen? Warum hast Du mir so oft Deine Liebe entzogen, wenn es mir schlecht ging? Zugehört hast Du mir in den Honeymoonphasen, aber als ja dann klar war- okay ich bin wieder da, hörte das nach und nach auf. So oft habe ich mich nach Deiner Umarmung gesehnt. Einfach gehalten werden. Aber nicht mal das konnte ich zum Schluß noch zulassen, wenn es denn mal so war, weil ich befürchtet habe, daß es auf die s. Schiene läuft. Ja ich liebe den S. mit Dir, aber weißt Du, wenn ich traurig bin, dann will auch einfach nur gehalten werden. Das hast Du doch früher auch gemacht. Was ist passiert- warum konntest Du es nicht mehr wirklich? Warum wurde es so selten?

Ich weiß, ich sollte mir eigentlich selber Liebe geben, mich selber trösten- ja klar, schei. Sprüche. Es ist nicht dasselbe, es sind zwei paar Schuhe. Ich weiß sehr wohl, daß Du für meine Vergangenheit nichts kannst, ebenso wie ich für Deine nicht. Aber ist es zuviel verlangt- ach ja und ich weiß auch, man soll ja nichts verlangen?! schei., ich bin noch nicht so spirituell hochentwickelt, daß ich mit der Weisheit des Lebens, die ich Löffelweise gefressen habe, durch die Gegend schwebe und mir alles selber geben kann. Okay dann mal wieder psychologisch richtig formuliert- boah kotzt mich das grad an ey: Ich hätte mir von Dir gewünscht, daß wenn Du mal Zeit hast, mir zuhörst, ohne das Gesagte zu bewerten oder als Bedrohnung zu empfinden, sondern mich einfach quatschen läßt und mich in den Arm nimmst. Hast Du mal gemacht, ich weiß es- aber es hat nach und nach aufgehört.

Na ja, ich wollte Dich nicht deprimieren, das darfst Du mir glauben, aber das mußte einfach raus. Ich könnte jetzt noch tausend Klugscheißersprüche hinterher werfen, tue ich aber nicht. Da ich das als unehrlich empfinde. Ich bin mal gerade nicht vernünftig, nicht lieb und so gar nicht spirituell und das fühlt sich gut an!

25.05.2013 09:24 • x 1 #13


mary-ann


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So jetzt sehe ich wieder vorzeigbar aus. Schminke und nochmehr Haarspray machens möglich. Heute bloß nicht mehr heulen, sonst ist mein Kunstwerk wie i.A.

Endlich mal einen netten Vermieter an der Leitung gehabt. Keine Frage nach dem Einkommen oder sonstwas und dann noch genau da, wo ich wohnen will. Na ja, meldet sich noch zurück wegen Besichtigungstermin. Sind zwar nur 30 qm, aber Balkon.- Rest interessiert mich nicht mehr. Man lernt da schnell seine Ansprüche zurück zu schrauben. Ich glaube mittlerweile bin ich so verzweifelt, ich würde auch irgendwo in den Keller ziehen, Hauptsache es ist hier im Ort. Ich will unbedingt hier bleiben. Hier gibt es alles was das Herz begehrt. Hier habe ich neue Freunde kennen gelernt. Ich will hier nicht weg! Na ja, mal abwarten was raus kommt. Also wenn ich jz wählen könnte zwischen meiner "emotionalen Heimat" und hier, würde ich hier nehmen. Und das heißt schon viel bei mir!

25.05.2013 11:43 • #14


mary-ann


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Es war Gestern so ein schöner Tag, endlich konnte ich mal schlafen und als ich heute Morgen aufwachte, war ich beschwingt und fröhlich. Trotzdem mir unglaublich schwindelig war. Ich denke, mein Körper holt sich jetzt zurück, was ihm all die Zeit fehlte. Ich habe ein solches Bedürftnis mit Dir sprechen, hätte am liebsten gleich heute Morgen angerufen und doch ist da dann die Befürchtung, oh Gott würdest Du das dann wieder erwarten? Ich denke an die Zeit zurück, wo wir schon mal einen Neuanfang machten. Und dann nach einiger Zeit doch alles wieder so wurde wie es war. Als heute Morgen dann wieder eine Mail kam, ala melde dich mal (nicht von Dir), da habe ich solche Aggressionen gekriegt. Ich könnte so ausflippen, bin absolut überempfindlich- immer noch. Das wird wohl noch eine ganze Weile dauern, leider.

Wir hatten heute Morgen im Gespräch, genau das Thema, daß eine Frau zu ihrem Mann zurück geht. Und es hieß, daß ohne Therapie von demjenigen, die wohlbemerkt von ihm selber kommen muß und wirkliches begreifen, was da eigentlich gelaufen ist, er sich nicht ändern wird. Nicht dauerhaft. Und so eine Therapie, kann schon ein bis zwei Jahre dauern. Das ist ein langsamer Prozeß, geht nicht heute auf Morgen. Nur er macht im Gegensatz zu Dir keine. Sie will trotzdem zurück. Na ja, ihre Entscheidung. Ich weiß, wie verführerisch das ist. Ich habe ihr (trotzdem ich sie nicht mag) aber trotzdem gesagt, daß sie nicht gleich zurück gehen soll. Es langsam angehen lassen und daßdas ohne wirkliche Einsicht nichts wird. Aber okay, nichts zu machen da. Fast jede Frau geht nach einer Weile zu ihrem Mann zurück, ich habe sowas nie begreifen können. Aber in etwa weiß ich jetzt was damit gemeint ist.

In mir drin sind zwei Stimmen, die eine schreit voll Angst und Wut: Ich lasse mir nie wieder Freiheit weg nehmen, ist so verletzt, daß sie am liebsten manchmal auf das Handy drauf treten will, ausflippen- an die Wand schmeißen. Sie schreit, ich will atmen können, ich will weg gehen können, ich will nie wieder so ein Drama. Ich will nie wieder in meinem Leben so abhängig sein und eine Beziehung führen. Ich bin wütend, wütend, wütend über mich selbst und auf Dich!

Und die andere Stimme, er macht eine Therapie- von sich aus, er hat akzeptiert (zumindest sagt er das), daß ihr kein Paar seit und Du liebst ihn! Vielleicht schafft er das ja wirklich, vielleicht ist er der Eine, der es schafft. Und Du brauchst Dich ja gar nicht aufregen, Du bist Single- immer noch.

Aber dann wieder die Erinnerung ans letzte Mal, als wir nur Freunde mit gewissen Vorzügen waren. Ging lange gut und es war so toll, als Du mich atmen liest. Weißt Du, deshalb wollte ich keine Beziehung mit Dir, weil das wieder ins alte Muster führte. Als Du mir Raum gabst zu atmen, es war so unbeschreiblich schön zwischen uns. Bis dann irgendwann der Punkt kam, wo Du ungeduldig wurdest und wieder ausgeflippt bist.

Du hast gesagt, ich soll keine Rücksicht auf Dich nehmen, wenn ich schreibe. Das fällt mir noch immer schwer, denn auch in mir drin (ich merks) sind noch immer die letzten Verhaltensmuster Dir gegenüber. Die wo ich versucht habe Dich zu beschwichtigen, mich ständig zu rechtfertigen- das kommt so automatisch. Ja und so wie meins nicht mal eben in zwei Wochen weg ist, wird es bei Dir auch nicht sein. Nun gut, Du willst es so haben- Du kriegst es.

Ich muß mich auch überwinden, das so zu machen. Ich will es schaffen mit Dir, also heißt das, auch das Risiko einzugehen, daß Dir nicht gefällt was Du liest. Andererseits kann man es nicht schaffen, wenn man nicht ehrlich ist. Ich will Dich nie wieder anlügen müssen. Sprich Dir sagen, es ist alles toll, wenn es nicht so ist- nur damit Du Dich gut fühst. Und ich weiß, in meinem tiefsten Inneren willst Du das doch bestimmt auch nicht. Okay, im Moment bin ich stinkwütend. Auf mich selbst, die Erinnerungen- die wieder hoch kommen und auf Dich. Und ich fühle wieder dieses in mir, was es Dir am liebsten nicht sagen will, was am liebsten jetzt alles wieder schön haben will. Ich weiß es tut Dir leid, Du hast Dich entschuldigt und unsere Gespräche sind toll und Gestern das war wow. Aber es ist nicht wieder gut, das wird dauern. Wenn ich also will, daß es irgendwann mal klappt, ist jetzt mein Part zu lernen, ehrlich zu Dir zu sein. Auch wenn ich weiß, daß Du das was Du liest oder hörst nicht toll finden wirst. Aber wenn ich das nicht kann, bzw. lerne- haben wir auch später niemals eine Chance. Denn dazu gehören zwei. Beide müssen ihr Verhalten ändern. Und ich muß lernen, nein möchte lernen wirklich ehrlich zu sein.

27.05.2013 13:04 • #15



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