Manila
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lange habe ich mit mir gerungen, ob ich mich hier anmelden soll. Ich war hin- und hergerissen, habe mich nun aber doch dazu entschieden - in der Hoffnung, auf Gleichgesinnte zu treffen, die sich vielleicht in einer ähnlichen Situation befinden.
Alles fing im letzten Jahr an. Es begann über einen Bekannten, einen Kollegen meines Mannes. Vorab: In meiner Ehe lief es schon lange nicht mehr gut. Es gab ständig Streit, und die Situation wurde immer unerträglicher. Mein Mann verhält sich narzisstisch und toxisch; ich wurde teilweise aus der gemeinsamen Wohnung geworfen oder habe im Auto geschlafen. Ich habe all das aus Hilflosigkeit mitgemacht.
Diesen besagten Kollegen lernte ich durch Zufall kennen. Anfangs habe ich ihm kaum Beachtung geschenkt, da er für mich tabu war. Doch Anfang Oktober telefonierten wir plötzlich. Mein Mann wusste davon und sah darin kurioserweise eine Art „Win-win-Situation“. Wir verstanden uns auf Anhieb, waren auf einer Wellenlänge, und aus harmlosen Telefonaten wurde schnell tägliches Schreiben. Wir waren füreinander da, hörten einander zu. Es wurde zu einer festen Routine, 24/7.
Im Februar schlug er dann ein erstes Treffen vor. Ich habe innerlich lange mit mir gekämpft, mich dann aber doch darauf eingelassen. Aus einem Treffen wurden drei. Diese Begegnungen waren völlig anders, als ich es aus meiner 15-jährigen Beziehung kannte. Wir hatten bei diesen Treffen zwar keinen Sex, aber es gab Annäherungen, und je besser wir uns kennenlernten, desto intensiver wurde es.
Im März flog alles auf. Ich bin durch die Hölle gegangen, und mein Mann gab mir die alleinige Schuld. Nach dem Auffliegen gab es eine Zeit der Funkstille, doch schon bald begannen die Anrufe und Nachrichten wieder, und wir haben uns erneut getroffen. Ich habe damals bereits Gefühle entwickelt und gehofft, dass sie nur von kurzer Dauer sind. Doch das Gegenteil ist der Fall – es wird immer intensiver.
Ich bin total hin- und hergerissen. Er ist manchmal voller Gefühle, schreibt mir, dass er kaum schlafen kann und ich ihm fehle – er hat sogar extra einen Urlaubstag genommen, nur um mich für zwei Stunden zu sehen. Das ist eine Form von Aufmerksamkeit, die ich so nie gekannt habe. Aber gleichzeitig habe ich oft das Gefühl, dass er sofort wieder auf Distanz geht, sobald es zu emotional wird.
Er erwähnte einmal, dass unsere Treffen nie stattgefunden hätten, wenn er nicht von meinen Gefühlen ihm gegenüber gewusst hätte. Noch dazu ist es wohl so, dass er noch nie eine richtige Beziehung hatte, weil seine bisherigen Dates nie funktioniert haben. Ich habe ihn aber auf eine ganz andere Art und Weise kennengelernt.
Nun frage ich mich: Fühlt er eigentlich auch so etwas? Er vermisst mich, macht solche Gesten, aber dieses ständige Auf und Ab verunsichert mich. Ich weiß, dass ich meinem Mann damit keinen Gefallen tue, aber ich habe mich mittlerweile von ihm getrennt.
Oft habe ich das Gefühl, die Einzige zu sein, die so tief empfindet, oder dass er vielleicht Angst vor der Verbindlichkeit hat, da er so etwas noch nie erlebt hat. Wart ihr schon einmal in einer solchen Lage? Kennt ihr dieses ambivalente Verhalten?
Ich freue mich auf euren Austausch.