Zitat von Blanca:Ich denke nicht, daß ein Mensch sich nur an seinen Affären messen lassen muß (sofern die überhaupt bekannt werden). Immerhin gab und gibt es Prominente, deren öffentlicher Gunst es nicht zu schaden scheint, daß sie welche hatten - im Gegenteil, in England sitzt aktuell beispielsweise ein Mann vor den Augen der ...
Danke für deine Hinweise
da ich selbst eine langjährige Affäre hatte, habe ich mir zum Thema Anonymität und auch Authentizität sehr viele Gedanken gemacht....
...über Anonymität bereits während der gesamten Dauer der Affäre,
...über Authentizität erst nach der Affäre.
Warum - Anonymität war im Verlauf der Affäre oberstes Gebot...es darf nichts nach auch dringen. So blieb ALLES bis zum letzten Tag und auch darüber hinaus ....anonym.
Authentizität - NACH der Affäre wurde mir bewusst, dass ich während der Affäre nicht authentisch war. Eine Art Doppelleben hatte ich in der Zeit - als Single. Auf der einen
Seite immer eine "klare Kante" zu vertreten und auf der anderen Seite ein "Na ja - Leben",
in dem ich der Affäre mächtig Vorschub geleistet habe, den Betrug und die Lüge der Frau
an ihrem EM geradezu forciert habe, weil ich ja auch Treffen mit der Frau "haben" wollte.
JETZT stehe ich zur Affäre - ohne wenn und aber - auch wenn ich nach außen hin...zu
meinem privaten Umfeld...weiterhin "den Schnabel" halte. Das geht niemanden etwas an,
was seinerzeit mit der Frau war. Nur die Frau und 2 oder 3 gemeinsame Bekannte, die
NICHT in ihrem oder meinem direkten Dunstkreis waren und ich waren involviert, wobei
die 2 oder 3 gemeinsamen Bekannten NIE Details erfahren haben. Sie "ahnten" mehr,
als dass sie i-was Konkretes wussten.
Mein jetziges IST...und mein jetziges SEIN - das passt jetzt wieder überein. Den Spiegel
nutze ich ohne Ressentiments. Der Kerl im Spiegel wird "rasiert"...ohne Angst, "geschnitten" zu werden. Ob ich mir das alles evtl. nur einrede - eher nicht.
Bei einem psychologischen Gespräch habe ich das anklingen lassen. Der Therapeut sagte: "Machen Sie reinen Tisch mit sich!" Daraufhin habe ich mit ALLEN Dingen gestellt, habe
Tabula Rasa gemacht. Ich bin mit mir im Reinen.
Nein....die Affäre kann und wird nicht ungeschehen gemacht werden können. Fakt ist, dass auch DIESE Zeit etwas mit mir gemacht hat, mich ja jetzt AUCH ein Stückweit ausmacht,
u. A. mit der Erkenntnis - NIE mehr eine Affäre.
Sicher bin ich KEIN "Engel" geworden, aber ganz sicher auch kein "Verfolger" von Menschen, die Affären nachgehen, die ihnen z. T. verfallen sind. Was ich mache - ggf. meine Finger in Wunden legen. Warum - es gibt Menschen, die unter Affären massiv zu leiden haben. Und DAS versuche ich ins Bewusstsein derer zu rufen, die Affären "als gar nicht so schlimm", evtl. als "Kavaliersdelikt" sehen, die Affären als Profilierung ansehen, für die Affären gar der Selbstverwirklichung regelrecht dienen.
Hier im Forum gibt es Threads, in denen Betrogene DAS schildern, was weder AF noch AM hören/lesen wollen. Und wer das "ungeschminkt" zu lesen bekommt....na ja. Deren Reaktionen sprechen Bände.
Mein Weg war - mit Betrogenen, mit Betrüger/innen, mit AF, mit AM zusammenkommen .... ihnen zuzuhören, einfach nur zuzuhören, reden lassen, ausreden lassen, Gesprächspausen lassen, zu beobachten (ohne anzustarren, zu "gaffen").
So mache ich das auch hier.... erstmal "einfach nur" lesen...

@Blanca
ich denke, dass die Welt der Prominenz ihren eigenen Umgang mit der Fremdgeherei hat. Auch wenn King Charles ggf. nichts an die große Glocke hing, Lady Di das auch nicht tat, sondern jeweils meist Spekulationen die Runde machte....
....sind hängt doch am kleinen "Zivilisten"-Affären-Gedöns oft sehr viel mehr dran - es erfährt nur niemand die wahren Ausmaße. Und da Affären auch "Dank" WWW hoffähig wurden/ werden, nimmt das Affären-"Gedöns" immer breiteren Raum ein...in kleinen wie in größeren Kreisen - für mich zu unrecht, da für mich immer mehr "Hoffähigkeit" davon ausgeht: "machen doch viele - warum nicht, warum nicht auch ICH!"