Zitat von Feel_free: Natürlich wissen gute Freunde / Bekannte davon. Niemand verurteilt mich.
Ich finde es überhaupt nicht so "natürlich", daß man Freunden und Bekannten von seiner Affäre erzählt. In meinem Umfeld würden die meisten davon beispielsweise überhaupt nichts hören, geschweige denn nähere Details wissen wollen.
Ich selbst täte mich umgekehrt auch schwer damit. Eine einzige Ausnahme bestätigte vor Jahren mal die Regel. Doch selbst das würde ich mir heute nicht mehr geben.
Zitat von Feel_free: Dennoch kann ich nicht wirklich öffentlich machen, dass ich eine Affäre lebe.
Warum solltest Du das überhaupt wollen oder gar müssen? Affären mit einem gebundenen Menschen werden doch normalerweise diskret geführt, wenn dessen Beziehung nicht ausdrücklich als offen vereinbart ist. Wen außer den Affärenführern sollte das was angehen (vom Betrogenen mal abgesehen, aber der wird doch bewußt gar nicht erst gefragt)?
Zitat von Feel_free: Würde ich voll und ganz hinter der Affäre stehen, könnte ich mich outen damit.
Nein, würdest Du voll und ganz hinter der Affäre stehen, könntest Du sie fröhlich, leicht, locker nach Lust und Laune genießen und als Dein kleines, süßes Geheimnis sehen, das Dir die anderen so gar nicht zugetraut hätten. Um eine Affäre zu führen, muß man nämlich vor allem eins sein: Resilient im Sinne von skrupellos!
Ansonsten ist Drama doch vorprogrammiert.
Zitat von Feel_free: Aber auch über die Tatsache, dass ich den Schutz der Anonymität nutze, darüber in den Austausch zu kommen.
Würde ich "öffentlich" gerade wohl nicht machen.
Siehe oben - wozu solltest Du das wollen? Funktioniert doch auch anonym wunderbar.
Zitat von Feel_free: Was sind eure Gedanken und Erfahrungen dazu?
Wie wichtig ist euch Authentizität?
Ich bin der Meinung, daß Intimes intim bleiben sollte. Das hat für mich nichts mit fehlender Authenzität zu tun. Abgesehen von jenen Menschen, die es mit mir führen dürfen, geht mein Sexualleben schlicht niemand irgendwas an. Ich sehe mich da überhaupt nicht auskunftspflichtig.
Zudem bin ich nicht verantwortlich für das Bild, das andere sich von mir machen. Ich lüge niemand offen ins Gesicht. Aber ich rotze auch niemand da rein, ob ich mal einen ONS, eine Affäre oder eine F+ mit jemand habe oder hatte. Eben das ist doch der Unterschied zu Festbeziehungen: Man braucht sich nicht dazu zu bekennen, sie bleiben im Schatten und man schweigt und genießt (sofern man sich sowas leistet).
Zitat von Feel_free: Ist das Bedürfnis nach Bindung höher als das nach Authentizität?
Das eine hat für mich wenig mit dem anderen zu tun. Eins weiß ich: Eine indiskrete Affäre fände ich als Affärenführer wenig authentisch, um nicht zu sagen: illoyal. Insofern würde umgekehrt ein Schuh daraus.