Zitat von alleswirdbesser: Ist man als AF dem AM gegenüber je authentisch? Gerade dann, wenn man versucht ihn von sich zu überzeugen, davon dass man die bessere Partnerin wäre, ihm alles geben würde, was er in seiner Ehe nicht bekommt? Steht man nicht ständig unter Druck die Bessere sein zu wollen, diejenige, die mehr liebt, mehr passt, mehr gibt?
Ich habe nie versucht, meinen AM von mir zu überzeugen. Ich war wie ich bin und gerade durch ihn, konnte ich mich frei entfalten.
Zitat von alleswirdbesser: Was ist so schlecht daran seinem Partner, mit dem man alles teilt, zu vertrauen? Muss man tatsächlich darauf vorbereitet sein betrogen zu werden?
Gar nichts, Vertrauen ist etwas Schönes. Allgemein wird Vertrauen jedoch in die Richtung missbraucht, dass dies zu Erfüllungen führen muss, damit das Konstrukt, welches man gewählt hat, bestehen bleibt. Du schreibst in deiner Wahrnehmung, und das kann man dir ja nicht vorwerfen. Es bleiben jedoch einseitige Wahrnehmungen, da du die Ehe des AM als glücklich und die EF als ahnungslos wissend über die Schieflage siehst.
Wie zwei Eheleute ihre Ehe leben, geht die AF vornehmlich nichts an. Die von ihr eingeforderte Verantwortung kann sie schlicht nicht leisten. Denn wenn sie nicht da wäre oder ist, bleibt die Ehe weiterhin so, wie sie auch mit der Affäre ist. Die gar nicht wenig vorkomende Stabiliesierung einer Ehe durch eine Affäre kommt bei deinen Überlegungen gar nicht vor. Oft ist es doch so, dass bei Kenntnis der Affäre nicht die Probleme in der Ehe auf den Tisch kommen, sondern ausschließlich die Verletzungungen durch die Affäre. Deiner Meinung nach, entstehen Probleme erst durch die Affäre. Das ist in den allermeisten Fällen einfach nicht der Fall.
Für mich hat das etwas von Besitzstandschaft, die unter keinen Umständen in Frage gestellt werden dürfen.
Zitat von alleswirdbesser: Wenn man jedoch für sich entscheidet unfair zu sein, weil andere es sind, braucht man sich nicht zu wundern, wenn es nur noch Berg ab geht.
Ist das jetzt ein politisches Statment zur derzeitigen Lage? Weil, Affären gab es schon immer. Mir ist nicht bekannt, dass Affären irgendetwas "Berg ab gehen lassen". Und, vielleicht betrachtet der AM das Missachten seiner Bedürfnisse, so dies denn ist, auch als unfair. Was unfair ist oder nicht, kannst du nicht in Stein meißeln.
Zitat von _Lydia_: Die Umstände, wie man sich kennengelernt hat, zeigen doch eigentlich klar auf, dass die Person nicht treu sein kann oder treu sein möchte.
Eine sehr eindimensionale Ansicht. Der AM wird von dir somit entmenschlicht. Vielleicht stellst du dir da so eine verruchte Bar vor, in der alle heiß auf S. sind und die Verantwortung an der Tür abgegeben wird. Die vielen Beispiele hier im Forum zeigen doch, dass die Umstände absolut nachvollziehbar und menschlich waren.