U.K.
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ich muss wirklich sagen, ich bewundere euch alle!
Leider komme ich seit ein paar Monaten nur noch selten zum Lesen und noch seltener zum Schreiben hier im Forum.
Trotzdem nutze ich jede Möglichkeit mal wieder reinzuschauen.
Und was ich hier lese erstaunt mich immer wieder, mal abgesehen von den Streitgesprächen, die mit dem eigentlichen Sinn dieses Forums nichts mehr zu tun haben und auf die wir wohl alle gerne verzichten könnten.
Jeder einzelne, ob eben erst getrennt oder schon länger alleine scheint mir so stark zu sein. Ihr kämpft gegen den Schmerz an, wehrt euch gegen miese Aktionen eurer Ex-Partner, versucht euer Leben neu aufzubauen und wieder Licht in die Dunkelheit zu bringen.
Das finde ich wirklich stark. Dagegen habe ich das Gefühl unheimlich schwach zu sein. Heute ist es genau ein Jahr her, als alles begann - die grösste Liebe meines (bisherigen) Lebens. Leider hielt sie nicht sehr lange. Ich weiss bis heute nicht warum. Ich werde es wohl nie begreifen. Es hat sich auch in meinem Leben sehr viel verändert und ich weine mich nicht mehr jeden Tag in den Schlaf wie in den ersten Monaten nach der Trennung. Ob ich das jedoch als Besserung bezeichnen würde weiss ich nicht. Ich fühle mich einfach nur leer. Das einzige was ich noch empfinden kann ist der Schmerz über den Verlust. Alle anderen Gefühle scheine ich verloren zu haben. Ich empfinde weder Angst noch Aufregung, Freude oder Wut. Ich habe es wirklich versucht, aber es gelingt mir einfach nicht. Alles ist so sinnlos geworden und ich habe nicht mehr das Gefühl zu leben sondern nur noch zu vegitieren und jeden Tag für sich hinter mich zu bringen ohne zu verstehen, wo der Sinn darin liegt.
Wie schafft ihr das nur? Wie könnt ihr immer weiter kämpfen?
Ich habe alles versucht. Habe den Schmerz zugelassen, habe ihn verdrängt, habe alles versucht um von IHM eine Reaktion zu bekommen, habe versucht ihn aus meinem Kopf zu verdrängen und alle Erinnerungen weggeräumt, habe eine Therapie angefangen und mit Freunden geredet... Und was hat es mir gebracht? Ich fühle mich total verloren. Ich gehe kaum mehr aus dem Haus weil mich in der Stadt alles an ihn erinnert und ich ihm auf keinen Fall begegnen will, fühle mich überall selbst unter Freunden nicht mehr zugehörig, fühle mich nirgends mehr zuhause. Und der Schmerz bleibt. Und die Gefühle für ihn sind immernoch da. Auch wenn ich mittlerweile sein Verhalten wirklich auch als feige und mies empfinden kann und in Gedanken oft Streitgespräche darüber mit ihm führe (in Wirklichkeit habe/hatte ich ja nicht die Möglichkeit dazu) kann ich nicht behaupten, dass ich ihn deshalb weniger liebe. Oder vielleicht ein bißchen weniger. Aber immer noch genug um ihn schrecklich zu vermissen. Der Mensch der so zärtlich, liebevoll und einfühlsam war, in den ich mich verliebt habe, steckt noch genauso in ihm wie der, der mir so weh getan hat.
Ich weiss nicht, wie ihr das alle schafft, aber ich bewundere euch dafür. Wenn ich denke, dass es vielen Menschen sicher schlechter geht als mir, dass manche hungern, frieren, keine Dach über dem Kopf haben, im Krieg leben oder einen geliebten Menschen an den Tod verlieren, dann fühle ich mich noch schlechter weil ich viel weniger Grund habe so zu leiden als all diese Menschen.
Ich weiss nicht, wie lange ich das alles noch durchstehe ohne durchzudrehen oder im wahrsten Sinne des Wortes daran kaputt zu gehen.
Wenn das alles zum Leben dazugehört und sogar mehrmals im Leben passiert, dann weiss ich nicht, wie ich das schaffen soll oder ob ich für dieses Leben überhaupt geschaffen bin.
restless