B(l)ack again

Ehemaliger User


Hallo restless,

Liebe ist das einzige, was wächst, wenn man es ....
verschwendet (?)

Wir Menschen ändern uns selbst, und viele beschließen: ich will nicht mehr leiden.
Sie beschließen, nicht mehr zu leiden. Kommen sich dabei selbst ein Stück näher.
Der mir unlogische Haken aber ist:
Wie kann man beschließen und aufhören zu leiden? Wenn man den anderen nicht mehr lieben will? Ihn aufhören will zu lieben?
Wie geht das denn, wenn das nicht geht, weil du
jemand liebst, mehr als dich selbst!?


Sich das Herz herausreißen? Mit Verdrängungstaktiken
ersticken? Einen neuen suchen? Niemals an der Vergangenheit
festhalten? Nur reisen durch die Gefühle?

Dieser Wurm in meiner Logik beschäftigt mich schon des
längeren.

Restless, und Thilde, was meint ihr dazu?

Lieben Gruß
wilde Flocke

01.07.2003 08:07 • #16


Ehemaliger User


hallo wilde flocke, liebe Uschi,

Liebe ist das Einzige, was wächst, wenn man es verschwendet....


Verschwenden ist hier wohl eher als grosszügiges Verteilen zu sehen, und nicht als Verschwendung im Sinne von "für nichts und wieder nichts".


Und zu beschliessen man liebt und leidet nicht mehr?
Also, wenn das jemand kann, soll er mir bitte mal die Anleitung dafür geben!

Ich weiss, viele schaffen es, indem sie die Liebe oder ihr Leid unter einer Art Mantel verstecken. Dieser Mantel kann eine neue Beziehung sein - die vielleicht die alten Gefühle mit der Zeit zuschüttet - oder Verdrängungstaktiken wie "mir geht es gut, ich hab ein tolles Leben, er/ sie war eh nicht der / die Richtige, wir passen nicht zusammen usw. usf.

Ich kann nur für mich sprechen: Gott weiss, dass ich es versucht habe mich zu entlieben, nicht mehr zu leiden, indem ich versucht habe, mir alles mögliche einzureden (s.o Verdrängungstaktiken).

Aber es geht irgendwie nicht, er ist immer noch da in meinem Kopf und in meinem Herzen, 23 std und 59 min des Tages. Und es tut gleichmässig weh, so wie ein Splitter, den man nicht herausbekommt.

Und manchmal, wenn man zufällig an diesen Splitter stösst, flammt der Schmerz auf, raubt einem den Atem, lässt einen weinen und aufschreien. Dann lässt der Schmerz nach, und es tut wieder nur gleichmässig weh.

In dieser Zeit kann man dann mal wieder Luft holen, sich dem Leben zuwenden, so tun, als sei doch alles in Ordnung.

Aber wie es da drinnen aussieht, dass weiss man nur selbst.
Niemand sonst.

Ich glaube nicht, dass man beschliessen kann: so jetzt liebe und leide ich nicht mehr, jedenfalls ICH nicht.

Ich würde es gerne, aber Gefühle kann man nicht ändern, man hat keine Macht über sie.


Es gibt keine Erklärungen für Gefühle ... es gibt nur das Wissen sie sind wahrhaftig, und sie sind da ...

sie lassen uns wider jegliche Vernunft an dem festhalten, was wir als unser Glück begreifen und sie lassen uns wissen, dass es gut ist ohne nach Erklärungen zu suchen.

Sie lassen uns Wege finden und gehen die Wege, die andere mit ihrem Verstand nie vereinbaren könnten, und sie lassen uns Ziele finden, die andere nie erreichen könnten!

Sie geben uns die Zeit und die Ruhe die andere mit ihrem Verstand überrennen! Es sind zwei Welten in denen wir uns bewegen ...


.. man kann sich eine Tat, ein gesprochenes Wort vorwerfen, ein Gefühl kann man sich einfach deshalb nicht vorwerfen weil man keine Macht darüber hat ... (Die Identität, Kundera)

         




Das ist und bleibt meine Meinung, ich habe diese Gefühle und werde mich nicht mit weniger zufrieden geben könne.



Liebe Grüsse

Thilde

01.07.2003 09:15 • #17


Ehemaliger User


Liebe Restless,
wenn Du wüsstest, wie gut ich Dich verstehen kann!!!! Heute habe ich das erste Mal den Mut hier zu schreiben, nachdem ich nun schon fast vor einem Jahr auf dieses Forum gestossen bin - warum wohl?? Klar, aus dem gleichen Grund wie alle hier -eine dramatische, nicht gewollte Trennung mit der man (frau) nicht fertig wird. Bei mir ist es nun auch nahezu ein Jahr her und seitdem wandere ich in den tiefsten, traurigsten Tälern des menschlichen Gefühls. Es war das schlimmste Jahr von meinnen 40 Jahren und ein Ende ist nicht in Sicht. Freunde standen bzw. stehen  mir zur Seite, haben versucht zu helfen, mich aufzufangen  - aber können sie wirklich verstehen? Hier kennen viele diese grausam schmerzenden Empfindungen und versuchen, mit Verständnis aus der eigenen Erfahrung heraus, zu helfen. Manchmal hilft es ein bißchen zu lesen, dass der eigene Fall nur eine von vielen tragischen Liebesgeschichten ist, aber diese Erkenntnis macht es nicht einfacher!

Deine Beiträge hätte auch ich schreiben können - nichts geht mehr, es gilt nur noch einen Tag nach dem anderen zu überstehen. Trotz aller Aktivitäten, die auch ich gestartet haben wie Anfangen mit Joggen, Yoga etc. bleibt diese entsetzliche Leere und immer der Gedanke an den Verlust des immer noch geliebten Menschen. Obwohl man sich inzwischen viel damit auseinandergesetzt hat - mit den eigenen Fehlern aber auch den Fehlern des Partners, bekomme ich nicht die Verbindung zwischen Verstand und Herz zustande. Mein Herz hängt weiter an ihm und ich schaffe nicht, dieses Gefühl der Vergangenheit zuzuordnen.

Leben - richtig leben - was ist das? Ich kenne es nicht mehr, es ist nur noch ein Durchhalten, aber wofür??? Ich weiß es nicht mehr.

Keiner wird gefragt,
wann es ihm recht ist,
Abschied zu nehmen von Menschen, Gewohnheiten, sich selbst.
Irgendwann, plötzlich heißt es damit umzugehen, ihn auszuhalten diesen Abschied,
diesen Schmerz des Sterbens.

Doch wie lange kann ein Mensch dies aushalten??? Wird es einen Ausweg aus diesem einsamen, dunklen Loch geben?? Ich wünsche es mir für Dich, für mich und für alle, die in der gleichen Situation sind (...doch richtig dran glauben kann ich nicht!!).

Liebe, wenn auch nicht gerade erbauliche, Grüße
Manie

01.07.2003 09:44 • #18


U.K.


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Flocke/ Thilde

sich entlieben? Das geht nicht. Man kann verdrängen, mit dem Verlust leben lernen oder neues Glück finden und dadurch das Gefühl schmälern oder besser damit umgehen. Aber sich bewußt entlieben geht nicht. Wer das glaubt redet sich was ein.
Und man muß sich absolut nicht mit weniger zufrieden geben.

<Glück ist das einzige, was sich verdoppelt wenn man es teilt!>

Liebe ist etwas ganz Besonderes. Und es macht unser Leben um so vieles reicher. Selbst wenn sie nicht erwidert wird. Denn sie erfüllt uns. Thildes Worte sind so bezeichnend. Man kann Liebe nicht in Worte fassen. Man kann sie nicht erklären und genau deshalb kann man sie auch nicht steuern oder ausschalten. Sie ist ein Macht, die unser Leben beeinflußt. Liebe ist Magie!! Und nur wer sie als dieses erkennen und empfinden kann hat meiner Meinung nach wirklich geliebt.

Ich bereue keine Sekunde mit K. - trotz all des Leids, dass so viel länger dauert als die ganze Beziehung. Ich durfte für kurze Zeit an dieser Magie teilhaben und das unendliche Glücksgefühl erfahren. Das bedeutet mehr als ich in Worte jemals fassen könnte.

Mick, ich halte meine Liebe nicht für die einzig mögliche, nur habe ich noch niemand anders gefunden, für den ich so viel empfinden kann. Und ich tue mich etwas schwer damit zu glauben, dass jemand mich lieben kann bzw. mir das Gefühl geben kann, dass ich von ihm erhielt. Ich hoffe sehr, dass ich das wieder irgendwann finde. Sonst hätte ich garkeine Zukunftsperspektive mehr. Akzeptiert habe ich, dass er nicht zurückkommt. Deswegen liebe ich ihn aber nicht weniger.

Womit ich zur Zeit kämpfe ist das Bedürfnis zu wissen oder wenigstens glauben zu können, dass auch ich für IHN ein bißchen Magie war. Dass es wirklich was besonderes war, dass ich für ihn was besonderes war und dass er mich immernoch wenigstens gern hat. Ich wüßte gern, ob er wenigstens ab und zu an mich denkt, ob er sich manchmal fragt, was aus uns hätte werden können, ob es ein Fehler war, ob er wenigstens ein Gefühl der Wärme für mich empfindet. Oder ob er mich wirklich vergessen hat und ich nie wirklich wichtig war sondern eher eine Übergangsphase oder etwas in der Art.

Kann Liebe auch einzigartig, besonders und magisch sein, wenn sie nur einseitig ist? Immer einseitig war? Wenn seine Gefühle für mich (welche auch immer das waren) einfach aufgehört haben, dann bin ich doch nie etwas besonderes für ihn gewesen. Dann war doch zwischen uns nie etwas besonderes. Dann lebte die Magie nur in mir. Vielleicht einfach nur ein Wunschtraum? Nie Realität?

Verabschiede mich für heute mit diesen Zweifeln und Tränen in den Augen.

Umarme euch alle

restless

01.07.2003 17:51 • #19


Ehemaliger User


Liebe Uschi,

Ist es wirklich so wichtig, ob zwischen euch etwas Besonderes war? Oder ob er dich vergessen hat?

Jeder Mensch hinterlässt Spuren in unserem Leben, und in unserem Herzen. Die einen mehr, die anderen weniger.

Auch du wirst Spuren hinterlassen haben in seinem Herzen mit deiner Art zu lieben, aber ob er daran denkt, ist doch gar nicht wichtig, oder?

Was zählt ist die Tatsache, dass du die Magie erleben durftest, dass du erfahren hast, wie sehr du fähig bist zu lieben, und daraus resultierend auch wie fähig du bist zu leiden.

Liebe kann einzigartig und magisch sein, auch wenn sie einseitig ist. Sei glücklich, dass diese Magie in dir war und in dir weiterlebt. Sei dankbar für diese Gefühle, und lass dich nicht von Zweifeln und Tränen beeinflussen. Du bist was du bist, und fühlst wie du fühlst - und das ist gut und richtig so.

Und die Gefühle die du immer noch hast, genau wie ich und andere auch - das ist die Realität, meine Kleine....nicht die Frage, ob es etwas Besonderes zwischen euch war.


Schlaf gut, liebe restless und zweifle nicht

Alles erdenklich Liebe

Thilde

01.07.2003 18:18 • #20


U.K.


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Ach Thilde,

leider ist es wichtig, was ER fühlt. Wichtig für mich!
Es ändert nichts an meinem Wesen, an meinen Gefühlen für ihn oder an der Magie in mir. Aber es ändert den Schmerz.
Ich möchte einfach Teil von etwas besonderem gewesen sein. Und wenn die Gefühle nur von mir ausgingen, dann habe ich mir was vorgemacht und es war nie etwas besonderes. Dann verliert alles an Bedeutung und zurück bleibt nichts, woran ich mich festhalten kann. Denn dann hatte ich nie etwas magisches.

Ist vielleicht schwer nachzuvollziehen. Ich verstehe meine Gefühle manchmal selbst nicht und kann sie auch schwer in Worte fassen.

Kürzlich hat mir jemand gesagt, ich wäre anders, weil die meisten Menschen nicht einfach drauf los fühlen, sondern erst die Gegenseitigkeit abwägen.
Ist das wirklich so?????????????
Kann man Gefühle lenken? Sind das dann wirklich echte Emotionen? Gefühle kommen, Gefühle sind. Man kann sie nicht in Worte fassen, man kann sie nicht erklären und noch weniger kann man sie beeinflussen. Höchstens verdrängen.
Mein Leben ist fühlen. Jeden, dem es nicht so geht muß ich eigentlich bedauern. Wie kann er so die Intensität und Menge an Gefühlen erleben, die ich kenne? Wie z.B. Glücksgefühle über die kleinen Momente im Leben (der Wind, der durch die Felder streicht, ein Lächeln eines fremden Menschen auf der Strasse........)

Fühlen heisst leben! Vergesst das nie!

restless

02.07.2003 17:20 • #21