pepe-lorenzo
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Ich habe seit 5 Monaten eine Beziehung, die jetzt von meiner Partnerin beendet wurde und die verrückter nicht sein konnte. Der formale Rahmen: Fernbeziehung (3 ½ Stunden Distanz), ich 43 Jahre, sie 47. Wir haben uns kennengelernt, sind von 0 auf 180, haben wunderschöne Wochenenden miteinander gehabt, sind zusammen verreist. Ich war beeindruckt von dieser Frau mit zwei erwachsenen Söhnen, intelligent (IQ > 150!), erfolgreich im Beruf (selbstständig), voller Neugierde und Lebenslust und einer scheinbar tollen work-life-balance.
Nach 3 Monaten kippte das ganze sehr langsam: sie brauchte mehr Ruhe und Zeit für sich, ihre Arbeit überrollte sie – sie arbeitet bis zum Umfallen – und sie hatte Angst, aus dem Gleichgewicht zu geraten. Wir sahen uns jetzt nur noch etwa jedes dritte Wochenende. Sie sagte, sie sei ambivalent, ihr Kopf würde ihr sagen, dass alles perfekt sei, ihr Herz käme jedoch nicht mit. Ende November hat sie sich dann getrennt, 2 Wochen später war sie bei mir und wir verbrachten 4 wunderschöne Tage. Dann wieder Trennung, 2 Tage später haben wir uns entschieden, in einen Kurzurlaub zu fahren. Ein paar Tage Städtetrip, danach ein paar Tage am Meer – und wieder war alles unglaublich schön. Wir lachen, sie sucht die Nähe, ist kuschelig … aber kaum sind wir wieder zurück, jeder bei sich, ist sie kühl und distanziert. Ich merke, wie es sie zerrissen hat. Ein immer wiederkehrendes Thema ist Eifersucht.
Sie hat Angst, verlassen zu werden. Weil sie das familiär erlebt hat, und auch ihre Beziehungen nach einer vor 17 Jahre gescheiterten Ehe oft von Schmerz geprägt waren. Heftiger Schutzmechanismus. Sie ist eifersüchtig auf alles, es hat nicht mal nur mit der Angst vor dem Fremdgehen zu tun. Sie ist eifersüchtig, wenn ich ein Geschäftsessen habe, wenn ich einen beruflichen Termin mit einer Frau habe, wenn ich mit Freunden telefoniere … Bisher hat es sich immer nach 1 Tag wieder gelegt. Nachdem wir nach unseren schönen Kurzurlauben wieder diese entsetzliche Distanz hatten, haben wir uns „geeinigt“, dass wir unsere Beziehung als „Verhältnis“ ansehen würden, weil mehr von ihrer Seite nicht ginge. Am gleichen Wochenende bin ich auf ein Seminar gefahren, auf dem ich mich mit mir selbst, meinem eigenen Lebensweg beschäftigen wollte.
Kein schlechter Zeitpunkt eigentlich und von ihr ausdrücklich befürwortet. Aber genau da brach in Eifersuchtsterror über mir zusammen, wie ich ihn noch nicht erlebt habe. Per SMS. Ich versuchte, sie anzurufen, keine Chance. Am Tag nach dem Wochenende bat sie per SMS um eine Auszeit, damit sie ihre Balance wiederfinden kann. Das konnte ich gut verstehen, mir lag ja selbst sehr viel daran. Es folgten 3 Wochen ohne Telefonat. Letzte Woche haben wir wieder telefoniert und sie hat mir erklärt, dass sie nicht mehr als 20% geben könne – wenn ich nicht mehr so verliebt sei in sie könnten wir uns gern sehen, vielleicht ab und zu mal ein Wochenende miteinander verleben. Ich merke, dass sie in ihrem Leben ganz ganz feste Strukturen (Zeiteinteilung, „Rituale“) hat, die für ihre emotionale Stabilität wichtig sind und die durch unsere intensive Beziehung in Gefahr geraten waren.
Ich wusste, dass sie früher in therapeutischer Behandlung war und habe gebohrt. Heraus kam, dass sie selbst zwar keine klassische Borderlinerin sei, es aber Parallelen gäbe. Sie konnte mir auch auf Anhieb ein Buch zum Thema nennen, hat sich also offenbar schon damit beschäftigt.Meine Frage ist: sind das, was ich da erlebt habe, Anzeichen von borderline, Depression, Schizophrenie? – und was kann ich machen? Klar, nüchtern betrachtet kann ich gar nichts machen, weil sie es ja nicht zulässt. Ich merke aber, dass sie auch mich nicht so ganz loslassen will. Sie richtet sich ein. Sie sagt: Ich muss es akzeptieren, dass ich so bin, statt dagegen anzukämpfen. Wenn ich sage: dann ist ein Leben in Einsamkeit vorprogrammiert und ich finde das entsetzlich traurig, sagt sie, dass es gar nicht traurig sei, wenn sie sich sozusagen so akzeptiert und damit lebt.
Gibt es denn gar keine Möglichkeit, daran zu arbeiten? Bin tieftraurig und ratlos.