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Persönlichkeitsstörung, Borderline, Depression v

Eli1992

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Hallo meine Lieben, suche Leidensgenossen mit einer Persönlichkeitsstörung, die sich mit mir austauschen würden über dieses Thema, Beziehungen, Ex-Partner, Gefühle, usw. . Nachdem meine letzte Beziehung nun nach jahrelangem hin und her endgültig in die Brüche gegangen ist und ich absolut nicht weiß wie ich aus disem Loch wieder rauskommen soll, würde ich mich sehr auf Antworten freuen um sich gegenseitig zu diesem Thema zu helfen und zu unterstützen, insofern das möglich ist. LG Eli

01.01.2021 15:14 • #1


Port

Port


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Hallo Eli,

muss es Borderline oder Depressionen sein oder gehen auch andere? (Beispiel: Asperger)


Frohes neues Jahr uns liebe Grüße,
ThePort

01.01.2021 15:25 • #2



Persönlichkeitsstörung, Borderline, Depression v

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Eli1992


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Hallo ThePort,
es gehen auch andere.
Jeder, der reden möchte

Wünsche ich Dir auch,
Liebe Grüße,
Eli

01.01.2021 15:34 • #3


Port

Port


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Alles klar, also zu mir: Ich habe das Asperger-Sydrom. Eine Persönlichkeits- und Entwicklungsstörung. Man kann es sich auch so vorstellen, als ob ich Sachen in der Welt mache / denke, die für "normale" Menschen entweder falsch oder als komisch wahrgenommen werden. Bevor die Erklärung zu lang wird, schreibe ich mal meine Geschichte dazu:

Wir haben uns nach langem mal wieder in der Schule gesehen, nachdem sie auf einem Gymnasium war. Wir kannten uns davor schon aus dem Kindergarten. Man hat sich gesehen und dachte: Hm, ja... man kennt sich. Also, wir haben nicht viel am Hut gehabt. Sie kam also vom Gymnasium wieder auf die Realschule. Warum? Dazu später mehr. Dann fing es an, dass wir uns richtig gehasst haben. Stichwort: Was sich liebt, das neckt sich. Irgendwann in den Sommerferien habe ich den Schlussstrich gezogen und mir gesagt, dass es nicht weitergehen kann. Ich habe mich also mit ihr angefreundet, was sie zuerst nicht verstand und gedacht hat, dass ich eine Wette mit jemanden hatte, aber das Vertrauen wuchs immer weiter. Die Zeit verging und irgendwann sah sie, dass ich doch nicht so ein schlechter Mensch bin, wie ich mich in der Schule zeige, denn: Wie oben beschrieben, nehmen mich viele Menschen so nicht an und deswegen habe ich mich so verstellt, dass ich in die heutige Generation reinpasse. ("Digger", "Alter", "Party", etc.) Doch mein Gehirn denkt wie ein 30 jähriger Erwachsener. (So steht es bei mir im Bericht. Nicht immer!) Ich habe mich also bei ihr geöffnet und sie sah, dass ich anders konnte und ich sah, dass sie auch nicht so war, wie die heutige Generation. Sie kam mir auch sehr viel reifer vor als sonst, aber diese "Öffnungen" hatten auch ihre Schattenseiten: Ich konnte immer mehr sehen, dass sie ein falsches Selbstbewusstsein ausstrahlt und bei den anderen immer auf glücklich macht, obwohl sie es nicht ist! Ich war auch der Erste, der sie je weinen gesehen hat. Als ich erfahren habe, dass sie auf einen anderen steht, habe ich ihr geholfen, mit diesen zusammen zu kommen, aber die Beziehung hilt nur einen Tag, da sie Angszustände bekommen hat. Sie hatte auch nur wenig Freundinnen, 2 Stück zu diesem Zeitpunkt. Sie hat geweint, weil sie die vermisst... sie öffnete sich weiter und ich erfuhr, dass sie jeden Tag alleine zu Hause ist und nichts macht. Zudem erfuhr ich sehr am Anfang der Beziehung, dass sie sich ritzt und Bücher hat, wo sie reinschreibt, wie schlecht sie ja sei. Das Gymnasium hat sie wegen Angszuständen verlassen. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass sie psychisch Krank ist. Das denke ich bis heute noch. Sie war nie beim Psychologen oder so.

Letztes Jahr Weihnachten fing es an, dass die Eltern mich nicht mehr mochten und wir durften uns nur noch zwei Mal in der Woche sehen. Wie gesagt: Ich war anders als die anderen und die Eltern haben mich als "bedrohung" angesehen. Dann fing es an, dass die Beziehung langsam aber sicher den Bach runterging. So blöd das jetzt klingt: Wir haben uns immer gestritten, als wir uns lange nicht gesehen haben. Als wir uns dann wieder gesehen haben, konnten wir das in Ruhe klären? Sie schrieb mir immer, dass sie Bestätigung braucht. Egal. Dann wollte sie sich schon im Juli trennen, aber wie gerade gesagt: Als wir uns dann wieder gesehen haben...

Dann kam sie auf eine neue Schule, hat neue Freunde kennengelernt (August) und hat sich im September getrennt... und dann auch durchgezogen. Meine ganz starke Vermutung: Warmer Wechsel / Monkey Branching und/oder dazu noch eine neue Freundin, die sie abfängt. Mit dem Typen hat ihr zum erstem Mal geschrieben, als wir zusammen essen waren. Sie meinte zu mir, dass da nie was draus wird und er nichts für sie ist, bla bla. Dann kam zwei Tage (Sonntag) vor der Trennung ein starkes Anzeichen: Sie konnte nicht zu mir, wo eigentlich unser Tag war, da sie Schulaufgaben machen musste, obwohl sie diese immer bei mir gemacht hat. Ich durfte nicht mal zu ihr und sie für paar Minuten besuchen, was sonst immer möglich war. Tja, ein Tag vor der Trennung hat sie NICHTS geschrieben, ich weiß nicht, aber ich glaube, dass es ein Shittest war, keine Ahnung. Sie beendete die Beziehung am Telefon mit den Worten: ,,Die Beziehung macht für mich keinen Sinn mehr... Es wäre nicht mehr fair mit dir zusammen zu sein, wenn ich dich nicht mehr zu 100% liebe. Ich liebe diesen Typen nicht, aber ich mag ihn mehr''. Ich habe den Verdacht, dass das Neue ihr viel Aufmerksamkeit/Bestätigung gegeben hat und sie sich dann von mir getrennt hat. Ich gebe zu, dass dieses Jahr die Beziehung nicht 1a war, aber warum dann nicht reden und mir 4/5 Tage vor der Trennung noch Liebe vorheucheln und noch S*x haben? Das ist das Größte, was mich wütend macht. Generell ist der Typ auch genau das Gegenteil von mir! Sowas hat sie früher verspottet! Zudem hat sie sich total verändernt! Als wir früher noch nicht zusammen waren, hat sie immer schwarz getragen, aber als wir zusammen waren, war sie sie richtig glücklich uns hat auch mal was "weißes" getragen. Jetzt ist sie auf einmal wieder wie früher und verhält sich, wie sonst nie. Sie ist nicht allein daran Schuld, dass die Beziehung zu Brüche ging, nein. Ich war es auch. Ich habe den ganzen Frust, den ich hatte, an ihr rausgelassen. Dieser Frust entstand dadurch, dass wir uns sehr selten gesehen haben. Zudem habe ich mich auich gehen lassen. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt und mich reflektiert und an mir gearbeitet! Glaub mir, sowas kommt! Es wird besser!

Was habe ich nun nach der Trennung gemacht? Ich habe zuerst gebettelt... war ein Fehler. Sie hat sogar noch dieMacht sowas nicht. Sie war kalt zu mir und hat mich einfach nur ignoriert. Später habe ich sogar erfahren, dass sie mit dem Typen zusammen Händchen gehalten haben soll. Ich habe es zwar nur von anderen gehört, aber irgendwie glaube ich das. Mir wurde sogar gesagt, dass der neue Typ den Arm auf ihre Schulter gepackt hat, aber sie sich nicht gut dabei gefühlt hat? Das ist das Komische... Wir alle wissen nicht, was bei denen ist, ob die zusammen sind oder nicht, aber ich will es auch nicht wissen. Ich denke mir einfach, falls sie zusammen wären, dass sie es geheim halten wollen. Keine Ahnung, warum ich so ein Gefühl habe. Naja, ich habe mich sehr weit mit Beziehungen erkundigt, wie sie funktionieren usw. (Typtisch Asperger)

Ich sage mal so: Was sie gemacht hat ist menschlich, aber ich finde es moralisch sehr verwerflich!

Ich kann dir auf YouTube "Coach Mischa", "The Love Chat", "Craig Kenneth" und "Dating Guy" empfehlen. Irgendwann war es bei mir so, dass ich verstanden habe, was ich falsch gemacht habe und sie falsch gemacht hat, beziehungsweise warum sie sich gertrennt hat! Ich bin sogar so weit, dass ich sie nicht mehr auf Social Media stalke, sondern auch erkannt habe, dass es ein Leben ohne sie gibt, was auch schön ist!

Zum Thema Ex-Zurück: Ich würde meine Ex nicht mehr zurücknehmen. Das, was sie alles nach der Trennung abgezogen hat, was hier nicht mal im Text steht, macht mich wütend. (Nach der Trennung negatives über mich erzählt.) Zudem werde ich auch nie mit den Eltern klarkommen und ich möchte nicht nochmal so verletzt werden! Es war trotzdem schön mit ihr, aber das, was sie gemacht hat, zerstört es irgendwie. Ich könnte ihr nicht mehr zu 100% vertrauen.

Mit diesen Worten,
liebe Grüße!

01.01.2021 17:11 • #4


Cocolores


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Hallo eli!

Bist Du depressiv und hast eine Borderline-Personlichkeitsstörung oder Dein Exfreund?

01.01.2021 17:39 • #5


Eli1992


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Hallo Cocolores,
ich habe eine Borderline-Persönlichkeitsstörung (Depression, Stimmungsschwankungen, Ängste). Dieses Krankheitsbild gibt es in so vielen verschiedene Varianten und in unterschiedlichen Schweregraden und ist bei jedem unterschiedlich...

01.01.2021 18:06 • #6


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Hey liebe Elli, auch für stille Leser sicher ein spannender Strang. Kannst Du mal für Aussenstehende aus Deiner Sicht das typische "schwarz" und "weiß" beschreiben, was ja gerade Beziehungen mit einer / einem BL sehr prägt?

01.01.2021 19:32 • #7


-Anna-

-Anna-


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@Eli1992 hey ich hab auch eine Borderlinepersönlichkeitsstörung und Bulimie. Fände es auch interessant, von anderen zulesen

01.01.2021 21:48 • #8


jaqen_h_ghar


Hätte was zu bieten (komplexe PTBS), das strukturell als Traumafolgestörung mit Borderline verwandt ist.
Depressionen und Angst gehören da genauso zum breiten Krankheitsbild.
Mittlerweile nach einigen Jahren Auseinandersetzung und auch Therapie sehe ich immer deutlicher die Auswirkungen dieser Problematik auf meine früheren Beziehungen. Und falls Interesse daran besteht, lasse ich Euch auch gerne etwas daran teilhaben.

02.01.2021 12:55 • #9


Port

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@jaqen_h_ghar Hau raus!

02.01.2021 13:10 • #10


jaqen_h_ghar


Zitat von ThePort:
Hau raus!

Dann versuch ich's mal ...

Die komplexe PTBS ist die Folge von vielen kleinen Beziehungstraumatisierungen in der frühen Kindheit bis ins Jugendalter. Die erste und wichtigste Beziehung, die ein Mensch hat - die zu den Eltern - ist durch physichen, emotionalen und evtl. auch 6uellen Missbrauch vergiftet und verraten worden. Du kannst nicht mehr bedingungslos den Menschen vertrauen, von denen Du als Kind abhängig bist - Bindung und Vermeidung werden gleichzeitig aktiviert. Was hier verloren geht, würden die Esoteriker das "Urvertrauen" nennen.

Das ist das unmittelbarste, was Du dann später in Deinen eigenen Beziehungen als Erwachsener merkst: Dir fällt es unendlich schwer, anderen Menschen auch nur annäherungsweise zu vertrauen, dich vorbehaltlos einzulassen - immer die Angst im Hinterkopf, es könnte sich wieder das Vergangene wiederholen (Verrat, Ablehnung, Bindungsabbruch). Das hatte ich 30 Jahre lang als durchgehendes Muster, es wurde mir von fast jeder Partnerin in der ein oder anderen Form vorgeworfen: Du bist nicht offen, du lässt Dich nicht wirklich ein, ich habe das Gefühl dass Du ziemlich weit weg bist.
Du hast eine andere Vorstellung von Nähe und Distanz. Mir wurde es immer schneller als anderen zu eng. Ich brauchte dann Abstand, wollte für mich sein. Gegenteilige Wünsche der Partnerinnen waren im meinen Augen Grenzüberschreitungen, die in entsprechender Intensität beantwortet wurden. Der beste Stoff für Konflikte.

Das nächste Problem ist der Umgang mit Gefühlen. Diejenigen, die Dir hätten beibringen sollen, wie man mit Gefühlen umgeht, haben in dem Fall auf ganzer Linie versagt. Du bist ein tapferer Emo-Soldat, der entweder teilweise ob der anhaltenden Traumatisierung emotional taub geworden ist oder sich ganz schwer damit tut, Gefühle zu erkennen, zu benennen, zu differenzieren und damit umzugehen, obwohl Du tief in Dir drin eigentlich ein sehr empathischer, aber leider zu tiefst verunsicherter Mensch bist. Du hast in der Familie meist ein sehr kühles Klima erlebt, Deine Eltern waren wenig bis gar nicht emotional und herzlich mit Dir, es gab kaum oder gar keinen diesbezüglichen Körperkontakt. Der beschränkte sich meistens darauf, die Hand auf der Backe im Moment der Ohrfeige zu spüren. Dieses Defizit schleppst Du natürlich auch mit Dir rum.

In meinem Fall waren es vor allem die Schwierigkeiten im Umgang mit Wut und Ärger. Davon hatte ich ne ganze Menge und der unterregulierte Umgang damit belastete ebenfalls alle vorherigen Beziehungen. Wir reden hier ausschließlich über verbale Ausbrüche. Ist für den Menschen im nächsten Umfeld irgendwann mehr oder weniger schwierig, damit umzugehen, wenn jemand aus für die Umwelt nicht nachvollziehbaren Gründen austickt. Je enger die Beziehung, desto schwieriger.

Der nächste Punkt ist die generelle Verschiebung der Gefühlslage in den negativen Bereich. Es fällt Dir schwerer als anderen, dem Leben irgendwas positives abzugewinnen. Entsprechend negativ und verbittert sind Deine Ansichten, Du hängst sehr oft mit den Gedanken und Erzählungen in der Vergangenheit, um Dich immer und immer wieder darüber aufzuspulen und aufzuregen. Alles Dinge, die sich eine Partnerin gerne und immer wieder anhört. Oder etwa nicht? - Wegen dem ganzen Mist, der Dir passiert ist, siehst Du Dich als Opfer und lässt Dich von anderen auch gerne wieder in genau diese Rolle bringen - mit wachsender Begeisterung. Auch unheimlich 6y - oder? - Du hast einen Teil oder den ganzen Glauben an sichere und gerechte Welt verloren. Und nun rate mal, was das schon ohne Corona-Pandemie für schöne Auswirkungen hat.

Dann die Begleitmusik, die die Erkrankung mit sich bringt: Immer mal wieder depressive Dekompensationen - eine Herausforderung für jede Beziehung. Dann auch Ängste. Neben den Ängsten vor der unkontrollierten Wiederkehr der traumatischen Erinnerungen (Flashbacks) ist oft (und auch bei mir) die Angst vor Ablehnung sehr ausgeprägt. In Überschneidung mit den Borderlinern gibt es sehr sehr feine Antennen für das Zwischenmenschliche und irgendwelche Hinweise auf mögliche Ablehnung oder Zurückweisung nimmst Du wesentlich sensibler wahr und reagierst entsprechend stärker darauf. Das Umfeld kann zuweilen mit Unverständnis reagieren. Die Folge: Verlustängste, Klammern ... schon unter "Normalos" eine Zerreißprobe für die Beziehung.

Das soll für den Anfang erstmal reichen.

02.01.2021 14:27 • x 4 #11


Port

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Hallo @jaqen_h_ghar,

ganz ehrlich, ich bin erst bei der Hälfte Deines Textes und wollte schon was zitieren, aber dann würde ich 85% davon zitieren! Alles, was Du gerade schreibst, ist genauso wie bei meiner Ex. Das Familienhaus war schreklich! Sie ist ein Scheidungskind, hat nie richtig die Trennung verstanden, da alles vor ihr geheim gehalten wurde und sie sich im nachhinein "vergewaltigt?" gefühlt hat. (Habe kein anderes Wort gefunden.) Die Familie hat fast nie was mit ihr gemacht oder die Mutter hat ihr nie was mütterliches abgegeben. (Sie blieb bei ihrer Mutter.) Denen werden regelrecht Gehirnwäschen untergezogen und nennen den Vater "Mr. X". Seitdem hat sie Angst, zu dem Vater zu gehen... Ich habe wirklich mal geplant, dass ich alleine zu dem Vater fahre, um mir ein Bild zu machen, denn: Sie vermisst ihn so sehr und der Vater schickt Briefe, die sie nicht liest, weil man wirklich - auch als Außenstehender - denkt, dass die Familie danach einen hasst! Sie hat richtig geweint, als es um ihren Vater ging, aber sowas hat sie nie in der Familie rausgelassen... Wenn man solche Sätze von der Mutter hörst wie: ,,Ja, du kannst zu ihm...'' und dann noch ein Gesicht zieht, dann denkst du einfach, dass du danach richtig gehasst wirst! Sowas muss man erlebt haben!

Wie schon oben bei meinem Text geschrieben: Sie hat eine Beziehung angefangen, die einen Tag ging! (Angstzustände) Ich habe sie ein Jahr freundschaftlich kennengelernt - auch mit, meiner Meinung nach, psychischen Störungen, die sie zu diesem Zeitpunkt nur bei mir rausgelassen hat - bevor ich mit ihr in eine Beziehung ging. Sie war selbst erstaunt, dass sie keine Angstzustände bekommen hat!

Zitat von jaqen_h_ghar:
In meinem Fall waren es vor allem die Schwierigkeiten im Umgang mit Wut und Ärger. Davon hatte ich ne ganze Menge und der unterregulierte Umgang damit belastete ebenfalls alle vorherigen Beziehungen. Wir reden hier ausschließlich über verbale Ausbrüche. Ist für den Menschen im nächsten Umfeld irgendwann mehr oder weniger schwierig, damit umzugehen, wenn jemand aus für die Umwelt nicht nachvollziehbaren Gründen austickt. Je enger die Beziehung, desto schwieriger.

Der nächste Punkt ist die generelle Verschiebung der Gefühlslage in den negativen Bereich. Es fällt Dir schwerer als anderen, dem Leben irgendwas positives abzugewinnen. Entsprechend negativ und verbittert sind Deine Ansichten, Du hängst sehr oft mit den Gedanken und Erzählungen in der Vergangenheit, um Dich immer und immer wieder darüber aufzuspulen und aufzuregen. Alles Dinge, die sich eine Partnerin gerne und immer wieder anhört. Oder etwa nicht? - Wegen dem ganzen Mist, der Dir passiert ist, siehst Du Dich als Opfer und lässt Dich von anderen auch gerne wieder in genau diese Rolle bringen - mit wachsender Begeisterung. Auch unheimlich 6y - oder? - Du hast einen Teil oder den ganzen Glauben an sichere und gerechte Welt verloren. Und nun rate mal, was das schon ohne Corona-Pandemie für schöne Auswirkungen hat.

Jap, so war ich. Ich bin auch ein Scheidungskind und lebe mit meinem Vater "alleine". Schwestern/Brüder sind auch da. Doch, wenn ich die Beziehung von meiner Mutter und meinem Vater vergleiche, sieht man sehr viele gleiche Ansätze, wie in meiner letzten Beziehung. (Oben der Text) Ich konnte auch nicht mit Wut umgehen, als die Beziehung am Anfang des Jahres langsam zerfiel. Warum sie zerfiel? Oben steht es. Als die Eltern uns den Hahn zugedreht haben und ich sie nur noch zwei Mal in der Woche zu sehen bekommen habe, hat sich die Frustration immer mehr aufgestockt und wenn es nur einen kleinen Funken gab (Streit, man kritisiert etwas), habe ich es an meine Ex rausgelassen... Nach der Beziehung habe ich mich, wie oben geschrieben, mit anderen darüber unterhalten, weil ich selbst wusste, dass ich das nicht bin! Ich bin/war in Therapie und diesen Problem ist erstmal "verbannt". Man kann sich es so vorstellen, als ob man im Streit ein 2. Gesicht hätte! Am Ende, als die Frustration aus dem Ballon war, konnte ich es dann auf einmal klären, so wie früher... Sie tut mir bis heute leid, da sie sowas nie verdient hat! Ich hasse mich dafür.

Was ich am Ende nochmal sagen will: Ich habe meine Beziehungsfehler erkannt und beseitigt! Ich kann "wieder" mit Wut umgehen. Dies war aber nicht der Trennungsgrund. Als sie gefragt hat, ob wir eine Beziehung anfangen wollen, habe ich dies bejaht, bin nach Hause gefahren und habe, bei einem Kaffee, mir ein Ziel gesetzt: Mache dieses Mädchen glücklich. Hole es da raus... aus dieser dunklen Welt!

Dies hat 1,5 Jahre geklappt... sie war so glücklich und man konnte sehen, wie sie mich geliebt hat! Doch es gab immer mal wieder dunkle Tage bei ihr, die wir zusammen gelöst haben. Sie wollte schon öfters die Beziehung hinschmeißen, da sie dachte, dass sie lästig, blöd und nicht zu gebrauchen ist. Wir haben trotzdem zusammengehalten. Was mir aber aufgefallen ist: Ich habe, in der ganzen Beziehung, immer mehr von ihren dunklen Tagen mitgenommen, sodass ich auch langsam immer negativer wurde. Auch ein Grund für die Trennung.

Negative Stimmung + Frustration = unglückliche Beziehung
Was ich in Foren gelesen habe: Wenn solche Leute unglücklich sind und sie es eigentlich anders gewohnt sind, dann meiden sie es so ein Problem zu lösen und suchen sich eher einen Neuen. Tja, mir passiert. Ich weiß jetzt, was ich nächstes Mal besser mache, wenn ich KANN! Denn: Ich gebe uns drei die Schuld der Trennung. Vor allem die Eltern, meiner Ex und mir. Zwei Mal in der Woche sehen, was soll das?

02.01.2021 15:23 • #12


Equal


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Dann mache ich mal weiter...
ich habe durch ein Trauma eine Belastungsstörung und bin darüber in eine agitierte Depression gerutscht...
Man kann sagen, dass ich schon frühe Bindungstrauma erfahren habe. Diese aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Zurück blieb nur das Gefühl allein zu sein und das alle Menschen die ich lieben irgendwann weg sind und dass so wie ich bin mich sowieso niemand lieben kann. Meine Mutter hat mich emotional sehr vernachlässigt und ein " hab dich lieb" oder eine Umarmung gab es noch nie. Für ihre Partner war ich oft leidiges Übel und ich wurde ignoriert... ich hatte ruhig zu sein...
Na ja mein Leben hatte ich gut im Griff - dachte ich - bis ein Schicksalsschlag all meine Ängste wieder hervorgebracht haben... ab dies Moment habe ich auf alles mit Wut ind Aggression reagiert. War im Kampfmodus. Ich habe nur noch Wut gespürt, war unruhig und innerlich getrieben habe meine Gefühle komplett abgespalten. Es gab nur noch Wut den ganzen Tag und Scham weil ich so war. Die Scham und meine Gewissensbisse wurden runtergeschluckt und mit mehr Wut beantwortet... das dies ein Form von Depression ist wusste ich nicht. Ich war erschöpft und konnte nicht schlafen. Mein Kopf roulierte den ganzen Tag. Konnte mich auf nichts mehr konzentrieren. Alles war ein Last. Ich war mir eine Last. Aber da ich nie gelernt habe dass meine Gefühle nicht sein dürfen hab ich sie weiter runter geschluckt. Na außen war ich stark und wütend. Ich habe die Liebe meines Lebens Däumchen verloren. Habe sie mit aller macht von mir weggestoßen. Ich habe nur Gefahr gesehen, wenn ich mich einlasse...
dieses Krankheitsbild ist so destruktiv und durch den Tunnel den man hat kann man sich nicht vorstellen, dass die Realität eine andere ist. Nach 9 Monaten Therapie, viel sprechen und anerkennen, sehe ich klar aber zu gleichzeitig zu sehen was man angerichtet hat ist schwer zu ertragen... ich war Opfer ja, aber leider wurde ich zur Täterin und hier kommt meine nächste große Baustelle... kann ich mir je verzeihen...
Ui der Beitrag wurde jetzt anders als geplant, ich hoffe er passt trotzdem noch

02.01.2021 20:40 • #13


jaqen_h_ghar


Zitat von ThePort:
ganz ehrlich, ich bin erst bei der Hälfte Deines Textes und wollte schon was zitieren, aber dann würde ich 85% davon zitieren!

Wow, bin echt beeindruckt!

Zitat von ThePort:
ch bin/war in Therapie und diesen Problem ist erstmal "verbannt". Man kann sich es so vorstellen, als ob man im Streit ein 2. Gesicht hätte! Am Ende, als die Frustration aus dem Ballon war, konnte ich es dann auf einmal klären, so wie früher... Sie tut mir bis heute leid, da sie sowas nie verdient hat! Ich hasse mich dafür.

Freut mich, dass Du das für Dich geschafft hast!

02.01.2021 21:30 • #14


Port

Port


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Zitat von Equal:
Nach 9 Monaten Therapie, viel sprechen und anerkennen, sehe ich klar aber zu gleichzeitig zu sehen was man angerichtet hat ist schwer zu ertragen... ich war Opfer ja, aber leider wurde ich zur Täterin und hier kommt meine nächste große Baustelle... kann ich mir je verzeihen...

Ich weiß, wie Du Dich fühlst! Auch wenn ich "nur" ein halbes Jahr eine negative Stimmung verbreitet habe und meine Wut/Frustration an meine unschuldige Ex rausgelassen habe (verbal), so frage ich das auch! Doch ich finde, wenn man seinen Fehler erkannt hat, daran arbeitet und Erfolge sieht, dann KANN man sich selbst verzeihen. Ob man es macht, ist was anderes, aber: Wenn man Freunde hat/kennenlernt, die einen akzeptieren, einen dabei helfen oder einfach reden und Dich bestätigen, dann geht das Leben wieder bergauf und man verzeiht sich automatisch immer mehr. Vielleicht nicht zu 100%, aber man kann das Gelernte/Bessere den anderen Leuten zeigen, die Dich dann feiern werden, dass Du sowas geschafft hast!

Doch: Ich fand die Trennung schon notwendig, da ich mich sonst nie reflektiert hätte und ich nicht zu einem besseren Ich werden konnte, was ich auch an andere wiedergeben kann! Trotzdem baue ich mich mit diesem Gedanken auf: "Tja, du hast dich getrennt, aber dafür kannst du jetzt nicht meine neue beste Seite sehen! "

03.01.2021 02:38 • #15



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