10

Persönlichkeitsstörung, Borderline, Depression v

Equal


23
2
17
Zitat von ThePort:
Ich weiß, wie Du Dich fühlst! Auch wenn ich "nur" ein halbes Jahr eine negative Stimmung verbreitet habe und meine Wut/Frustration an meine unschuldige Ex rausgelassen habe (verbal), so frage ich das auch! Doch ich finde, wenn man seinen Fehler erkannt hat, daran arbeitet und Erfolge sieht, dann KANN man sich selbst verzeihen. Ob man es macht, ist was anderes, aber: Wenn man Freunde hat/kennenlernt, die einen akzeptieren, einen dabei helfen oder einfach reden und Dich bestätigen, dann geht das Leben wieder bergauf und man verzeiht sich automatisch immer mehr. Vielleicht nicht zu 100%, aber man kann das Gelernte/Bessere den anderen Leuten zeigen, die Dich dann feiern werden, dass Du sowas geschafft hast!

Doch: Ich fand die Trennung schon notwendig, da ich mich sonst nie reflektiert hätte und ich nicht zu einem besseren Ich werden konnte, was ich auch an andere wiedergeben kann! Trotzdem baue ich mich mit diesem Gedanken auf: "Tja, du hast dich getrennt, aber dafür kannst du jetzt nicht meine neue beste Seite sehen! "


Ja ich habe meine Freunde eingeweiht. Ihnen erzählt was los war und ist. Und darüber bin ich sehr froh. Ausnahmslos alle waren dankbar, dass ich es ihnen gesagt habe. Sie haben gespürt, dass was los ist aber ich habe immer alles abgewiegelt. Ich habe gelernt, dass niemand wissen darf wie es mir geht und nun gelernt dass reden und Schwäche zeigen Nähe bringt.
Aber ja ist ein guter Gedanke - eigentlich - dass er diese Seite nun nicht sehen wird aber auch schmerzhaft... denn ich seine nun auch nicht mehr... denn wenn wir zwei uns gesund getroffen hätten... oh Mann... es wäre fantastisch gewesen... aber hätte hätte...
es ist nun mal nicht so und ja ohne ihn wäre ich nicht an diesen Punkt heute...

03.01.2021 10:44 • x 1 #16


jaqen_h_ghar


Zitat von Equal:
Nach 9 Monaten Therapie, viel sprechen und anerkennen, sehe ich klar aber zu gleichzeitig zu sehen was man angerichtet hat ist schwer zu ertragen... ich war Opfer ja, aber leider wurde ich zur Täterin und hier kommt meine nächste große Baustelle... kann ich mir je verzeihen...

Das sprichst Du mir gerade aus der Seele ...

Auf der einen Seite bin ich froh, dass ich seit einigen Jahren besser verstehe, was mit mir passiert ist, dass ich Hilfe angenommen hab und dass es mir jetzt schon definitiv besser geht.

Andererseits kommt mit der Erkenntnis auch das Realisieren der Scherbenhaufen, die ich in den letzten 30 Jahren hinterlassen habe - und hier rede ich mal nur von Beziehungen. Nicht nur die Traumafolgestörung, sondern auch noch gewisse narzisstische Anteile haben dazu geführt, dass ich über die ganze Zeit hinweg quasi nichts anderes getan habe, als in Beziehungen den Mist zu kopieren, den schon mein Vater gemacht hat. Das sind jetzt ein Dutzend Scherbenhaufen und genauso viel unglückliche Frauen - und meine Verantwortung. In einem dieser Fälle (ich gehe da jetzt mal nicht weiter ins Detail) ist das Ergebnis unter dem Strich ziemlich gravierend und dramatisch gewesen. - Es fällt mir bis heute sehr schwer, mit dieser Schuld und Schaum sowie der Verantwortung zu leben. Zuweilen reisst es mich in die alten Muster von starker Selbstabwertung und ich fühle mich als Versager auf der ganzen Linie. Der mühevoll zurückerorberte Selbstwert ist wieder im Keller ...

03.01.2021 14:02 • x 2 #17



Persönlichkeitsstörung, Borderline, Depression v

x 3


Equal


23
2
17
Zitat von jaqen_h_ghar:
Das sprichst Du mir gerade aus der Seele ...

Auf der einen Seite bin ich froh, dass ich seit einigen Jahren besser verstehe, was mit mir passiert ist, dass ich Hilfe angenommen hab und dass es mir jetzt schon definitiv besser geht.

Andererseits kommt mit der Erkenntnis auch das Realisieren der Scherbenhaufen, die ich in den letzten 30 Jahren hinterlassen habe - und hier rede ich mal nur von Beziehungen. Nicht nur die Traumafolgestörung, sondern auch noch gewisse narzisstische Anteile haben dazu geführt, dass ich über die ganze Zeit hinweg quasi nichts anderes getan habe, als in Beziehungen den Mist zu kopieren, den schon mein Vater gemacht hat. Das sind jetzt ein Dutzend Scherbenhaufen und genauso viel unglückliche Frauen - und meine Verantwortung. In einem dieser Fälle (ich gehe da jetzt mal nicht weiter ins Detail) ist das Ergebnis unter dem Strich ziemlich gravierend und dramatisch gewesen. - Es fällt mir bis heute sehr schwer, mit dieser Schuld und Schaum sowie der Verantwortung zu leben. Zuweilen reisst es mich in die alten Muster von starker Selbstabwertung und ich fühle mich als Versager auf der ganzen Linie. Der mühevoll zurückerorberte Selbstwert ist wieder im Keller ...


Jetzt sprichst du mir auch gerade aus der Seele...
irgendwie habe ich mein Leben lang eine selbsterfüllende Prophezeiung gelebt... und ich erkenne langsam alles an und das schmerzt einfach sehr. Nicht nur was ich diesen einen Menschen angetan habe sonder auch mir... wie lange hab ich mir das verwehrt was ich wollte nur aus Scham es nicht verdient zu haben.

Ich habe mich selbst isoliert. Ich war immer für andere da. Hab zugehört ihre Probleme zu meinem gemacht. Weil ich dazu konditioniert wurde. Aber in mir wuchs die Wut dabei auf der Strecke zu bleiben. Und all das ist nun explodiert und hat sich auf dem einen Menschen ergossen, der mich geliebt hat..
Ich habe mich selbst krank gemacht im meiner Verzweiflung nicht liebenswert zu sein. Mit dem Ergebnis nicht liebenswert zu sein. Verrückt einfach verrückt. Und nun fühle mich armselig und bedürftig. Und weiterhin hasse ich mich dafür einfach ein Mensch mit Gefühlen zu sein. Glaube ich habe versagt weil ich nicht stark genug bin. Dieser Glaubenssatz hat sich in meinen Körper gefressen und will nicht weg

03.01.2021 14:30 • x 2 #18


Port

Port


605
1
624
Leute, ich glaube wir sprechen uns hier alle aus der Seele und das ist gut! Einfach sehen, dass man nicht der Einzige mit dem Problem ist und sich mal in anderen Leuten sieht, auch wenn dies negativ ist.

Erst im Jahr 2020 habe ich mich selbst gesehen, wie ich war, wenn ich wirklich frustriert war. (Narzisstisch und gehässig) Sonst war ich einfach nie richtig frustriert und konnte das also nie sehen. - Wenn jetzt leser hier sind, die diesen Strang noch nicht kennen: Oben, in meinen anderen Antworten, steht warum. - Dann noch die Stimmung und Probleme von meiner Ex. Ich habe das wirklich unterbewusst "aufgesaugt" und übertragen. Ich wurde immer frustrierender, nicht NUR wegen ihr, klar. Ich habe erst auch später erfahren, dass man deswegen mit solchen Leuten nicht zusammenkommen soll. Naja, *beep* happens. Trotzdem habe ich jetzt daran gearbeitet und war in Therapie. Ich bin trotzdem froh, dass dies meine erste Beziehung war und nicht meine zweite oder dritte, wo ich das abgezogen habe.

03.01.2021 16:46 • x 1 #19




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag